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Ab und zu mache ich hier eine Audiokolumne:



DailyCoffeeBreak Podcast
19. Aug 2010

Gedankenstream: Das Musik- + Film- + Journalismus- + Bücher- = Kulturflatrate-Prinzip

allyoucanread

Ich liebe Flatrates und “All You Can …” Angebote. Warum? Weil sie simpel sind und einem extremen Freiheitsraum lassen. Ich kann so viel von dem machen, was mir Spass macht und zahle dafür einen überschaubaren Festpreis. Ein festes Budget. Auf der anderen Seite erhält der Anbieter die Sicherheit, dass ich auch dann bezahle wenn ich nicht die ganze Zeit ununterbrochen dieses oder jenes tue. Auch er kann besser haushalten. Das Modell lässt sich – in meiner naiven Welt – theoretisch auf ALLES anwenden und man sollte es auch – ökonomisch gesehen – öfters mal wagen. Gerade im Zeitalter des Überangebotes und der vielfältigen Auswahl. Ich würde mir folgende Flatrates für alle Beteiligten dringend wünschen:

Musikflatrate – All you can hear
Ich stelle mir das so vor: Alle Musik der Welt wird auf EINER Plattform organisiert. Diese Plattform wird aus einer Stiftung/NPO heraus betrieben. (Von mir aus kann das auch die GEMA machen, die haben die größte Erfahrung in Punkteverteilung) Die Flatrategebühren landen demnach alle in einem großen Topf. Davon wird die Plattform betrieben, der weitaus größere Teil wird an die jeweiligen Künstler und dessen Management nach einem Punktesystem weitergereicht. Jeder Klick, jeder View, jeder “Hear” wird registriert, gespeichert und an den jeweiligen Künstler und dessen Managament in Form von Geld weitergereicht.

Ich wäre bereit für eine Flatrate, die mir jederzeit den Zugang zur gesamten Musik der Welt (also das was ich eh schon legal oder illegal momentan im Netz finde) garantiert, monatlich bis zu 40 EURO auszugeben. Gerne auch mit mindestens 24 Monate Laufzeit zur besseren Planungssicherheit. Ich will die Musik nämlich nicht besitzen, ich will sie lediglich hören – wann ich will, wo ich will und wie ich will. Meine 40 Euro monatlich entspricht in etwa der doppelten GEZ-Gebühr. Die Gesamteinnahmen der GEZ betrug beispielsweise 2009 satte 7,6 Mrd. Euro. Nochmal in Zahlen: 7.600.000.000 EURO!

Zum Vergleich: Der deutsche Gesamtumsatz der Musikindustrie betrug 2009 ca. 1,8 Mrd Euro. Eine Summe, die man prima aus einem Flatratetopf aufbringen könnte (nähme man den GEZ-Gebührentopf als Berechnungsgrundlage). Auch wäre die Summer der entgangenen Umsätze durch illegale Downloads mehr als kompensiert. Jedenfalls in meinem einfachen Denkmodell.

Filmflatrate – all you can see
Analog lässt sich das natürlich auch auf die Filmindustrie übertragen.Ich wäre bereit für eine Flatrate, die mir jederzeit alle Videos der Welt (also im gesamten Netz) garantiert, monatlich bis zu 40 EURO auszugeben. Gerne auch auf mindestens 24 Monate Laufzeit. Ich will die Filmprodukte nicht besitzen, ich will sie lediglich sehen – wann ich will, wo ich will und wie ich will. Nehmen wir wieder das GEZ-Beispiel, so hätten wir ca. 15 Mrd. Euro zur Verfügung, wenn wir 40 statt 20 EURO Gebühren zahlen würden.

Zum Vergleich, der deutsche Gesamtumsatz der Kinos betrug 2009 ca. 976,1 Mio. Euro. Dieses blieb unangetastet, da Kinos weiterhin einen Mehrwert bieten. Der deutsche Gesamtumsatz von DVDs lag 2009 bei 1,291 Milliarden Euro. Der von Pricewaterdingsbums geschätze Gesamtumsatz der deutschen Filmindustrie lag 2008 bei 2,4 Mrd. Euro.

Also würde auch die Filmindustrie von so einem Topf profitieren?

Journalismusflatrate – all you can get
Analog lässt sich das auch auf die Medienwelt übertragen.Ich wäre bereit für eine Flatrate, die mir jederzeit alle Berichte der Welt (also im gesamten Netz) garantiert, monatlich bis zu 40 EURO auszugeben. Gerne auch auf mindestens 24 Monate Laufzeit. Ich will die Beiträge nicht besitzen, ich will sie sehen – wann ich will, wo ich will und wie ich will. 7,6 Mrd. Wieder nehmen wir die doppelten GEZ-Erträge als Grundlage zur weiteren Überlegungen, also ca. 15 Mrd. Euro.

Der Gesamtumsatz der Zeitungsindustrie betrug in Deutschland 2009 ca. 8,46 Milliarden Euro. Lassen wir ein wenig das Papier weg (gut für unsere Wälder) oder besteuern es zusätzlich und beteiligen wir noch die gesamten Blogger und sonstigen Publizisten aus diesem Topf, ließe es sich damit doch wunderbar arbeiten, oder?

