BREITENBACH


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Sucht sucht Belohnung

Sucht ist ein sehr spannendes Thema, nicht nur weil es mich selbst betrifft, sondern ich behaupte kühn, es betrifft alle Menschen auf dieser Erde. Wir alle sind süchtig. Der Unterschied ist jedoch, dass manche Süchte von außen identifizierbar sind und manche eben nicht. manche sind kriminalisert, manche sind akzeptiert. Manche sind konzentriert, manche treten breitbandig auf.

Belohnung lautet das Schlüsselwort. Belohnung ist der Treibstoff des Lebens. Ohne Belohnung würde hier kaum etwas laufen. Belohnung motiviert dazu, bestimmte Dinge anzufangen und weiterzumachen. Fortpflanzung zum Beispiel, wird durch die dabei entstehenden Gefühle belohnt. Nahrung belohnt uns umgehend. Soziale Interaktion in Form von Anerkennung, kann uns belohnen und uns somit ein gutes Gefühl verschaffen und uns weiter antreiben. Druck kann unseren Adrenalinspiegel pushen und uns somit ein Belohnungsgefühl verschaffen. Sport setzt belohnende Stoffe im Gehirn frei und Crack macht das Ganze natürlich ebenfalls auf seine Art sehr schnell und sehr heftig. Wir alle sind abhängig von Belohnung und dessen Gefühl, welches es in uns auslöst.

Wann kann man aber jetzt von einer Sucht sprechen? Nun, pathologisch (und das ist schon fatal, weil Sucht keine Krankheit ist, sondern ein natürlicher Bestandteil des Lebens) wird es erst, wenn wir süchtig nach einer bestimmten Sache oder Substanz sind und dies uns oder andere Menschen (bzw. die Gesellschaft) schädigt, man es aber dennoch weitermacht. Die nicht erkannten Süchte bleiben deshalb “normal” und unsichtbar, weil einige Menschen in der Lage sind sich ihre Belohnungen breitbandiger zu verschaffen. Das heisst, sie trinken morgens ihren Kaffee, essen ihr Marmeladenbrot, davor vielleicht noch ein Ei, hören Gute-Laune-Musik, bekommen von ihren Kindern einen Abschiedskuss, fahren in ihr Büro, zu ihrem Job, der ihnen Spaß macht, erhalten dort Anerkennng von Kunden und Mitarbeiter, gehen in der Mittagspause in den sonnigen Park und verputzen ein schmackhaftes Mittagessen, telefonieren danach mit ihrer Familie und lassen sich von den guten Noten in der Schule erzählen, was die Vaterherzen natürlich vor Stolz anschwillen lässt und vor der Heimfahrt gibt es noch einen Abstecher ins Sportstudio, wo sie eine Stunde ordentlich trainieren und danach noch in die Sauna oder sich unter die heiße Dusche stellen. Zu Hause bringen sie ihre Kinder ins Bett, lassen sich umarmen und kuscheln sich mit ihren Frauen bei einem leckeren Glas Rotwein und ein paar Stücken dunkler Schokolade auf die Couch und schauen eine Liebeskomödie mit Happy-End-Garantie. Danach geht es ins Bett und sie lassen den Abend vielleicht noch mit etwas zärtlichem aber leidenschaftlichen Sex ausklingen, um dann glücklich und zufrieden in das Land der Träume abzudriften.

Klar, was ich meine? Diese beschriebenen Menschen sind dauerhigh, aber dennoch nicht weniger süchtig nach Glück oder dem Gefühl, welches man auch nach dem Konsum von illegalen Drogen oder eskapistischen Rollenspielen erhält. Denn wehe, diese heile Welt bricht plötzlich zusammen.

