BREITENBACH


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10. Mär 2009

Deprogrammierung: Neid zu Gunst - Schritt 2

Nicht dass jetzt ein falscher Eindruck entstanden ist, ich bin sicherlich nicht vom Neid zerfressen, ich will nur weiter an meinem Umgang mit Neid weiterarbeiten. Übrigens war sicherlich die Abkehr des reinen Motzbloggerdaseins ein wichtiger Schritt, um aus meiner Neidfalle herauszukommen, wobei nicht jeder kritische vergangene Eintrag von Neid motiviert war (sowieso alles subjektives Empfinden).

Bei Schritt 1 habe ich ja hier erläutert, stärker darauf zu achten, welche Emotionen gerade bei einem selbst hochkochen und welche Gründe das sein könnten. Das heißt natürlich auch nicht, dass ich jetzt gar keine Dinge kritisieren werde, ich siebe einfach nur besser aus und konzentriere mich entweder auf konstruktive Kritik, indem ich parallel Verbesserungsvorschläge mache oder ich lasse die Kritik komplett weg, wenn ich merke, dass ich damit sowieso nichts verändern kann.

Mein wichtigstes Mantra, ist mir dauernd bewusst zu machen, dass ich unfreiwillig zu jeder Zeit als Vorbild agiere. Jeder Mensch ist eine Imitationsvorlage. Ganz egal ob es die Kinder, die Kollegen oder ein großes Publikum ist. Das eigene Verhalten färbt immer ab. Wenn ich also ein Interesse daran habe, den Neid in der Welt zu verkleinern, so kann ich nur bei mir selbst beginnen und das führt mich zu Schritt 2.

Schritt 2 besteht eigentlich nur aus Fragen, die man sich selbst stellen kann, sobald man merkt “Aha, jetzt motze ich aus Neid”. Also das wäre zum Beispiel sowas wie:

- Gönnst du demjenigen das jetzt nur nicht, weil du es selbst nicht haben kannst oder weil du den Menschen aus deinen bisherigen Vorurteilen und Projektionen unsympathisch findest?

- Du kannst es also nicht haben, aber was kannst du tun, damit du es selbst bekommst?

- Ist Mißgunst wirklich eine gute Methode um es wirklich zu erhalten?

- Wieviel Zeit und Energie müsstest du investieren, um das Ziel zu erreichen?

- Lohnt es sich tatsächlich diese Zeit/Energie für dieses Ziel aufzuwenden?

- Lohnt es sich überhaupt Zeit/Energie in geifernde Missgunst zu investieren?

- Ist das Begehren nach diesen Überlegungen immer noch so groß wie am Anfang?

- Kannst du dir vorstellen, dass die Erfüllung des Wunsches auch Nachteile haben könnte?

- Willst du wirklich mit der beneideten Person tauschen?

- Wenn du die Zeit/Energie aufgebracht hast, wie würdest du dich fühlen, wenn dir dein Mißgunst begegnet?

- Was würde dir passieren, wenn du es demjenigen einfach gönnen würdest?

- Wie fühlst du dich, wenn dir Menschen etwas gönnen?

Allein diese Reflektion bricht das alte automatische Verhaltensmuster “Neidreaktion”. Das macht man wiederum so lang bis dieser Ablauf selbst zum automatischen Verhaltensmuster wird. Irgendwann reduziert sich der Ärger also von ganz alleine. Weniger Ärger bedeutet weniger Stress, bedeutet gesünderes Leben, bedeutet mehr Glück. Könnte sich also lohnen.

Besonders schwierig ist das Thema natürlich auch, weil viele Menschen in unserem Kulturkreis ein merkwürdiges Verhältnis zu Lob haben. Das heißt, der 3. Schritt würde so aussehen, dass man lernt, wie man Lob “richtig” sendet und empfängt. Das dann beim nächsten Mal.

9. Mär 2009

Deprogrammierung: Neid zu Gunst - Schritt 1

Neid ist ganz schlimm. Neid zerfrisst im wahrsten Sinne des Wortes und führt selten zu etwas sinnvollem, es sei denn man versucht Neid in einen anderen Kontext zu setzen, bzw. ihn aktiv zu benutzen. Ich bin/war ein sehr neidischer Mensch. Das dürfte mich in diesem Lande, welches als eine der neidischsten Nationen auf der Welt gilt, nicht unbedingt zu etwas besonderen machen, aber allein die Tatsache, dass ich mich selbst als neidisch erkenne, hilft mir persönlich schon einmal unheimlich weiter. Ich möchte also ähnlich wie bei meiner Ernährung, den Neid-Kreislauf, mein persönliches Neid-Programm verändern bzw. deprogrammieren. Das tue ich aus zwei Gründen: Erstens, weil ich dadurch glücklicher leben werde, ganz einfach weil so viel unnötiger Ärger = Stress einfach mal komplett wegfällt und zweitens weil ich Vorbild sein möchte und ich natürlich nicht möchte, dass man mich mit denselben neidischen Sanktionen belegt. Neid lehrt Neid. Neid schließt - Gunst öffnet.

