BREITENBACH


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6. Jun 2009

expanded cinema university

Die Jugend von morgen wird sich der Videos als Mittel bedienen, um Dokumente der fähigsten Denker und Gestalter der Menschheit in das Szenario einzubringen. Nur durch das Szenario kann der Mensch schnell genug Ordnung in die konzeptiven Ressourcen seiner spontanen Formulierungen bringen. Die “Expanded Cinema University” von morgen, wie das Wort uni-vers - auf eins hin - impliziert, wird die Welt-Kommunität des Menschen durch den Strom des Verstehens und die spontan wahre Integrität des Kindes metaphysisch zusammenschmelzen.

Richard Buckminster Fuller in “Das totale Kommunikationssystem des Menschen”

29. Mai 2009

An Bord des Raumschiffs

Wir haben auch entdeckt, warum wir mit unseren intellektuellen Fähigkeiten und physischen Extensionsanlagen begabt wurden. Wir haben entdeckt, daß uns die inhärente Begabung und folglich die Verantwortung eigen ist, die Menschheit umfassend und dauernd erfolgreich zu machen. Wir haben den Unterschied zwischen den Fähigkeiten des Gehirns und denen des Geistes erkannt. Wir haben von den abergläubischen Vorstellungen und Minderwertigkeitskomplexen erfahren, die der ganzen Menschheit im Laufe ihrer Geschichte sklavischen Überlebens eingetrichtert wurden, unter Bedingungen grenzenloser Ignoranz und allgemeinen Analphabetentums, als nur die Rücksichtslosesten, Verschlagensten und Brutalsten sich am Leben erhalten konnten; und auch das reichte nur für ein Drittel ihrer potentiellen Lebenserwartung.

All das bringt uns dazu, die enorme Erziehungsaufgabe wahrzunehmen, die gerade jetzt erfolgreich und in höchster Eile gelöst werden muss. Nur dadurch kann der Mensch am Sturzflug in den Untergang gehindert und zu einem intellektuell gemeisterten Abfangen und Hochziehen der Maschine in die sichere und gerade Flugbahn physischen und metaphysischen Erfolgs gebracht werden, wonach der Besitz des Raumschiffs Erde sich bei der Erforschung des Universums zu seinem Vorteil wendet. Wenn die Menschheit komprehensiv und effektiv reagiert, wird ein völlig neues Kapitel von Erfahrungen und dadurch stimulierten Gedanken und Antrieben beginnen. (…)

So , Planer, Architekten und Ingenieure, ergreift die Initiative. Geht ans Werk, und vor allen Dingen, arbeitet zusammen und haltet nicht voreinander hinterm Berge, und versucht nicht, auf Kosten der anderen zu gewinnen. Jeder Erfolg dieser Art wird zunehmend von kurzer Dauer sein. Das sind die synergetischen Gesetze, nach denen die Evolution verfährt und die sie uns klarzumachen versucht. das sind keine vom Menschen gemachte Gesetze. Das sind die unendlich großzügigen Gesetze der intellektuellen Integrität, die das Universum regiert.

Aus dem Buch, das ich gerade mit voller Inbrunst verschlungen habe, nämlich “Bedienungsanleitung für das Raumschiff Erde” des Allround-Genies und quasie “da Vinci” des 20. Jahrhunderts Richard Buckminster Fuller

5. Nov 2008

mademydaymem

via adhsinfo

Hier der Link zum Urvater bobbysbrane.com. Dort gibt es das gute Stück in höherer Qualität.

24. Jul 2008

(r)evolution starts at home

Demnächst werde ich mich in meine zweite “Elternzeit” zurückziehen. Schade eigentlich, denn als ich die Überschrift im Spiegel (Online wie Print) “Elternzeit nützt Kindern nichts” (Hier z.B. ein Kommentar von Sebastian Keil) gelesen habe, frage ich mich nun schon ernsthaft, ob ich meine Kinder tatsächlich auf ihrem Erfolgsweg durch meine Anwesenheit, intensive Fürsorge und damit frühstmögliche emotionale Vertrauensbindung, behindern soll. Ihr Schicksal wäre durch die sehr dauerhafte Anwesenheit beider Elternteile, laut Studie -äh- Spon/Artikel, wie folgt [Fettschrift zu Manipulationszwecken zum Textverständnis von mir hinzugefügt]:

Die Studie zeigt, dass es für die spätere berufliche Entwicklung der Kinder keine Rolle spielt, ob die Eltern nach der Geburt zwei, zehn oder 36 Monate zu Hause bleiben.

(…) Weder in der Schullaufbahn noch im Lohnniveau übertrafen die ersten Profiteure der verlängerten Elternzeit nennenswert ihre unmittelbaren Vorgänger. Der Anteil der Gymnasiasten in den privilegierten Kohorten erhöhte sich um maximal 0,1 Prozent, die Gehälter waren um maximal 0,3 Prozent höher.