Bücherflatrate – all you can read
Analog lässt sich das auch auf die Buchindustrie übertragen. Ich wäre bereit für eine Flatrate, die mir jederzeit alle Bücher der Welt (also im gesamten Netz) garantiert, monatlich bis zu 40 EURO auszugeben. Gerne auch auf mindestens 24 Monate Laufzeit. Ich will die Bücher nicht besitzen, ich will sie lesen – wann ich will, wo ich will und wie ich will. Wieder nehmen wir die fiktiven 15 Mrd. doppelten GEZ-Einnahmen.

Der Gesamtumsatz des deutschen Buchhandels betrug 2009 ca. 9,7 Milliarden Euro. Auch das wäre also durchaus sinnvoll und machbar. Auch hier würde ich die Papierversion zusätzlich besteuern bzw. als Premiumangebote weiterhin anbieten, da somit wieder ein Besitz des Werkes möglich wäre.

Insgesamt käme ich dann auf einen monatlichen Betrag von 160,- Euro pro Haushalt (Eine Familie kann natürlich jeweils eine Flatrate gemeinsam nutzen) für das Thema Kultur. Zu viel? Zu wenig? Machbar oder nicht? Nun, da ich mir dadurch in Zukunft keinen Besitz von kulturellen Gütern mehr kaufen muss sondern lediglich für dessen Genuss bezahle, halte ich diese Summe für nicht all zu viel. Natürlich muss es subventionierte Staffelungen geben, die sich nach dem jeweiligen Einkommen richten. Jeder hat ein Recht auf Kultur.

Was würde passieren?
Man kann bei diesem Modell die Kulturprodukte nicht besitzen, man kann sie nur lesen, ansehen, anhören – so oft man will, wann man will, wie man will. Das Eigentum bleibt immer beim Urheber. Stirbt der Urheber, so werden seine Tantieme wieder in den Gesamttopf geworfen, für die Nachwuchskünstler. Der Urheber erhält die Einnahmen, die er aber natürlich auch an sein Management, Vertrieb etc. pp. weitergeben kann. Das Management kümmert sich um die Pflege der Fans, also dem Verkauf – wie bisher – nur dass man keine Zeit und Energie mehr in die Anti-Piraten-Kampagnen und Rechtsstreitigkeiten mehr stecken müsste. (Also bleibt auch die VErlagsstruktur weitgehend erhalten). Der Besitz von digitalem Kulturgut wird innerhalb dieses Modells komplett abgeschafft bzw. durch die Freigabe von allen Downloads überflüssig gemacht. Es spricht aber überhaupt nichts dagegen bestimmte Fanprodukte zu verkaufen, die dann auch in das Eigentum der Fans übergeht. Also DVD-Boxen, CDs, Merchandising, Bücher, gedruckte Zeitungen etc. pp. werden ganz normal weiterverkauft, aber vielleicht anders, vielleicht wertiger, verantwortungsvoller, schlichtweg ökonomischer.

Die direkte Vererbung von Tantiemen wird abgeschafft. Der Erlös aus Tantiemen von verstorbenen Künstlern fließt zu einem Teil direkt zurück in den Topf um präsente Künstler zu fördern. Der andere Teil geht an die Verwalter der Werke (Verlage). Alle noch laufenden Urheberrechte von Verstorbenen Künstlern bleiben auf Lebenszeit bei den jetzigen Urheberrechteinhabern. Danach wandern sie ebenfalls in den Pott oder unterliegen dem Verwaltungsmodell.

Mindesteinkommen und Ermäßigung
Unter einem bestimmten Mindesteinkommen wird die Flatratenutzung subventioniert. Kinder und Jugendlichen erhalten kostenlosen bis ermäßigten Zugang zu den Flatrates über das Elternhaus oder die jeweiligen Bildungseinrichtungen. Diese unterstehen der Aufsicht der Eltern oder des jeweiligen pädagogischen Personals. Die Eltern bestimmen ob Inhalte gesperrt werden oder nicht. Sie tragen auch die Verantwortung für den Konsum der entsprechenden Medieninhalte.

Keine Ahnung ob das wieder nur eine Milchmädchenrechnung von mir ist und ob ich wieder irgendwelche Hirngespinste aus dem Ärmel leihere. Aber irgendwie klingt diese “Wikipediasierung” für mich zu schön um wahr zu sein. Wenn wir bereit wären eine ordentliche Summe X pro Monat auszugeben (die wir ja eh für einige solcher Sachen investieren) könnten wir theoretisch der Kulturindustrie zu einem neuen Aufschwung verhelfen. Die einzigen die dagegen sein dürften sind die großen Verlage und Entertainmentgiganten. Sie meinen leider immer noch, dass ihnen jeweils ganz allein der größte Stück des Kuchens gehört. Sie sind der Ansicht, dass sie als Einzelkämpfer in Zukunft mehr verdienen würden, als mit diesem neuen Modell des Urheberrechts. Das ist extrem schade, denn für mich ist es offensichtlich, dass sich etwas tun muss und die Antwort kann nicht sein, den kostenfreien Konsum von Kulturgütern mit drakonischen Strafen zu belegen

Oder wo genau liegt mein Denkfehler? Ich freue mich auf eine lebhafte Diskussion!

  • http://magazine.magix.com Georg Krüger

    Trotzdem braucht es noch ander Preismodelle, denn ich möchte nicht eine Flatrate buchen müssen, wenn ich nur ein Buch lesen möchte und ich das vorher weiß.