Wenn man Sucht also als eine Art Krankheit ansieht und damit ausgrenzen will, so wird man gegen Windmühlen kämpfen. Wieso ist es für Junkies so schwer, von der Droge loszukommen? Nun, sie bekommen beim Konsum der Droge einen regelrechten Belohnungsrausch. Es ist meistens davon auszugehen, dass die Menschen, die solche Drogen testen, von vornherein ein verstärkte Belohnungsunruhe in sich tragen. Also gestresste Menschen, traumatisierte Menschen, pubertierende (und damit verunsicherte und ebenfalls extrem gestresste) Menschen und Menschen, die gesellschaftlich keinen Platz gefunden haben, an dem sie Anerkennung, Aufmerksamkeit oder belohnende Liebe erfahren konnten. Diese Menschen finden also plötzlich eine Substanz, die sie sozusagen von 0 auf 100 innerhalb von 1 Sekunde bringen. Mir hat mal ein Heroinuser erzählt, dass diese Droge die Königin aller Drogen sei. Stundenlanger Orgasmus. Eingepackt in Watte. Einfach nur Wohlsein. An diesem Punkt war mir klar, dass ich vor Beginn meiner Rentenzeit das Zeug nicht anfassen werde.

Tja und was passiert dann, wenn der Rausch vorbei ist? Man fällt in ein sehr sehr tiefes Loch. Der Kater. Je heftiger der Rausch, desto tiefer das Loch. Der Preis, den Mensch im allgemeinen für zu viel Glück bezahlen muss (Extremsportler, Politiker, Unternehmer etc. dürften das beispielsweise auch ganz gut kennen). Das fatale beim Junkie ist jedoch, dass sein Umfeld meist bereits so gestrickt ist, dass er meist aus keine anderen alternativen Belohnungsquellen mehr schöpfen kann. Er hat kein Netz, dass ihn auffängt. Er hat die Wahl: Entweder dunkles Loch oder wieder rausschießen. Je länger ein Junkie konsumiert und je mehr er dadurch gesellschaftlich abrutscht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er vom Belohnungsstoff loskommt. Alles um ihn herum besteht irgendwann nur noch aus stinkender, triefender Scheisse. Das Leben versaut, der Körper im Arsch, Freund eund Familie abgezockt, ggf. auf den Strich gegangen und diverse Traumata dadurch erlitten. Welche Hoffnung, ja welche alternative Belohnungen kann es für solche Menschen denn noch geben? Das Stück Schokolade? Das Glas Wein oder das Kuscheln auf der Couch?

Um das Thema Sucht richtig zu behandeln, im Sinne von intergrieren und systemisch zu lösen, schlage ich folgende Ideen vor:

1. Eine konsequente Entkriminalisierung von Drogenkonsum.
Prohibiton hat Menschen nie davon abgehalten Drogen zu nehmen, ganz im Gegenteil. Die Illegalität fördert eine gigantische organisierte Kriminalität, bei der sich etliche Menschen am Leid anderer Menschen dumm und dämlich verdienen. Die Gesundheitsgefahr der Drogennutzer steigt durch gestreckte oder gefälschte Drogen. Kriminelle Dealer sind eher daran interessiert andere Menschen süchtig zu machen, um ihr Einkommen abzusichern. Der Konsum sollte dennoch in geschlossenen Räumen stattfinden, so dass zumindestens andere Menschen in ihrer Gesundheit nicht beeinträchtigt werden können.

2. Verstärkte medizinische Forschung im Bereich der Dopaminregulierung.
Der “Glücksbotenstoff” im Gehirn muss noch genauer analysiert werden. Gegebenfalls müssen regulierende Therapien in Form von pharmazeutischen Produkten entwickelt werde. Das allein reicht jedoch nicht aus. Natürlich bedarf es immer auch noch einer psychologischen Betreuung um substanzfreie Belohnungen zu erarbeiten. Ein Suchtberater sollte daher in etwa so wie ein Ernährungsberater arbeiten, um die Sucht des Klienten breitbandiger zu verteilen.

3. Gesellschaftlicher Konsens durch intensive Aufklärung
Sucht ist kein Verbrechen, keine Krankheit, kein Unheil und keine Strafe Gottes. Alle Menschen sind süchtig, so wie wir alle auch Nahrung aufnehmen müssen. Es kommt nur darauf an, andere Menschen nicht zu schaden. Wer sich bewusst für eine Sucht entscheidet (von Kaffetrinker, Raucher bis Morphiumnutzer) sollte die Freiheit erhalten, solange dadurch das Leben anderer nicht gefährdet wird. Eine Stigmatisierung, Ausgrenzung oder gar ein Wegsperren in Gefängnissen und Psychatrien werden das “Problem” niemals beseitigen, höchstens verlagern oder sogar noch verschlimmern.

