BREITENBACH


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Mein politisches Erwachen

Ich war mal ein sehr politisch interessierter und engagierter Mensch. Nicht zuletzt ist dies meinen Wurzeln zu verdanken. Also sozialdemokratisch geprägter Mensch mit familiären Strömungen in Richtung Arbeiterschicht, Sozialismus und Kommunismus war ich schon sehr früh Mitverfolger intensiver politischen Debatten, die meist schon am Frühstückstisch beim Lesen der Tageszeitung aufkeimten. Mein Opa - bei dem ich lange Zeit aufgewachsen bin - war Sozialdemokrat durch und durch - aber nicht das was wir heute in der SPD erleben, sondern eher der damalige Herbert Wehner Style. Seine (und das der restlichen Familie) flammende Begeisterung für Politik faszinierte mich und nahm mich schließlich mit ein. Ich hatte sachlich zwar überhaupt keine Ahnung, aber ich wusste irgendwie, dass es wichtig ist, für etwas einzustehen, für etwas zu kämpfen und vor allem es laut zu sagen, wenn man etwas nicht richtig findet. Das sind im Grunde genommen demokratische Grundwerte, die wir heute allerdings so bewusst gar nicht mehr wahrnehmen, was ja zuletzt sich wieder in der derzeitigen Zensurdiskussion rund um das unsägliche Internetgesetzt unumwunden zeigt.

Ich stand also auf, ich sagte was ich dachte und kassierte dabei natürlich immer auch Beulen (meist verbaler Art) und sonstige Rückschläge, ganz einfach weil mein Intellekt natürlich noch nicht all die grundlegenden Zusammenhänge der Menscheitsentwicklung, der Grundlagen politischer System und die grundlegenden Kommunikationsmechanismen von Menschen erkennen konnte. Aber dieses Feuer, dieses Interesse für die Belange vieler Menschen auf der ganzen Welt war wesentlich wichtiger, als das rethorische Jonglieren mit “harten Fakten” und cleveren Theorien. Das Feuer, genannt Engagement, oder der Wille die Welt mitzugestalten und zwar nicht nur nach ureigenen Interessen, sondern im Interesse aller. Im Interesse vergangener Freiheitskämpfer, gegenwärtigen Unterdrückten und zukünftigen Generationen. Dieses Gefühl war in mir schon lange vor den mystischen Erfahrungen zur Ganzheitlichkeit der Welt vorhanden. Die Suche nach dem Sinn des Lebens wird schwer, wenn man mitten in diesem Sinn steckt, nämlich die alten Erfahrungen, das alte Wissen, zu dekodieren um es in der jetzigen Gegenwart anzuwenden, dass zukünftige Generationen glücklicher, freier und zufriedener miteinander leben können. Die Vielfältigkeit von Lebensentwürfen und Meinungen zu bewahren, ohne sich gleich die Köppe einzuschlagen. Der Sinn des Lebens ist simpel: Wir werden geboren, dazu müssen wir Sex haben und dann sterben wir. Wir geben uns Erb- und Denkgut an die kommenden weiter. Wir leben alle irgendwie weiter, abseits unserer zum Teil groß gewachsenen Egos. Wer das nicht erkennt, kann niemals ein erfülltes und glückliches Leben leben, denn er wird immer unmenschlich viel Angst vor dem Sterben haben, denn er wird niemals sein Ego loslassen können.