    Monats- / Wochen- / und Tages- vielleicht sogar Stundenflatrates muss es dementsprechend auch geben. Weil: nicht jeder hat 40 Euro im Monat.

    Auch gut: Der Staat kann an Sozialschwacheren sozusagen Flattage für Kultur relativ bürokratielos anbieten. Alles online und so…

  • http://www.brainblogger.de Patrick Breitenbach

    Georg, das ist aber das Prinzip eines Solidarpaktes. Dann musst du dir das eine Buch im Handel kaufen.

    “Unter Mindesteinkommen” erhalten Subventionen oder gleich freien Zugang, der Rest der arbeitenden Bevölkerung hat dann auch 40 EURO im Monat übrig und muss entscheiden ob ihm das wert ist. Dieser Betrag ist meist auch für den Kauf von den beschriebenen Kulturgütern drin, nur haben sie dafür eben kein Besitz.

    Generell muss man aber auch nochmal überlegen, welche monatliche Summe angemessen ist. Vielleicht gibt es auch ein Modell bei dem die Monatsrate sinkt, je mehr Menschen sich beteiligen?

  • http://www.lonely-people-talk-a-lot.com Moritz

    Sorry, aber das ist totaler Quatsch. Wenn irgendjemand Flatrates für alles vergibt und dieses Geld an den Produzenten des kulturellen Inhalts weitergibt, kann er kontrollieren was publiziert wird. Somit verliert die Kultur ihre Freiheit. Ich bin gegen Flatrates und Kontrollle.

  • http://www.brainblogger.de Patrick Breitenbach

    @Moritz: Wieso das denn? Jeder Kulturschaffender, der seine Werke publiziert, meldet sich bei der Plattform an. Bekommt einen “I like” Button o.ä. und schwupps ist er drin im System. Der Rest läuft im Rechner. Es wird eben NICHT die GEMA oder Musikindustrie mehr sein, die HEUTE bestimmt, was produziert wird und was nicht.

    Für mich ist dieses System wesentlich freier im Vergleich zu heute.

    Verstehe den Einwand also nicht ganz, bitte genauer erläutern!

  • http://twitter.com/ramses101 ramses101

    Chapeau. Das dürfte das erste Mal sein, dass ich zum Thema Kulturflatrate wirklich Substanzielles lese. Ich glaube nicht, dass das eine Milchmädchenrechnung ist, auch wenn sich aus diesem groben Modell natürlich Probleme entwickeln. Zum Beispiel besteht die Gefahr, dass Kultur nur noch auf weltweite Massentauglichkeit getrimmt wird. Und auch die Verwaltung des Apparates dürfte einiges an Kopfzerbrechen verursachen.

    Trotzdem halte ich alles, was du schreibts, für richtig. Ich würde allerdings noch ein weiteres Element mit einbeziehen wollen, nämlich das Mäzenatentum. Deine Überlegungen beziehen sich ja hauptsächliche auf die “flüchtige” Kultur im Internet. Theater werden sich so aber nicht finanzieren lassen. Im Prinzip meine ich “Sponsoring”, denke da aber eher an eine Art Symbiose aus Wirtschaft und Kultur.

    In Hamburg gab es in sehr zentraler Lage mal eine Bücherhalle. Die wurde dicht gemacht und das wunderschöne Gebäude an einen Bulettenbräter vermietet. Das war der Sieg des Kommerzes über die Kultur. Mittlerweile zahlt Starbucks die Miete, was zunächst mal, abgesehen vom Geruch, nicht viel besser ist als Burger King. Der Witz ist aber, dass im Obergeschoss eine Art Kulturzentrum eingerichtet wurde, in dem z.B. Lesungen etc. stattfinden.

    Jetzt gibt es natürlich Stimmen, die das als Anbiederung und Vereinnahmung bezeichnen, ich glaube aber, dass daran kein Weg vorbei führt. Hab ich auch damals drüber was gebloggt: http://blindtextblog.blogspot.com/2009/09/wo-ich-irrte-und-wo-nicht.html

    Ein gutes Buch zum Thema ist übrigens auch “Das Kult-Buch: Glanz und Elend der Kommerzkultur” von Robert Misik.

  • http://www.brainblogger.de Patrick Breitenbach

    Danke ramses101,

    Das skizzierte Flatratemodell bezieht sich auf das reine digitale Leben. Reale Ausstellungen, Konzerte etc. pp. laufen da nicht drüber. Auch sehe ich das Mäzentum davon unberührt, denn das kann jeder Künstler nach wie vor so handhaben. Schließlich kann auch jeder danach noch zusätzlich Tonträger verkaufen. Kein Ding.

    Der Verwaltungsapparat ist in der Tat eine Herausforderung, aber dank neuer Technologie, ließe sich das heute jedenfalls besser realisieren, als vor einigen Jahren. Jedenfalls sollte man schonmal in die Richtung weiterarbeiten.

    Der Preis dafür wäre natürlich ein Stück Privatsphäre, d.h. es wird registriert, was ich wann abrufe. Diese Daten sollten demnach entsprechen sicher gehortet sein, aber bei einer Gesellschaft, die heute sowieso unbekümmert fleißig Facebook als profitorientiertes Unternehmen nutzt, mache ich mir da weniger Sorgen um Akzeptanz.

    Wichtig ist dass der Verwaltungsapparat Vertrauen genießt. Wie gesagt ich bevorzuge da das völlig transparente Stiftungsmodell(NPO).

