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geschichten und kontext

Geschichten treiben uns um, nicht Fakten. Geschichten enthalten Fakten, aber diese Fakten verhalten sich zu den Geschichten wie das Skelett zum ganzen Menschen. Wer glaubt, beim Lernen gehe es darum, Fakten zu büffeln, der liegt völlig falsch; Einzelheiten machen nur Im Zusammenhang Sinn, und es ist dieser Zusammenhang und dieser Sinn, der die Einzelheiten interessant macht. Und nur dann, wenn die Fakten in diesem Sinne interessant sind, werden wir sie auch behalten.

aus Manfred Spitzers (Professor für Psychiatrie und Neurowissenschaften) “Lernen”

Category: Allgemeines

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4 Responses

  1. gibro says:

    Ich schrieb in anderem Zusammenhang in meinem Blog darüber: http://www.dotcomblog.de/?p=176 . Eben auf diesem Kongress war auch Spitzer, ich selbst habe ihn nicht gehört, aber mich mit den Geschicten im Zusammenhang mit Lernen beschäftigt. Geschichte sind viel überzeugender und greifbarer als Fakten. Deine Ergänzung im Sinne von Spitzer, dass sie Wissen erst behaltbar machen finde ich einleuchtend. Und das wiederum korreliert mit der konstruktivistischen Lerntheorie zusammen. Danach wird nur das gelernt, was sich schon in vorhandene Konstrukte einbauen läßt. Der Rest wird ignoriert. Geschichten sind hier sicherlich die adäquatere Variante um Wissen an die schon vorhandenen Wissenskonstrukte einzupassen. Sie machen das Wissen spezieller.

  2. Vera F. Birkenbihl bezeichnet diese vorhandenen Konstrukte als “Wissensfäden”. Wir können neues Wissen immer nur an vorhandene Fäden anknüpfen, um so das gesamte, gewebte Wissen zu erweitern.

    Metaphern (vgl. Eselsbrücken) sind also ideal um unbekanntes Wissen anzuknüpfen. Lernen wird dadurch einfacher und einprägsamer.

    Lernen muss or allem Freude machen, also noch meilenweit von unserem heutigen Standard-Schulsystem entfernt.

  3. Achter says:

    Ich hatte vor etwa 2 Jahren das Vergnügen, Herrn Spitzer auf einem Vortrag zum Thema “lebenslanges Lernen” live zu erleben. Nur zu empfehlen, nicht nur als Wissenschaftler sondern auch als unterhaltsamer Redner.

    “Lernen muss or allem Freude machen”
    Richtig und das ist die Aufgabe der Lehrer. Die Ausbildung der Lehrer (motivieren, begeistern) ist der mMn entscheidende Baustein eines besseren Bildungssystems. Es wird viel zu sehr an anderen Faktoren rumgewuschtelt, freies Lernen oder Frontalunterricht, Gruppenarbeit oder Einzelunterricht -> Ideologisches Gehabe, hätten wir bessere Lehrer, würde keiner auf solche Ideen kommen….

  4. @Achter: Ich hab manchmal das Gefühl, dass viele nur deshalb Lehrer werden, weil es am bequemsten ist. Nicht etwa wegen der Ferien u.a. Klischees, sondern weil sie einfach die längste Zeit in ihrem bisherigen Leben mit diesem Berufsbild verbracht haben. Wer also nicht genau weiß, was er später mal werden möchte, ist mit “Lehrer” auf der bekannten und damit für ihn scheinbar sicheren Seite.

    Zu Spitzer: Hier gibts Folgen von Geist & Gehirn mit Spitzer (falls noch nicht bekannt): http://www.br-online.de/br-alpha/geist-und-gehirn/index.xml

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