BREITENBACH


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30. Aug 2009

Meme & Kulturelle Kontexte: Autofahren in Deutschland

Vor kurzem habe ich eine spannende Reportage über die Autokultur in Deutschland gesehen.

Dazu einige Bemerkungen und Gedanken dazu:

1. Die Automobilindustrie (vornehmlich die Automobilmarken) ist weiterhin extrem ignorant bzw. an vielen Stellen naiv und dummdreist. Sie lehnen sich zurück, warten auf den Knall, sie hören es knallen und bitten den Staat um Hilfe, verbitten sich dabei aber eine Einmischung vom Staat. Ich glaube in einem Familiensystem würde man ein solches Verhalten als “verzogen” betrachten.

2. Die Automobilkäufer sind immer von starken Memen geprägt - vornehmlich aus den Medien und der Unterhaltungsbranche (von der Vorabendserie über das Formel1-Tamtam bis zum James Bond Knaller). Gleichzeitig ist bei uns das Autofahren in unserem kulturellen Kontext gleichzusetzen mit “der Autobahn” und dem fehlenden Geschindigkeitslimit. Bei uns ist das Autofahren memetisch assoziiert mit Freiheit, Geschwindigkeit und - im Zuge von begleitenden Risikofaktoren bei Raserei - mit Sicherheit.

3. Der Bau eines innovativen, nur wenige 100 kg schweren Elektromobils, kann niemals eine sofortige, adäquate Alternative für den deutschen Markt sein. Wir Deutschen brauchen ein stabiles Auto, das ganz einfach AUTOBAHNTAUGLICH ist. Bedeutet: Eine gewisses Maß an Leistung und Geschwindigkeit, eine grundlegende Ausstattung an Sicherheit (bringt Gewicht ins Spiel) und ein großzüges Maß an Raumkomfort (gerade bei Familienautos). Alle bisher vorgestellten Alternativautos, wie auch der eingestampfte 3Liter-Lupo sind/waren kleine Golfcaddywägelchen, die sich noch nicht einmal als Zweitwagen für den Haushaltsvorstand (und dem Großeinkauf mit den 2 Durchschnitsskindern) eignen, von langen Autobahnfahrten mal ganz abgesehen. Der “Mini” übrigens ist als kleines Auto deshalb so erfolgreich, weil man damit durch den Druck aufs Gaspedal den dicken fahrenden Autos genüßlich symbolisch den Stinkefinger zeigen kann. Ohne die Power unter der Haube wäre der “Mini” ein Nichts.

4. Mögliche Lösungsansätze:
a) Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen führt zu einer allgemeinen Entschleunigung, ohne dass man wesentlich später am Zielort wäre (man denke nur an Staus verursacht durch Raserunfälle etc.) und damit kommt es zu einer Art Druckentlastung im Bereich Geschwindigkeit und Sicherheit. Ich muss als kleines Auto nicht mehr gegen fette rasende SUV konkurrieren und so Angst haben, dass ich einfach mal von hinten mit 240 Sachen platt gemacht werde.

b) Die neu entwickelten Fahrzeuge müssen unbedingt Rücksicht nehmen auf die grundlegenden Bedürfnisse der Fahrzeugführer. Das bedeutet genügend Raum schaffen und die Autos auch wirklich autobahntauglich bauen. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Komfort darf keinesfalls vernachlässigt werden. Nur Freaks würden sich ein leichtes Elektromobil kaufen, solange es noch LKWs, Busse und rasende Vollidoten auf Deutschlands Straßen gibt.

c) Lieber prozessorientiert handeln, d.h. schrittweise Technologien erfinden, wie man nach und nach den Verbrauch drosseln kann. Lieber fahre ich mit 6 Litern auf Autobahnen als mit 3 Litern in der Stadt.

d) Umweltbewusstes Verhalten muss wesentlich stärker belohnt werden. Der Bordcomputer meines Autos muss mir permanent sagen, was ich gerade gutes für die Umwelt tue, aber vor allem welch cleverer Fuchs ich bin und somit viel Geld beim Tanken einspare. Auch der Staat könnte in diesem Bereich wesentlich mehr Anreize schaffen.