Natürlich möchte ich meinen Kindern nicht die Chance auf mehr Lohn und eine elitäre Universitätsausbildung verwehren. Was für ein Vater wäre ich?

Nein, sich gegenseitig als engsten Bund des Lebens kennenzulernen, die ersten Wochen bei so viel Trubel und Energiebedarf einigermaßen zu überstehen oder sich die Zeit zu nehmen, um für einen winzigen Augenblick den puren Sinn des Lebens, der Schöpfung, des Kreislaufes, des Seins zu begreifen nutzt defintiv nicht dem Kind (Vielleicht gerade noch den Eltern).

Das Kind von einem geborgenen, schwerelosen aber physisch sehr beengtem Zustand im Mutterleib in die temperaturschwankende, schrille, sorgenvolle und physisch unbegrenzte Welt einzuführen, erfordert nicht viel Kraft und schafft man doch locker ganz alleine. Es spielt auch überhaupt keine Rolle ob ein Elternteil extrem gestresst oder übermüdet ist. Es wirkt sich nullkommanull auf die Kommunikation mit dem Kind aus. Und wenn schon? Wie wichtig kann nonundonverbale Kommunikation sein? Wie wichtig kann schon die Botschaft für ein Kind sein, wenn Elternteile und Eltern überfordert und gestresst agieren?

Ich kann mich noch ganz genau an die Geburt meines Sohnes erinnern. Ab der Sekunde wo es klar war, dass es losging, habe ich komplett umgeschaltet. Mein Körper und mein Geist hat sich in einen Modus gehievt, wo alles andere auf der Welt völlig unwichtig und bedeutungslos wurde. Mein gesamtes Bewusstsein war in diesem Moment im Jetzt, in der Gegenwart, im Hier. Fokussiert wie ein Laser handelte ich automatisch (aber nicht authistisch), bestimmt und konzentriert. Das Gefühl, das erste Mal sein Kind in den Armen zu halten ist reinste Meditation. Alles andere ist sowas von bedeutungslos, ja gar nicht existnt. Es zählt einzig und allein in diesem kurzen, aber sehr intimen Moment das Leben, das Sein, die Entstehung des Lebens und auch ein Stück weit die Fortsetzung des eigenen Lebens über den Tod hinaus. Family first.

Stimmt, es wäre fatal, wenn ich durch ein von Beginn an gewachsenes Vertrauensverhältnis, meinem Sohn zu viel beibringen könnte, wenn ich ihn dadurch von noch mehr Gehalt im späteren Berufsleben abhalte. Wenn ich meine Frau entlaste und dadurch ein insgesamt entspannteres Leben herbeiführe.

Vielleicht sollte man die Zeit mit den Kindern begrenzen und in dieser kurzen Zeit ihnen beibringen, wie man mit galanten Verdrehung, Täuschung und einer Eliteuniversitätsausbildung einen Haufen Asche verdient. Vielleicht sollte man ihnen immer wieder einschärfen, dass es letztendlich immer nur ums Geld geht. Geld und Aussicht auf Geld soll das Leben grundsätzlich bestimmen - koste es was es wolle. Schließlich brauchen wir es alle. Wir müssen genug Geld verdienen um genügend konsumieren zu können. Sinn des Lebens. Ganz klar. Amen.

Doch jetzt lege ich den Sarkasmus nieder. Er ist für meine letzten Zeilen nicht mehr von Belang.

Man wird mich in der nächsten Zeit weniger aktiv von außen erleben (so wie ich es eigentlich schon in anfänglichen Zügen getan habe). Ich möchte den zweiten Kontakt mit dem Wunder des Lebens diesmal wesentlich bewusster genießen. Dafür werde ich ab sofort meine gesamte Energie investieren. Was das für meine außerheimische Präsenz bedeutet, ist nur logisch. Aber wir sehen, lesen und hören uns sicherlich sehr bald - wenn das Wunder seinen Platz gefunden hat - wieder. Dann muss ich auch wieder ran, um die extrasaugfähigen Windeln und die Collegausbildung zu finanzieren. CU!

18. Jun 2008

Gedanken-Stream: Entwicklung

Es ist schon seltsam, wie leichte persönliche Veränderungen schwerwiegende Konsequenzen zur Folge haben können. Die persönliche Entwicklung eines Menschen ist nicht nur völlig normal, gesund und von Nöten, sie ist auch mit heftigen Wachstumsschmerzen verbunden - und das zu jeder Zeit.

Wer meint, der Schmerz (physisch wie psychisch) sei in der adoleszenten Zeit (also die Pickelphase mit verstärktem Haarwuchs) am Größten, der mag vielleicht subjektiv Recht haben, weitaus fataler ist jedoch die Angst vor möglichen Schmerzen meist in der post-adoleszenten Zeit (also quasi der Rest des Lebens, den wir allgemein unter dem Begriff “Erwachsenheit” fassen).