    Danke für deinen ergänzenden Link. Das Starbucks-Beispiel zeigt deutlich auf, wer sich gegen so eine Flatrate sträuben wird: Diejenigen die heute über so viel Geldmittel verfügen, dass sie auch weiterhin den Markt beherrschen können (das gleiche bei Film- und Musikindustrie). Das sind dann auch solche Stimmen, die auf extreme Wirtschaftsliberalisierung pochen, weil sie dabei am allerwenigsten zu verlieren hätten.

  • http://www.lonely-people-talk-a-lot.com Moritz

    Hey Patrick,

    ich verweise auf folgende Artikel:
    http://netzwertig.com/2009/01/19/kulturflatrate-eine-schlechte-idee-die-sich-hartnaeckig-haelt/
    http://netzwertig.com/2008/06/18/warum-eine-kulturflatrate-desastroes-waere/
    dort wird zemlich viel von dem genannt, was ich auch hier anschreiben würde.
    Grundsätzlich sprichst du doch von “der Plattform” und “die Plattform” stellt eine Kontrollinstanz dar. Nur was genehm ist, wird publiziert. Denkst du Filme von Larry Clark (Kids) die sehr päderast sein können, würden dort veröffentlicht?

  • http://www.brainblogger.de Patrick Breitenbach

    Moritz,

    alles was auch derzeit legal über den Ladentisch kann man dort einstellen. Punkt. Es gibt keine Wächter, nur die Selbstkontrolle, die derzeit sowieso vorhanden ist. Ich wunder mich gerade dass du den Status Quo so verteidigst, da dieser eigentlich dem Prinzip widerspricht, den du einforderst. Große Filmstudios bestimmen welche Mainstreamfilme veröffentlicht werden und welche nicht usw.

    Vergütet werden alle Werke, die tatsächlich geklickt werden.

    Wer seine Werke außerhalb verkaufen will, kann das gerne weiterhin tun.

  • http://www.lonely-people-talk-a-lot.com Moritz

    Ich will den Status Quo nicht verteidigen, ich plädiere für die komplette Aufhebung des Urheber- und Patentrechts. Kulturgüter(ich meine im speziellen Musik, Film und Text) dürfen nicht auf Grund finanzieller Anreize entstehen. Und jegliches System zur Vergütung Kulturschaffender schafft diese finanziellen Anreize.

  • http://g33ky.de Dr. Azrael Tod

    Denkfehler: Ich will Bücher permanent bei mir zuhause stehen haben. Es gibt nichts schlimmeres (buchtechnisch) für mich, als wenn ich jemandem ein sehr gutes Buch empfehlen will das ich mal gelesen habe und ich keine Ahnung mehr habe wie der Titel lautete oder wer es geschrieben hat.
    Besser noch: ich will das Buch idealenfalls gleich zur Hand haben und demjenigen ausleihen können.

    Klar ist das Konzept einer Flatrate gut, wird sich aber einfach nicht durchsetzen lassen oder halt frühestens dann, wenn diese Artikel alle immateriell sind (sprich: E-Books).

    Ich sehe aber noch nicht dass sich das für die breite Masse durchsetzen wird. Dafür kenne ich zu viele Leute die gerne für einen Film ins Kino gehen, eine Schallplatten oder CD-Sammlung besitzen oder volle Bücherregale zuhause haben.
    In den meisten Städten gibt es ja bereits die Möglichkeit sehr billig bis kostenlos (in Dresden ist es eine vernachlässigbare Jahresgebühr von glaube 10€, in meiner Heimatstadt Zschopau ist es kostenlos) Bücher auszuleihen. Genau dafür gibt es öffentliche Bibliotheken. Bedeutet das jetzt dass keine Bücher mehr gekauft werden oder hatten Bibliotheken einfach noch nicht genug zeit um sich durchzusetzen?

    Die bereits genannte Verteilung ist ein weiteres Problem. Wer die Gelder verteilt, hat die Kontrolle darüber was produziert wird. Auch wenn diese Aufgabe in der Hand der Allgemeinheit liegt (erklär mal meinen Großeltern dass sie am Computer über sowas abstimmen sollen oder so), bedeutet das wirklich nicht dass das ein gutes Konzept ist. Nur weil es viele Konsumieren, ist es noch lange nicht gut. Das ist unter anderem einer der Gründe, warum die ÖR Rundfunkanstalten so organisiert sind, wie sie es sind. Um zu vermeiden dass wir nur Sender wie RTL2 haben und es alle auch noch toll finden.

  • http://brainblogger.de Patrick

    @Moritz: Meinen Beitrag wirklich gelesen? Da steht nix von Aufhebung des Urheberrechtes. Nur eine Modifizierung.

    @Dr. Azrael Tod:
    Das ist kein Denkfehler, denn Bücher kann man gleichzeitig immer noch in gedruckter Form kaufen. Mir gehts um eine Flatrate zur digitalen Ansicht. Das soll nichts ablösen sondern nur den Umgang mit immateriellen Gütern vereinfachen.

    Ich will auch nicht, dass die Leute nicht mehr ins Kino gehen oder keine Schallplatten mehr kaufen. Ganz im gegenteil. ich will nur nicht Menschen dazu ZWINGEN sich JEDE Schallplatte oder DVD kaufen zu müssen nur weil sie es einmal anhören wollen.