Doch zurück zur Politik. Politik ist für mich ein Instrument um das gemeinsame Leben auf diesem Planeten in unserem Land in unseren Städten, Dörfern, Betrieben und Schulen zu organisieren und zu gestalten. Politik soll was mit “machen” zu tun haben. Ein nie endenwollender Prozess des Lehrens und Lernens. Politik sollte alles andere als starr sein, denn wenn Politik erstarrt ist sie bereits gestorben und für tote Dinge verwenden wir in der Regel nicht wirklich sehr viel Zeit. Für mich ist die Politik gestorben, als Rot-Grün das Land regierte. Nicht weil sie es besonders schlecht getan haben, sondern weil sie es nicht großartig anders als ihre Vorgänger taten. Große Versprechungen vorab auf den großen Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und Bildung und nach dem Wahlsieg der gleiche Modus des repräsentativen Beruspolitikerparlamentarismus. Im Grunde genommen blieb alles beim alten nur dass man versuchte das alte irgendwie neu zu verpacken. Das gelang nicht wirklich, denn diese Regierung zerbröselte ziemlich rasant. Am Ende landeten wir bei der großen Koalition der goldenen, aber für mich eher grauen Mitte, bei dem so wirklich gar niemand wirklich repräsentiert wird, ganz einfach weil sich zu viele Positionen gegenseitig egalisieren. Die Politik wurde inhalts- und gesichtslos, lauter heiße Luft und ein nie endenwollender medialer Wahlkampf gespickt mit Versprechungen, gegenseitigen Beschimpfungen und hohlen Phrasen. Bewegt hat sich seit dem nichts mehr. Die einstigen Wähler und Begeisterten, die endlich 16 Jahre Kohlstarre überwunden hatten, fielen in ein großes Loch, denn sie erkannten plötzlich, dass es gar nichts brachte eine andere Partei zu wählen. Das System war stärker. Die Einflüsse von Lobbyisten waren scheinbar stärker als die eigene Wahlstimme. Wieso in Gottes Namen soll man da nochmal wählen gehen? Wieso sollte man den Leuten überhaupt nochmal zuhören?

Gestern bin ich dann plötzlich wieder erwacht. Ich dachte mir, ich Depp, ich hab mich tatsächlich von denen einlullen lassen. Sie haben es bei mir geschafft mich zur absoluten Interessenlosigkeit zu erziehen. Ich rege mich auf über die Unterhaltungsindustrie, über Werbung, bleibe aber gefangen in meiner Ablehung dagegen. Engagiert bin ich trotzdem nicht, da irgendwas dran zu verändern. Ich bin ein frustrierter, verdrossener Mensch, der sich über die Lebensbedingungen aufregt, aber nicht mehr aufsteht um sich mit anderen Menschen darüber austauscht, wie man es anders machen kann. Es zumindestens zu versuchen, alles dafür zu tun. Und wenn ich merke, dass andere sich nicht dafür interessieren, falle ich sofort in die Frustratiuon zurück, statt einfach weiterzumachen und weiterhin zu versuchen das leidige Thema Politik, als eins der wichtigsten Themen der Welt, wieder neu zu kommunizieren. Politik nicht als institutionelle Inszenierung, Politik als Gestalten der eigenen Lebenswelt. Geschichte nicht nur über sich ergehen zu lassen, sondern Geschichte aktiv mitzugestalten oder zumindestens bewusster wahrzunehmen. Danke Rudi, dass du mir gestern wieder das Interesse dafür geschenkt hast:

Und es geht jetzt auch nicht darum eine Palastrevolution vorzubereiten. Es geht darum im Kleinen zu agieren. So zu agieren, dass andere und damit man selbst glücklicher wird. Den langen Marsch endlich wieder aufnehmen, freies und aufgeklärtes Bewusstsein zu entfalten, Transparenz der Machthaber einzufordern, für die eigenen Rechter der Freiheit starkmachen und sich wieder klarzumachen, dass man sehr wohl etwas erreichen kann. Das kostet Kraft, das kostet Mut - aber mein Gott, es ist weder langweilig, noch nutzlos - jedenfalls nicht nutzloser als der ganze mediale Informationsmüll hier.

Category: Allgemeines

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18 Responses

  1. Sehr guter Text. Und spannendes Video.

  2. Werbeaffe says:

    „Es geht darum im Kleinen zu agieren”
    Genau. Dort was versuchen zu verbessern wo man direkt helfen kann. Zb im Nähren Umfeld. Den Obdachlosenzeitungverkäufer warme Kleidung schenken, eine Kiste vor die Tür stellen mit Dingen die man nicht mehr bracht und Zettel dran „zu verschenken”, hunde vom Tierheim gassiführen…
    Piratenpartei wählen. Mit SPD & CDU/CDU wirds keinen „Change” geben. Neue Parteien müssen her.

  3. Aktiv werden ja. Aber so bitte nicht:
    “Piratenpartei wählen. Mit SPD & CDU/CDU wirds keinen „Change” geben. Neue Parteien müssen her.”

