Jan 22, 2009
manager und unternehmer - managers and entrepreneurs
Alan Mulally ist Manager.
Henry Ford war Unternehmer.
Hartmut Mehdorn ist Manager.
Richard Branson ist Unternehmer.
Manager jammern und kürzen.
Unternehmer packen an und investieren.
Manager gehen mit einer Abfindung in die Pleite.
Unternehmer gehen mit einem gebrochenen Herzen in die Pleite.
Manager feiern mit Champagner ihren Erfolg.
Unternehmer feiern mit neuen Mitarbeitern ihren Erfolg.
Manager reden viel.
Unternehmer tun viel.
Manager sprechen über Pläne.
Unternehmer handeln mit Plänen.
Manager arbeiten auf Effizienz.
Unternehmer arbeiten auf Erfolg.
Manager reden mit Managern.
Unternehmer reden mit Menschen.
Manager haben Management gelernt.
Unternehmer haben vom Leben gelernt.
Manager haben Alpträume.
Unternehmer haben Visionen.
Manager verwalten Vorhandenes.
Unternehmer erschaffen Neues.
Manager sind Steuermänner.
Unternehmer sind Kapitäne.
Manager hassen Krisen.
Unternehmer nutzen Krisen.
Manager machen Großes klein.
Unternehmer machen Kleines groß.
Und der Kreis schließt sich.
(Eine mögliche Antwort auf diesen Beitrag)
Hier die englische Übersetzung von Christian Renz
Alan Mulally is a manager.
Henry Ford was an entrepreneur.
Hartmut Mehdorn is a manager.
Richard Branson is an entrepreneur.
Managers complain and cut investments.
Entrepreneurs muck in and invest.
Managers go bankrupt with a severance package.
Entrepreneurs go bankrupt with a broken heart.
Managers celebrate their success with champagne.
Entrepreneurs celebrate their success with new staff.
Managers talk a lot.
Entrepreneurs do a lot.
Managers talk about plans.
Entrepreneurs act on plans.
Managers work to be efficient.
Entrepreneurs work to be successful.
Managers talk to managers.
Entrepreneurs talk to humans.
Managers got their degree from a management university.
Entrepreneurs got their degree from the University of Life.
Managers have nightmares.
Entrepreneurs have visions.
Managers administrate present things.
Entrepreneurs create new things.
Managers are helmsmen.
Entrepreneurs are captains.
Managers hate a crisis.
Entrepreneurs make use of a crisis.
Managers make big things small.
Entrepreneurs make small things big.
And now we have come full circle.





Dachte es, dass sei mir zu pathetisch… Aber ne, ist es mir nicht. Es ließe sich noch ergänzen:
Manager gucken auf Shareholder Value
Unternehmer haben Werte
Oder so…
Mit den Worten “Dachte erst” ist der Kommentar irgendwie noch sinniger…
Sehr gerne ergänzen!
Professor Röpke befasst sich schon seit Jahrzehnten mit dieser Unterscheidung, die ich hier mal zusammengefasst hatte: http://bit.ly/2INEiO
Er unterscheidet dabei vier Unternehmertypen:
Routine-, Arbitrage-, Innovative- und Evolutorische Unternehmer:
Routine:
Dies ist der Manager/Verwalter und der, den die BWL lehrt.
- “Homo oeconomicus”
- Theorie: Neoklassik; Allokationseffizienz
- Ressourcen-Allokation, Optimierer des Ressourcen-Einsatzes (Fokus auf Effizienzverbesserung)
- Lehrbuchunternehmer der Wirtschaftswissenschaften
- Der unternehmerische Alltag ist Routine
- Märkte sind im Gleichgewicht
- Gewinnmaximierung
- Paradigma: Neoklassik, theoretischer Mainstream, Allokationslogik
-> Wäre Henri Ford Routine-Unternehmer, dann hätte er eine schnellere Kutsche entwickelt…
Ein Problem dieser Effizienzdenke: Man könnte Schreibmaschinen zum Lohnsatz von Null produzieren lassen und würde dennoch keine Abnehmer mehr finden…
Arbitrage:
“Der findige Unternehmer”
Dieser Denke unterliegen (Investment-)Banker, M&A-Manager und Berater
- Theorie: Österreichische Schule; Koordinationseffizienz
- Koordination in Märkten
- Der Arbitrageur dominiert quantitativ das moderne Wirtschaftsleben
- Entdecker von Bewertungsdiskrepanzen in Unternehmen und Märkten (auch kurzfristig: Spekulation)
- Ausnutzen von Preisunterschieden und Bewertungsdiskrepanzen auf Märkten, Börsenplätzen,…
- Gewisse Rücksichtslosigkeit, Abzockermoral, Freisein von ethischen und moralischen Skrupeln
- Paradigma: “Österreichische Schule” (Hayek, Mises, Kirzner), Tauschlogik
Innovation:
“Der schöpferische Unternehmer” (also der Unternehmer, den Patrick hier in diesem Beitrag als Unternehmer bezeichnet)
- Theorie: Schumpeter; Innovationseffizienz
- Neukombination von Ressourcen
- Fokus auf Effektivität anstatt Effizienz (Effektivität schlägt Effizienz - Man kann auch das Falsche optimieren): Eine nicht effizient hergestellte Lokomotive wird eine effizient produzierte Postkutsche immer aus dem Markt werfen.
