BREITENBACH


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30. Sep 2009

Mein Vortrag auf der stART-conference 2009

Alle weiteren Videos (Vorträge und Interviews) rund um die Konferenz, werden nach und nach hier veröffentlicht.

Desweiteren habe ich auch meine Folien veröffentlicht und diese zusätzlich noch mit einer neuen Audiospur vertont, es vertieft also nochmal den Live-Vortrag - sozusagen eine Art “Director’s Comment”:

Alle anderen Folien der Konferenz findet ihr übrigens hier. Die komplette Berichterstattung findet ihr gebündelt auf dieser Seite.

Schließlich habe ich unsere Hochschule noch auf der Podiumsdiskussion vertreten, darin ging es um die Zukunft des Kulturmanagements und zufällig um die Kultur meiner Heimatstadt Würzburg:

stARTconference - Livestream make.tv

Ich bedanke mich bei den Veranstaltern für diese entspannte und inspirierende Konferenz.

9. Sep 2009

15 und mehr Fragen zum Internet: Einladung zum Hinterfragen des Internet-Manifests

Antworten schließen oft Dialoge, Fragen öffnen Sie erst, aber vor allem regen sie zum eigenständigen Denken an. Ich glaube das ist der Grund, warum ich mich mit dem Internet-Manifest nicht wirklich anfreunden kann. Daher statt weiterer Nörgelei ein möglicher konstruktiver Weg möglichst viele Anregungen und Inspirationen zusammenzusammeln, denn die Intention des Manifests war schon richtig, es geht darum sich bewusster zu werden, was das Internet in Zukunft verändern wird und wie die einzelnen Internetnutzer (sicherlich nicht „alle“) dazu stehen und darauf reagieren. Mich interessieren also viele verschiedene Meinungen und Perspektiven und eben nicht nur das Einheitswerk von 15 Menschen. Wie geht es euch?

Da ich momentan nicht so viel Zeit habe, würde ich euch bitten diese Fragen bei euch zu verbreiten (müssen also nicht hier stattfinden) und sie für euch und alle anderen in euren Blogs zu beantworten. Vielleicht kann man daraus später ein Wiki machen und die rendundanten Meinungen bündeln oder eine andere Form finden, wie diese Fragen möglichst reichhaltige beantwortet werden. Ihr dürft also gerne eigene Internetauftritte damit erstellen. Natürlich dürft ihr auch jederzeit die Fragestellung verändern, mir geht es nur um die Technik des Fragens an sich. Also ich bin gespannt auf eure Antworten, Thesen und Meinungen! Ich bin gespannt ob und wie es sich entwickelt und vertraue auf die Selbstorganisation des Systems „Internet“. Ich lege keinen Wert auf Quellenhinweise oder Dankeslinks. Wer also ein Problem mit mir als Person oder ein Problem mit diesem Blog hat, der kann die Fragen ruhig einfach übernehmen und auch verändern und ohne Angabe der Quelle benutzen. Mir geht es um die Fragen an sich und die jeweilige Beschäftigung mit der Thematik. Es ist also eher als Denktool gedacht, inspiriert durch das Frageblog

1. Welchen Mehrwert gibt dir/uns das Internet?
Wie definierst du für dich „das Internet“? Was gibt dir das Internet im Berufs- und Privatleben?

2. Was macht dir und anderen Angst im Internet?
Welche Gefahren siehst du im Internet? Wovon siehst du dich oder andere Menschen bedroht?

3. Was macht das Internet so „anders“?
Was genau unterscheidet das Internet zu den bisherigen bekanntenInformationsträgern der Menschheit?

4. Welche gesellschaftlichen Auswirkungen hat das Internet?
Welche Chancen aber auch welche Risiken birgt die neue Art der Informationsfülle und –vernetzung für die globale Gesellschaft?

5. Was bedeutet Freiheit im Internet?
Sind ausnahmslos alle Inhalte erlaubt? Wer entscheidet das? Was macht die Freiheit von Informationen so wichtig und was geschieht, wenn die Freiheit nicht gewährleistet wird?