e) Überhaupt sollte der Staat - wenn er schon mit unseren öffentlichen Geldern marode Automobilkonzerne stützen muss - ein Wörtchen mitreden und auch entsprechende Auflagen durchsetzen. Man mag von China halten was man will, aber ein reguliertes Limit für Spritverbrauch halte ich nicht für falsch und in keinem Maße wettbewerbsbehindernd - ganz im Gegenteil.

f) Offensichtlich irreführende Kommunikation in der Werbung, sogenanntes Greenwashing, muss konsequent entzaubert werden. An der Stelle schreie ich nicht nach dem Staat, hoffe aber auf den boden- und anständigen Journalismus (Hoffnung stirbt zu letzt).

g) Neue Meme braucht das Land. Die neuen Autoalternativen müssen natürlich extrem präsent in den Köpfen der Menschen werden. Also man muss sie auf den Straßen fahren sehen, im Fernsehen beobachten können und überhaupt müssen sie zu einem Gesprächsthema werden. Auch hier können wir wieder einiges von Toyota lernen, die es bisher als einziger Automobilkonzern geschafft haben, Innovation, Vernunft und Verständnis für den Markt in Einklang zu bringen.

h) Ohne Forschung & Entwicklung und dem dazugehörigen Risikoinvest, wird es keinen Meter vorwärts gehen. Das bloße Stieren auf kurzfristigen Profit wird langfristig diese Konzerne zerbröseln lassen - jedenfalls wenn Papa und Mama Staat nicht immer wieder dem Bub helfen und ihm zusätzlich noch ein Leckerli bei konsequentem Versagen geben würden.

i) Erst wenn der Leidensdruck bei allen Parteien extrem groß ist, wird ein Umdenken erzielt. Doch leider ist es meist dann schon viel zu spät und wir alle kennen auch den letzten Ausweg des Suizids. Daher wohl lieber an anderen Punkten ansetzen, oder?

Gibt es noch weitere Ideen?

3. Jul 2009

Aber, aber ich kann nicht …

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Ich liebe ZEN-Geschichten. Sie sind für mich sehr spannende und nützliche Denktools. Metaphern und kleine Geschichten, die irritieren, alte Denkstrukturen aufreissen können und Dinge sehr gut auf den Punkt bringen können, dafür aber auch lange nachklingen. Eine meiner Lieblings-ZEN-Geschichten habe ich in dem Buch „Der neue Prometheus“ von Robert A. Wilson entdeckt. Wilson selbst ist übrigens der entscheidene Autor, der meine Gehirnstrukturen gehörig durcheinandergewirbelt hat. Er erzählt also folgende ZEN-Geschichte in seinem Buch nach:

Ein Mönch geht aus Verzweiflung, weil er nie die erstrebte Erleuchtung erzielt hat, zu seinem Lehrer und fragt ihn um Rat. Dieser riet ihm an nichts anderes zu denken als an einen Ochsen. Fortan meditierte der Mönch Tag für Tag, Stunde für Stunde über den Ochsen. Er stellte sich ihn vor, zerbrach sich den Kopf über den Ochsen. Schließlich kam der Lehrer eines Tages zur Zelle des Mönchs und sagte: „Komm heraus, ich habe mit dir zu reden!“ „Ich kann nicht!“, antwortete der Mönch. „Meine Hörner passen nicht durch die Tür!“ Ich kann nicht … Bei diesen Worten erlangte der Mönch die Erleuchtung.

Genau wie Wilson habe ich meine helle Freude an dieser Geschichte, denn sie repräsentiert eines der größten blockierenden Meme, die der Mensch kennt. Ich nenne es hiermit das: Ich-denke-dass-meine-Hörner-zu-groß-sind-Mem. Wie oft standen wir schon vor Situationen in denen wir scheinbar hilflos vor uns hinstotterten: Aber, aber ich kann nicht, weil … Die Situationen in denen so etwas vorkommen reichen von banalen Alltagsmomenten wie „Das habe ich noch nie gekonnt“ bis „Das ist absolut undenkbar“.

