Audio-Podcast Projekt

Soziopod Podcast




ÜBER BREITENBACH
IMPRESSUM
RSS-FEED

Ab und zu mache ich hier eine Audiokolumne:



DailyCoffeeBreak Podcast
17. Feb 2009

hacking the war: big stick diplomacy

bigstick

Ich muss mich selbst korrigieren. Protest ist die Bewusstmachung von bestimmten Memen, die unser Denken und Handeln bestimmen. Ein großes Memplex lautet “Krieg”. Krieg ist normal. Krieg ist legitim. Krieg muss manchmal eben sein und alles andere wäre naiv. Vor allem wenn er nicht direkt vor unserer Haustüre tobt? Wirklich? Ist das so? War das schon immer so und wird es für immer so sein? Ich bin naiv. Es wird höchste Zeit ein paar Muster zu brechen!

Credits: Photo from Wikipedia

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Hey Pedde, wenn ich dich richtig verstehe, meinst du, dass Krieg niemals eine Lösung sein kann. Sondern nur der Dialog, das Auf-den-anderen-Zugehen. Hmm.

    Hat jetzt nicht direkt mit Krieg an sich zu tun, aber mich beschäftigt zur Zeit der Fall Morsal Obeidi. Damit schweife ich vielleicht vom Thema ab, aber es ist meiner Meinung nach ein gutes Beispiel, und wie gesagt, es beschäftigt mich.

    Es gibt Leute, die finden Mord und Totschlag völlig in Ordnung, um ein Mädchen abzustrafen, das anders leben will, als sie es von ihm verlangen. Also tun sie es. Einer von ihnen sticht dieses Mädchen mit 23 Messerstichen ab.
    Ich nenne sowas barbarisch, primitiv….. ich gehe soweit und nenne es tierisch. Wenn ich dann heute erfahre, dass der Typ auch noch wegen Vergewaltigung verdächtigt wird, dann bestätigt das meine Meinung gewaltig.
    Es geht aber noch weiter. Es fehlt jegliche Einsicht. Dieser Typ wird nach Recht und Gesetz und einem ordentlichen Verfahren zu lebenslanger Haft verurteilt. Er rastet im Gerichtssaal aus, seine Familie ebenso, es wird randaliert und gedroht und beleidigt. Der Staatsanwalt hat mittlerweile eine Morddrohung erhalten.

    Um auf den Punkt zu kommen: Liegt die Schuld bei uns? Haben wir uns nicht genug um die Integration dieser Leute gekümmert? Oder sollen wir es einfach tolerieren, dass einige Leute machen, was sie wollen und dabei Unschuldige sterben?

    Und die wichtigste Frage: Auf welcher Basis kann man mit solchen Menschen reden? Sollen wir ihnen Kants kategorischen Imperativ vorlesen? Sollen wir ihnen etwas von Würde und Menschenrechten erzählen?

    Hmm. Ich persönlich würde einen wirklich großen Knüppel mitnehmen, wenn ich sie besuchen müsste. Und ein paar Kumpels mit Sturmgewehren. Nur für den Fall….

    Frieden kann es nur geben, wenn ihn ALLE wollen! Und bis man ALLE davon überzeugt hat, dass Frieden das Beste von der Welt ist, sollte man auf den Krieg vorbereitet sein.

    Peace, ey!!!

  • http://www.brainblogger.de Patrick Breitenbach

    Richtig, wer nicht vom Frieden überzeugt ist, wird ihn nicht an die nächste Generation weitertragen und wir sind da wo wir immer waren.

    “Des war halt scho immer so, Bub!”

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Auch. Aber worauf ich rauswollte, ist, dass es wahrscheinlich immer Leute geben wird, die von Hass erfüllt sind und von Intoleranz und von religiösem Fanatismus. Und mit denen kann man nicht reden.

    Oder nur sehr schlecht. Indem man z.B. Zugeständnisse macht, die man nicht machen sollte.

    Kompliziertes Thema. Muss man eigentlich nachts um 3 diskutieren, mit Whiskey. Viel Whiskey.

  • http://www.brainblogger.de Patrick Breitenbach

    “Und mit denen kann man nicht reden.”

    Wie oft hast du es denn schon versucht? ;-)

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Hmm. Ok, du hast recht. Ich ruf gleich mal bei Kim Jong-Il an…………………………………… Ah, er hats mir erklärt. Er lässt seine 23 Millionen Untertanen nur deshalb Hunger leiden, weil ihm bisher noch niemand gesagt hat, dass das böse und gemein ist. Ab morgen ändert sich alles. Seine Atombomben lässt er auch verschrotten. ;-)

    Nachtrag zu meinen tiefgründigen Gedanken von vorhin. Hab bis vor 3 Minuten Clausewitz weitergelesen und laut lachen müssen, weil ich was gefunden habe. Ich finde es grad extrem passend, obwohl es natürlich nichts beweist.

    “Wenn das blutige Schlachten ein schreckliches Schauspiel ist, so soll das nur eine Veranlassung sein, die Kriege mehr zu würdigen, aber nicht die Schwerter, die man führt, nach und nach aus Menschlichkeit stumpfer zu machen, bis einmal einer dazwischen kommt mit einem scharfen, der uns die Arme am Leib weghaut.”

    Peace, ey!

  • http://brainblogger.de/ Patrick Breitenbach

    dann sollten wir auf nummer sicher gehen und am besten die atombombe auf das ganze land werfen. die hungern ja eh nur und mit denen reden is auch nich …

  • http://brainblogger.de/ Patrick Breitenbach

    ich mach kaffee

    keinen krieg

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Ich glaub wir reden aneinander vorbei….

