BREITENBACH


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1. Apr 2009

Meine 10 wichtigsten Fixsterne

prinz

Die großen Leute haben eine Vorliebe für Zahlen. Wenn ihr ihnen von einem neuen Freund erzählt, befragen sie euch nie über das Wesentliche.

Sie fragen euch nie: Wie ist der Klang seiner Stimme? Welche Spiele liebt er am meisten? Sammelt er Schmetterlinge?

Sie fragen euch. Wie alt ist er? Wieviel Brüder hat er? Wieviel wiegt er? Wieviel verdient sein Vater? Dann erst glauben sie ihn zu kennen.

aus “Der kleine Prinz” von Antoine de Saint-Exupéry

Es gibt Momente im Leben, da scheint man sich zu verlieren. Man ergießt sich ins Chaos der eigenen Muster und Gefühle, lässt los und gerät in den Strudel der unendlichen Möglichkeiten. Der große schwarze Ozean, der einem zu umschlingen droht, der einem alle vernünftigen Sinne und Orientierungsanker beraubt, der einen zu ersticken droht, ist stets darauf bedacht, die Dinge, die auf ihm schwimmen, zu Eigen zu machen. Ein stetes ziehen und drängen Richtung Meeresgrund. Richtung Ursprung. Richtung Teil des Ganzen. Richtung vollkommender Schwärze. Die alten Seefahrer taten gut daran das Sternenzelt als große gespiegelte Landkarte während ihrer langen Reisen auf hoher See zu nutzen. So gibt es am Firmament Fixsterne, dessen Position sich niemals veränderten und dessen Funktion es also sein kann, Menschen, die sich einen solchen Stern auserkoren haben, durch die dunklen, chaotischen Zeiten ihrer großen Lebensfahrt zu führen. Wer als Seefahrer sich immer wieder der orientierenden Funktion dieser Fixsterne bewusst macht, wird früher oder später sicher an diesen oder jenen Hafen ankommen. Nichtsdestotrotz lauert zu jeder Zeit die Unberechenbarkeit und die Gefahr auf die Reisenden. Doch Orientierung bietet den Reisenden den Rückhalt, um einfach bei drohender Gefahr ein Stück weit Gelassenheit zu entwickeln, nicht zusätzlich und unnötig in Panik zu verfallen und so ganz und gar unnötig eine Havarie zu verursachen. Heute liebe Freunde und Reisegefährten, werde ich euch und letzendlich auch mir meine Fixsterne vorstellen.

1. Es gibt für mich keine objektive Wahrheit. Es gibt nur eine Ansammlung von subjektiver Meinung, die als objektive Realität bestimmt und von anderen übernommen wird.

2. Wissenschaft ist für mich nur eine weitere Religion. Religion ist nur eine weitere Geschichte. Geschichten sind immer nur die Beschreibung unserer nicht fassbaren Realität.

3. Meine Welt kann nur durch und mit anderen Menschen erlebt und wahrgenommen werden. Kommunikation ist die Möglichkeit eine Verbindung und Austausch zwischen zwei Lebenswelten, also Realitäten, herzustellen.

4. Mein Sinn des Lebens lautet “Lernen”. Lernen bedeutet für mich das Auf- und Entdecken des Verborgenen. Lernen bedeutet “Weiterentwicklung”. Weiterentwicklung bedeutet “Bewegung”. Bewegung ist das Gegenteil zu (Leichen)Starre.

5. Ich lerne nur mit und durch andere Menschen. Ich brauche Vorbilder und bin dabei gleichzeitig selbst immer ein Vorbild für alle Menschen, mit denen ich kommuniziere.

6. Family first. Familie - trotz all der Herausforderungen und Ärgernisse, die diese Bande (Bund, Band) mit sich bringt - ist das engste Bindeglied des Menschen. Familie prägt(e) des Menschen Leben, es ist sein Vorgarten, zum eigenen Haus (Ego) der gehegt und gepflegt werden sollte, wenn er durch das Erblühen das Herz erfreuen sollte. Das nimmt Zeit und viel Liebe in Anspruch.

7. Ich meine, der Mensch ist stets getrieben von Eigeninteressen. Selbst Altruismus ist nur ein Konsens aus vielen Eigeninteressen. Meine Eigeninteresse sollte immer so gestaltet sein, dass sie anderen Menschen nicht schaden, sondern eher nutzen.

8. Die langfristige Kontrolle von anderen Menschen ist meines Erachtens unmöglich. Die Navigation der eigenen Handlungen ist aber sehr wohl möglich. Es ist sehr anstrengend und ein langer, schmerzvoller Lernprozess, den ich oben “Leben” getauft habe.

