BREITENBACH


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22. Jan 2009

Fett-Deprogrammierung Woche 3

woche03

Die 3. Woche ist geschafft!
Heute ist Wiegetag. 111 kg (macht dann wieder minus 1,4 kg) zeigt mir die Digitalwaage im Bad. Großartig!

Und dass, obwohl ich große Herausforderungen zu meistern hatte. Zum einen musste ich Brown in München dabei zusehen, wie er einen unglaublich gigantischen Cheeseburger (nicht der Burgershit aus der Kette) verputzte.

brown

Zum anderen war ich Gast im schwarzen Hahn, welcher sehr aufreizend mit all seinen leckeren Biersorten warb.

hahn

Trotzdem habe ich es - ganz ohne seelische Schmerzen - geschafft, den Verzückungen zu widerstehen. Hab zwar ordentlich Bier getrunken dafür aber Pasta mit Gemüse, statt fettigen Pommes mit Fleischbergen, verspeist. Auch wenn ich mir öfters am Abend die Häme von Marcus “Ich fress und sauf wie ein Schwein und wiege trotzdem nur 30 kg” Brown anhören musste, so bin ich sehr sehr stolz auf die erneute unglaublich schnelle Gewichtabnahme. Aber man sieht, der Trend geht langsam runter. Es wird langsamer. Dennoch bin ich mehr als zufrieden und sehr zuversichtlich. Weiter gehts.

15. Jan 2009

fett-deprogrammierung: woche 2

fatboy

Die zweite Woche ist geschafft! Heute ist Wiegetag. 112,4 kg (macht dann wieder minus 1,7 kg) zeigt mir die Digitalwaage im Bad. Auch diesmal bin ich baff. Hätte nicht gedacht, dass die zweite Runde ebenso einschlägt von den Kilos her. Habe scheinbar einen guten Stoffwechsel und in der Vergangenheit einfach nur gefressen wie eine prächtige Mastsau. Es ist nun alles sehr viel mehr zur Routine geworden. Ich denke kaum ans Essen. Es wird langsam natürlich bis seöbstverständlich und isst einfach anders. Ich fühl mich frisch und voller Tatendrang. Wenn ich mal Hunger habe, esse ich Obst oder trinke Wasser. That’s it. Abends belohne ich mich weiter mit dosierter Schleckerei. So kann es ruhig weitergehen!

8. Jan 2009

fett-deprogrammierung: woche 1

Die erste Woche ist geschafft. Heute ist Wiegetag. 114,1 kg zeigt meine Digitalwaage an.

woche01

Damit habe ich in 7 Tagen ordentliche 2,9 kg verloren. Ich weiß natürlich, dass es in diesem Tempo und Umfang nicht weitergeht. Ich weiß aber auch, dass mein Plan bisher ganz gut aufgeht. Die ersten beiden Tage nach der weihnachtlichen Fresswelle waren echt hart. Echter Entzug. Affen geschoben und ihn dabei fast verputzt. Aber die beiden harten Tage waren sehr wichtig. Mein hoher Zuckerspiegel und der geweitete Magen benötigten einfach genug Zeit um sich etwas zurückzuziehen. Ich dachte auch, es würde länger dauern und der Heißhunger wäre heftiger, aber ich bin zum Glück verschont worden, vielleicht weil ich mich diesmal mental völlig anders darauf vorbereitet habe. Es ist eben eine ganzheitliche Katharsis mit vielfältigen Musterveränderungen.

Was ich so gegessen habe:
Morgens fettarmen Frucht-Joghurt mit Kölln Instantflocken (schmeckt gut und hat Ballaststoffe)
Zwischendurch ständig Obst und Rohkost
Mittags gab es Spaghetti mit Tomatensoße, Gemüsesuppe mit Kartoffeln, Putenfleisch, Spinat und viel Gemüse
Abends esse ich zwei Schwarzbrote mit magerem Schinken und 1-2 Eiern plus viel Tomate und Paprika
Zum snacken auf der Couch gibt es viel Obst. Da ich tagsüber viel “gespart habe”, gönne ich mir abends auch 50g meiner Lieblingschips und 1-2 Dickmanns.

Und soll ich euch was sagen? Ich bin danach mittlerweile einfach satt. Ein Gefühl, das ich zm Schlus fast gar nicht mehr kannte. Ich fühl mich jetzt schon leichter und agiler und nicht permanent von Fett und Überfraß geplättet.

Ansonsten versuche ich sehr bewusst und langsam zu essen. Das funktioniert bis jetzt ganz gut. Auch trinke ich bestimmt drei oder viermal so viel Wasser wie sonst. Selbst ein whiskeytriefender Pokerabend war in der Woche möglich. Dort wurde um mich herum zwar ordentlich Flips, Chips und Nüsschen gefuttert, aber Radulf kann sicherlich bezeugen, dass ich davon nix angerührt habe. Es ist mir meistens aber auch nicht wirklich schwer gefallen.

Also ich bin sehr zufrieden von der ersten Woche. Ich muss dazu sagen, dass es ohne die Unterstützung meiner Frau nicht funktionieren würde, weil man sich natürlich intensiv austauscht und sich gegenseitig unterstützt. Wenn einer das auch nur passiv boykottieren würde, so wäre das Vorhaben sowieso gescheitert. So und nun ess ich Obstsalat. Bis nächste Woche dann.