6. Informiert das Internet wirklich „besser“?
Sind wir durch die Masse und Vielfalt an Informationen wirklich auch „besser“ informiert? Wie definiert man überhaupt sinnvolle Information? Wie schützen wir uns vor Manipulation und ist das überhaupt möglich?

5. Wie verändert das Internet den Journalismus?
Was bedeutet die Konkurrenz von den „Echtzeitreportern“ und „Hobbykommentatoren“ für den Journalismus und den Nachrichtenkonsumenten? Welche Rolle kann/muss der Journalismus in Zukunft besetzen? Wem dient der Journalist eigentlich und wem sollte er dienen?

6. Wie sind Links zu behandeln?
Unterliegen Links der Ökonomie der Aufmerksamkeit? Wie gehen wir in Zukunft mit Links um? Sind Links tatsächlich eine Währung mit? Was geschieht bei Link-Baits? Ist eine Information weniger wert/relevant, wenn sie weniger verlinkt wird? Wo stecken Alternativen?

7. Wie behandeln wir Urheberschaft?
Werden Informationen und Werke freier bzw. befreiter? Wie originär sind Ideen und Gedanken? Kann man Eigentum an Ideen beanspruchen und wer entscheidet das? Wer entscheidet über zufällige Parallel-Ideen? Welche Alternativen gibt es zu juristischen Repressalien?

8. Ist das Internet ein Ort für politische Diskurse?
Wie demokratisch ist das Netz wirklich? Wie sinnvoll und sachlich kann ein Diskurs im Web überhaupt geführt werden? Ist das Wissen um Sachthemen notwendig um sinnvolle politische Diskurse zu führen? Wie groß ist die Gefahr von Propaganda und Stammtischpolemik bzw. stellt das überhaupt eine Gefahr dar?

9. Wie frei kann Meinungsfreiheit tatsächlich sein?
Kann die Meinungsfreiheit in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis wirklich jemals frei sein? Was geschieht zum Schutz der Meinungsfreiheit? Wann hört Meinungsfreiheit eigentlich auf (Stichwort Propaganda, Desinformation und gesellschaftlich tabuisierte Themen)?

10. Ist „mehr“ auch wirklich mehr wert?
Was geschieht, wenn es viel zu viele Informationen gibt? Ist Werbung eine Information? Wie würde sich eine Überforderung äußern? Was geschieht bei extremer Artenvielfalt und Überangebot? Wie wird sich der Konkurrenzkampf um Meinungen und Informationen verändern? Wie behält der Benutzer seinen klaren Verstand ohne überfordert zu werden und die Gewissheit zu haben, die „richtigen“ Informationen zu bekommen? Gibt es überhaupt „richtige“ Informationen?

11. Wie überflüssig wird Tradition?
Werden alte Werte durch das Internet nicht nur in Frage gestellt sondern völlig abgeschafft? Ist „alt“ prinzipiell gleich „schlecht“? Welche Folgen hätte die komplette Abschaffung von Tradition?

12. Wie erzielt man Qualität und warum?
Warum ist Qualität sinnvoll? Und warum nimmt Quantität zu? Wo sind sinnvolle Schnittmengen? Wer definiert „Qualität“, wie und wer bewertet sie? Was sind Vor- und Nachteile von Massenware? Wie definiert man „Massenware“, entsteht sie von alleine oder wird sie konstruiert?

13. Alle für alle?
Sind alle gleich oder manche doch gleicher? Wer ist „alle“? Wie wichtig sind Unterschiede? Gehören „Offliner“ auch zu „alle“? Entscheiden wir uns für Individualität oder konformer Gemeinschaft?

14. Wie entwickelt sich Dialog und was bringt er?
Welchen Zweck verfolgt Zuhören, wo steckt darin der Mehrwert? Wieviel Zuhören ist überhaupt möglich bei dem enormen Sendungsbedürfnis der Menschen?

