Jul 10, 2008
Austausch zum Thema “Freelancer-Netzwerk”
In Twitter stellte ich die spontane Frage, ob ein “Freelancer-Netzwerk” den “normalen Agenturen” das Wasser reichen kann, bzw. sie sogar noch schlagen könnte. Aus meiner bescheidenen Erfahrung (durch Arbeit sowohl in einer Agentur wie auch innerhalb eines losen Netzwerkes) heraus, kann ich ungefähr die Vor- und Nachteile des jeweiligen Modells abwägen und auflisten. Gerne würde ich aber auch eure Erfahrungen zu diesem Thema hören und wer weiß, vielleicht entsteht aus dieser Diskussion ja am Ende etwas handfestes oder wenigstens eine klare Erkenntnis.
Hier mal ein paar Grundüberlegungen von mir (habe sicherlich haufenweise vergessen oder übersehen):
Freiheit
Freelancer sind Individuen, Diven und somit einfach einzigartige Menschen, die ihre Freiheit zu schätzen gelernt haben. Sie in ein starres Gefüge pressen zu wollen, könnte Schwierigkeiten geben.
Kunden
Akquise bzw. Kontakt ist der Dreh- und Angelpunkt im Geschäft. Wenn man nicht gerade das Glück hat einen gewissen Bekanntheitsgrad entwickelt zu haben, so ist die Akquise wirklich richtig fies. Aber gerade da kann ein Netzwerk helfen.
Größe
Irgendwann ist die Handbarkeit einer Organisation durch deren Anzahl limitiert. Viele Spezialisten verbreitern natürlich die Angebotspalette, müssen aber eben auch aufwendiger “gemanaged” und versorgt werden. Enge, kleine Teams dagegen könnten sehr eingespielt agieren und richtige kreative Feuerwerke entfachen. Doch wehe dem, es fällt mal einer aus. Doch wer will schon gerne auf der Reservebank sitzen?
Image
Auch wenn der Trend sicherlich immer mehr für so ein Netzwerk sprechen würde, so überlässt man die großen Jobs eben auch den großen “gestandenen” Agenturen. Hier müssen Präzedenzfälle wie aus GB geschaffen werden, um zu beweisen, dass so ein Netzwerk im Grunde nix anderes ist als eine “normale” Agentur (nur eben wesentlich kostengünstiger, spezialisierter, effektiver und ohne großes Cannes-Cannes)
Rechtsform
GmbH, OHG, Gbr, AG? Wer ist wie beteiligt, wie verteilen sich die Einnahmen und Gewinne? Was geschieht mit Rücklagen und notwendigen Neuinvests? Bekommt derjenige, der den Kunden anschleppt mehr als die anderen? Wie sieht es steuerlich aus oder bei Rechtsstreitigkeiten und Haftungsfällen? Ich fürchte, da wird mir am meisten schlecht, zumal ich davon zu wenig weiß. Wer kann helfen?
Räumlichkeit
Mobil sein oder doch ein festes Büro mit Meetingraum? ICE Conference, Regus oder gleich beim Kunden arbeiten? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein mobiles Arbeiten (ohne wirkliche Firmenpräsenz) in unserer Branche gar kein Problem mehr ist, manchmal wird sowas sogar als “cool” anerkannt (aber vielleicht auch nur im Bezug auf die neuen Medien).
Auftreten
Ich wollte eigentlich den Begriff “Philosophie” bewusst vermeiden, nichtsdestotrotz muss so ein Netzwerk ja auch ein gewisses grundsätzliches Verständnis zur kreativen Arbeit entwickeln und nach außen kommunizieren. Wie und wohin positioniert sich das Netzwerk? Ist man reine “Werbeklitsche” oder strebt man zu ganzheitlicheren Ansätzen (Produktentwicklung, Trendforschung, Buzz-, Guerilla-, PR2.0oderwasauchimmer). Stellt man sich regional, national oder global auf?