Wohlgemerkt will ich meine Einstellung zu Neid verändern und nicht abschaffen oder gar ausmerzen. Das wird nicht funktionieren und Frust wird umgehend vorprogrammiert sein und Frust ist wiederum ein wunderbarer Treibstoff für neue Neidgefühle. Ich möchte also lernen (bzw. ich stecke schon mittendrin, aber es war mir nur nie so bewusst) den Neid frühzeitig bei mir zu erkennen und ihm einen Platz zu schenken, an dem er mir und meiner Umgebung den geringsten Schaden zufügen kann. Es ist ein Prozess und ich bitte es immer als solchen zu erkennen, denn niemand kann von heute auf morgen seine inneren Schalter umkippen (Falls es doch jemand kann, bitte mir mitteilen wie das funktioniert).

Dazu habe ich mit einer sehr einfachen Übung begonnen. Immer wenn ich mich über jemanden aufrege, halte ich kurz inne und stelle mir die Frage, ob mein Aufregen mit meinem persönlichen Neidgefühl zu tun haben könnte. Das ist relativ einfach zu analysieren, weil es meist eine emotionale Reaktion auf eine Erfolgsmeldung ist. Natürlich versucht mein Neidprogramm diese Erfolgsmeldung umgehend als Nichterfolg zu rekonstruieren. So schnell konnte ich manchmal gar nicht denken. Ich beginne plötzlich damit, Argumente zu finden, warum dieser Erfolg aus meiner Sicht gar kein Erfolg sein kann. Also absolut verrückt. Daher Ruhe bewahren. Durchatmen. In Ruhe den Anlass der Aufregung anschauen und sich die Frage stellen, warum man jetzt diesen Erfolg nicht einfach gönnen kann?! Liegt es wirklich am anderen? Liegt es nicht eher daran, dass ich gerade schlecht drauf bin, unter Druck stehe oder selbst verzweifelt auf der Suche nach Erfolgserlebnissen bin?

Schritt 1 bedeutet also den Neid als solchen zu enttarnen, denn meistens sind diese Erfolgsmeldungen ja aus Themengebieten, in denen ich selbst gerne erfolgreich sein möchte.

Zu Schritt 2 nämlich wie man Neid in Gunst verwandelt, schreibe ich beim nächsten Mal mehr.

23. Feb 2009

Fett-Weg-Deprogrammierung: Der Zwischenstand

Es gibt also definitiv was zu feiern. Lasst uns mit stillem Wässercken anstoßen!

Hier gehts zu den restlichen Artikeln:
Fette Vorsätze
Fett-Weg-Deprogrammierung
Fett-Weg-Deprogrammierung I
Fett-Weg-Deprogrammierung II
Fett-Weg-Deprogrammierung III
Fett-Weg-Deprogrammierung IV

2. Feb 2009

Fett-Deprogrammierung Woche 4

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Die 4. Woche ist geschafft! Den Wiegetag habe ich diesmal um einig Tage verschoben. 109,2 kg (macht dann minus 1,8 kg). Trotz der paar Tage Verschiebung ein gigantischer Erfolg. Ich kann es kaum glauben, dass es so zügig voran geht. Die “Deprogrammierung ist bisher ein großer Erfolg, ganz einfach weil sich mein Verhalten nahezu komplett automatisiert hat. Ich überlege nun dreimal ob sich dieses Essen, jene Süßigkeit oder diese angebliche Köstlichkeit wirklich lohnt. Ich lerne, dass Gemüse und Obst keine Qual sein muss. Ich lerne mit zwei Scheiben Brot am Abend locker satt zu werden. Ich lerne, dass man am Wochenende sich mal richtig was gönnen kann und man es umso mehr genießen kann. Ich liebe diese Umstellung. Weiter gehts.

22. Jan 2009

Fett-Deprogrammierung Woche 3

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Die 3. Woche ist geschafft!
Heute ist Wiegetag. 111 kg (macht dann wieder minus 1,4 kg) zeigt mir die Digitalwaage im Bad. Großartig!

Und dass, obwohl ich große Herausforderungen zu meistern hatte. Zum einen musste ich Brown in München dabei zusehen, wie er einen unglaublich gigantischen Cheeseburger (nicht der Burgershit aus der Kette) verputzte.

brown

Zum anderen war ich Gast im schwarzen Hahn, welcher sehr aufreizend mit all seinen leckeren Biersorten warb.

hahn

Trotzdem habe ich es - ganz ohne seelische Schmerzen - geschafft, den Verzückungen zu widerstehen. Hab zwar ordentlich Bier getrunken dafür aber Pasta mit Gemüse, statt fettigen Pommes mit Fleischbergen, verspeist. Auch wenn ich mir öfters am Abend die Häme von Marcus “Ich fress und sauf wie ein Schwein und wiege trotzdem nur 30 kg” Brown anhören musste, so bin ich sehr sehr stolz auf die erneute unglaublich schnelle Gewichtabnahme. Aber man sieht, der Trend geht langsam runter. Es wird langsamer. Dennoch bin ich mehr als zufrieden und sehr zuversichtlich. Weiter gehts.

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Meine derzeitige Traumrolle

Ich an der Karlshochschule

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