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Ab und zu mache ich hier eine Audiokolumne:



DailyCoffeeBreak Podcast
8. Sep 2011

Die beste Social Media Strategie ist die, bei der man selbst keine Social Media Tools bedienen muss.

Die Geschichte von Social Media ist eine Geschichte voller Mißverständnisse.

Die meisten verwechseln Social Media Management mit der Bedienung von klassischen Push-Vertriebstools, also weiteren medialen Plakatwänden, pflasterbar mit kreischender Werbung und penetrierenden Corporate Messages. Dabei könnte Social Media viel mehr – wenn die Unternehmen denn wollen würden.

Bei Social Media geht es in erster Linie eben nicht darum zu verstehen wie man Facebook oder Twitter eigentlich bedient und wie man möglichst viele Fans und Follower in allerkürzester Zeit zusammenklaubt um sie mit langweiligen Unternehmensinfos zu berieseln. Es geht viel mehr darum tagtäglich zu überlegen welche Geschichten, Angebote, Produkte, Bilder, Events, Nachrichten und Menschen so spannend sind, dass andere Menschen diese digital (und natürlich analog) weiterverbreiten – sie also so involvierend und einnehmend sind, dass Menschen freiwillig und langfristig darüber sprechen. Gutes Social Media Marketing kann also auch tatsächlich ohne die eigenständige Bedienung von Social Media Kanälen stattfinden. Es orientiert sich grundsätzlich immer an den Prinzipien der Mundpropaganda.

Bei der allseits gefürchteten Budgetfrage aus dem Marketingetat eines Unternehmens für das Thema Social Media gibt es im Grunde genommen nur eine sinnvolle Antwort: JEDER Cent, den das Unternehmen in gute, differenzierende Geschichten, guten Content, Produktoptimierung oder gar neue ergänzende Produkte und Serviceleistungen steckt ist auch ein gut investierter Cent in Social Media, ja DIESER Cent zahlt sogar doppelt und dreifach ein: Auf die Marke, auf PR, auf Kundenzufriedenheit bzw. -begeisterung und damit eben auch immer automatisch auf Social Media.

Ein weiteres ganz gutes Beispiel ist diese Konzeptidee von Studenten der Miami Ad School für Vodafone.

Darin kann man deutlich erkennen, dass sich der Nachwuchs nicht nur intensive Gedanken um eine Lebenswelt (Community) als Teil der potenziellen Vodafone-Kunden gemacht haben sondern eben auch hart daran gearbeitet haben wie man die Marke und die Produkte von Vodafone für diese Lebenswelt so positioniert, dass sie hochattraktiv und damit eben auch im jeweiligen Freundschaftsnetzwerk “weitererzählbar” werden.

An der Stelle komme ich nicht drum herum mal wieder auf Marcus Brown (Head of Social Media bei Booming) E-Book “Content will kill your ad agency” zu verweisen. Marcus schreibt u.a. darin:

The kind of content that will kill your agency is briefless content. It will kill your agency because nobody is telling you what to do and you won’t have a mandate to do it. You will have to work it all out for yourselves. It will kill your agency because it will be bespoke, unique and without comparison. You will have to fight harder for it, harder than you fight for stuff now. It will kill your agency because it’s not advertising, at least not as we know it today. (…) Content could be anything; a book, a story, a game, a film, a painting, a song, a band, a poem, a television show, a web site, a blog, a concert, a piece of design, a chair, a house, a building, a home, and it could also be a business.

Content ist also mehr als reines textuelles, SEO-optimiertes Verkaufs-BlahBlah. Content sind Inhalte, die es auch wert sind, dass man über sie spricht. Content ist Gesprächsstoff, der sich einfach weiterverbreiten muss. Ohne solchen attraktiven Content, ohne diese besonderen Anlässe, wird eine Social Media Strategie weder effizient noch erfolgreich sein. Ich würde sogar noch weiter gehen: Die beste Social Media Strategie ist die, bei der man noch nicht einmal mehr selbst Social Media Kanäle befüllen muss, sondern das andere freiwillig für mich tun (siehe Apple). Dafür muss man “lediglich” die geeigneten Inhalte und Angebote erschaffen.

