Das liebe ich an Spiegel Online, keine weiterführenden Links, Texte, die einen Kontextgehalt gen Null besitzen und somit eine aus dem Kontext gerissene Bemerkung eines Präsidentschaftskandidatenberaters zu einem Riesenskandal mit hochstilisiert.
Es geht um Charlie Black, einem engen Berater von Republikaner und Präsidentschaftskandidat John McCain, der gegenüber dem Fortune Magazine konstatierte, dass ein weiterer möglicher Terroranschlag in den USA Vorteile im Wahlkampf für den alten Haudegen John McCain bringen würde.
Natürlich hat er damit absolut recht, er darf es natürlich nur nicht so laut äußern. Black hat nämlich nicht gesagt, er wünsche sich für seinen Kandidaten einen solchen Anschlag, obwohl die Medien genau diese Haltung implizieren.
Dabei ließe sich der Berater McCains sehr viel leichter ins Zwielicht setzen, aber das scheint vielen Journalisten einfach zu heikel und mühsam zu sein, außerdem vergrault man sich damit wertvolle Werbekunden. Charlie Black war einer der mächtigen und skrupellosen Lobbyisten, die auf der ganzen Welt mit Diktatoren und Massenmördern im Auftrag des jeweiligen Konzerns zusammengearbeitet haben. Die Vergangenheit und die immer wiederkehrenden Versprechen McCains, er mache dem Lobbyismus endlich den Garaus, er aber parallel einige Ex-Lobbyisten als Berater ins Boot holt, würden mich als freidenkenden Wähler wohl eher stutzig machen, als die von Black getätigte Aussage zu einem möglichen Terroranschlag, die zudem sogar noch rein wahlkampftaktisch stimmen würde.
Wir sehen also: Verbrechen im Ausland im Namen amerikanischer Unternehmen ist nichts im Vergleich zur schwammigen Tabu-Marke und Angstsymbol Nummer 1: “Terror”.