    Wer sich schon einmal im Bau der Wölfe bewegte der versteht das, alle andere nicht…
    Der Wandel muss durch ein systematisches Umdenken einher. Zwei Faktoren sind klar noch immer zu verorten:
    1. Minute 5:17 des Videos. Die Parteien sind in sich geschlossene Kreise, in die kein Eindringen des Meinungsbildes des Individuums möglich ist.
    2. Das Problem der entmündigenden Wirtschaftsordnung. Angebot und Nachfrage hat keine Wirkung, solange das Individuum durch sein Handeln keine Reaktion erzeugen kann.

    Ergo muss das Individuum sowohl über ökonomische Grundlagenkenntnisse verfügen (2.), als auch aktiv an der Entscheidungsfindung (1.) in Unternehmensstrukturen beteiligt sein. Beides schafft stetige Erkenntnis aller Protagonisten.

    Dies wird flächendeckend dann möglich (bis erzwingend), wenn eine kommunikative Gruppe sich zur zielgerichteten wie stetigen Kooperation im genannten Sinn entschließt. Sie wird nämlich auf der Basis des einfachen Wettbewerbsvorteils schneller und effizienter agieren und deutlich bessere Produkte wie Leistungen anbieten können. Das wiederum findet Nachahmer…

  4. Es fehlt ein “n” andere
    und ein “kommen” hinter dem einher…

    gute Nacht ;-)

  5. @Werbeaffe: Ich gebe Michael Recht, das Parteiensystem kann im Zuge der indivualisierten Gesellschaft einfach nicht mehr ausreichend repräsentieren. Die Interessen einzelner kann nicht durch eine Partei umgesetzt werden schon gar nicht in der Vielzahl an politischen Themen.

    Es ist wie Michael ganz richtig sagt: Die Bildung muss verstärkt werden um somit das eigenverantwortliche demokratische Entscheiden der Bürger zu ermöglichen. Eine andere Variante wäre eine Art Räterepublik, bei der jeder Bürger mal ins Recht bzw. in die Pflicht genommen wird. Erst wenn jeder Bürger erkennt, dass sein Beitrag zur Gestaltung des Landes wirklich wichtig ist, erst dann wird er sich auch damit auseinandersetzen.

    Und ebenfalls erwähnt Michael ganz richtig, dass Menschen nicht nur in der Politik Mitspracherecht erhalten müssten, sondern auch in allen anderen institutionellen Bereichen, also auch in Unternehmen.

    Besonders spannend finde ich übrigens den Aspekt, dass uns die Technologie unsere Arbeitszeit theroetisch verkürzt, wir aber diese gewonnene Arbeitszeit erneut zum Profit der Unternehmensführer reinvestieren. Das würde bedeuten, dass sich die Profite im Zuge der Technologisierung erhöhen, wobei Technik oder die Entwicklung von Werkzeug immer dazu diente, dem Menschen das Leben leichter, nicht schwerer zu machen.

    Solch gewonnene Arbeitszeit ließe sich dann wunderbar für Bildung und politische Amtsausübung nutzen. Teil der Arbeitszeit wäre dann Beispielsweise eine tägliche basisdemokratische Entscheidungsrunde. Nur so viel, wenn das Argument käme, dass Basisdemokratie zeitlich gar nicht möglich wäre. ;-)

  6. Und andere spannende Frage ist die Diskussion über die Abschaffung von Parteien ein gesellschaftliches Tabu?

    Falls ja, haben wir ein echtes demokratisches Problem.

  7. Marcus says:

    Going to have to respond in English to this one. Sorry.

    Glad to see that you’ve finally put this into words. I can now see where HERE is now.

    One of they things that we (voters) always seem to forget is that the responsibility for what they (MP’s) do in Parliment actually lies with us. This is something that has been forgotten over the years - a kind of lathargy that has been passed down from one generation to the next.