15. Brauchen wir überhaupt Leitlinien im Internet?
Brauchen wir Leitlinien oder vertrauen wir auf die Selbstorganisation von Menschen und Kommunikation im Internet? Was bewirken Leitlinien und Manifeste? Wird das Internet das Herrschaftsgefüge verändern? Wenn ja, wie?

30. Aug 2009

Meme & Kulturelle Kontexte: Autofahren in Deutschland

Vor kurzem habe ich eine spannende Reportage über die Autokultur in Deutschland gesehen.

Dazu einige Bemerkungen und Gedanken dazu:

1. Die Automobilindustrie (vornehmlich die Automobilmarken) ist weiterhin extrem ignorant bzw. an vielen Stellen naiv und dummdreist. Sie lehnen sich zurück, warten auf den Knall, sie hören es knallen und bitten den Staat um Hilfe, verbitten sich dabei aber eine Einmischung vom Staat. Ich glaube in einem Familiensystem würde man ein solches Verhalten als “verzogen” betrachten.

2. Die Automobilkäufer sind immer von starken Memen geprägt - vornehmlich aus den Medien und der Unterhaltungsbranche (von der Vorabendserie über das Formel1-Tamtam bis zum James Bond Knaller). Gleichzeitig ist bei uns das Autofahren in unserem kulturellen Kontext gleichzusetzen mit “der Autobahn” und dem fehlenden Geschindigkeitslimit. Bei uns ist das Autofahren memetisch assoziiert mit Freiheit, Geschwindigkeit und - im Zuge von begleitenden Risikofaktoren bei Raserei - mit Sicherheit.

3. Der Bau eines innovativen, nur wenige 100 kg schweren Elektromobils, kann niemals eine sofortige, adäquate Alternative für den deutschen Markt sein. Wir Deutschen brauchen ein stabiles Auto, das ganz einfach AUTOBAHNTAUGLICH ist. Bedeutet: Eine gewisses Maß an Leistung und Geschwindigkeit, eine grundlegende Ausstattung an Sicherheit (bringt Gewicht ins Spiel) und ein großzüges Maß an Raumkomfort (gerade bei Familienautos). Alle bisher vorgestellten Alternativautos, wie auch der eingestampfte 3Liter-Lupo sind/waren kleine Golfcaddywägelchen, die sich noch nicht einmal als Zweitwagen für den Haushaltsvorstand (und dem Großeinkauf mit den 2 Durchschnitsskindern) eignen, von langen Autobahnfahrten mal ganz abgesehen. Der “Mini” übrigens ist als kleines Auto deshalb so erfolgreich, weil man damit durch den Druck aufs Gaspedal den dicken fahrenden Autos genüßlich symbolisch den Stinkefinger zeigen kann. Ohne die Power unter der Haube wäre der “Mini” ein Nichts.

4. Mögliche Lösungsansätze:
a) Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen führt zu einer allgemeinen Entschleunigung, ohne dass man wesentlich später am Zielort wäre (man denke nur an Staus verursacht durch Raserunfälle etc.) und damit kommt es zu einer Art Druckentlastung im Bereich Geschwindigkeit und Sicherheit. Ich muss als kleines Auto nicht mehr gegen fette rasende SUV konkurrieren und so Angst haben, dass ich einfach mal von hinten mit 240 Sachen platt gemacht werde.

b) Die neu entwickelten Fahrzeuge müssen unbedingt Rücksicht nehmen auf die grundlegenden Bedürfnisse der Fahrzeugführer. Das bedeutet genügend Raum schaffen und die Autos auch wirklich autobahntauglich bauen. Das Bedürfnis nach Sicherheit und Komfort darf keinesfalls vernachlässigt werden. Nur Freaks würden sich ein leichtes Elektromobil kaufen, solange es noch LKWs, Busse und rasende Vollidoten auf Deutschlands Straßen gibt.

c) Lieber prozessorientiert handeln, d.h. schrittweise Technologien erfinden, wie man nach und nach den Verbrauch drosseln kann. Lieber fahre ich mit 6 Litern auf Autobahnen als mit 3 Litern in der Stadt.

