15. Jan 2009

go. do. create things!

iwantyou1

Gestern bin ich kurzzeitig in den “Dark Side Mode” geswitcht – keine Angst ich bin wieder “on the bright side”. Das hatte auf alle Fälle einen triftigen Grund: Mein lieber Herr Brown hat sich in die Rolle des Joker begeben um einigen Menschen draußen im Netz den Spiegel vor die Nase zu halten. Es geht um die Menschen, die sich selbst Social Media Berater oder so einen Kram nennen. Diejenigen, die mit Hilfe von Statistiken, Rankings aber vor allem Reichweitenrelevanz den Unternehmen verkaufen wollen, wie gut man doch angeblich Gespräche von Mensch zu Mensch verschachern kann, solange sie nur Traffic haben.

Marcus hat sich auf die dunkle Seite der Manipulierer begeben. Er hat eine Rankingliste (Rankings, Traffic, Verlinkungen etc. pp. waren bisher ja die tolle Währung vom Erfolg im Netz) der englischsprachigen Blogs über Marketing und Werbung manipuliert. Er hat sich Traffic billig und künstlich verschafft. Hier sieht man zum Beispiel an anderer Stelle, wie man RSS-Readerzahlen super einfach nach oben schießen lassen kann/konnte. Wie genau er das getan hat, wird er im kommenden zweiten Teil der Story erklären. Wichtig bei der Sache ist für mich nur eines: Traue keinen Zahlen. Traue keiner Reichweite. Traue nicht der scheinbaren Relevanz der Masse. Das Internet ist kein Medium. Das Internet ist ein Kontext. Es ist ein Gewebe, bestehend aus Menschen, nicht aus Zahlen, die mit und über Menschen sprechen (oft auch Menschen die über Unternehmen und deren Produkte reden, klaro). Wir sollten die Chance nutzen und langsam umdenken. Wir sollten uns gewahr werden, was diese Technologie, diese schnelle und vernetzte Kommunikation wirklich bewirken und bewegen kann. Natürlich geht es dabei auch um Spaß. Aber wo ist denn der Spaß wenn ich den hunderttausendsten Post über Twitterstatistiktools schreibe oder wie ich mit Twitter Geld verdienen kann oder wie ich mit Twitter angeblich superduper Marketingfirlefanz machen kann?

Es gibt doch noch so viele spannende Dinge zu tun. Es gibt so viele spannende Inhalte, die man kreieren kann. Gemeinsam. Und natürlich darf man auch Geld damit verdienen. Doch ich bin davon fest überzeugt, wenn man sein Potenzial entfaltet, wenn man seine Kompetenz beweist, in dem man einfach durch Kreation, durch Machen, durch Kommunikation zeigt was man so drauf hat, dann kommt das Geld schon irgendwann von ganz alleine. Denn genau solche Leute werden jetzt in dieser schweren Umbruchszeit der Wirtschaft gebraucht. Leute mit Grips und Verstand, Leute mit Herz und Leidenschaft, Leute die gestalten wollen und die der Welt einen neuen Drift geben. Leute, die neu- und umdenken. Innovation. Machen. Go. Do. Create things!

Momentan gibt es auf meinem Radar zwei sehr unterstützenswerte Projekte. Das erste wurde von Tim Keil hier vorgestellt. Es nennt sich “Slow Way Down” und ist eine bemerkens- und sehenswerte Aktion eines seiner ehemaligen Schulfreunde:

Slow Way Down ist eine Reise mit einem 30 Jahre alten Simson Schwalbe Moped von Hamburg nach Südafrika. Ziel der Fernreise mit der Schwalbe ist es Spenden für das HIV/Aids-Projekt von Plan in Uganda zu sammeln. Je weiter die Reise in den Süden gelingt, desto mehr Spenden kommen für das Plan-Projekt in Uganda zusammen.

Was ihr dafür tun könnt (und das ist nicht wirklich viel, wenn ihr euch eh für jeden Scheiss wie STudiVZ im Netz registriert) beschreibt Tim. Weitersagen! Go. Do. Create things.

Das zweite Projekt ist ein Open Source Wahlkampfprojekt, welches von Breitenbach & Brown (also uns) spontan initiiert wurde. Wir möchten Lisa Steinmann (SPD) dabei helfen, Bürgermeisterin in Köln zu werden.

lisa

Sie ist ein großartiger Mensch, die sicherlich (unabhängig von Parteigedöns) einfach sehr gut im Sinne der Bürger mitgestalten kann, aber vor allem das auch leidenschaftlich will. Der erste Wahlkampf in Deutschland auf Open Source Basis. Dazu gibt es eine mixxt-Gruppe, auf der alles erklärt wird, sozusagen das virtuelle Open-Source-Mitmach-Wahlkampfbüro. Hier entwickeln sich die Dinge. (Natürlich kann man auch so helfen, einfach mail an mich) Es ist kein typisches “Polit-Strategen-Gebahren”, wie man es aus den sonstigen Wahlkämpfen kennt, nein hier kann jeder an der Entwicklung teilhaben und sich kreativ einbringen. Auch hier gilt ganz besonders das Motto: Go. Do. Create things!

Ich würde mich also sehr freuen, wenn einige Menschen endlich mal ihren Hintern hochbekommen und etwas kreatives im Sinne von “gestaltendes” mit dem Netz anstellen. Ein Klick reicht manchmal schon. Und wenn es auch nur einfach nur das Weitersagen, -bloggen, -mailen, -twittern solcher Aktionen ist.

Ich kenne die Lethargie. Aber man kann gegen sie angehen. Go. Do. Create things!

DANKE!