Aufstellung
Wie müsste danach ein schlagkräftiges Freelancernetwork aufgestellt sein?
x Kontakter (Akquise)
x Projektmanager
x Konzeptioner Online (Planner o.ä.)
x Konzeptioner Offline (Planner o.ä.)
x Printdesigner
x Screendesigner
x Fotografen
x Texter
x Produktioner
x Illustratoren
x Buchhalter
x Anwälte
x Produktdesigner
x Industriedesigner
x Psychologen
x Soziologen
x PR-Berater
x Journalisten bzw. Publizisten
x Unternehmensberater
x Eventmanager
x Architekten
x Mediaplanern
x Videoproduktioner
x Regisseure
x Drehbuchautoren
x …
oder einige genmutierte Kreativsäue (mit jeweiligen Mischskills).
Würde ich eine Agentur leiten, so würde ich größten Wert auf die Skills meiner Mitarbeiter legen, d.h. stetige Analyse der jeweiligen Stärken und fehlendem Know-How, mit anschließender fortwährender Verbesserung der Skills. Warum sollte ein Produktioner z.b. nicht auch fotografisches Können entwickeln können, also woran hat er außerhalb seines Tagesgeschäftes Freude und womit kann er es vertiefen und somit ein wertvollerer Mitarbeiter für alle (Kunde, Agenturinhaber, Team und er selbst) werden?
Führung
Führungslos geht gar nicht. Doch wer kann mit wem, wann und warum? Wie erzielt man ein grundlegendes, ehrliches “Setting”, so dass die bestmöglichste Grundlage für vertrauensvolle Zusammenarbeit erfolgen kann? Gibt es einen Entscheider oder mehrere? Durch das Netz von sehr vielen kleinen Unternehme(r)n könnte irgendwann Missgunst und Neid entstehen. Somit ist die größte Herausforderung und Voraussetzung zur Funktion dieses Netzwerkes, eine gegenseitige Klarheit der gemeinsamen Ziele, des organisatorischen Ablaufes (erfordert Disziplin und großen Konsens) und der letztendlichen Vergütung. Als Agenturinhaber würde ich regelmäßige Supervisionen initiieren (aber nur wenn alle das wirklich wollen, sonst ist es natürlich sinnlos), die dieses Setting immer wieder reflektieren und somit am Leben halten. Früher sollten Agenturausflüge oder Preisverleihungen so ein Rahmen der Reflektion und des gegenseitigen Feierns und Ankuschelns sein, wieso also nicht gleich während der Arbeit?
Disziplin
Das wird für viele bitter sein. Stundenzettel kennen jedoch sowieso schon viele. Gehört eh irgendwie dazu (vielleicht kann man das sogar durch ein neues Modell abschaffen). Trotzdem gelten bei Netzwerken auch andere bestimmte Grundregeln, die zangsläufig eingehalten werden müssen, um das Netzwerk nicht zu gefährden. Einhaltung von Terminen, Erreichbarkeit in Einzelfällen, Regeln bei der gemeinsamen kreativen Arbeit, jeder ist gleichwertiger Repräsentant des Netzwerkes. Greift “er” oder “sie” daneben, greift es auch gleich das gesamte Netzwerk.
Kosten
Für den Auftraggeber ist das Freelancernetzwerk (in der Idealvorstellung) effizienter. Je nach Selbstverständnis und Organisationsform des Netzwerkes kann sich der Kunde versteckte Kosten wie Bürounterhalt, Reinigungspersonal, Awardteilnahmen, Fuhrpark und end- und sinnlose Projektmanagermeetings sparen. Das Preis-/Leistungsverhältnis wird auf alle Fälle zu Gunsten des Kunden verschoben. Natürlich geht der Kunde auch ein gewisses Risiko ein, aber ich denke auch dafür kann es Lösungen geben.
Vernetzte Spezialisten
Wenn sich ein schlagkräftiges Netzwerk zusammengeschlossen hat, so besteht dies aus Spezialisten aller Couleur in verschiedenen Städten und Ländern verteilt. So tauscht man sich nicht nur fachlich richtig global aus und bekommt schneller etwas von Trends und Geschehnissen in der jeweiligen Region mit. Das ist sehr wichtig und wird von Agenturen kaum praktiziert.
Geld
Geld muss da sein, d.h. es darf nicht vermisst werden, es darf aber auch nie die antreibende Kraft sein. Die möglichen Störprozesse durch das Thema Geld müssen unbedingt vorab geklärt werden. Gerade hierzu bedarf es einer gewissen Führung (muss und darf kein Alleinherrscher machen) oder man sourct das Thema gar komplett aus und schafft somit neutralen Boden. Geld ist der Scheidungsgrund Nummer 1 in Deutschland.