    Bei Bibliotheken ist die Verfügbarkeit das Problem. Die haben meist nur 1-2 Exe,plare, die dann halt mal wochenlang weg sind. Bei digitalen Kopien sieht das anders aus. Beliebig verleihbar und immer verfügbar.

    Zum Punkt der Verteilung: Es entscheiden ausschließlich die Nutzer der Werke über die Verteilung. Jeder Klick generiert ein Punkt, der nach einem bestimmten Schlüssel definiert wird. Die Verteilung läuft demnach hauptsächlich maschinell.

    Da es weiterhin Mäzentum und Spendenmöglichkeiten gibt werden auch Nicht-mainstream-Künstler (so wie heute im alten System, welches nicht gerade für sowas ausgerichtet ist) unterstützt. Außerdem haben Fans die Möglichkeit auch deren Werke immer wieder zu konsumieren um so die Punktzahl zu erhöhen.

    Wie gesagt, der heutige Status Quo ist nicht wirklich der Idealfall für Künstler, daher verstehe ich euer Argument bzgl. künstlerischer freiheit so gar nicht.

    Danke für die Diskussion!

  • http://mikelbower.de mikel

    das sind sehr klugen Gedanken, die ehren und sehnsüchtig machen, aber!

    Es wird nicht funktionieren, weil sich die Wölfe wie immer über die Schäfchen lustig machen und sie dann fressen.

    Ich kann mir keine Verwaltung vorstellen, die solche Flatrates verwaltet, ohne dass die Sonys und Bertelsmanns nicht den Rahm abschöpfen würden mit all der Unterstüzung von Springer und Konsorten. Und schlimmere Gestalten. Schon ‘mal den Paten gesehen?

    Näheres erledigt die Werbewirtschaft. Und die Tower in Frankfurt…

  • http://brainblogger.de Patrick

    @mikel: Viel schlimmer finde ich es, wenn die selbsternannten Schäfchen sich freiwillig in die Mäuler der zugeschriebenen Wölfe bewegen.

    So passiert in der Tat nix. Hab manchmal das Gefühl die Schäfchen gefallen sich selbst in ihrer Opferrolle und schieben die Verantwortung den Sündenböcken äh -wölfen zu. Mäh! Mäh! Mäh! ;-)

    Der Witz ist ja: Sony & Co werden weiterhin dadurch Geschäfte machen, jedenfalls mehr als wenn sie gar nix machen und jammernd daneben stehen und zuschauen wie alles den Bach runtergeht. Sie entledigen sich dem Problem der “Raubkopie” und sind nach wie vor für das Künstlermanagement zuständig.

  • http://mikelbower.de mikel

    Im Ernst, die Idee ist gut, aber ich kann mir die Verwaltung nur aus einer Kreuzung aus Gemma, VG Wort und GEZ vorstellen und das ist eine Horrorvorstellung. Solange mir niemand sagen kann, wie genau so etwas effizient, nachhaltig und gerecht verwaltet werden kann bin ich äußerst skeptisch. Vor allem glaube ich nicht an den Zahlungswillen der User, es sei denn es wird zu einer quasi Steuer, wie der GEZ.
    Die kaufmännische Ausarbeitung einer solchen “Behörde” wäre durchaus einer kreativen Diplomarbeit (oder wie das auch heute heißen mag) würdig…

  • http://www.lonely-people-talk-a-lot.com Moritz

    @Patrick: Nein, du sprichst nicht von der Neuregelung des Urheberrechts, wirfst mir aber vor, ich würde den Status Quo verteidigen. Meine Antwort darauf war: Nicht der Status Quo muss verteidigt werden, das Urheberrecht muss vollständig überdacht werden. Ich glaube nicht an Flatrates und die kontrollierte Vergabe von Inhalten gegen Bezahlung, ich möchte immaterielle Güter nutzen, kopieren, anpassen und verteilen können, ohne mir Gedanken über die Finanzierung zu machen. Flatrates mögen kurzfristig eine Lösung darstellen, langfristig muss Information frei für alle sein.

  • http://blindtextblog.blogspot.com ramses101

    @Moritz: Das ist doch der Blödsinn, den die Piratenpartei vertritt: Alles frei, alles immer, alles online. Und schön für lau, weil, Gedanken sind ja Allgemeingut. Dass die Produzenten der Inhalte auch Miete zahlen müssen, wird dabei einfach ignoriert.

  • http://brainblogger.de Patrick

    Auch wenn ich selbst den Freiheitsbegriff sehr schätze, so darf man nicht vergessen, dass die Menschen auch die Freiheit besitzen sollten, für ihre Werke bezahlt zu werden. Wenn jemand freiwillig Dinge kostenfrei ins Netz stellt, hey umso besser, aber wenn jemand hart für etwas arbeitet, hat er eben auch die Freiheit zu sagen, dass er dafür entlohnt werden möchte.

    Zum Thema der Anpassung, des Remixens, gebe ich Moritz zum Teil Recht, dennoch sollte der Urheber vergütet werden oder die Folgewerke und Hommages werden nicht entlohnt.

    Und nun Moritz, interessiert mich brennend dein Modell der Urheberrechte. Wie soll das denn genau aussehen?

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    So, ich geb jetzt auch mal meinen Senf dazu.