Die Angst vor möglichen Konsequenzen durch eine persönlichen Entwicklung, behindert nämlich die Weiterentwicklung an und für sich. So geschieht es, dass manche Männer und Frauen absolut verzweifelt sind, wenn sie “alt” werden. Körperliche Verfall, ganz allgemein und je nach Vorbildern, ist für sie so unvorstellbar grausam, dass sie bereits in jungen Jahren ihre geistige Altersentwicklung rigoros stoppen und daraus sogar echte Phobien entwickeln oder sich für Peter Pan halten. Man fühlt sich mit 20 (im Fall vom Popking wahrscheinlich viel früher) urplötzlich schon “zu alt” - und das Gejammer wird oft in den kommenden Jahren nicht wirklich besser.

Doch das “Oskar Matzerath Programm” versagt natürlich vollends. Man trommelt und brüllt gegen das weitere Altern bzw. (Er)wachsen, kann dabei gar nicht geistig (Er)wachsen - weil man ja gar so konzentriert mit Trommeln und Quieken beschäftigt ist - und bleibt dann eben auf der Denkstruktur eines Teenies stehen, während der materielle Körper dann unverschämterweise doch einfach so zerfällt und dabei auch noch unliebsame Falten schlägt. Der Geist bockt, aber das Fleisch ist zu schwach. Doch Nip/Tuck und Pro-Ana sei Dank!

Doch es gibt ein Grundproblem im Zuge von geistiger Entwicklungbzw. Persönlichkeitsveränderung aller Art: Das soziale Umfeld hat ein extrem schlechtes Timing, so dass eigene persönliche Entwicklungen zum einen unberechenbare Auswirkung auf andere Menschen um einen herum hat, aber dies geschieht so gut wie nie gleichzeitig . Während man sich also verändert oder verändert wird (durch Schicksalsschläge, Gier, Existenzängste, Bildung, Neugier oder Lebensphasen wie Eltern haben, lossein oder selbst sein), bleibt der Rest um einen herum erst einmal stehen oder läuft gar parallel ganz woanders hin. Man wird und ist damit hochoffiziell verrückt zum Rest der Welt (Je nachdem wie schwerwiegend eine Veränderung gerade vom Umfeld bewertet wird) oder lebt sich auseinander.

Sobald man also wider die Erwartung, wider die Norm oder wider die Routine denkt, fühlt oder handelt, grenzt man sich selbst zunächst vom Umfeld, also der schützenden Herde, aus. Das passiert jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde und ist “mikro” wie “makro” zu beobachten, also sowohl im Freundes- und Kollegenkreis, wie auch in staatlichen Konstrukten (”Verfassungsfeind”, “Landesverräter”, “Terrorist”) oder Kulturen (”Ungläubiger”, “Fundamentalist” oder “Kulturbedrohung aka Verlust der Leitkultur”).

Das einzig positive daran: Wir verändern uns tatsächlich alle zu jeder Zeit. Unsere Körper verändern sich ständig - Gewicht, Gesundheit, Zellen wachsen, mutieren oder sterben und natürlich verändert sich auch unser Gehirn strukturell durch bestimmte Zellvorgänge. Wir saufen mal eben ein paar Zellen tot, während vielleicht gleichzeitig eine neue Neuroautobahn ausgebaut wird.

Es gibt also starke Veränderungen und weniger starke Veränderungen - analog große und kleine Schritte, die man sich entfernt. Die eigene Umwelt nimmt diese mal intensiv und mal weniger intensiv wahr (Manche Ehemänner bemerken tatsächlich nicht bei ihren Frauen wenn sie sich von einige Haarzellen getrennt haben oder deren Pigementierung variieren). Doch das Schlimme daran: Ausgrenzung anderer führt bei einem selbst auch zu Entwicklungsverzögerung. Dazu ein Beispiel:

Ein neugieriger, aufgeweckter Junge kann von seiner Umgebung schnell zum Streber, Besserwisser oder Angeber degradiert werden. Das ist aber wiederum nur die Vorproblematik. Der Junge selbst, kann vielleicht damit sogar noch umgehen, oder es lernen. Das eigentliche Problem in Bezug auf Entwicklung in Form von Angst folgt nämlich erst jetzt: Wenn nämlich jetzt einer der damalig Pöbelnden, der früher den Jungen als Streber traktiert hat, plötzlich selbst Spaß an den gleichen Interessensgebieten hat wie der “Streber”, wird er durch sein eigenes Spießrutenprogramm gehen müssen. Je überzeugter er also damals den Jungen als “Streber” beschimpft hat, desto größer wird seine Angst sein, selbst als Streber tituliert zu werden. Er muss jetzt viel später lernen, damit umzugehen oder er vollzieht diese Entwicklung gar nicht erst, denn er hat Angst vor der Ausgrenzung der Anderen, seines Umfeldes.

Ich finde über diese Dinge lohnt es sich mal ein paar Minuten nachzudenken, oder?

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