Sex
Never ever fuck the company! (Unless you are married or get married after)
…






Hi, ich denke gerade auch verstärkt über das Thema ‘Freelancernetzwerk’ nach - heißt: erste Schritte sind unternommen
Allerdings eventuell etwas ‘tiefer gehängt’ als in dem Detail, in dem du das hier skizzierst.
Denn auch vorher schon gab es ‘Jobs’ bei ich Leistungen “zugekauft” habe, bei denen aber der Kunde im wesentlichen einen Ansprechpartner hat.
Das gälte es zu formalisieren und in der Selbstdarstellung (des Netzwerks) eben auch zu präsentieren.
Ob man dabei ‘von Anfang an’ die ganze Palette anbietet oder eben auch je nach Job Leute dazuholt ist diskutabel- ich tendiere zum letzeren.
Und manche freuen sich auch, wenn man ihnen die Akquise abnimmt und die Koordination ist eben dann genau so ein “Wert” wie das ‘Produzieren’, das eben in der Kalkulation auch zu berücksichtigen ist. Auf dem Netzwerk ausruhen sollte sich aber eben auch keiner.
Nach meinen Überlegungen kann es sogar sinnvoll seine, kleinere, extrem spezialisierte Agenturen ‘anzudocken’ und ggf. Aufträge auch durchzureichen, wenn jemand eine ganz spezielle Anforderung hat, für die es schon ein effizientes Team-Setup gibt.
Ob man daneben die Akquise separat honorieren muss, wird von der Konstruktion abhängen. wenn das Ding _wirklich_ groß wird (Weil dann manche nur das machen. - Bzw. wenn man an eine Agentur durchreicht), wohl schon.
Und sicher wird es Leute geben müssen, die über das Netzwerk an sich nachdenken, aber die Koordination einzelner Projekte kann denke ich wechseln. Fraglich ist eher, ob man bestimmte Funktionen wie Rechnungsstellung, Buchhaltung zentralisiert. Gegenüber dem Kunden natürlich schon, “intern” kann das diversifiziert blieben.
Auch in meinem Umkreis formiert sich gerade ein solches Netzwerk. Wir sehen Vorteile in der Akquise und im Auftreten gegenüber dem Kunden (größeres Leistungsspektrum, geringere Kosten).
Ausserdem erhoffen wir uns die Möglichkeit, größere Projekte umzusetzen.
Wir werden unter einer Dachmarke auftreten. Die einzelnen Agenturen bleiben bestehen. Der harte Kern unseres Netzwerks hat bereits in der Vergangenheit oft zusammengearbeitet. Wir kennen uns also, wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können, dass keiner dem anderen einen Kunden ausspannen wird etc. Vertrauen ist essentiel. Deshalb ist so ein Netzwerk im Sinne einer Arbeitsgemeinschaft meines Erachtens nicht beliebig erweiterbar.
ich halte , besonders als Kunde, freelander netzwerke für die bessere lösung. da sliegt ganz einfach daran, dass man zum einen sicher gehen kann, dass sich bestimmte leute mit der thematik auseinandersetzten und nicht, wie es bei einer größeren agenture oft der fall ist einfach ressourcen nach budget verteilt werden. an aufträgen mit größeren budget arbeiten dann die vermiedlich besseren und die kleinen aufträge werden teilweise sagar von azubis und nebenbei erledigt. (dafür sind freelancer netzwerke natürlich öfter ausgebucht ).
ein weiterer vorteil von freelancern ist gerade der idealismus. es geht ihnen um die arbeit, sie machen das weil es ihnen spaß macht. sie arbeiten frei weil es ihnen Spaß macht, sie haben also grundsätzliche mal eine stärkere Eigen-Motivation.
Arschkriecherei und “nach-dem-mund-Reden” fällt auch eher weg… Agenturen mit zig Mitarbeitern können sich Idealismus nicht leisten.