2. Jan 2009

deprogrammierung I

In den 60er Jahren gab es zahlreiche Psychologen und allgemein Wissenschaftler, die davon ausgingen, dass der Mensch im Grunde genommen nichts anderes sei als ein großer und komplexer Biocomputer. Vielleicht nicht ganz so rigide, wie es der Evolutionsbiologie Richard Dawkins sieht, nämlich Menschen als reine Überlebensmaschinen für Gene und Meme. Viele sind und waren eher der Auffassung, dass man sowohl Maschine, als auch Programmierer der eigenen Maschine sein kann. Genau das würde uns Menschen auszeichnen. Irgendwie schafften wir es in die Metaprogrammierungsebene zu gelangen, wo wir den Computer neue Abläufe beibringen (Lernen) oder Programme verbessern oder verändern können (Verhaltenstherapie). Unser Computer arbeitet, wenn er auf Automatik steht, im Imitationsmodus, d.h. er lernt durch das Verhalten und die Kommunikation der anderen Computereinheiten in seiner unmittelbaren Umgebung. Die Metaprogrammierung wiederum, also die Bewusstmachung der eigenen Verhaltensmuster und das Bestreben nach Veränderung dieser “Programmschleifen”, erfolgt aus dem eigenen Selbst. Somit gilt tatsächlich das abgedroschene Sprichwort “Jeder ist seines Glückes Schmid”. Wir haben es in der Hand, jedenfalls mit bestimmten Techniken. Im Automatikmodus sind wir dann mehr oder weniger determiniert und arbeiten “normal” - wir funktionieren.

Das alles finde ich höchst spannend und es hilft mir derzeit dabei, meine Ernährungsprogrammierung zu verändern. Ich analysiere mein bisheriges Essverhalten, forsche nach möglichen Gründen und versuche dann ganz bewusst entgegenzusteuern, solange, bis dies in den Automatikmodus übergeht. Nur so ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung m.E. überhaupt möglich. Diäten helfen kurzfristig Gewicht zu verlieren, sie bekämpfen für einige Zeit das Symptom, aber das Essverhalten bleibt gleich. Der Jojo-Effekt ist auf eine steigende Frustration zurückzuführen, die sich dann irgendwann wieder im Nachholfressen entläd.

Gestern habe ich also begonnen mit der Deprogrammierung. Es sieht wie folgt aus:

- Ich war bisher ein Schlinger. Das habe ich von meiner Familie gelernt. Ich zwinge mich nun, langsamer zu essen (gar nicht so einfach)

- Ich war ein Resteverputzer. Das Programm “Erst den Teller leer essen” hat sich bei mir so eingeschliffen, dass ich Essensreste nicht ertragen kann oder nur ungerne wegwerfe. Ich habe sie wie mein großes Vorbild damals (Großvater) immer selbst verputzt.

- Ich war ein Kind der Kompanieküche. Wie oft hörte ich den Spruch “Du hast ja für eine ganze Kompanie gekocht”. Essen galt als Liebesbeweis “Ich kümmer mich um euch, indem ich euch viel und gut koche” und als Symbol des Friedens und Glück (ich bin viel bei meinen Großeltern aufgewachsen, die dahingehend vom Krieg beeinflusst waren.) Jedenfalls große Portionen in Kombination mit “Teller leer essen” ist ein fettiger Sprengstoff.

- Wenigtrinker. Ich trinke bisher sehr wenig Wasser. Es kann durchaus vorkommen, dass der Körper Durst mit Hunger verwechselt und so bei Trinkbedarf auf die Flüssigkeit in der Nahrung zurückgreift. Daher versuche ich bei Hungergefühlen zu allererst zu trinken, dann zu essen.

- Fettgeschmack. Ich weiss noch nicht genau warum, aber scheinbar gibt es in mir ein Programm, dass ständig behauptet, dass fettige und süße Sachen besser schmecken, als Gemüse oder leichte Kost. Das darauffolgende extrem unangenehme Gefühl des “Platzens” habe ich stets ignoriert. Jetzt merke ich, dass ich nach dem Essen fitter bin. Ich versuche mir diesen Zustand dauerhaft zu verinnerlichen und bei Ausrutschern ins Fettland, werde ich mir den anschließenden Schmerzzustand stärker verinnerlichen.

- Bewusster einkaufen. Wenn man mit Hunger einkauft, so endet das Fatal. Es wird nicht nur der Einkaufswagen voller, man greift auch oft zu den größten und fettigsten Schleckereien. Ich achte nun auf Nährwertangaben und überlege mir vorher genau, was ich denn heute essen möchte. Spontane Essensentscheidungen gehen bei mir in die Hose. Planung ist also erstrebenswert.

- Essen einteilen. Ich mache sowas wie Weight Watchers, also das Zählen von einer ganz bestimmten Menge an Fett und Kalorien, die man am Tag zu sich nehmen darf. Dabei kann man eigentlich essen was man will, nur muss man selbst entscheiden, wieviel von was man isst. Was sich lohnt, was satt macht und gut schmeckt. Auch muss man sich Kalorien für ein Bierchen am Abend oder ein Schüsselchen Chips aufsparen. Ich mag das, weil es mir die Freiheit lässt zu essen was ich will, aber trotzdem darauf zu achten was und wieviel ich esse. Es zwingt mich also sanft zu einem Umdenken.

So sieht also meine derzeitige Deprogrammierung aus im Bezug auf Essen. Habt ihr euch schonmal erfolgreich umprogrammiert? Wenn ja, wie?

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Meine derzeitige Traumrolle

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