d) Umweltbewusstes Verhalten muss wesentlich stärker belohnt werden. Der Bordcomputer meines Autos muss mir permanent sagen, was ich gerade gutes für die Umwelt tue, aber vor allem welch cleverer Fuchs ich bin und somit viel Geld beim Tanken einspare. Auch der Staat könnte in diesem Bereich wesentlich mehr Anreize schaffen.

e) Überhaupt sollte der Staat - wenn er schon mit unseren öffentlichen Geldern marode Automobilkonzerne stützen muss - ein Wörtchen mitreden und auch entsprechende Auflagen durchsetzen. Man mag von China halten was man will, aber ein reguliertes Limit für Spritverbrauch halte ich nicht für falsch und in keinem Maße wettbewerbsbehindernd - ganz im Gegenteil.

f) Offensichtlich irreführende Kommunikation in der Werbung, sogenanntes Greenwashing, muss konsequent entzaubert werden. An der Stelle schreie ich nicht nach dem Staat, hoffe aber auf den boden- und anständigen Journalismus (Hoffnung stirbt zu letzt).

g) Neue Meme braucht das Land. Die neuen Autoalternativen müssen natürlich extrem präsent in den Köpfen der Menschen werden. Also man muss sie auf den Straßen fahren sehen, im Fernsehen beobachten können und überhaupt müssen sie zu einem Gesprächsthema werden. Auch hier können wir wieder einiges von Toyota lernen, die es bisher als einziger Automobilkonzern geschafft haben, Innovation, Vernunft und Verständnis für den Markt in Einklang zu bringen.

h) Ohne Forschung & Entwicklung und dem dazugehörigen Risikoinvest, wird es keinen Meter vorwärts gehen. Das bloße Stieren auf kurzfristigen Profit wird langfristig diese Konzerne zerbröseln lassen - jedenfalls wenn Papa und Mama Staat nicht immer wieder dem Bub helfen und ihm zusätzlich noch ein Leckerli bei konsequentem Versagen geben würden.

i) Erst wenn der Leidensdruck bei allen Parteien extrem groß ist, wird ein Umdenken erzielt. Doch leider ist es meist dann schon viel zu spät und wir alle kennen auch den letzten Ausweg des Suizids. Daher wohl lieber an anderen Punkten ansetzen, oder?

Gibt es noch weitere Ideen?

18. Aug 2009

Gedankenstream: Was kostet eine Idee?

idea

So. Was kostet eine Idee?

Es ist nicht die Idee, es ist der Kontext, die Implementierung, die Einbettung in das jeweilige System, welches den Wert bestimmt. Ideen sind (wie Infos auch) ziemlich wertlos, wenn der entsprechende Kontext - also all das Zeugs da rundherum - nicht stimmig ist.

Paradebeispiele dazu findet man zu Hauf in der Werbewelt. Ich sehe Hochglanzplakate, singende Werbefiguren und putzige Witzfilmchen, aber in dem Moment, in dem ich mit dem ersten Mitarbeiter, dem ersten weiteren Kunden im Raum oder dem Support in der Hotline eines Unternehmens spreche, habe ich ratzfatz hui hui reden und pfui pfui ausstrahlen. Doch das nur nebenbei.

Eine Kultur vernetzt sich über Menschen, über ganz individuelle Identitäten. Jeder hat Stärken, jeder hat Schwächen. Gemeinsam können sie Großartiges und Katastrophales erzielen, je nachdem wie sich das System aus den Einzelcharakteren formt. Es ist alles unheimlich komplex und daher nicht kontrollierbar. Das Einzige, was formbar und einflussreich (im Sinne von Dinge bewegen, gestalten oder anstoßen) ist, sind wir selbst. Jeder einzelne von uns, aber auch die Menschen, denen wir uns verbunden fühlen, mit denen wir “verlinkt” sind. Und ich meine echte Links. Verifiziert. Deep Links. Keinen SEO-Dreck. Kein Spam.