  • http://brainblogger.de/ Patrick Breitenbach

    Es mag ja stimmen, dass es immer geistesgestörte Machthaber gibt, die auf Kosten ihres Volkes handeln um ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

    Aber das bedeute für mich auch, dass Krieg, als Mittel ihrer Interessensverwirklichung niemals ein Mittel sein kann um dauerhaften Frieden zu verwirklichen.

    Krieg als “normal” anzuerkennen halte ich für verrückt.

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Hab ich nie behauptet. Ich hab nur gesagt, dass der Knüppel nicht schaden kann. Also, ihn dabeizuhaben. Nicht, ihn einzusetzen.

    “Talk gently and CARRY a big stick.”

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Aber wenn ich mir meinen Schmarrn nochmal durchlese, erkenne ich, dass man auf deine Gedanken zu demselben kommen kann. Ich hab das mit den schriftlichen Diskussionen noch nicht so raus, deswegen brauchen wir vielleicht auch so viele Posts, um zu einem Ergebnis zu kommen.

    Ich hab mich die ganze Zeit mehr oder weniger auf das ursprüngliche Zitat bezogen, ohne zu erläutern, dass ich das tue.

    Es existiert ein deutlicher Unterschied zwischen 3-Uhr-Whisky-Diskussionen und sauberer schriftlicher Argumentation, wie ich feststellen muss……

  • http://brainblogger.de/ Patrick Breitenbach

    Wer den Knüppel dabei hat muss sich sicher sein, dass er ihn auch einsetzt. Und auch der Gegenüber muss fest davon überzeugt sein, ja er muss es fast schon erlebt haben, dass er zum Einsatz kommt. Sonst nützt ja der größte Knüppel nix.

    Es ist und bleibt ein (passiv-)aggressiver Akt.

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Ich hab vorhin wohl einfach drauflosgeplappert, was mir grad in den Kopf kam. Und ich reite mich vielleicht immer weiter in die Kacke, aber ich geb jetzt eben doch noch mal Senf.

    Wer den Knüppel dabei hat, muss sich sicher sein, dass er ihn einsetzt, wenn sein Leben oder das Leben Unschuldiger bedroht wird, und alle Versuche, den Gegenüber ohne den Einsatz des Knüppels zur Vernunft zu bringen, gescheitert sind.

    So würde ich es formulieren. Aber auch nur, wenn es nicht um Atombomben (als Knüppel) geht.

    Wahrscheinlich reden wir immer noch aneinander vorbei. Geht es dir speziell um die Bombe oder um Krieg oder (wie mir teilweise) um Gewalt allgemein?

    Um was es mir geht, ist wohl eher als eine Art Notwehr zu bezeichnen. Da kann Bewaffnung eben nicht schaden.

    Weiterhin treffen hier meiner Meinung nach zwei Weltbilder/Grundeigenschaften aufeinander.

    Du sagst in deinem Post selbst: “Ich bin naiv.” Das bist du natürlich nicht, aber du bist vielleicht optimistischer als ich, was die guten und schlechten Seiten der Menschheit angeht. Du glaubst eher an das Gute und daran, dass sich die meisten Probleme von selber lösen, wenn die Menschen mehr miteinander reden.

    Ich sage mal: “Ich bin paranoid.” Du kennst mich und weißt, dass da was dran ist. :-) Und deshalb habe ich eher Angst und Unwohlsein bei dem Gedanken an all die Bösewichte da draußen. Und deshalb brauche ich meinen Knüppel. Zumindest gedanklich.

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Und weil ich beim Drüberlesen schon wieder sehe, dass ich mich nicht klar genug ausdrücke, noch folgendes:

    Nein, ich will nicht, dass die UN oder jemand anders im Iran oder Nordkorea einmarschieren.

    Aber solange es solche Regime gibt, sollten wir (Die westliche Welt? Die Guten? Sind wir das?) auch ein paar Waffen behalten. Ob das Atomwaffen sind, is mir grad egal, mir schwirrt der Kopf und ich hatte immer noch keinen Whiskey.

  • http://www.brainblogger.de Patrick Breitenbach

    Mir ist das Prinzip des Knüppels und der latenten Bedrohung durchaus bewusst, aber darum geht es mir auch nicht. Ich will einfach nur zum Nachdenken und zur Diskussion anregen. Ich will den Begriff “Krieg” hacken und alles was damit in Zusammenhang steht, nämlich bei uns eine Distanziertheit, eine Legitimation, eine Normalität. Kriegsgebiete sind Krisengebiete und haben für uns eine eindeutige Assoziation. Für viele sind diese Gebiete bereits verloren, die Menschen, die darin leben existieren in unseren Köpfen entweder als Soldaten oder als Todesopfer. Das dazwischen, das kennen wir gar nicht. Also das völlig “normale” Leben von “normalen” Menschen beispielsweise in Afghanistan. Menschen, die das gleiche Bedürfnis nach Frieden und Sicherheit haben wie wir. Brüder und Schwestern im Geiste, die es aber nicht aus eigener Kraft schaffen, da raus zu kommen.

    Stell dir vor, du müsstest da leben. Was sind deine Perspektiven? Wer könnte dir helfen? Wer denkt an dich?

    Kein Wunder also, dass fanatische Religionsführer dort leichtes Spiel haben. Sie schenken den Menschen das was sie am meisten benötigen: Sicherheit, Hoffnung, eben eine Perspektive und sei es nur im Paradies.

    Der Krieg findet in erster Linie in den Köpfen statt. Dort beginnt er – dort endet er. Bei allen von uns.

  • http://www.radulf-rumpel.de Radulf

    Jetzt sind wir beieinander.