BREITENBACH


feed your head

31. Okt 2008

Liebes Tagebuch - Hallo Welt!

Allerorts ist von einer Krise des Bloggens zu lesen, Blogblues hier, Katzenjammer da. Auch mich erreichte diese kleine Blog-Sinnkrise in der letzten Zeit sehr häufig. Mal schob ich das auf scheinbar langweilige Themen, nervige Kommentare oder den allgemeinen Zeitgeist. Doch heute weiß ich endlich, dass es etwas ganz anderes ist.

Ich war noch nie der Typ, der sich in einzelnen Schubladen besonders lange wohl gefühlt hat. Ein an Freiheit und Neugier orientierter Geist braucht eben auch seine entsprechende Räumlichkeit und genügend Futter. Eine Art Rückzugsort (ja ich weiss im Netz klingt das paradox), an dem er persönliche Erfahrungen, Gedanken und Gefühle gären lassen kann, in dem man aber auch - und das ist sehr wichtig, denn Ideen muss man teilen - mit ein paar Gleichgesinnten diskutieren kann, sich gegenseitig inspirieren lässt, ohne gleich eine auf den ersten Blick spinnige Idee - weil unkonventionell oder langweilig wirkend - als Blödsinn abzuwerten. Natürlich können viele Ideen im falschen Kontext untergebracht sein, aber eine Idee an sich kann niemals wirklich “falsch” sein - so wie es für mich keine dummen Fragen gibt.

Was mich schon immer am bloggen fasziniert hat, war die Tatsache frei nach Schnauze schreiben zu können. Sowohl über manche private Dinge, wie auch über berufliche Lernprozesse. Werbeblogger war für mich in erster Linie, jedenfalls am Anfang, ein Lern-, Netzwerk- und Archivierungstool. Im Laufe der Zeit glitt das Ganze dann immer stärker in Richtung Magazin. Klar, je mehr Aufmerksamkeit und Leser man bekommt, desto größer die Bandbreite der Einflussnahme. Die einen wollen lustige Spots, der größte Teil der Leser arbeitet in Werbeagenturen und die sind natürlich gar nicht “amused”, wenn ihre Kampagne mal wieder ordentlich verrissen wird - oder noch schlimmer - keine Aufmerksamkeit bekommt. Ich habe verstärkt das Gefühl nur gelesen zu werden, weil viele Leute (sicherlich nicht alle) nur noch wissen wollen, ob man heute auf Werbeblogger platziert oder zerrissen wurde. Das widerspricht aber genau meiner Motivation, wieso ich damit angefangen habe und heute noch so sehr am Bloggen hänge.

Ich will mich nicht rechtfertigen müssen, warum ich einen Tag Gedanken über Genetik blogge und am anderen Tag einen emotionalen, selbstreferentiellen Beitrag über was weiß ich schreibe. Ich will mich nicht mehr dafür rechtfertigen, dass ich mal hü und dann wieder hott marschiere. Ich sehe alles als eine Art Prozess. Dinge fügen sich zueinander, die auf den ersten Blick scheinbar nicht zusammengehören. Das ist für mich der eigentliche kreative Prozess. Rechtfertigungen oder die Aufforderung dazu unterbrechen immer wieder diesen Fluss. Klar ist Kritik an der Sache gewünscht, Kritik, die weiterführt, evolutionär wirkt, dem Fluss vielleicht eine neue Richtung verleiht.

So bin ich nunmal. Das ist die Authentizität, die ich eigentlich immer eingefordert habe. Ob das nun glaubwürdig wirkt, stringent oder gar markentechnisch konsequent ist mir letztendlich piepegal. Ich verkaufe mich nicht, ich biete höchstens meinen Denkapparat an.

Mir ist auch völlig egal von wem ich heute inspiriert bin und wen ich mir morgen als Vorbild suche. Es ist wie es ist. Es gibt kein “nie” oder “immer”. Ich möchte mich fortan verstärkt mit Leuten austauschen, die mich bei meiner gedanklichen Wanderschaft freiwillig begleiten, ein Stück dazu betragen, oder gerne auch nur still zuhören und eben nicht weil sie irgendwelche Blogs monitoren müssen und schauen welchen Scheiss der Breitenbach heute wieder verzapft hat (wieso tut ihr euch das überhaupt an?)