9. Beruf und Privatleben sollten möglichst im Einklang stattfinden, denn sonst gerät man sehr schnell in Handlungsweisen (wie z.B. die Lüge), die dem eigenen Haus (Geist) langfristig schaden oder es gar komplett abbrennen (Burnout). Geld ist dabei ein Mittel um das eigene Leben möglichst reibungslos und angenehm stattfinden zu lassen. Geld ist jedoch niemals ein alleiniges Ziel, denn von Geld kann man nicht lernen und Materie allein führt niemals zum erfüllten Glück.

10. Hass, Wut und viele andere Gedanken, die das Gegenteil von Glück und Liebe ausdrücken, sind ein Teil des großen Ganzen und damit für mich immer Lernwerkzeuge. Meine Wut sagt eigentlich nichts über die betreffende Person aus, sondern immer nur über mich selbst. Alle Menschen, denen ich begegne, sind ein Spiegel meiner Wirklichkeit und damit Lehrmeister meines Lebens, also auch die sogenannten “Feinde” und “Unsymphaten”. Lerne ich diese zu akzeptieren, lerne ich auch mich selbst und meine vorhandenen Schwächen zu akzeptieren, die somit sich zu Stärken verwandeln können, oder ganz einfach gelassen “Schwächen” bleiben.

Diese Fixsterne entstanden mehr oder weniger spontan und sind vielleicht als Momentaufnahme zu werten. Laut Punkt Nummer 5 würde es mich sehr interessieren, welche Fixsterne ich mit euch Lesern gemeinsam habe oder was ich sonst noch von euren persönlichen Fixsternen lernen könnte. Ich freue mich auf euer Feedback.

25. Mär 2009

geschichten

wir träumen geschichten
wir imitieren geschichten
wir leben geschichten
wir sind geschichten
dann schreib doch geschichte

19. Mär 2009

Killende Sozialspiele

sillygames

Eskapismus, wohin man blickt. Und ich selbst schließe mich natürlich nicht davon aus. Wir sind eine Gesellschaft von Eskapisten. Wir sind ständig auf der Flucht. Die Flucht in virtuelle Realitäten. Vom Fernsehen bis zum MMORPG. Hauptsache wir können unserer eigenen, scheinbar kümmerlichen Realität entkommen. Dem verhassten Job, der entfremdeten Familie und überhaupt dem gesamten sozialen Umfeld, das uns scheinbar nicht genau das Gefühl geben kann, welches wir beim Computerspielen, beim Konsum von Drogen oder dem Zappen durch zig Kanäle erhalten. Das Gefühl von Belohnung, von Anerkennung, von Zugehörigkeit - schlichtweg von Glück. Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich zähle auch so kutlurell wertvoll eingestufte Tätigkeiten wie das Lesen von Büchern zum Eskapismus dazu. Es macht keinen Unterschied, ob man sich in die Literaturwelt des 19. Jahrhunderts oder in ein virtuelles Rollenspiel der Neuzeit zurückzieht. Beides ist ein Ausdruck einer Unzufriedenheit, nein vielleicht eher der Ausdruck einer ewigen Suche. Selbstsuche wird so zur Selbstsucht und die Realität, welches das Selbst wohl am besten abbildet, bleibt dauerhaft getrübt vor unseren direkten Augen verborgen. Übrigens was ist eigentlich mit DEM Killerspiel überhaupt? Das große Vorbild der virtuellen Pixelballerei? Der reale Krieg als Urform des Eskapismus. Wir ziehen mitunter in fremde Länder, um dort unser Leben für fremde Staatsführer zu riskieren, wohlwissend, dass unser direktes soziales Umfeld zu Hause ist und sich um unsere leibliche und geistige Gesundheit sorgt (es sei denn es eskapiert ebenso intensiv). Das aber nur nebenbei, Krieg ist für uns ja schließlich kein Spiel, was man unbedingt und umgehend verbieten muss.

Ich will diesen Eskapismus hier auch gar nicht groß bewerten, es ist unmöglich ihn in gut oder schlecht, nützlich oder gefährlich einzuteilen. Er ist da. Allgegenwärtig. Ein Teil von uns. Genau diese Gedanken sollte sich eine Gesellschaft zuvor machen, bevor sie über das Verbot eines weiteren Eskapismusinstrumentariums nachdenkt. Konsequenterweise müsste man ja eigentlich die Flucht an sich verbieten, also alles was uns vom realen sozialen Leben ablenkt - doch was bleibt dann noch vom “realen sozialen Leben” übrig?