Wenn uns die Geschichte eines lehrt, ist es die Kraft der Vision, also die tatsächliche Machbarkeit des scheinbar Nicht-Machbaren. Wie viele falsche Prophezeiungen wurden schon ausgesprochen, die sich bereits Jahre später als falsch oder ganz anders erwiesen. So wurde ja auch prophezeit, dass es den Personal Computer niemals geben wird, ganz einfach weil dieser zur damaligen Zeit einen ganzen Raum in Anspruch nehmen würde und er ein kleines Vermögen kostete. Nichtsdestotrotz sind wir schon lange über den PC hinaus. Wir sind per Mobiltelefon (in Zeiten des Telegraf als Spinnerei undenkbar gewesen) - bei guter Netzabedeckung jedenfalls - permanent online! Das wird uns alles gar nicht mehr richtig bewusst und der einzige Grund, warum wir bei Innovationen oder Utopien so oft ins Stocken geraten ist nicht etwa das Problem der Ideenlosigkeit, sondern die Tatsache, dass wir uns selbst ungeheuerliche Denk- und Machbarkeitsblockaden auferlegen: Aber, aber ich kann nicht. Meine Hörner sind zu groß.

Mit dieser Geschichte im Hinterkopf sollten wir mal über einige unerschütterliche Meme meditieren, zum Beispiel:

- Demokratie ist die einzig ideale und umsetzbare Regierungsform und der Kapitalismus die einzig funktionierende Wirtschaftsform.
- Wir müssen alle sterben.
- Der Mensch wird sich und sein Verhalten niemals verändern.
- Zeitreisen sind unmöglich.
- Pazifismus und Weltfrieden ist blanke Träumerei.

Aber, aber ich kann nicht. Meine Hörner sind zu groß.

30. Jun 2009

“steal our stories” - aufklärerische Meme

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Pro Publica ist ein äußerst spannendes journalistisches Projekt in den USA. Die Publikation ist eine Non-Profit-Organisation, finanziert durch Spenden. Um die direkte Einmischung der edlen Geldgeber in die journalistische Arbeit zu verhindern wurde ein Redaktionsbeirat installiert, der die Einhaltung der jeweiligen strengen Statuten gewährleisten soll. Ein Novum ist sicherlich, dass alle Inhalte auf propublica.org mit dem augenzwinkernden Hinweis „Steal our stories“ unter Creative Commons Licence gestellt sind. Die Publikation möchte also ganz bewusst, dass sich deren Nachrichten verbreiten - natürlich unter Einhaltung der entsprechenden Quellenverweise. Wer nun meint, dass die Mitarbeiter von Pro Publica irgendwelche Blogger und Semi-Amateur-Journalisten sind, der täuscht sich. Gründer und Milliadär Herbert Sandler hat die verfügbare crème de la crème des US-amerikanischen Journalismus rekrutieren können. Unter Ihnen Urgesteine des investigativen Journalismus vom Wall Street Journal, der Washington Post oder der New York Times. Und sie alle dürfen nun ihren Traumjob so ausführen, wie er vor vielen Jahren mal vorgesehen war, als eine vierte Gewalt im demokratischen Staat, mit scharfer Zunge und gründlich recherchierten Geschichten. Bei Pro Publica geht es weder um Werbekunden noch um Einschaltquoten, bei Pro Publica geht es um den Urgedanken des Journalismus: Mißstände aufdecken, das Volk aufklären und somit mit der Meinungsmanipulation durch Unternehmen, Regierungen und sonstigen Lobbyisten aufräumen. Eine große Anzahl von Skandale im Gesundheitsbereich, der Politik oder im Umweltschutz konnte “die Unbestechlichen“ bereits in die Köpfe der Öffentlichkeit tragen.