Ich beispielsweise habe niemals originäre Ideen. Nie. Alle Ideen, die ich “habe” oder die sich in mir ergeben/entwickeln sind aus einem Misch Masch meines (Unter)Bewusstseins. Also alles was ich jemals durch meine beiden Äuglein gesehen, Öhrlein gehört, Grapscher getastet, Zinken gerochen und Zünglein geschmeckt habe. Alle Wahrnehmungen sind gespeichert in meinem Hirn. Teils komplett fragmentiert. Informationshäppchen. WIld durcheinander. Aber niemals meine eigenen Ideen, nur meine eigenen Wahrnehmungen. Ich kann auch nicht wirklich immer sagen, wann ich mal wo, was gesehen habe. Manchmal weiß ich noch nicht einmal wann und ob ich meinen Schlüssel hier oder dort hingelegt habe. Ich habe wirklich kein gutes bewusstes Wahrnehmungsgedächtnis. Sorry.

Was ich aber tue, wenn ich Ideen “erzeugen” will, ist folgendes: Ich höre anderen Menschen zu, ich rede mit ihnen, ich sehe mir zur gleichen Zeit vielleicht parallel Fernsehsendungen, Theaterstücke oder Kinofilme an sehe zillionen von Websites, Banner, Gegenständen, Logos, Buchtexte, Werbebotschaften und sonstige wahrnehmbare Kommunikation. ZILLIONEN!!!!!

Und alle diese Fetzen ergeben für mich in dem Moment, in dem ich Ideen zulasse oder “anfordere”, einen ganz bestimmten Sinn. Ich kombiniere sie zu etwas neuem, meist bezogen auf den jeweiligen “Kontext”, in dem ich mich befinde. Also konkret gesagt: Eine Aufgabenstellung. Doch ich schweife ab. Was ich ja eigentlich sagen wollte, ich nehme die Ideen von anderen und verwurste sie in meine Gedanken und damit wohl auch zu meinen Ideen. Respektiere ich all das genug? Ich weiss es wirklich nicht. Wahrscheinlich nicht - nicht in einem monetären Ideen-/Urheberrechtssystem.

Vielleicht war es Zufall, vielleicht dreist geklaut, aber entscheidend ist wir kommunizieren durch “kopieren” und nie “die Idee” allein, sondern der Kontext in dem die Idee eingebettet ist wesentlich wichtiger. Und das dürftest du, lieber Marcus, der mich ohne Ende inspiriert hat u.a. auch bzgl. dieses “Kontext-Artikels”, mit am Besten wissen.

Es kommt darauf an, dass die Idee zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Es war bei S.M.E.B.S. deine Zeit, dein Ort und deine richtige Idee aber eben auch auch meine und die vieler, vieler anderer Menschen im Netz, die dein Werk gesehen haben. Da gibt es echte Fans von dir und dem was du machst, malst, schreibst, spielst oder insgesamt performst. Menschen, die das zu schätzen wissen, auf welche Art auch immer. Und dann gibt es da die Konsumenten und Sauger, die nur die Idee sehen, aber nicht den Kontext. Und das ist das Traurige. Eine Idee wird in einen nicht stimmigen Kontext kopiert und der “Urheber” erhält dafür massig Geld. Der “Urheber” des stimmigen Kontextes hingegen geht zunächst rein monetär leer aus. Das ist für den zweiten “Urheber” frustrierend. Sehr sogar.

Es ist aber nicht die Masse entscheidend, die ein Sony-Spot theoretisch erreicht, denn es wird dabei niemals die Leidenschaft für das entstehen, was Marcus mit seinem kreativen Output damals erreicht hat. Es ist egal wieviele Visits das bekommt, es ist wichtiger, wieviele einem wirklich “an den Lippen kleben”, WER einem vertraut, WEN man wirklich begeistert und WER ehrlich zu einem ist, treu und dankbar. Intensiv vernetzt, das ist doch was zählt. Da steckt die Substanz. Werbespots sind out. Werbung ist out. Massenkommunikation ist Bullshit, nur ein leeres Konstrukt. Viele erzählen zu viel Scheisse, der wir (also Menschen, die ähnlich denken) ganz einfach überdrüssig sind. Wir wollen uns lieber mit Menschen amüsieren, uns austauschen oder miteinander verbinden. Menschen, Charaktere oder sonstige Ankerpunkte (Links), die uns wichtig sind, mit denen wir uns geborgen fühlen, Spaß haben oder zu denen wir Vertrauen haben oder einfach aus ganzem Herzen mögen.