Das Verbot von Killerspiele (die ja nur ein Teil einer schrecklichen Realität virtuell nachspielen) mag für viele genauso sinnvoll sein, wie das Verbot von Drogen. Letzendlich dient es aber nur zur Beruhigung des eigenen Gewissens. Wir haben vor lauter Eskapismus keine Zeit mehr, um uns intensiv mit leidenden Menschen zu beschäftigen, um uns mit den Motiven und wahren Hintergründen auseinanderzusetzen. Das benötigt Geduld, Ruhe und jede Menge Anstrengung. Uns fehlt dazu außerdem auch ein Stück Nähe. Wir lösen die Probleme der Welt gerne medial. Schnelle Problemstellungen aus der Ferne und schnelle medial kommunizierte Lösungen in 140 Zeichen. Die Zeit drängt. Also nehmen wir den “kranken” Menschen einfach zuerst einmal genau das weg, was ihr Leid (Leid liegt immer im Auge des Leidenden) für einen Augenblick verschwinden und vergessen ließ. Wir nehmen den Babys ihren Schnuller weg, wundern uns aber gleichzeitig wenn sie den nächstbesten Ersatz in ihre sabbernden Münder stecken oder einen tierischen Wutanfall bekommen. Auf den Schreck erstmal eine Zigarette.

Schnelle Lösungen sind faule Lösungen. Wir brauchen aber alle sofort und umgehend Lösungen für ganz große Probleme. Wir haben doch keine Zeit, wir müssen doch schon wieder los. Da hinten wartet schon die nächste globale Katastrophe auf uns.

14. Mär 2009

Die kranke Welt in unsere Köpfe

Danke Boulevard, dass du uns die kranke Welt des Killers in aller Ausführlichkeit in unsere Hirne brennst. Danke, dass du uns mit billigen Fotomontagen zeigst, wie erwachsen und martialisch der 17-Jährige psychisch kranke Jugendliche mit großer Knarre aussehen könnte. Danke, dass du dadurch den Angehörigen aller Beteiligten noch mehr Angst, Schmerz und Wut schenkst. Danke an all die Unternehmen, die ihre Marken und Produkte im “Blutbad” präsentieren. Danke für die zahlreichen Fotos und Videos über den Täter, so werden wir ihn ganz gewiss sehr lange in Erinnerung behalten. Danke, dass ihr den immer wieder den vollständigen Namen des Täters nennt, so dass auch alle Namensbesitzer das Stigmata lange tragen dürfen. Danke, dass ihr Originalaufnahmen der letzten Minuten des Täters zeigt, so dass wir auch getrost ohne gesetzlich legitimierte Todesstrafe in den Genuss eines Rachegefühls kommen können. Danke, dass ihr Depression und psychische Krankheit weiter als gefährliches Tabuthema bestärkt. Danke, dass ihr 15-jährige, traumatisierte Opfer vor die Kamera stellt, damit sie ihre Wunden und Klassenfotos mit Todesopfern präsentieren. Danke, dass ihr auch die traumatisierten Fünftklässler, also Kinder, mit der Kamera interviewt. Danke, dass wir die Leichensäcke sehen durften. Danke, dass wir nochmal alle schrecklichen Amokläufe dieser Welt Revue passieren lassen konnten. Danke, dass du uns die kranken Videovermächtnisse von anderen Killern zeigst. Danke, dass du den Weg des Täters in einer 3D-Map zeigst, so dass wir die Tat in Gedanken besser durchspielen können.

Danke, dass wir durch euch ein Teil des Massakers sein dürfen!

10. Dez 2008

Sucht sucht Belohnung

Sucht ist ein sehr spannendes Thema, nicht nur weil es mich selbst betrifft, sondern ich behaupte kühn, es betrifft alle Menschen auf dieser Erde. Wir alle sind süchtig. Der Unterschied ist jedoch, dass manche Süchte von außen identifizierbar sind und manche eben nicht. manche sind kriminalisert, manche sind akzeptiert. Manche sind konzentriert, manche treten breitbandig auf.

Belohnung lautet das Schlüsselwort. Belohnung ist der Treibstoff des Lebens. Ohne Belohnung würde hier kaum etwas laufen. Belohnung motiviert dazu, bestimmte Dinge anzufangen und weiterzumachen. Fortpflanzung zum Beispiel, wird durch die dabei entstehenden Gefühle belohnt. Nahrung belohnt uns umgehend. Soziale Interaktion in Form von Anerkennung, kann uns belohnen und uns somit ein gutes Gefühl verschaffen und uns weiter antreiben. Druck kann unseren Adrenalinspiegel pushen und uns somit ein Belohnungsgefühl verschaffen. Sport setzt belohnende Stoffe im Gehirn frei und Crack macht das Ganze natürlich ebenfalls auf seine Art sehr schnell und sehr heftig. Wir alle sind abhängig von Belohnung und dessen Gefühl, welches es in uns auslöst.