Publikationen wie diese - egal ob sie tatsächlich zu 100% vor Manipulation und Falschmeldungen gefeit sind oder nicht - sind die Zukunft unseres politischen Bewusstseins. Unabhängiger Journalismus ist unverzichtbar für eine aufgeklärte und gewachsene Demokratie. Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, dass Journalismus heute zum größten Teil aus Quotengeschwätz, Anzeigen- und Lustreisenfinanzierten Artikeln und 1:1 abgeschriebenen PR- oder Agenturmeldungen bestehen. Uns ist es egal geworden - wir haben aufgegeben alles zu hinterfragen. Es ist zu viel. Wir sind supersized. Auf der anderen Seite kann sich kaum noch ein Journalist die Zeit für ausgiebige Recherche mehr leisten. Schnelligkeit ist das Gebot der Stunde. Nachrichtenbullemie: Schnell reingefressen und anschließend schnell wieder rausgekotzt und vergessen. Und der Geist und unser Verstand hungern sich langsam aber sicher zu Tode. (Danke an Michael für die Metapher)

Politisches Engagement steht und fällt mit seiner Berichterstattung. Wer den Film „Free Rainer“ gesehen hat, kann sich zwar ein überzogenes, aber sicherlich nicht ganz so unwahres Bild von unserer Medienlandschaft machen. Wir werden auf Fast-Brain-Food gedrillt - so wie uns fettige Burger und weiche Brötchen immer wieder zurück in die Frittieranstalten treiben, obwohl wir wissen dass sie uns fett und träge machen. Uns ist danach zwar wieder schlecht und wir schwören uns dort nie wieder zu essen, aber wehe dem das gelbe Neonlicht erstrahlt und fettiger Pommesduft schmiegt sich unter unsere Nasenflügel. Wir können nicht anders. Wie die Motten das Licht suchen, gieren wir nach der schnellen Bedürfnisbefriedigung und erleben anschließend dennoch weiterhin die kurzzeitig zugestopfte Leere.

Wir werden nicht von irgendjemanden dumm gehalten, wir halten uns selbst dumm. Das ist das Erschreckende, das ist das was ich Marcus in seinem Kommentar zunächst nicht glauben mochte, aber er hat vollkommen Recht. Denn es gibt sie, die Alternativen. Sie sind heute genauso greifbar wie all die alternativen zu den Fastfoodbunkern und Boulevardschleudern. Das aufgeklärte Wissen ist da draußen. Das Internet macht es sichtbar - wenn wir es wollen, wenn wir uns endlich überwinden und uns darauf einlassen. Wenn wir es fordern und fördern. Aber vor allem weiterverlinken. Replizieren. Verbreiten.

Der Weg zur Revolution liegt nicht darin irgendwelche Systeme und dessen Vertreter abzuschaffen, zu zerstören oder einfach nur macht zu verschieben. Die (R)evolution liegt in uns selbst, sie liegt zum Greifen da. Wir sind uns selbst unser größter Feind. Unser Fleisch ist schwach - unser Geist ist es erst recht! Sind wir denn wirklich zufrieden? Sind wir so zufrieden, dass wir nichts mehr verändern wollen?

Wie kommen wir da nur raus? Nun, das Schlüsselwort lautet „Bewusstseinsentwicklung“. Das was eine ganze Generation um 1968 mit Hilfe von psychedelischen Drogen-Happenings von heute auf morgen erzielen konnte, müssen wir uns in einer psychedelisch-esoterisch tabuisierten Leistungsgesellschaft hart erarbeiten. Durch Achtsamkeitsübungen, selbstdisziplinierende Maßnahmen oder schlichtweg permanente Reminder. Also doch wieder der Weg gen Osten. Wir müssen unsere “Erleuchtung” Stück für Stück selbst anlesen und uns mühselig von Hyperlink zu Hyperlink ackern. Das Internet ist nicht umsonst eine Erfindung, die aus den Köpfen einiger Silicon-Hippies entsprungen ist. Sie haben im Grunde nichts anderes getan als ihre mystischen Erfahrungen von der Ganzheit der Welt und des Wissens technologisch abzubilden. Das „global brain“ mit Glasfaserkabeln und riesigen Routern zum Leben zu erwecken. Ich weiß schon warum „sie“ das Internet so fürchten und versuchen es unter ihre Kontrolle zu bringen.