  8. @Marcus: Es gibt keine direkte Kommunikation zwischen Mandatsträger und Wähler. Der Mandatsträger orientiert sich an Statistiken, Lobbyisten, Beratern und Medien. Der Wähler erfährt über Umwegen aus den Medien (wenn überhaupt, weil die ja das Thema als langweilig einstufen und daher keine Quote erwarten und lieber Paris Hilton Themen bringen)

    Wie einseitig und mangelhaft die Realität dort abgebildet wird, dürfte wohl einleuchtend sein. Daher kann ein repräsentatives System von wenigen Mandatsträgern (meist aus den höheren Gehalts- und Bildungsschichten, zum Größtenteil Juristen) nicht wirklich die perfekte demokratische Lösung sein.

  9. xconroy says:

    Zwei Artikel dazu bei Telepolis (auch auf die Kommentare achten):

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/141212

    (zum Bedingunslosen Grundeinkommen)

    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30595/1.html

    (Ideen zu einer direkteren Demokratie)

    Ich merke auch in “offline”-Diskussionen zu diesen Themen, daß bestimmte starke Meme schnell dafür sorgen, daß ausgetretene Sackgassen betreten werden und eine tiefergehende Auseinandersetzung erst dann möglich ist, wenn diese bestimmten Vorurteile aus dem Weg geräumt werden. Dazu gehört beim Thema “Direktdemokratie” u.a. das reflexhafte “dann könnte ja die Todesstrafe wieder…” sowie, übergeordnet, “das Volk ist doch so manipulierbar”.
    Ein häufiger Denkfehler auf Gegnerseite (aber auch bei einigen Befürwortern) - wobei man eigentlich nicht wirklich in diese zwei Seiten unterteilen kann, da es viele verschiedene Abstufungen gibt - ist auch, daß sofort von der jetzigen repräsentativen auf eine absolut direkte Demokratieform umgeschaltet werden müsse.
    Die Implikation dieser Aussage ist: geht nicht, weil zu krass. Heißt: es ist ein Tabu (siehe unten), weil Veränderungen nur akzeptiert werden, wenn sie scheibchenweise stattfinden (zumindest im Vorhinein… wenn tatsächlich unerwartet eine krasse Veränderung der Verhältnisse eintritt, dürften sich die meisten trotzdem sehr schnell dran gewöhnen).
    Es macht also mehr Sinn, sich einen Weg hin vom Ausgangspunkt, wo wir jetzt sind, hin zu einer oder mehreren Vorstellungen einer idealen basisdemokratischen Gesellschaft vorzustellen. Eine solche existiert bis dato nicht, aber es gäbe genügend Beispiele, wo man schon etwas weiter ist als wir: die Schweiz natürlich, aber auch, auf lokaler Ebene, die USA.

    Ein möglicher Mehraufwand an Zeit ließe sich durch ein Bedingunsloses Grundeinkommen rausholen, insofern gehören diese beiden Diskurse schon irgendwie zusammen ;-).

    Bei beiden Themen spalten sich die Gegner übrigens in recht klar erkennbare zwei grobe Lager: einmal diejenigen, die das “Wie” anzweifeln - also zb. die teils widersprüchlichen Finanzierungskonzepte beim BEG oder einen möglichen bürokratischen Mehraufwand bei der Direktdemokratie - und auf der anderen Seite die, die das “Ob” anzweifeln - die also zb. behaupten, ein BEG wäre selbst bei gesicherter Finanzierung schlecht, weil dann alle nur noch faul rumhängen würden, oder die dem “breiten Volk” die Qualifikation absprechen, informiert politische Entscheidungen zu fällen (was letzteres angeht hätte ich da eine wohl ebenfalls leicht tabu-affine Idee…).

    Was wären Tabus in diesem Bereich?

    Eine Abschaffung der Parteien - möglicherweise. Der TP-Artikel geht ja insofern schon in die Richtung, daß er Politiker mehr den Wählern und weniger der Partei verpflichtet sehen will.

    Eine Abschaffung der Demokratie als solche - auf jeden Fall. Konsens bei Rechten wie Linken aller Couleur ist immer noch: “die Demokratie ist die bestmögliche Staatsform”.
    Und das wird sich vermutlich in nächster Zeit auch nicht ändern. Wir (dh alle, die wie ich so zwischen 1975 und 1980 geboren sind) werden sehr wahrscheinlich das BEG und direktere Demokratien bis hin zu einer tendenziellen Entmachtung der Parteien miterleben (halte ich für wahrscheinlicher als eine neue Diktatur o.ä., aber das würde jetzt zu weit führen), aber wohl keine realistische bessere Gesellschaftsform als irgendetwas, was man Demokratie nennen könnte. Zumal das etwas wäre, was /nach/ der Basisdemokratie käme und - siehe den Punkt “scheibchenweise” - sich zwar deutlich von unserer heutigen Regiertwerdensform unterscheiden würde, aber vielleicht nicht so sehr von einer echten, der Macht der Parteien enthobenen Basisdemokratie.