    @pedde: Also ich lese keine Fachbücher, sondern fast ausschließlich Romane, die ich mir als Taschenbuch kaufe. Durchschnittlich vielleicht zwei pro Monat, wenn es hochkommt.
    Macht 20 Euro. Die weitaus meisten verkaufe ich wieder gebraucht bei Amazon, da krieg ich ungefähr die Hälfte wieder. Macht 10 Euro. Warum sollte ich also 40 Euro für eine Flatrate bezahlen?

    Es gibt viele Menschen, die lesen GAR nicht oder eben nur die Bild-Zeitung. Es kommen also bei Büchern auf keinen Fall die 40 Millionen Leute/Haushalte zusammen, die die GEZ braucht, um ihre 8 Milliarden zu kriegen.

    Ein weiteres Problem bei Büchern: Liebesromane, die der Autor mal eben so hinschludert oder Bestseller, die in Riesenauflagen erscheinen und durch die schiere Masse Gewinn machen, sind nicht mit Fachbüchern zu vergleichen.
    Diese erscheinen in viel geringeren Auflagen, müssen exakt und genau geschrieben sein. Viel Arbeit, kleine Auflage ergibt astronomische Preise.
    Zur Zeit regeln das die Verlage selbst.

    Wer regelt es bei einer Flatrate? Wer sagt, welcher Klick/Download wieviel wert ist? Eine Riesenkommission aus Experten, die wiederum Geld kostet?

    Ähnliches gilt in meinem Fall für DVDs. Wir schauen ein wenig Fernsehen (für das wir übrigens jetzt schon an GEZ und an die Telekom zahlen, wir haben dieses T-Entertain, zusammen sind es schon 23€) und kaufen ab und an DVDs. Vielleicht nochmal für 20€ durchschnittlich im Monat. Das Zeugs verkaufen wir auch wieder gebraucht bei Amazon, holen die Hälfte wieder rein.

    Mehr würde ich also nicht zahlen wollen, hab gar keine Zeit und Lust noch mehr zu schauen.
    Und die GEZ existiert einfach, durch dein Flatrate-Modell würdest du die nicht abschaffen, man würde also doppelt zahlen.

    Zum Thema Journalismus: Guter Journalismus kostet Geld. Wer ständig kritisch berichtet, verliert Anzeigenkunden und darf nicht mehr umsonst mit Frau Merkel im Flugzeug mitfliegen, wenn es wieder mal irgendwo hingeht.
    Und die Menschen kaufen hauptsächlich die BILD und nicht die SZ oder FAZ. Guter Journalismus interessiert hauptsächlich die Eliten, die übrigen Deppen wollen lieber über Dieter Bohlen oder Promi-Tittenoperationen bescheid wissen.
    Bei einer Flatrate kriegt also BILD.DE wieder die Klicks, man müsste also festlegen, wieviel ein Klick bei verschiedenen Nachrichtenportalen wert ist.

    Für Musik gilt ähnliches.

    So.

    Zu deinem Papier-Spar-Gedanken. Wenn alle Hinzens und Kunzens dank einer Flatrate alles anhören, ansehen und lesen können, dann werden sie es auch tun. Dann lass uns mal ganz schnell ganz viele Serverfarmen aufstellen. Und gefühlte 10 neue Atomkraftwerke bauen, damit genug Strom für die ganzen Suchanfragen und Downloads bereitsteht. Nur damit Hinz und Kunz kurz reinhören und dann bei Nichtgefallen die nächste Suchanfrage starten.

    (Hier übernehme ich mal ohne selber nachzurechnen das hier: http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article3010760/Studie-warnt-vor-Googles-riesigem-Energiehunger.html)

    Und jetzt mal was ganz anderes: Es sind nicht alle so völlig auf das Internet fixiert wie du, Pedde.
    Ich liebe es, wenn das Amazonpäckchen kommt. Ich liebe es fast noch mehr, wenn es der Nachbar gekriegt hat und ich bei ihm klingeln muss. Ja, und dann isser nicht da und ich muss nochmal klingeln. Schöner geht Vorfreude nicht.

    Ich liebe es, wenn ich auf dem Flohmarkt ein olles nach Keller stinkendes Büchlein sehe, dass ich schon immer mal lesen wollte, und dann den MENSCHEN hinter seinem Tapeziertisch von 50 Cent auf 40 Cent runterhandle.
    Und schon habe ich ein bis zwei Wochen Flatrate gespart, denn für das Buch werde ich eine bis zwei Wochen brauchen.

    Was genau ist denn so schlimm daran, für Lesen/Hören/Sehen einfach den Preis zu zahlen, der dafür verlangt wird?

    Warum bist du so versessen auf diese seltsame Flatrate?

    @moritz: Geh zuhause und bleib da, Alter. Du hast nen Vollschatten.

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    @moritz: Sorry, das war wohl unfair. Ich sollte meinen Angriff wohl konkretisieren, damit du weißt, was ich meine.

    Oder noch besser: Ich mach dir einen Vorschlag. Setz dich doch mal ein Jahr hin und schreib ein Buch über deine Ansichten. Und ich werde dieses Buch dann nicht lesen und nicht dafür bezahlen, so wie alle anderen auch. Außer den Leuten natürlich, die deine Meinungen teilen. Die werden es lesen und nicht dafür bezahlen.

    Und JETZT geh zuhause und bleib da. Und schreib auch da ein Buch drüber.

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Aller guten Dinge sind drei.