Ich finde man könnte fast wie zwischen klassischen Werbemaßnahmen (Agenturen) und Below-The-Line (Freelancer-Nertworks) unterscheiden.
die idee ist gut und schön.
aus meiner erfahrung ist sich jeder selbst am nächsten. viele in meinem bekanntenkreis wurschteln lieber alleine rum, als sich zu formieren oder gar zu vernetzwerken. darüber reden ist immer nett und klar, viele kennen sich untereinander und viele tun auch gerne so als ob und die stars arbeiten eh alle in den großen agenturen und peitschen sich gegenseitig den begriff wettbewerb aus den poren.
wenn sie also einen ironiker und eingefleischten lokalreporter beschäftigen möchten, liebe becks bier company, hier bin ich..
Ich finde, die Idee ist in der Zeit und gut. Strawberryfrog hat gezeigt, dass sich auch Marken mit grösseren Etats auf ein derartiges Netwerk einlassen. Dort hat man sich, soweit ich das weiss, ziemlich um die eigene Agenturmarke und ein funktionierendes internes Job-Management gekümmert. Die Probleme werden hier in vielen Details liegen. Insbesondere die Rechtsform könnte ein Knackpunkt werden. Eine kleine AG oder aber auch eine Genosenschaft würden sich meiner Meinung nach anbieten.
Spannendes Thema.
[...] Brainblogger - Gehirn, Wissen, Zukunft, Kommunikation, Kultur und freies Denken» Blogarchiv » Aust… (tags: icommented via:mento.info) [...]
Lokalreporter drückt aus, was ich auch ab und an denke, wenn ich abends zur blauen Stunde meinen Rechner abschließe.
Ich habe als mehr konzeptioneller Mensch mit Designmäntelchen ein kleines Netzwerk (IT, Katalog, Text, Illustrator, etc.). Das ist aber sehr unverbindlich unterwegs, es gibt wenig klare Regeln, was ich aber gern anders hätte. Habe das auch schon formuliert, passiert ist nichts, pralle irgendwie ab als BWL-Komiker. Bin aber keiner, seltsam das.
Habe auch bereits Aufträge reinvergeben, ich alter rundum-Akquise-Bär. Was ich aber meinerseits anbiete, da gibt es in dem Zielkundenumkreis des Netzwerks keine geeigneten Kunden (Kunden, die übergreifende Konzepte brauchen, und nicht nur ein Sitechen oder ein Flyerchen.) Daran haperts arg. Also isses das falsche Netzwerk Watson, sage ich mir, geboren halt aus Sympathie und dass man sich kennt. Aber das reicht nicht, nie.
Das Prob ist bei den meisten typischen “Grafiker-Netzwerken” auch, sie sind nicht heterogen genug. Und bemerken das nicht einmal. Unter heterogen verstehe ich sich ergänzende Dienstleistungen. Es wird zu sehr (?) danach gegangen, ob man sich mag (Kuschelfaktor), statt betriebswirtschaftliche Überlegungen anzustellen. Ein bisschen unternehmerischer, taffer, kommen mir hingegen Webentwickler und IT-Leute vor, eher als Grafiker. Leuts, letztere sind manchmal als Geschäftsleute eine Katastrophe
, nehmts mir nicht übel.
Es fehlt bei vielen solcher Grafikerkuschelwerke an Struktur, wer berät, wer holt Aufträge, wer verpflichtet sich zu was. Der gegenseitige Austausch an Wissen und Erfahrung könnte auch besser sein. Mir wäre lieber, man unterhielte sich am Telefon weniger oft über Privates (isja gut), aber mehr über Positionierungen (hamse selber meist nicht), Akquisetechniken oder neue Scripte oder das neueste Designbuch. Ich weiß auch nicht.
Ich kuschel schon gerne, aber ich möchte was tafferes. Freelancer-Networks könne was wunderbares sein, ganz habe ich es noch nicht aufgegeben.
Kennt jemand strawberryfrog?
Das ist ein Netzwerk, so wie es Patrick beschrieben hat, das mich vor 3-4 Jahren begeistert hat. Mit Sitz in Amsterdam, soviel ich weiß und macht sogar internationale Kunden, obwohl die Freelances verstreut in Europa sitzen.
@Vroni: ich stimme dir zu: kuscheln reicht nicht!