4. Reflexion
Wer morgens beim Kaffee die Zeitung oder das Internet aufschlägt und vor lauter Krisen- und Kriegsmeldungen die eigene Galle leicht köchelt, der braucht sich nicht wundern, wenn er abends seine Portion Extrabelohnung benötigt. Medien, als Meinungsmacher, sind besonders in der Verantwortung mit Menschen so umzugehen, dass sie in keine zusätlichen, künstlichen und für sie persönlich nicht relevanten psychischen Löcher fallen. Diffamierungen, Beschimpfungen, Raub der Privatsphäre dürfte wohl der Grund Nummer eins bei Stars und Starlets sein, warum sie so oft zu den verbotenen Suchtmittelchen greifen. Überhaupt würde uns ein gesellschaftliches Miteinander geprägt von Liebe, Empathie und positivem Grundklang dabei helfen, Süchte sich nicht zu konzentrieren lassen. Verantwortliches Miteinander, der freundliche und respektvolle Umgang mit Mitarbeitern und Untergebenen, mit den eigenen Kindern, den Nachbarn oder Freunden wie Verwandten, hilft allen dabei, Sucht wesentlich breitbandiger aufzustellen.

Danke fürs Mitlesen. Wem die Gedanken zusagen, sollte sie weitertragen, am besten in eigenen Worten. Anmerkungen dazu sind ebenfalls gewünscht, doch sehe ich dieses Thema nicht als meine Lebensaufgabe, sondern diese Gedanken sind meine wissenschaftlich nicht fundierten Bauchideen, entstanden aus dieser Diskussion hier. Immer daran denken: Think for yourself, stupid!

Category: Allgemeines

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10 Responses

  1. vivec says:

    Du könntest mal auf den Zusammenhang zwischen ADS und Drogen eingehen. Sehr viele ADSler haben durch den Dopaminmangel ein gestörtes Belohnungssystem und versuchen, sich das Dopamin anderweitig zu “proxen”.

  2. Alexander says:

    @Verstärkte medizinische Forschung im Bereich der Dopaminregulierung:

    Es ist echt schwierig maßvoll zu spielen, das schwierige bei WoW ist dass man nicht ein wenig Spielen kann, wenn dann muss man ganz Aufhören oder intensiv sich dieser Droge witmen.

    Gruß

  3. moedahoe says:

    Wird hier Sucht nicht mit Flow verwechselt?
    Ausgewogenheit zwischen Unter- und Überforderung entsprechend der individuellen Ansicht, Einstellung und Fähigkeiten, bei gleichzeitigem Lösen vom Mainstream lässt Süchte erst gar nicht zu Tage treten.
    Süchte entstehen nicht (nur selten?) bei Menschen die einen ausgeglichenen und erfüllenden Lebenswandel haben, wie im dritten Abschnitt zittiert. Die Gefahr der Sucht entsteht dort wo das Individum versucht sich zu verstellen, anzupassen oder zu gefallen. Ist allerdings definitv keine Lösung: Gesellschaftliches Zusammenleben ohne sich zu verstellen, anzupassen oder zu gefallen ist nicht möglich.

  4. peggy says:

    hallo patrick, der aussage: “Überhaupt würde uns ein gesellschaftliches Miteinander geprägt von Liebe, Empathie und positivem Grundklang dabei helfen, Süchte sich nicht zu konzentrieren lassen.” würde ich hier mal uneingeschränkt zustimmen. suchtpotential ist meiner ansicht nach bei allen menschen aufgrund der physiologie vorhanden, wie du ja bereits anhand der botenstoffe dargelegt hast.
    da ich die these vertrete, dass der mensch zu einem großteil durch sein umfeld geprägt wird (und die physiologie nur die marginale ausgangsbasis darstellt), bin ich überzeugt, dass die sozialen bedingungen einen menschen geradezu in die sucht treiben können. mit sozialen bedigungen meine ich nicht nur das engere umfeld, sondern eigentlich die ganze gesellschaft… die psychologische seite spielt hier also eine rolle. ich denke auch, dass der ausgangspunkt für die manifestierung einer sucht die suche nach einem anderen bewusstseins-/persönlichkeitszustand ist. das ist bei illegalen drogen so, und auch z.b. bei wow. aber auch bei alkohol. ein mensch, der ständig gestresst ist, sucht etwas zum entspannen. oder evtl. auch zum aufputschen, um weiter 110 prozent zu geben.
    da wohl alles ein suchtpotential hat, finde ich, dass die intention das ist, was die gefahr darstellt. natürlich entwickelt man bei harten drogen, wie heroin, körperliche entzugserscheinungen. aber die psychische seite ist hier wohl nicht zu unterschätzen. und man kann wohl physis und psyche auch nicht hundertprozentig trennen…
    ich habe erst letztens wieder bei arte gesehen, dass das gehirn trainiert werden kann, dass areale, die z.b. nicht benutzt werden, durch stimulation wieder ‘in gang’ gebracht werden können. es wurden in der doku von geburt an blinde menschen untersucht, bei denen das sehzentrum funktionierte. daraus ziehe ich eine positive seite; nämlich dass ein mensch wieder ‘normal’ werden kann. also ohne die exzessive nutzung von drogen, welcher art auch immer, glücklich leben kann. und auf der anderen seite erklärt das für mich auch ein stück, warum es schnell gehen kann, dass ein mensch wieder süchtig wird, wenn er in alte verhaltensmuster zurückfällt… und um eben nicht rückfällig zu werden, braucht es wohl ein stabiles umfeld. ein umfeld in dem man nicht gleich als ‘asozial’, krank oder sonstwie gesellschaftlich benachteiligt eingestuft wird. ein umfeld in dem man chancen bekommt sein leben zu leben, und nicht abgeschrieben ist, weil man gewissen anforderungen der leistungsgesellschaft nicht von vorn bis hinten entspricht. ein umfeld, das einen menschen wohl hätte gar nicht erst in die sucht entgleiten lassen… ich denke suchtkranke menschen sind ein symptom einer unperfekten gesellschaft, die evtl. den falschen idealen folgt…
    nicht umsonst werden psychisch bedingte krankheiten als die häufigste ursache von arbeitsunfähigkeit in der zukunft eingeschätzt…
    das beispiel mit den von geburt an blinden menschen muss jetzt auch nochmal für eine weitere these herhalten. wie bereits oben beschrieben denke ich, dass physis und psyche nicht komplett trennbar sind. aber bei einigen psychischen ‘krankheitsbildern’ stelle ich mir schon die frage, wieso man da medikamentös eingreifen muss. sicher, so werden botenstoffe in den körper gebracht bzw. deren ausschüttung stimuliert, aber kann das die lösung sein? evtl. würde es auch reichen zu sagen, dass z.b. der job einen menschen zerstört. anstatt pillen zu geben, die ihn wieder auf spur bringen, hilft vielleicht auch einfach eine bewusste veränderung im leben…

  5. @vivec:
    Ich kenne mich leider zu wenig mit ADS/ADHS aus. Kann aber mal meine Frau fragen, die ist da bewanderter.

    @Alexander: Es geht nicht um ein bestimmtes Suchtmittel wie beispielsweise das WOW-Spielen.

    @modahoe: Flow ist das Glücksgefühl. Sucht ist die permanente Suche nach dem Flow. Das mit der Anpassung ist interessant, da gerade die legalen Suchtstoffe wie Alkohol, Nikotin und Tabletten in jedweder Form im Grunde genommen klassische Anpasserdrogen sind, in einer Gesellschaft, in der Normalität eng gekoppelt ist an das Leistungsvermögen eines Individuums. Wer nix oder wenig leistet in den Augen des gesellschaftlichen konsens ist krank und grenzt sich damit ab.