    Das Recht auf Nichtarbeit und trotzdem Geld - das ist ein Tabu in der “Angstblüte”, denke ich. Die Selbstverständlichkeit des Arbeitens, die Verachtung gegenüber “Arbeitsverweigerern” findet heute im öffentlichen wie auch im privaten Diskurs sehr stark statt, ein Paradigmenwechsel scheint fern zu liegen - ich glaube aber, daß das letzte Zuckungen sind und an der Realität vorbeigehen. Über diverse Umwege dürfte sich da innerhalb der nächsten 10 Jahre erzwungenermaßen ein Umdenken einstellen.

    Und dank der Beschleunigung unserer Kultur werden wir viel von dem mitbekommen - und v.a. auch mitgestalten können. Du hast es ja selber ganz richtig gesagt, Patrick: das Gefühl der Ohnmacht, das einen ab und an überkommt, wenn “die da oben” ihren Kram zu machen scheinen, darf keine Macht über den Einzelnen gewinnen - das tut es aber, wenn man sich andauernd nur mit der ganz großen Politik befaßt. Die Devise ist “think global, act local” - und wenn man sich erst mal überwunden hat und in kleinem Rahmen, da wo man wirklich etwas bewegen kann, Erfolge hat - dann wächst das Selbstvertrauen, gleichzeitig die Fachkompetenz und das “Vitmain B”, und man kann sich evtl. höheren Aufgaben widmen - was nur eine von vielen Möglichkeiten ist, und nicht zwangsläufig die beste (das kommt drauf an, aus welchen Gründen man sich tatsächlich politisch betätigt - wer das nur tut, um sich selbst und seine Ohnmachtsgefühle zu therapieren, kann schnell zum Karrieristen werden).

  10. Marcus says:

    “Es gibt keine direkte Kommunikation zwischen Mandatsträger und Wähler”

    but that’s our responsibility Pedde. What they DO is OUR responsibilty. We put them there to DO stuff in OUR interest. The problem is that we have lost interest in our interests.

    @xconroy good comment.

  11. @Marcus: Ich habe mein Interesse verloren, weil nahezu alle Versprechen für die ich sie mal gewählt habe mangelhaft oder gar nicht umgesetzt wurden. Ich habe meine Konsequenzen daraus gezogen, die Wähler haben ihre Konsequenz daraus gezogen, ich vertraue dem demokratischen repräsentativen Parteiensystem nicht mehr. Das ist doch der entscheidende Punkt.

    Aber das System an sich darf man hier und heute nicht in Frage stellen, es ist schier unantastbar, so wie xconroy es wunderbar in seinem Kommentar beschrieben hat. Also mündet es in Verdruss. Politik wird zum Schimpfwort.

    Welche Regierungsform auf dem Papier wurde eigentlich noch nie ausprobiert? Es wird nämlich Zeit, dass wir den verhurten Geist des Web 2.0 nun mal in der Politik anwenden. UGP. “User generated Politics”.

  12. Marcus says:

    You make it too easy for yourself. We make it too easy for ourselves. So, we’ve lost respect for them. Why should a new model, a new system be implemented? We, the voters, are responsible for this. We are lazy. We are stupid. We give up the responsibility to a group of people who we think “we like”. UGP is a dream. It’s a nonsense. Because the rules of the web/user are the same as in real life.

    If you give up on your responsibility then you give up everything you have.

    We should stop naming and shaming “them” and start looking at ourselves.

  13. @Patrick:

    Die Frage ist doch vor allem anderen was wir als “Das System” identifizieren. Z.B. einen Berufspolitiker u./o. dessen Partei mit dem gleichzustellen was ich persönlich unter rechtsstaatlicher Interessenvertretung verstehe, halte ich für wenigstens sehr irreführend. Im schlecht möglichen Fall glauben diese Damen und Herren sogar daran, das dem so ist. Schwierig das Ganze.