Und sich auf die Füße treten, weil’s zu viele mit gleichen Stärken und Kompetenzen sind, geht auch nicht. Klare und nach Möglichkeit klar abgegrenzte Kompetenzprofile sind superwichtig. Ein Geflecht aus Spezialisten. Wer Internet kann und Flyer nur so ein bisschen, sollte sich auf’s Internet beschränken und umgekehrt.
Der Wissensaustausch ist mit ein Grund weshalb ich so ein Netzwerk spannend finde. Mich interessiert schon, wie der PR-Mensch arbeitet und wie die Fotografin ein Konzept für den Kunden erarbeitet. Das möchte ich gerne so nebenbei abgreifen, mein Halbwissen aufpolieren, ohne dass ich mich 100% mit der Materie auseinandersetzen muss.
Strawberryfrog ist mir bei den Thema auch sofort in den Sinn gekommen. Die Jungs (und Mädels) haben meinen vollen Respekt! Was die seit 1999 geschafft haben ist bemerkenswert… Etwas ähnliches hier aufzuziehen war schon damals (2000) mein Traum..
An Ideen mangelte es damals nicht, nur an risikofreudigen Mitstreitern. Wahrscheinlich weil die Dotcom-Blase damals gerade geplatzt war.
Na ja, die Zeit war wohl noch nicht reif (So ein Gedankenaustausch wie hier war z.B. damals kaum möglich).
aber wie man sieht (oder hier liest), sind diese Netzwerke momentan überall am entstehen… Eine revolu… äh spannende Zeit ist das
So ein Netzwerk zusammenzuhalten oder überhaupt erst zum Laufen zu bringen, dürfte nicht ganz einfach sein…
Andererseits hätte man damit am Markt vielleicht sogar große Chancen, wenn man sich als Netzwerk so aufstellen würde, dass man damit die Schwächen der Agenturen in einen Wettbewerbsvorteil für sich selbst ummünzen könnte.
@ Klaudia @ Felix @ Matthias @
Erklärung, keine Entschuldigung: So schön, wie es ist, da hängt viel Positionierungs-, Marken-, Organisations, Akquise- und Führungsarbeit dran. Das will oder kann keiner so gern machen. Sonst hätten wir längst schon viele bekannte Netzwerke.
Ich würde nicht einmal so sehr den guten Willen anzweifeln, es gehört was dazu, sowas aufzuziehen. Auch, die richtige Unternehmensform zu finden. Da haben einige nicht die Puste, man muss ja auch finanziell in Vorlage gehen. Denn ohne Steuerberater oder Fachanwalt zur Seite sollte man das nicht anfangen. (Ich war Zeuge, wie unglaublich zäh es war und wievieler Anwälte, Papiere und Verhandlungen es bedurfte, nur allein eine Unternehmen, das es schon gab, zu kaufen und zu übernehmen. Standort Bayern, unglaublich.)
“Followers” (Netzwerk-Mitglieder) finden sich von alleine.
Hochqualifizierte potenzielle “Followers” kommen jedoch auch ohne Netzwerk meist gut zurecht. Diese anzuziehen scheint mir die zweite wichtige Überzeugungsarbeit zu sein. Nur dann ist man als Netzwerk, das Agenturen ausstechen soll, auch eine gute Marke.
Da es kürzlich werbeblogger.de hatte, wie wenig viele Agenturen in der Lage seien, gute Markenarbeit für sich zu machen, könnt da was gehen. Dann man mit gutem Beispiel nach vorne. Ich mach die Konzeption. Wer weiß einen guten Rechtsformberater? Wer sammelt Geld?
viele portale und ideen sind im grunde nichts anderes als neugelayoutete versuche, mit anderen in konkurrenz zu treten. diese wettbeberbsbesessenheit ist aus meiner sicht der grund für die inflationäre vielfalt völlig überflüssiger ideen und portale.
ich finde die idee der bündelung gut, finde kleine teams gut und besonders @vroni das kluge verteilen der fähigkeiten.
also, auf gehts, netzwerk-portal gründen, aufträge an land ziehen, geld verdienen, wachsen. so einfach ist das, theoretisch..
wie bei jedem mind-mapping auch: das einfachste sind immer die ideen..