Auf der anderen Seite habe ich auch gemerkt, dass ich viel zu wenig zugehört habe in letzter Zeit. Das heisst, ich werde mich verstärkt auch wieder in andere Blogs reingehen, dort lesen, kommentieren und was mir besonders gut gefällt, das dann auch wieder aufgreifen. Ich bin dankbar für jede Anregung, jeden Tipp - abseits von PR-Interessen.

Das ist es also: Mein Tagebuch, mein Lernprozess, mein Gedankenordnen, unser Austauschen, unsere Verbindungen verknüpfen und vielleicht gemeinsam Dinge entwickeln und diskutieren. Mal ein Foto, mal eine Geschichte, vielleicht ein Wort, ein Gedanke oder nur ein Zitat. Es ist mein Haus und ihr seid meine Gäste - oder auch nicht. Das überlasse ich ganz euch.

Ich freu mich jedenfalls riesig! Danke an Marcus und allen, die hier sowieso schon mitgelesen haben.

2. Jun 2008

Was ist Brainblogger?

Mein Abschied auf Werbeblogger war sicherlich kein Abschied vom Bloggen, kein Abschied vom Werbebloggger an und für sich und sicherlich auch kein Abschied für immer. Es war ein kreativer Befreiungsschlag, denn ich merkte in letzter Zeit, wie sehr ich immer abhängiger vom Themenumfeld und Teile der Leserschaft auf werbeblogger.de geworden bin. Der Spaß blieb dabei auf der Strecke und blockierte mein Interesse für andere Themen. Werbung (in klassischer Form) langweilt mich immens, bzw. ich bin in diesem Themenfeld erstmal nach gut 5 Jahren reichhaltiger Wiederholung enorm gesättigt.

Kommunikation an sich ist nach wie vor sehr spannend. Doch gibt es auch noch unzählige Themen, die mit Marketing und Werbung auf Anhieb erstmal nichts zu tun haben. Die etwas weiter vorausdenkenden Kommunikationsinteressierten wissen natürlich, dass es kein Thema gibt, welches nicht auch für die Fachdisziplin “Werbung” ergiebig wäre. Schließlich ist alles was sich rund um Menschen, Gesellschaft, Märkte und dessen Möglichkeiten und Probleme dreht, jeweils auch eng mit der Kommunikationsbranche verbunden.

Dennoch möchte ich diese schienbar Off-Topic-Themen nicht mehr auf Werbeblogger diskutieren und erörtern. Diejenigen, die Spaß an solche Gedanken über den Werber-Tellerrand hinaus haben, werden hier sicherlich schnell einen neuen Ort finden um diesen Gedanken zu folgen oder sie zu ergänzen. Keinen Platz werden hier die Pöbler und unsachlichen Kommentoren finden. Diesmal ist es wirklich mein eigenes Wohnzimmer und ich beherberge diesmal nur Menschen, die sich in anderer Leute Wohnungen auch entsprechend benehmen können. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich andere Meinungen nicht gelten lasse - ganz im Gegenteil, das ist hier sogar ausdrücklich erwünscht. Auf den Inhaltsgehalt kommt es an, weniger auf die Form.

Was kann man hier also in Zukunft erwarten?
Meine Gedanken, mal sortierter - mal unsortierter. Links, die mir wichtig sind. Wissensquellen. Der Versuch alte Muster und Denkstrukturen aufzubrechen. Das Hinterfragen von scheinbar Selbstverständlichem. Das Wagnis, etwas mehr in die Tiefe zu gehen und nicht nur an der Oberfläche zu treiben. Dieses Blog hat nicht den Anspruch die allgemeingültige Wahrheit zu kommunizieren, dieses Blog hat den Anspruch die allgemeingültige objektive Wahrheit überhaupt zu hinterfragen.

Dieses Blog soll sowohl mein als auch das freie Denken und Querdenken an sich repräsentieren. Aber es soll auch euer Denken vein Stück weit mit andocken, um so unser gemeinsames Denken voranzutreiben.

Ihr seid herzlich dazu eingeladen, an diesem Blog teilzuhaben und ich freue mich über eure Anregungen, Gedanken und konstruktive Ideen für eine spannende Zukunft.

Twittieren


Meine derzeitige Traumrolle

Ich an der Karlshochschule

Philoretisieren

philoretisieren

Videografieren



Fotografieren



Sozialisieren

DandyID Blip.fm identi.ca Twitter Delicious Dopplr Facebook Flickr Friendfeed Linkedin Stumbleupon Twitpic Vimeo Xing