- Rekombination von gegebenem
- Neue Technik, Produkt, Märkte, Organisation, Beschaffungswege
- Paradigma: Schumpeter, Neo-Schumpeterianer, Entwicklungslogik
Evolution:
“Der evolutorische Unternehmer”
- Theorie: Evolutorische Ökonomik; Evolutionseffizienz
- Entfaltung von Handlungskompetenzen
- Was auf dem Weg (der Innovation) zählt ist die Fähigkeit zum Wandel
- Entwicklung in sich selbst, selbstevolutiv (durch Transformation und Transzendenz).
- Evolutionieren kann nur jeder Unternehmer selbst. Er kann sich aber bei seiner Selbstevolution anregen, stören, irritieren lassen.
- Paradigma: Daoismus (Laotse), Evolutionslogik
Na, dachte ich doch
Der Vorzeige Unternehmertyp ist aus meiner Sicht Steve Jobs. Er ist für mich ein Evolutorischer Unternehmer, der Apple immer wieder neu erfindet (vom Computer-Hersteller zum Medien-Unternehmen zum Handyhersteller usw…) und somit auch immer wieder schöpferische Zerstörung zulässt!
Er hat in einem Interview mit CNN-Money ( http://bit.ly/sje9 )ein wenig über seine Unternehmensphilosophie, Strategie und die richtige Mitarbeiterauswahl gesprochen.
Hier ein paar sehr schöne Passagen - ich als irgendwie Neo-Schumpeterianer (oder sowas) kann mich nur sehr über eine solche Einstellung freuen!
On Apple’s connection with the consumer:
“We did iTunes because we all love music. We made what we thought was the best jukebox in iTunes. Then we all wanted to carry our whole music libraries around with us. The team worked really hard. And the reason that they worked so hard is because we all wanted one. You know? I mean, the first few hundred customers were us.”It’s not about pop culture, and it’s not about fooling people, and it’s not about convincing people that they want something they don’t. We figure out what we want. And I think we’re pretty good at having the right discipline to think through whether a lot of other people are going to want it, too. That’s what we get paid to do.
“So you can’t go out and ask people, you know, what the next big [thing.] There’s a great quote by Henry Ford, right? He said, ‘If I’d have asked my customers what they wanted, they would have told me “A faster horse.” ‘
On choosing strategy:
“We do no market research. We don’t hire consultants. The only consultants I’ve ever hired in my 10 years is one firm to analyze Gateway’s retail strategy so I would not make some of the same mistakes they made [when launching Apple's retail stores]. But we never hire consultants, per se. We just want to make great products.”When we created the iTunes Music Store, we did that because we thought it would be great to be able to buy music electronically, not because we had plans to redefine the music industry. I mean, it just seemed like writing on the wall, that eventually all music would be distributed electronically. That seemed obvious because why have the cost? The music industry has huge returns. Why have all this [overhead] when you can just send electrons around easily?”
Manager bedeutet ursprünglich nichts anderes als Unternehmer. Das was sich heute allerdings Manager nennt entspricht eher dem sog. Geschäftsführer (im englischen der Cief Executive Officer -CEO-). Betrachtet man nämlich dessen Aufgabengebiet realistisch wird von diesem alles erwartet was oben als negativ dargestellt wird.
Doch aus irgend welchen Gründen gibt es ja auch in Deutschland keine Differenzierung mehr zwischen dem Inhaber und dem Geschäftsführer. Vermutlich weil schon anhand dieser Wortwahl klar würde das auch Geschäftsführer lediglich abhängig Beschäftigte der Inhaber/Besitzenden sind. Verstößt vielleicht gegen das Selbstbild der Damen und Herren Nieten in Nadelstreifen
Gruß
Klassischer Fall dualistischem Denkens. Mehr Watzlawick lesen.
@Michael Kostic Manager wurden meines Wissens nie als Unternehmer in dem Sinne Schumpeters definiert. Manager wurden, wenn sie als Unternehmer bezeichnet wurden, immer im Sinne des Unternehmers der neoklassischen Theorie verstanden, also als Verwalter und Gewinnmaximierer (”homo oekonomicus”)
@orangeguru Ich empfehle noch Alan Watts, Heinz von Förtser, Humberto Maturana und Ernst von Glasersfeld
@Hagen:
So wurden sie in US definiert als ich dort lernte und wirkte (Ende 80er). Derweil sieht es LEO nach wie vor ähnlich:
>http://dict.leo.org/ende?lp=ende&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed§Hdr=on&spellToler=on&chinese=both&pinyin=diacritic&search=Manager&relink=on<
@Hagen:
Sorry für meinen letzten Kommentar. Habs nur quergelesen. Das was Du darstellst ist eine Ich-Interpretation. Du impizierst, nur weil Du es verstehst, verstehen es auch Andere. Dem ist jedoch nicht so. Wenn Du heute in die Führungsetagen der Unternehmen schaust wirst Du das Selbstverständnis vorfinden ein Manager sei ein Unternehmer. Ich nenne dies geistigen Selbsterhaltungstrieb von primitiven Geistern mit Blockwart Mentalität…
Gruß
“Unternehmer gehen mit einem gebrochenen Herzen in die Pleite.”
Adolf Merckle (http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Merckle) war ein Unternehmer. All seine Milliarden haben sein gebrochenes Herz nicht repariert.
@Thorsten: Zum Schluss war er allerdings ein gieriger Zocker!
Ich habe diese Liste in einen Blogbeitrag übernommen; der Link oben zeigt auf die englische Übersetzung - falls es jemand weitergeben möchte.
so true, gut beobachtet, und da ich mich als Unternehmer sehe (http://www.ukoonto.com), muss ich auch schon wieder weiter. Viele Gruesse uebern grossen Teich.
HaJo
Lustig, ich hätte garnicht gedacht das das *wirklich* so funktioniert. Komische Welt.