  • http://twitter.com/MarNeu Markus Neubert

    Sehr schöner Beitrag. Doch bis Unternehmen den Wert von
    Inhalten/Content, der eben nicht klassische Reklame ist, erkennen, wird
    es dauern.  Vor allem bei vielen Mittelständlern, die über keine eigene
    Kommunikationsabteilung verfügen, herrscht eher die Kommunikationsidee
    des “Kauf mich” vor. Der Gedanke das Inhalte rund um das Unternehmen
    aufbereitet werden können und müssen, scheint noch sehr exotisch, weil
    die direkte gedankliche Verbindung von aufbereiteten indirekten Inhalten
    zum direkten Verkaufen fehlt. Zumal das Planen und Aufbereiten von
    Inhalten Zeit und Geld kostet. Mehr Zeit zumindest als “Unsere neusten
    Angebote”-Statusupdates. Social Media wollen und machen in der Hinischt
    viele Unternehmen. Doch eine Grundvoraussetzung, die eigentlich vor
    allen anderen steht, fehlt mir häufig: Der Wille zu Kommunikation. Ein
    bisschen Social Media geht halte nicht. Oder bin ich da zu puretanisch?

  • Patrick Breitenbach

    Es gibt dazu einfach keine Benchmarks Markus und das bedeutet, dass die Manager das nicht freigeben werden nach dem Motto “Was der Bauer nicht kennt …”

    Wenn ich nach dem ROI gefragt werde kann ich auch nur die Schultern zucken, weil es keine vergleichbaren Erfahrungswerte gibt. Fakt dürte aber sein dass Unternehmen die ein hohes Vertrauen genießen oder über die man oft begeistert spricht sicherlich mehr verkaufen werden als Unternehmen die ihre Produkte wie Sauerbier feilbieten müssen. Das kostet im Übrigen auch richtig viel Geld, nur das kennt der Manager halt und weiß worauf er sich einlässt.

    Ich bin mir aber sicher das das Umdenken längst stattfindet und die ersten werden die ersten sein ;-)

  • http://www.seitennews.de/2011/09/die-beste-social-media-strategie-ist-die-bei-der-man-selbst-keine/ Seiten News Blog » Die beste Social Media Strategie ist die, bei der man selbst keine …

    [...] Die beste Social Media Strategie ist die, bei der man selbst keine … Es geht viel mehr darum tagtäglich zu überlegen welche Geschichten, Angebote, Produkte, Bilder, Events, Nachrichten und Menschen so spannend sind, dass andere Menschen diese digital (und natürlich analog) weiterverbreiten – sie also … http://brainblogger.de/ — Thu, 08 Sep 2011 03:25:25 -0700 [...]

  • http://twitter.com/MarNeu Markus Neubert

    Die ersten werden die ersten sein, gefällt mir. Und wenn die letzten kommen, reden wir schon wieder über etwas ganz anderes – so schnell wie sich die Entwicklung gerade drehen.

  • http://twitter.com/VioWorld VioWorld Team

    Es gibt wenig Marketingkampagnen, die mich begeistern, aber die Vodaphone-Idee ist genial!

  • Vroni Gräbel

    “… als Unternehmen die ihre Produkte wie Sauerbier feilbieten müssen. Das kostet im Übrigen auch richtig viel Geld, …”

    Das ist eine tiefe Wahrheit, die viel zu selten gesagt wird.
    Mein damaliger Chef, Typ Werbe-Urgestein, sagte seinerzeit sehr oft (und nicht nur zu uns, sondern offen zu unseren Werbekunden):

    “Wer nichts zu sagen hat, muss richtig viel Geld mitbringen.”