    Ich finde wir haben ein sehr gutes Grundgerüst/gesetz. Wir müssen halt als Bürger lernen es in unserem Sinn der Sache konstruktiv zu nutzen. Der Rest regelt sich dann ganz von allein. Auch das ist ja nichts wirklich neues. Unsere Gesellschaft passt sich doch bereits seit mehr als 2000 Jahren an die Gegebenheiten an.

    Neue Herausforderungen, brauchen neue Modelle…

    Ich sag es Hier sicher nicht zum letzten Mal. Wer verstanden hat worum es geht, ist zumindest bei uns herzlich willkommen ;-)

  14. Patrick says:

    @Michael: Ein System ist immer der gegenwärtige Zustand, in dem wir uns befinden. (Meine Definition) Und natürlich denken berufspolitiker in erster Linie “komplexer”, will meinen dass sie meistens der Auffassung sind, dass das Volk die Komplexität nicht durchschuat und daher keine richtigen Entscheidungen treffen könnte, weil es ihnen an geügend Allgemein- und Spezialwissen mangelt. Dass sie dabei selbst zum “dummen Volk” gehören und sich auf sogenannte Experten, Wissenschaftler und anderen konstruierten Unfug verlassen müssen, merken sie in der Regel tatsächlich nicht.

    @Marcus
    Diesmal machst du es dir zu einfach, denn du weist erneut die alleinige Verantwortung/Schuld jemanden bestimmten zu - diesmal den Wählern, also uns. Ich sehe das eher im Zusammenhang, auch wenn das vielleicht nicht so klang. Das eine bedingt das andere. Frustration führt zu Desinteresse, Desinteresse führt zu mehr frustrierenden Maßnahmen bzw. weniger aktiver Wehr, daraus folgt, dass die Politiker denken, dass sie schon alles irgendwie richtig machen, weil Gemeckere gibts ja immer irgendwie. Also zieht man sich scön zurück in die jweilige blase und macht es sich kuschelig, ohne miteinander zu reden, ja es wird noch nicht einmal sich mehr gegenseitig angeschrien. (Was waren die Debatten von damals lustig und ich habe tausendmal so eine Platte gehört bei der die besten Bundestagsbeschimpfungen zusammengeschnitten waren)

    Ich fürchte viele wissen einfach nicht mehr, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Abwählen? Leichter gesagt als getan? Nicht-Wählen als Zeichen der Abkehr vom gegenwärtigen System? Wird dann von den Medien wieder als Desinteresse und Faulheit interpretiert oder gar als Demokratiefeindlichkeit. So einfach mein Lieber ist es dann auch nicht. Ja, wir sind alle träge geworden. Nein, ich glaube nicht, dass es immer so bleiben wird. Und ja, wir sollten einen Podcast machen, denn das ist einige der wenigen Dinge, die wir aus unserer Trägheit heraus noch schaffen, so wie eben ein paar Mausklicks und daher ist die Grundüberlegung der UGP ein Resultat dieser Trägheit. Wir müssen theoretisch nicht mehr auf die Straße gehen um zu protestieren. (Was wir am Ende dann aber doch tun müssen, nur vorbereiten kann man das wesentlich besser im Netz. In unserem Fall ganz offen und transparent, als Gegenentwurf von vielen anderen politischen Aktivitäten)

  15. [...] dumm gehalten, wir halten uns selbst dumm. Das ist das Erschreckende, das ist das was ich Marcus in seinem Kommentar zunächst nicht glauben mochte, aber er hat vollkommen Recht. Denn es gibt sie, die Alternativen. [...]

  16. [...] Mein politisches Erwachen Ich war mal ein sehr politisch interessierter und engagierter Mensch. […] Gestern bin ich dann plötzlich wieder erwacht. Ich dachte mir, ich Depp, ich hab mich tatsächlich von denen einlullen lassen. Sie haben es bei mir geschafft mich zur absoluten Interessenlosigkeit zu erziehen. Ich rege mich auf über die Unterhaltungsindustrie, über Werbung, bleibe aber gefangen in meiner Ablehnung dagegen… [...]

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