Ich denke, man sollte noch mal klären, was mit einem Freelancer-Netzwerk gemeint ist? Einige Kreative, die kleinere Projekte übernehmen oder ein Gebinde, das auch “richtige” Markenetats übernehmen kann/will?
Für den zweiten Fall sehe ich aus Kundensicht ein Problem: fehlende Kontiunität. Wenn man sich allein klarmacht, wie lange es z.B. dauert, einen Texter auf einen Etat/eine Marke “einzureiten”… Eine “normale” Agentur hält eben auch jede Menge Kunden-/ Branchen-Know-how vor… Einige Freelancer müssten sich also schon etwas mehr committen… Die Fluktuation muss sich irgendwie in Grenzen halten.
Das mit den kleineren Projekten im Freelancer-Netzwerk kenne ich und es hat bisher gut funktioniert. Mit großen Etats in so einer Konstellation hab ich keine Erfahrungen, da werde ich eher von den Agenturen “dazugekauft” - witzigerweise besteht dann durchaus mal ein gesamtes Team aus Freelancern, die sich allerdings nicht vorher vernetzt haben.
Ein Problem, das bei relativ losen Vernetzungen auftreten kann, ist, dass die einzelnen Freelancer jeweils noch eigene Projekte betreuen oder eben für Agenturen arbeiten, so dass manchmal gar nicht genug Kapazitäten da sind, wenn ein größerer Auftrag winkt. Da müsste man wahrscheinlich von Anfang an entschiedener gemeinsam auftreten, was wiederum der Einzelkämpfer-Mentalität vieler Freelancer widerstrebt.
@ Lokalreporter
Geht wieder ein Punkt an dich:
Viele Freelancer - auch gute dabei - sind gar nicht so kunden-geld-geil und verstehen das Gekämpfe (den Agenturen Konkurrenz machen) nicht recht. Sehe ich auch so.
Meinereiner selber ist aus dem internen-externen Kampfgetöse der Agentur als Angestellter ausgestiegen, UM mehr Freiheit, wieder mehr Freude dran und weniger Stress zu haben. Ich mach auch derzeit nur Kunden, die mir Freude machen. Andere qualifiziere ich vorher meist aus (Notnägel und Nassauer, Unlustige).
Wenn das für den Kreativen nicht mehr reicht, die Akquise zum Horrortrip wird, ist das Netzwerk die Lösung zur Stärkung der Kreativenzunft. Muss dann gar noch so ein Ansatz sein, den Agenturen Konkurrenz zu machen und Kohle einzfahren ohen Ende. Es kann der bescheidene Ansatz sein, dass der Einzelkämpfer nicht dem Untergang geweiht ist.
Es kommt auf den Ansatz an:
Genossenschaft zur gegenseitigen Stärkung der Einzelkämpfer. Mit gegenseitigen Weiterbildungs- und Einkaufsmöglichkeiten, gemeinsamer Nutzung von Material, Büro und Akquise (dann kann man sich auch bezahlte Akquise leisten.)
Oder als hochkreative Spitzenteams den Dickschiff-Agenturen zeigen, wo der Hammer hängt :-), weil man ihren Overhead (auf deutsch Wasserkopf an Verwaltung und Kontaktern) nicht braucht und schneller ist. Kommen ganz verschiedene Netzwerke bei raus.
@Julia
Das ist eben der Punkt: Aus Freelancersicht soll es halt “free” sein, Kunden haben es lieber etwas handfester. Insofern: Strawberryfrog - sieht von aussen aus wie Agentur, fühlt sich so an, riecht so. Etwas in der Art würde auch hier funktionieren. Aber das bedeutet dann: Du brauchst bereits eine gut funktionierende Infrastruktur, bevor Du den ersten Kunden hast.
@Flausenkopf
Ich bezweifele, dass der Idealismus der Kreativen ein relevantes Entscheidungskriterium für Kunden ist. Kreativität ist auch keins. Ein reibesloses Tagesgeschäft, Termintreue, “On-budget”-sein etc. schon eher.