Wann kann man aber jetzt von einer Sucht sprechen? Nun, pathologisch (und das ist schon fatal, weil Sucht keine Krankheit ist, sondern ein natürlicher Bestandteil des Lebens) wird es erst, wenn wir süchtig nach einer bestimmten Sache oder Substanz sind und dies uns oder andere Menschen (bzw. die Gesellschaft) schädigt, man es aber dennoch weitermacht. Die nicht erkannten Süchte bleiben deshalb “normal” und unsichtbar, weil einige Menschen in der Lage sind sich ihre Belohnungen breitbandiger zu verschaffen. Das heisst, sie trinken morgens ihren Kaffee, essen ihr Marmeladenbrot, davor vielleicht noch ein Ei, hören Gute-Laune-Musik, bekommen von ihren Kindern einen Abschiedskuss, fahren in ihr Büro, zu ihrem Job, der ihnen Spaß macht, erhalten dort Anerkennng von Kunden und Mitarbeiter, gehen in der Mittagspause in den sonnigen Park und verputzen ein schmackhaftes Mittagessen, telefonieren danach mit ihrer Familie und lassen sich von den guten Noten in der Schule erzählen, was die Vaterherzen natürlich vor Stolz anschwillen lässt und vor der Heimfahrt gibt es noch einen Abstecher ins Sportstudio, wo sie eine Stunde ordentlich trainieren und danach noch in die Sauna oder sich unter die heiße Dusche stellen. Zu Hause bringen sie ihre Kinder ins Bett, lassen sich umarmen und kuscheln sich mit ihren Frauen bei einem leckeren Glas Rotwein und ein paar Stücken dunkler Schokolade auf die Couch und schauen eine Liebeskomödie mit Happy-End-Garantie. Danach geht es ins Bett und sie lassen den Abend vielleicht noch mit etwas zärtlichem aber leidenschaftlichen Sex ausklingen, um dann glücklich und zufrieden in das Land der Träume abzudriften.

Klar, was ich meine? Diese beschriebenen Menschen sind dauerhigh, aber dennoch nicht weniger süchtig nach Glück oder dem Gefühl, welches man auch nach dem Konsum von illegalen Drogen oder eskapistischen Rollenspielen erhält. Denn wehe, diese heile Welt bricht plötzlich zusammen.

Wenn man Sucht also als eine Art Krankheit ansieht und damit ausgrenzen will, so wird man gegen Windmühlen kämpfen. Wieso ist es für Junkies so schwer, von der Droge loszukommen? Nun, sie bekommen beim Konsum der Droge einen regelrechten Belohnungsrausch. Es ist meistens davon auszugehen, dass die Menschen, die solche Drogen testen, von vornherein ein verstärkte Belohnungsunruhe in sich tragen. Also gestresste Menschen, traumatisierte Menschen, pubertierende (und damit verunsicherte und ebenfalls extrem gestresste) Menschen und Menschen, die gesellschaftlich keinen Platz gefunden haben, an dem sie Anerkennung, Aufmerksamkeit oder belohnende Liebe erfahren konnten. Diese Menschen finden also plötzlich eine Substanz, die sie sozusagen von 0 auf 100 innerhalb von 1 Sekunde bringen. Mir hat mal ein Heroinuser erzählt, dass diese Droge die Königin aller Drogen sei. Stundenlanger Orgasmus. Eingepackt in Watte. Einfach nur Wohlsein. An diesem Punkt war mir klar, dass ich vor Beginn meiner Rentenzeit das Zeug nicht anfassen werde.