    Und dann trennte sich die Spreu vom Weizen. Es gab anschließend die, die sofort verstanden, dass damit die Korrelation zwischen ihren Nichtaussagen und ihren Werbespendings gemeint ist. Und die, die den Satz noch mehr erklärt kriegen müssen und dann immer noch nicht recht verstanden. Zu der Zeit waren die kleineren Firmen die im Kopf Beweglicheren …

    Vielleicht fehlen heute einfach die Urgesteine in den Agenturen, die ihren Werbekunden unbequeme Wahrheiten vermitteln können. Er war eine wilder Uhu und es war nicht einfach, unter ihm zu arbeiten. Aber er war nicht nur Despot intern, er hatte auch Eier gegenüber draußen.Viele heute regieren intern zwar wie Dschingis Khan, haben gegenüber ihren Werbekunden so wenig Mumm wie diese gehaltvolle Aussagen.

  • http://www.ennomane.de/2011/09/11/links-der-woche-82/ die ennomane » Blog Archive » Links der Woche

    [...] Die beste Social Media Strategie ist die, bei der man selbst keine Social Media Tools bedienen muss.: [...]

  • http://www.jawl.net/links-for-2011-09-11/2011-09-12/ links for 2011-09-11 « just another weblog :: fine bloggin' since 2001

    [...] (Brainblogger:) Die beste Social Media Strategie ist die, bei der man selbst keine Social Media Tool… Bei Social Media geht es in erster Linie eben nicht darum zu verstehen wie man Facebook oder Twitter eigentlich bedient und wie man möglichst viele Fans und Follower in allerkürzester Zeit zusammenklaubt um sie mit langweiligen Unternehmensinfos zu berieseln. Es geht viel mehr darum tagtäglich zu überlegen welche Geschichten, Angebote, Produkte, Bilder, Events, Nachrichten und Menschen so spannend sind, dass andere Menschen diese digital (und natürlich analog) weiterverbreiten – sie also so involvierend und einnehmend sind, dass Menschen freiwillig und langfristig darüber sprechen. (tags: twitthis ev cfischercom) [...]

  • http://www.facebook.com/ira.reckenthaeler Ira Reckenthäler

    AMEN!!

  • http://totterturm-pr.de/2011/09/14/storytelling-vom-geschichtenerzahlen-in-der-unternehmenskommunikation/ Totterturm » Blog Archive » Storytelling – Vom Geschichtenerzählen in der Unternehmenskommunikation

    [...] Jedes Unternehmen hat Geschichten zu erzählen. Dabei ermöglichen es Social Media gerade kleinen Unternehmen, dies auch zu tun. Social Media macht die Unternehmen zu ihren eigenen Verlegern, ohne dass sie durch das Nadelöhr der Journalisten oder einen aufwendigen Gestaltungs- und Druckprozess bei der Publikation von Unternehmensmagazinen gehindert werden. Und dann kommt die häufig gestellte Frage: „Und was bringt mir das? Durch eine Geschichte verkaufe ich doch nicht eine Hose mehr“.  Gegenfrage: „Was bringt den Unternehmen ihr Corporate Design? Hat irgendjemand schon einmal gemessen, ob dadurch eine Hose mehr verkauft wird?“ Was das Corporate Design mit Bildern und Farben macht, das macht Storytelling mit Worten und Geschichten. Geschichten schaffen vertrauen, weil der Kunden und der Interessent weiß, mit wem er es zu tun hat. Sehr deutlich wird es wenn man sich einmal die Buzzwords „nachhaltig“, „innovativ“ und „kundenfreundlich“ nimmt. Kaum ein Unternehmen, das sich diese Begriffe nicht auf die Fahnen und in jeden Werbeträger schreibt. Bei Interessenten ruft das mittlerweile nur noch ein müdes Lächeln hervor, weil ebenso oft wie die Begriffe verwendet werden, die Inhalte zu den Begriffen fehlen. Was ist innovativ und warum ist das Unternehmen innovativ? Was heißt kundenfreundlich und wie setzt das Unternehmen das um? Jetzt kann ich als Unternehmen hingehen und behaupten: „Wir sind innovativ, weil wir beim XL5 die neue ZV8-Klappe integriert haben“ oder „Wir sind kundenfreundlich, weil wir 25 gut geschulte Servicemitarbeiter haben“. Ich kann aber auch hingehen und die Geschichte erzählen, wie die ZV8-Klappe entwickelt wurde, welche Schwierigkeiten beseitigt werden mussten und wie sie in der Praxis funktioniert. Oder, ich kann die Geschichte erzählen, wie die Mitarbeiter geschult werden, warum und wie sie ihre Schulungen in der Praxis einsetzen. Wenn man es geschickt anstellt, kann man sogar Kunden, die Erfahrungen, die sie mit dem neuen Service oder der ZV8-Klappe gemacht haben, entlocken, oder sie in den Prozess des Storytelling einbeziehen. Wie Patrick Breitenbach so schön schreibt: Die beste Social Media Strategie ist die, für die man selber keine Tools bedienen muss. [...]