Insgesamt: Trotz aller Probleme geht die Idee in die richtige Richtung. Die Agenturbranche wird sich - ähnlich wie die Tonträgerindustrie - verstärkt Gedanken machen müssen, wie sich mit den Veränderungen umgehen will, die das Netz bringt. Mediaagenturen wird dieser Veränderungsdruck schon bald treffen.
es könnten sich die hier kommentierenden zu einem spontan-netzwerk zusammentun und täglich EINE idee posten, in einem von einem/oder einer gegründeten blog. ein jahr lang.
das mag verzerrend klingen, aber ich bringe mich lieber bei abstrakten projekten mit wenigen ein, als an einem teasenden themenstrudel mitzubacken aus dem dann doch nichts wird.
@vroni, der punkt geht an dich!
Bis jetzt haben wir viel von den Interessen der Freelancer erzählt, was sie sind, was sie nicht sind, wollen und können.
Wirklich wichtig ist aber, was der Werbekunde will und braucht.
Erst dann kann man ein Geschäftsmodell aufsetzen. Denn er muss das Netzwerk ja wollen und brauchen, von dessen Vorteilen überzeugt sein. Ergo seine alte Agentur feuern (ist halt so, wir haben Verdrängungswettbewerb).
- Will er seine althergebrachte Agentur nach wie vor wegen des guten und erfolgreichen Auskommens (soll es auch geben^^, dann wird es schwer) oder gibt es Ansätze, wo er unzufrieden ist?
- Welche Strukturen und Denkweisen hat der Werbekunde? (Nach meinem Dafürhalten suchen und finden sich Auftraggeber und Dienstleister dann gern, wenn sie ähnliche Strukturen aufweisen.)
- Will er wirklich an erster Stelle “Zuverlässigkeit und Termintreue im Tagesgeschäft”?
- Braucht er wirklich für seine Branche (Auto, z. B.) immer langandauernde Einarbeitung und Projektbegleitung (Argument für eine klassische Agentur)? [Und ist das sowieso nicht das langweiligere für ehrgeizige selbstständige Kreative?]
- Ist er wirklich auf “immer preisgünstiger” versessen? Muss man als Netzwerk den “No-Overhead-also-günstig-Preis” als N0. 1 in den Vordergrund der Akquise-Argumentation setzen, oder ist es nicht besser, über die andersartige/bessere Leistung und Wirkung zu punkten? (Ich meine, dass letzteres.)
- Will und braucht er für sein Unternehmen wirklich Neues, das klassische, trägere Agenturen ihm nicht rasch genug liefern? (Web-2.0-Beratung, neue kommunikative Ansätze)?
- Das Nicht-Feuermodell: Ist er eventuell bereit, neben seiner klassischen Lead-Agentur sich mit einem Freelancer-Topteam zu beschäftigen, das ihm Querdenker-Input liefert?
Schnittstellen suchen und finden
Wo gibt es also die Schnittstellen, wo Werbekunde und ein Topkreativen-Netzwerk zusammenpassen? (ich rede jetzt nicht vom eher gemütlichen und eher großen Netzwerk zur Stärkung der Freelancer, das eher einer Einkaufs-Genossenschaft ähnelt, sondern von einem schlanken Topteam, das den Agenturen Konkurrenz machen will).
Aus dem Bauch heraus würde ich sagen:
Zielgruppe genauer festlegen. Nicht sagen: alle gut zahlenden^^ Unternehmen, die Werbung treiben. Falsch, sondern: Per Recherche Werbekunden ausfindig machen, die selber netzwerkartig strukturiert und outgesourcte Topteams haben.
Denn diese braucht man nicht zu überzeugen, dass Netzwerk toll ist und Vorteile hat. Sie kennen das, sie leben es und eine Menge Missionierungsaufwand* entfällt in der Akquise. Am schönsten ist es immer, man rennt offene Türen ein
_____________
* Unterschätzt den Missionierungsaufwand bei misstrauischen Knorpelkunden nicht, der frisst in der Akquisephase, bis es läuft, die meisten Ressourcen. Un dann ist man pleite. Da ein kleines Netzwerk nicht die Hölle viel Ressourcen hat, weder an Liquidität noch an Manpower (zumindest nicht so viel wie IKEA^^), sollte man das bedenken. Empfehle da immer wieder gern die EKS-Strategie.