    @pedde: Ich bin heute morgen eigentlich gut gelaunt und nüchtern. Aber bei dem Thema gehen mir wohl immer die Pferde durch….

    @moritz: nochmal sorry. bin in der regel ganz umgänglich. aber denk einfach mal drüber nach. es gibt im netz so vieles, was nette leute umsonst zur verfügung stellen. da muss man nicht auch noch den menschen, die davon leben müssen, ihr recht auf anständige bezahlung ihrer arbeit streitig machen. nur weil es bequemer ist und nichts kostet.

  • http://www.lonely-people-talk-a-lot.com Moritz

    Ich möchte eine Gegenfrage stellen.
    Was fällt euch zum Thema Kochrezepte ein?
    Nur weil ich auf Kochrezepte zurückgreifen kann und alles theoretisch selbst kochen könnte zahle ich im Restaurant für die Kunst des Koches einen höheren Preis als die reinen Zutaten.
    Ein ähnliches Konzept stelle ich mir im Zusammenhang mit den Produzenten immaterieller Güter vor. Ich zahle weiterhin für Konzerte, ich zahle für Lesetouren, ich zahle für Messen und Kongresse auf denen die Schaffenden von immateriellen Gütern auftreten. Einzig aus dem Grund, weil ich ihre Werke gut finde und die Personen dahinter entdecken will, ihre Fertigkeiten bewundern und ihnen bei der Arbeit über die Schulter schauen.
    Digital hin, digital her.

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Die Produzenten immaterieller Güter müssen diese Güter aber erstmal herstellen. Tonstudio, Kameras, Tontechniker, Kameraleute, blablabla.

    Das gibt es nicht für umme.

    Und sie MÜSSEN es herstellen. Denn wenn sie es nicht tun, führt das dazu, dass Menschen wie du auf gut Glück auf Konzerte gehen müssen. Und würdest du 40 Euro für ein Konzert ausgeben, ohne die Band oder die Musik zu kennen?

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Noch was:

    Ein Musiker hat 2 Jahre an seinem neuen Album gearbeitet. Hart gearbeitet. Das kostet viel Geld. Irgendjemand muss dafür bezahlen.

    Die Tournee fängt an. Alle Vorbereitungen sind getroffen. Hat auch viel Geld und Arbeit gekostet.

    Der Musiker wird krank, hat einen Unfall, was auch immer. Tournee platzt.

    Was ist dann? Pech gehabt? Dumm gelaufen? Selber schuld?

    Nur weil einige nicht anerkennen, dass Arbeit im Studio auch was wert ist?

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Und noch was, bin grad so schön in Fahrt:

    Es gibt Labels, die leben mittlerweile zum großen Teil von T-Shirt-Verkäufen.

    Nun ist ein T-Shirt erstmal öde ohne den entsprechenden Aufdruck. Wenn aber jeder alles nutzen, verteilen und kopieren darf, kann auch jeder T-Shirts mit allem drauf machen. Dann wird unter anderem diesen Labels noch mehr Wasser abgegraben. Super.

    “Was machst du so beruflich?”
    “Ich war selbstständiger Mikro-Musik-Produzent. Aber im Endeffekt habe ich nur T-Shirts verkauft. Dann kamen ein paar Leute, haben meine Designs geklaut bzw. rechtmäßig kopiert. Seit drei Jahren arbeite ich jetzt bei der Müllabfuhr. Die zahlen besser.”

    Toll!

    Und noch was:

    Wenn keiner mehr für Musik-CDs oder Downloads bezahlt, werden zwangsläufig entweder Konzerte noch teurer oder es bleibt weniger bei den Musikern hängen. So einfach ist das. Wahrscheinlich trifft sogar beides ein.

    Herrgott nochmal, woher nehmt ihr Piraten und “alles-gehört-allen-Denker” euch eigentlich das Recht heraus, den Wert der Arbeit und Kreativität anderer Menschen einfach mit Null gleichzusetzen?

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Stinksauer.

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Grad 50,- an Wikipedia gespendet. Immer noch stinksauer.

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Ich freu mich auch schon auf die Live-Aufführung der Herr-der-Ringe-Trilogie. Die touren ja bald mal wieder.
    Und nächsten Sommer soll ja “Lost” im Burggraben der Festung Marienberg aufgeführt werden. Dann brauch ich ja keine DVD kaufen.

  • http://www.brainblogger.de Patrick Breitenbach

    Muss dieser Flamewar eigentlich stattfinden wenn ich grad im Urlaub bin?

    Kauf und verkauf doch deine Bücher und kram bei Amazon aber heul mir dann bitte nie wieder die Ohren über die armen Künstler voll! ;)

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Ja, hast recht. Hab mich ja schon wieder beruhigt. Schulligung.

  • http://blindtextblog.blogspot.com ramses101

    @Radulf Rumpel: Ich bin ja zu 100% auf deiner Seite, was die Entlohnung der Künstler angeht, verstehe aber gerade vor dem Hintergrund deine Vorbehalte gegen die Flatrate nicht. Eine Flatrate würde ja nicht viel ändern – nur dass plötzlich auch mit dem Geld verdient wird, was jetzt noch unter Selbstbedienung fällt.