Ärgere dich nicht Marcus. Ich kann deinen Ärger WIRKLICH nachfühlen. Aber irgendwann kaufen die Leute lieber Qualitätsware und vor allem das Ambiente drumherum, statt den billigen, trivialen Ramsch. Irgendwann wirst auch du deine Ernte einfahren können, für dein reichhaltiges bisher ausgestreutes kreatives Saatgut. Lass dich bloß nicht abhalten.

Wobei die Wiederauferstehung des Kaisers hat sowieso seinen eigenen Charme. Calm down or don’t. Whatever your character needs. Do whatever you wanna do. You will do it anyway. Right? Right! I’m glad to have you “in my internet”. Thank you!

Your fan
Patrick

PS: Antwort: Nix.

19. Jul 2009

Stoffsammlung I: Kultur zu vernetzen

batcave
(Randnotiz an mich: Kulturbetriebe als Nährboden für später aufkeimende Kulturen und Subkulturen mit eigenen memetischen Codes wie Farbe, Kleidung, Musik etc. zur Wiedererkennung der jeweiligen Kulturbeteiligten im gesamten Mempool. Kultur ist also schon immer stark vernetzt, vor allem mit dem Identitätsbegriff)

Auf der stART-conference were ich einen Vortrag zum Thema “Kultur zu vernetzen?!” halten. Da ich momentan noch überhaupt so gar keine genau Ahnung habe, was ich da eigentlich erzählen werde, man aber schon sehr gespannt nach meinem Exzerpt fragt, werde ich das Thema nun nach und nach in Form gießen. (Hoffentlich schmeisst man mich angesichts dieser Aussage nicht wieder raus) Der Vortrag wird - ganz webbytwopintoi - ein “Mashup” sein. Gemeinsam mit einer Kulturmanagerstudentinan unserer Karlshochschule werde ich im Zuge eines praktischen Projektes der Frage nachgehen, wie man einen Oldschool-Kulturbetrieb digital vernetzen kann, so dass er sich selbst gesteckte Ziele besser erreichen kann (Bekanntheit, Verkauf, Vermarktung etc. pp) - Mit “Oldschool” meine ich Kultur, die eher nicht angesiedelt ist im Supermarkenbereich, so wie das hier:

(via ramses101)

Ich rede von Kunst und Kultur, die es entweder noch nicht geschafft hat von großen Marken eingenommen zu werden, es gar nicht will oder sich bewusst dagegen sträubt. Eines bleibt aber dennoch eine große Gemeinsamkeit: alle wollen mehr oder weniger Geld generieren, die Kulturbetriebe müssen etwas einnehmen um langfristig zu überleben, schon gar in einem Staat, bei dem als allererstes im Bereich Kultur, Soziales etc. gestrichen und gespart wird. Manchmal geht es bei Kultur aber auch vielleicht auch einfach nur darum “gesehen” bzw. generell wahrgenommen zu werden. Ich glaube es gibt kaum ein Gegenstand der Kultur, der die Absicht hat sich vor der Welt zu verstecken.

Daher werde ich im ersten Teil über meinen Kulturbegriff sprechen - den ich mir erst erarbeiten bzw präzisieren muss - um dann die Möglichkeiten und Vorteile von dessen digitaler Vernetzung zu erörtern, um eben dann am Ende den Vortrag mit der Präsentation der praktischen Arbeit abzurunden. Ich finde für ein grobes Gerüst hört sich das doch schonmal ganz gut an. Reicht das jetzt auch schon als Kurzfassung für das Programm? ;-)

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Meine derzeitige Traumrolle

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