Tja und was passiert dann, wenn der Rausch vorbei ist? Man fällt in ein sehr sehr tiefes Loch. Der Kater. Je heftiger der Rausch, desto tiefer das Loch. Der Preis, den Mensch im allgemeinen für zu viel Glück bezahlen muss (Extremsportler, Politiker, Unternehmer etc. dürften das beispielsweise auch ganz gut kennen). Das fatale beim Junkie ist jedoch, dass sein Umfeld meist bereits so gestrickt ist, dass er meist aus keine anderen alternativen Belohnungsquellen mehr schöpfen kann. Er hat kein Netz, dass ihn auffängt. Er hat die Wahl: Entweder dunkles Loch oder wieder rausschießen. Je länger ein Junkie konsumiert und je mehr er dadurch gesellschaftlich abrutscht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er vom Belohnungsstoff loskommt. Alles um ihn herum besteht irgendwann nur noch aus stinkender, triefender Scheisse. Das Leben versaut, der Körper im Arsch, Freund eund Familie abgezockt, ggf. auf den Strich gegangen und diverse Traumata dadurch erlitten. Welche Hoffnung, ja welche alternative Belohnungen kann es für solche Menschen denn noch geben? Das Stück Schokolade? Das Glas Wein oder das Kuscheln auf der Couch?

Um das Thema Sucht richtig zu behandeln, im Sinne von intergrieren und systemisch zu lösen, schlage ich folgende Ideen vor:

1. Eine konsequente Entkriminalisierung von Drogenkonsum.
Prohibiton hat Menschen nie davon abgehalten Drogen zu nehmen, ganz im Gegenteil. Die Illegalität fördert eine gigantische organisierte Kriminalität, bei der sich etliche Menschen am Leid anderer Menschen dumm und dämlich verdienen. Die Gesundheitsgefahr der Drogennutzer steigt durch gestreckte oder gefälschte Drogen. Kriminelle Dealer sind eher daran interessiert andere Menschen süchtig zu machen, um ihr Einkommen abzusichern. Der Konsum sollte dennoch in geschlossenen Räumen stattfinden, so dass zumindestens andere Menschen in ihrer Gesundheit nicht beeinträchtigt werden können.

2. Verstärkte medizinische Forschung im Bereich der Dopaminregulierung.
Der “Glücksbotenstoff” im Gehirn muss noch genauer analysiert werden. Gegebenfalls müssen regulierende Therapien in Form von pharmazeutischen Produkten entwickelt werde. Das allein reicht jedoch nicht aus. Natürlich bedarf es immer auch noch einer psychologischen Betreuung um substanzfreie Belohnungen zu erarbeiten. Ein Suchtberater sollte daher in etwa so wie ein Ernährungsberater arbeiten, um die Sucht des Klienten breitbandiger zu verteilen.

3. Gesellschaftlicher Konsens durch intensive Aufklärung
Sucht ist kein Verbrechen, keine Krankheit, kein Unheil und keine Strafe Gottes. Alle Menschen sind süchtig, so wie wir alle auch Nahrung aufnehmen müssen. Es kommt nur darauf an, andere Menschen nicht zu schaden. Wer sich bewusst für eine Sucht entscheidet (von Kaffetrinker, Raucher bis Morphiumnutzer) sollte die Freiheit erhalten, solange dadurch das Leben anderer nicht gefährdet wird. Eine Stigmatisierung, Ausgrenzung oder gar ein Wegsperren in Gefängnissen und Psychatrien werden das “Problem” niemals beseitigen, höchstens verlagern oder sogar noch verschlimmern.

4. Reflexion
Wer morgens beim Kaffee die Zeitung oder das Internet aufschlägt und vor lauter Krisen- und Kriegsmeldungen die eigene Galle leicht köchelt, der braucht sich nicht wundern, wenn er abends seine Portion Extrabelohnung benötigt. Medien, als Meinungsmacher, sind besonders in der Verantwortung mit Menschen so umzugehen, dass sie in keine zusätlichen, künstlichen und für sie persönlich nicht relevanten psychischen Löcher fallen. Diffamierungen, Beschimpfungen, Raub der Privatsphäre dürfte wohl der Grund Nummer eins bei Stars und Starlets sein, warum sie so oft zu den verbotenen Suchtmittelchen greifen. Überhaupt würde uns ein gesellschaftliches Miteinander geprägt von Liebe, Empathie und positivem Grundklang dabei helfen, Süchte sich nicht zu konzentrieren lassen. Verantwortliches Miteinander, der freundliche und respektvolle Umgang mit Mitarbeitern und Untergebenen, mit den eigenen Kindern, den Nachbarn oder Freunden wie Verwandten, hilft allen dabei, Sucht wesentlich breitbandiger aufzustellen.

Danke fürs Mitlesen. Wem die Gedanken zusagen, sollte sie weitertragen, am besten in eigenen Worten. Anmerkungen dazu sind ebenfalls gewünscht, doch sehe ich dieses Thema nicht als meine Lebensaufgabe, sondern diese Gedanken sind meine wissenschaftlich nicht fundierten Bauchideen, entstanden aus dieser Diskussion hier. Immer daran denken: Think for yourself, stupid!

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