    Ich werde mir auch in 100 Jahren noch jede neue Depeche.Mode-Platte auf Vinyl kaufen. Ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind auf nächstes Jahr, wenn Roger Waters mit “The Wall” auf Tour geht. Wenn Max Goldt, Jakob Arjouni oder andere Lieblingsautoren neuen Stoff rausbringen, leg ich am Erscheinungstag 20 Euro fürs Hardcover auf den Tisch.

    Aber was ist denn falsch daran, zusätzlich (!) für einen permanenten Online-Zugriff zu sorgen und dafür Geld zu bezahlen? Es geht doch gar nicht um Entweder-Oder. Momentan muss ich meine Musiksammlung digitalisieren um sie immer dabei zu haben (ok, blip.fm gibt es, ist aber nur eine Notlösung) oder ich gebe partiell Geld bei iTunes aus. Mit Flatrate müsste ich all das nicht und die Künstler würden trotzdem Geld verdienen.

    @Moritz: Dein Kochrezeptvergleich überzeugt da leider nullinger. Um in den GEnuss des Essens zu kommen, MUSST du ins entsprechende Restaurant gehen. Das Rezept reicht nicht. Die Zutaten reichen nicht. Nicht mal 1:1-Bedingungen reichen, um das gleiche Ergebnis hinzubekommen.

    Kauf dir eine Gitarre, lad dir die Noten runter und dann versuch mal, den Eric Clapton zu geben.

    Was ist das für eine Arroganz, zu sagen, als Künstler müsse man sich jetzt gefälligst alternative Einnahmensmöglichkeiten suchen, weil Ihro Gnaden nicht mehr bereit ist, für den reinen Genuss zu bezahlen, den “Comfortably numb” etc. auf volle Pulle zuhause bereiten?

    Ich begreife das nicht. Der Kulturschaffende soll in Vorkasse treten? Mit welchem Recht verlangst du das? Ich weiß nicht, was du beruflich machst, aber wie würdest du denn reagieren, wenn dir irgendwelche Leute die Existenzgrundlage entziehen würden mit dem Einwurf, du könntest ja auch anders Geld verdienen?

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    @ramses:

    meiner meinung nach stimmt peddes preis nicht, das habe ich in meinem langen post versucht klarzumachen. das teil würde viel teurer. weil z.b. ich und viele andere nicht mal bereit sind, die 40,- zu bezahlen. d.h. wir fallen raus und machen weiterhin pay-per-piece-of-culture.

    die wenigen, die überhaupt eine flatrate wollen, müssen dann mehr bezahlen, damit die verschiedenen branchen noch ihren schnitt mit ihnen machen.

    wieviele leute wollen das dann noch? und wegen der paar hanseln, die es dann wollen, lohnt sich dann die riesenbehörde aus experten, sachbearbeitern, buchhaltern?

    und dein argument “Eine Flatrate würde ja nicht viel ändern – nur dass plötzlich auch mit dem Geld verdient wird, was jetzt noch unter Selbstbedienung fällt.” ist da die falsche denke. die selbstbedienung müsste natürlich abgeschafft werden, da stimmst du mir ja auch zu, wenn du sagst, du willst auch, dass die künstler angemessen entlohnt werden…..

  • http://blindtextblog.blogspot.com ramses101

    @Radulf: Die Verwaltung ist in der Tat ein Knackpunkt, allerdings she ich nicht, warum da eine “Riesenbehörde” notwendig sein muss. Es darf halt nicht von Deutschen organisiert werden ;-)

    40 Euro sind zu viel für den permanenten Zugriff auf jedes Stück Musik dieser Welt? Seh ich völlig anders, auch wenn ich meine Musik gerne zusätzlich auf Vinyl im Schrank stehen habe.

    40 Euro sind zu viel für den permanenten Zugriff auf jedes Buch dieser Welt? Sehe ich (zunächst) ähnlich, wenn ich meine Bücher eh nochmal “in echt” im Regal stehen haben will.

    Aber das muss doch jeder für sich entscheiden. Die Bücherflatrate würde ich also vermutlich nicht abonnieren, die Musikflatrate sofort. Nichts würde sich ändern und trotzdem würden alle gewinnen.

    Sorry, vielleicht bin ich wirklich blind, aber ich kann darin keinen Denkfehler erkennen, wenn man alles laufen lässt wie es ist und zusätzlich (!) die ja de facto existenten neuen Kanäle endlich auch monetär nutzbar macht.

  • http://radulf-rumpel.de Radulf Rumpel

    Ok. Ihr könnt zahlen, wieviel ihr wollt.

    Eigentlich passen Peddes Zahlen ja, er hat fett Luft nach oben gelassen, zumindest bei Musik und Film.
    Weiß nicht, wie es dann mit globaler Nutzung ausschaut, und mit den Ausnahmen von bestimmten Nichtzahlergruppen usw.

    Und ihr kriegt auch eure Riesenbehörde und eure Serverfarmen für den Traffic.

    Ich für meinen Teil habe zwei Ohren und zwei Augen, und die sind vollauf beschäftigt, auch ohne Flatrate.

    Haut rein, Jungs!

  • http://www.lonely-people-talk-a-lot.com/betaclub-no-1-die-zukunt-der-musik/ Betaclub no. 1: Die Zukunft der Musik | Lonely People Talk A Lot

    [...] ich kürzlich durch meine Kommentare auf einen Artikel zur Kulturflatrate fürchterlich verprügelt wurde gab es gestern zumindest die Bestätigung dahingehend, dass nicht nur Piraten oder räudige [...]