  • http://kadekmedien.com/2011/09/19/die-horrormeldungen-zum-thema-social-media-roi-haufen-sich-in-nachster-zeit/ Die Horrormeldungen zum Thema Social Media ROI häufen sich in nächster Zeit | kadekmedien's Blog

    [...] müssen sich bei vielen die Strategie und mit ihr die Inhalte ändern. Und etwas mehr Geduld wäre ebenfalls angebracht, da sich ein positives Image, das sich aus [...]

  • http://www.tipblog.de/roi-im-social-web-mehr-mensch-im-social-media-marketing/ ROI im Social Web: Mehr Mensch im Social Media Marketing ? » Twitter, Social Media, Marketing, Facebook, Berater » Leben | Der gute Tip Blog Social Media und andere News

    [...] Breitenbach von brainblogger.de drückt es in diesem Artikel übrigens (wie ich finde sehr richtig) so aus: „Bei Social Media geht es in erster Linie eben [...]

  • http://www.mauricemorell.de/die-beste-social-media-strategie-ist-die-bei-der-man-selbst-keine-social-media-tools-bedienen-muss-2119.html “Die beste Social Media Strategie ist die, bei der man selbst keine Social Media Tools bedienen muss.” | Maurice Morell

    [...] Halbwahrheiten und fragwürdige Praxen rund um Social Marketing. Und er kommt auf den Punkt. Hier alles lesen.   « Was zu einer guten Geschichte gehört Bisher keine Kommentare Leserkommentare [...]

  • http://brainblogger.de/2011/09/der-facebook-exodus-kann-man-eigentlich-nicht-nicht-facebooken/ Der Facebook Exodus – kann man eigentlich nicht nicht facebooken? – Brainblogger – Denken, Zukunft, Gehirn, Kultur, Evolution

    [...] These lautet im übrigen: Social Media kann auch ohne eigene aktive Facebookpräsenz funktionieren. [...]

  • http://www.pro2koll.de/2011/10/01/bookmarks-vom-12-9-2011-bis-1-10-2011/ Bookmarks vom 12.9.2011 bis 1.10.2011 | Pro2koll.

    [...] liegt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – NetzweltiPhone fireflies 3 – YouTubeDie beste Social Media Strategie ist die, bei der man selbst keine Social Media Tools bedienen muss….Nielsen: Social Media Report Q3 2011How Delicious Can be Saved: Texas Chainsaw Massacre nicht mehr [...]

  • http://blog.ishp.de/featured/social-media-im-wandel-ist-das-glas-halbleer-oder-halbvoll/ Social Media im Wandel: Ist das Glas halbleer oder halbvoll?

    [...] Müdigkeit«, die anderen gehen von einem großen, dem »Social Media Hype« geschuldeten Missverständnis aus. Wolfgang Michal stellt auf Carta und ausführlicher in seinem Blog die Frage: »Burnout im [...]

  • http://www.andersdenken.at/social-media-marketing-crowdsourcing-island/ Wenn das Internet endlich wieder Internet heißt | anders|denken

    [...] Ich zitiere Patrick gerne in meinen Workshops, denn genauso ist es! [...]

  • http://akizlink.wordpress.com Alexander Kizlink

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