    @peggy: Kann ich alles so unterschreiben. Wichtig finde ich deine Bemerkung zum Thema Regeneration des Menschen. Menschen können sich tatsächlich entgegen der landläufigen Meinung, nämlich doch verändern. Es ist nur verdammt anstrengend und oft frustrierend und daher oft ohne Erfolg gekrönt. Das Verharren in alten verhalsensmustern empfindet das Gehirn scheinbar als wesentlich leichter, trotz eines vielleicht immens auftretenden Leidensdruckes. In der Systemtheorie beschäfigt man sich zudem vestärkt mit dem Einfluss des “äußeren Umfelds”. Das ist sehr interessant, zumal “Störungen” im System (z.B. Familie) immer einer bestimmten Funktion auch für andere Teile des Systems dienen. Eine Depression innerhalb einer Familie regelt auch oft die Machtverteilung innerhalb der Familie. Es gibt die Co-Abhängigkeit usw.

    Ich finde es immer wieder erstaunlich wie wenig Augenmerk man bei so Suchtreportagen auf das Umfeld legt. Da ist immer nur der Süchtige, sein Suchtmittel und die unangefochtenen Opfer (meist Eltern) im Fokus des Geschehens. Sehr eindimensional. Ist mir vor allem hier aufgefallen: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/843812

    Danke für euer Feedback!

  6. Ilka Breitenbach says:

    @vivec:
    Geht man davon aus, daß AD(H)S durch ein Ungleichgewicht der Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin entsteht, dann würde das dafür sprechen, daß sich viele der AD(H)Sler selbst therapieren indem sie durch Drogen aber auch durch waghalsiges Verhalten, Extremsport,… versuchen dies auszugleichen.
    Ich weiß, daß es vor vielen Jahren malStudien dazu gab, daß medikamentös beahndelte ADSler später weniger zu Drogenkonsum neigten als nicht behandelte- weiß aber leider nicht mehr, wie aktuell diese noch sind und vom wem in Auftrag gegeben?!
    Würde aber ja dafür sprechen…

    Ich persönlich denke auch, daß sowohl Neurotransmitter-störungen (oder Abnormalitäten/ Besonderheiten) also auch mangelnde Ressourcen in der sozialen oder materiellen Umwelt wie auch andere persönliche Dispositionen dazu beitragen können, süchtiges Verhalten zu begünstigen.
    Die Entscheidung, dann aber auch tatsächlich eine, wie Patrick meint “pathologische” Form der Sucht zu wählen, bleibt aber dann immer noch dem Einzelnen überlassen, egal welche Bedingungen dafür sprechen.

  7. [...] Sucht sucht Belohnung, brainblogger 2. Mein Hörnichtaufmann und ich (1998), MC Winkel 3. Wir sind BILD: The Chrome [...]

  8. [...] Die Blogosphäre hat sich verändert. Der Kern ist weitergezogen und unterhält sich einfach ganz woanders. Nämlich dort, wo sie ihre Ruhe haben. Dort, wo sie auf die Dinge stoßen, die man in Blogs leider immer seltener antrifft: Leben und leben lassen - ohne dabei zum rückgratlosen Weichspüler zu degenerieren. Es geht letzendlich nämlich auch nicht darum nun immer übertrieben happy mit anderen Menschen umzugehen. Es geht darum, wie Brown es sehr schnell und präzise hier auf den Punkt brachte: do unto others as you would have them do unto you / Behandle Menschen so, wie du willst, dass sie dich behandeln. Natürlich möchte ich auch Kritik entgegennehmen. Natürlich möchte ich nicht immer mit Samthandschuhen angefasst werden, aber ganz genauso bin ich wie jeder andere auch auf Lob und Anerkennung angewiesen, ich bin wie jeder andere auch danach süchtig. [...]

  9. [...] wir beim Computerspielen, beim Konsum von Drogen oder dem Zappen durch zig Kanäle erhalten. Das Gefühl von Belohnung, von Anerkennung, von Zugehörigkeit - schlichtweg von Glück. Damit kein falscher Eindruck [...]

  10. [...] zu viele Erinnerungsanker, die die beschriebenen Gelüste wieder aufwecken. Und bitte auch nicht den bereits beschriebenen Belohnungsfaktor [...]

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