Der Informationsfluss ist eine reißende Kraft. Informationen haben schon immer die Welt regiert. Zuerst kam die Information, dann erst das Geld. Das Wissen um Angebot und Nachfrage, kleine schmutzige Geheimnisse zu Erpressungszwecken oder Goldgruben aus Insiderinfos. Informationen ist alles. Je offener vernetzter sie sind, desto gleichberechtigter und freier werden wir. Jetzt müssen wir nur noch zuhören und die richtigen Drähte anzapfen. Lasst uns gegenseitig dabei helfen!

12. Jun 2009

Stag-Nation in Stereo

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Kümmer dich um deinen eigenen Dreck. Schalte den Kopf aus und die Glotze ein. Labe dich an den Problemen und Peinlichkeiten des Präkariats, nur um dich selbst weniger langweilig, erfolgreicher und besser zu fühlen. Nur um vielleicht die damalige Schmach auf dem Schulhof auszugleichen, als die Asso-Kids noch das Heft in der Hand hatten, und dich wegen deiner vernünftigen, schöngeistigen oder bodenständigen Gedanken maltretierten. Belächle den Fernsehschund auf RTL2, die Hartz4-Versager, Leistungsverweigerer, Penner, unfähigen Idioten, eben all die Kinder-, Frauen-, und Hundetauscher. Genieße, wie viel klüger, gebildeter, selbstbewusster und niveauvoller du selbst lebst, arbeitest und denkst.

Nein, du hast keine Schönheits-OPs nötig - keine Tittenvergrößerung, kein Peter Zwegart, keine Supernanny oder Abspeckfarm. Wozu auch? Du spiegelst es dir im gebührendem Abstand. Du wirst dank deinem Gehirn und dessen Spiegelmechanismus mit zum Model, mit zum Superstar oder zum Asi-Rüpel. Du kannst in Folterfilmen mal so richtig schön die Sau rauslassen, mit der Kettensäge rumhantieren oder auf Youporn die geilsten Schnallen vögeln. Du kannst schön, reich, berühmt und verkommen sein - alles gleichzeitig, nur durch andere, wie durch Bumm Bumms Hochzeit oder den totalen Zusammenbruch eines abgefuckten englischen Pop-Junkies.

Du bestimmst dein Kopfkino, das was du erfahren willst, das was du mitnimmst, das worin du hineinschlüpfen möchtest und dein Kopfkino bestimmt wiederum dich. Wie oft verwenden wir Sprüche und Slangs aus Film, Funk und Fernsehen? Wie oft lassen wir Werbespots anstatt Rilke-Verse über unsere Lippen wandern? Wieso interessieren wir uns mehr für Boris Beckers Ehezeremonie als für die Zukunft unseres Planeten? Wieso glotzen wir die Sportschau anstatt zu diesem Zeitpunkt mit anderen Menschen Fußball zu spielen? Wieso Talkshows, wenn es doch so viel zu besprechen gäbe? Wieso rege ich mich darüber auf, statt es einfach anders zu machen?

Weil es so einfach ist. Weil es so bequem ist. Weils jeder es so macht. Weil wir mitreden müssen. Weil es sich wiederholt. Weil es verlässlich ist. Weil es eine Stereotypie ist, die uns in der eingepferchten, von Neophobie besetzen Stag-Nation Trost, Linderung und Geborgenheit schenkt. Weil wir verlässliche Mem-Maschinen sind.

18. Feb 2009

hacking the war: smart bombs

smartbombs

Ich bin sehr froh, dass ich mich in der Schule langweilen musste. Keine Ahnung, ob die Kinder in den Kriegsgebieten das ähnlich sehen würden. Lieber langweiligen Unterricht statt actionreiches Geballer und adrenalingeschwängerte Atmosphäre, besser als in jedem grafikdetailverliebten Ballerspiel? Frieden kann manchmal ziemlich anöden, oder?

Credits: Photo by TKnoxB (Creative Commons)

PS: You can join me hacking the war if you dare!

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Meine derzeitige Traumrolle

Ich an der Karlshochschule

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