Übrigens, weil wir grade bei IKEA sind. Sie vergeben gern und oft an immer wieder verschiedene kleine Teams und Einzelkämpfer. Weil IKEA selber ein bisschen so ist in seiner Philosophie und Struktur (s. Argumentation o.). Zumindest - verglichen jedenfalls mit der restlichen eher konservativen Möbelbranche ein unruhiger Neuerer mit neuen Ideen.
Derart gestrickte Kunden sollte ein ehrgeiziges Freelancerteam ansteuern. Bei den anderen wird es das schwerer haben, vielleicht zu schwer.
[...] oder Agentur? 11. Juli 2008 Eine Frage, die aktuell in vielen Köpfen geistert. Spannend, was der Brainblogger dazu aufgeführt hat. Und spannend, welche Diskussion sich daraus entwickelt. Aus den aufgeworfenen Fragen und [...]
ich kenne als kunde beides.
du hast vor- und nachteile sehr gut aufgeführt.
im endeffekt kommt es auf den auftraggeber an. ist er offen für freelancer und hat kein problem mit den “nachteilen” v.a. ansprechpartner und agentur-brand finde ich das die bessere lösung.
oft haperts nicht an den beiden modellen agentur- freelancernetwork, sondern eben an den mustern, erfahrungen und köpfen der auftraggeber in den firmen…
als kunde will ich “einen” ansprechpartner. der muss im freelancernetwork auch die durchschlagskraft haben zu steuern.
denkt also weniger aus der sicht der beiden modelle, sondern aus sicht der kunden. was will er? was braucht er? was ist sein bedürfnis?
dann klappts mit beiden modellen oder mit keinem!
Freelancer-Netzwerk oder Agentur? Das ist die ewige Frage, nach der richtigen Balance zwischen Kontrolle und Freiheit. Darauf gibt es keine allgemeine Antwort. Jede Gruppe muss dazu seine eigene Lösung finden. In jedem Fall ist sie auch bestimmt durch die Charaktere in der Gruppe wie auch ihre gewachsenen Beziehungen untereinander.
Patrick, ich finde es gut, dass du die Dimensionen für den Entscheidungsspielraum dafür geliefert hat. Die Diskussion in den Kommentaren empfinde ich als sehr fruchtbar und anregend.
Nachtrag zu “Rechtsform”, “Kosten” und “Einnahmeverteilung”:
Das einfachste ist folgendes zu tun: Es gibt eine “Dachorganisation”, die zentrale Aufgaben wahrnimmt. Beispielsweise Marketing, PR, Einkauf oder aber auch Vertrieb. Die genaue Absprache darüber, was das zentrale Dach machen soll und was dezentral beim Freelancer liegt, muss getroffen werden. Die Freelancer zahlen monatlich einen fixen Betrag an das Dach (”Management Fee”), damit es diese Aufgaben erfüllen kann. Das Dach hat eine verantwortliche Führung, einen Geschäftsführer, ein Profi aus der Branche. Es sollte eine GmbH sein. GbR ist zu riskant bei vielen Gesellschaftern. Alle Freelancer sind Gesellschafter (zu gleichen Teilen) am Dach. Ferner kann (muss aber nicht) das Dach auch als Vertragspartner der Kuinden auftreten. Zumindestens bei grösseren und arbeitsteiligeren Projekten macht das Sinn. Im Gegenzug verpflichten sich alle Freelancer alles über diese Organisation abzuwickeln.
Damit liessen sich beliebig skalierbare Netzwerkgrössen realisieren.
Effekt: One Brand & one face (and one contractor) to the customer, but many different talents and sources. Huge portfolio. Many references.
PS: Die monatliche Management Fee sollte in der Grössenordnung eines Honorartages sein. Das Minimalziel des Dachs wäre es, Aufträge mindestens für 60% der verfügbaren Zeit der Freelancer zu liefern. Damit wäre der Erfolg nachträglich messbar und optimierbar. Eine marginale Umsatzbeteiligung für das Dach ist ebenfalls reizvoll.
PPS: Das ist rein in Kladde geschrieben und natürlich diskutierbar.
Ich habe mir zu diesem Thema schon vor fast einem Jahr Gedanken gemacht und damals schon was entwickelt, werde mir das mal wieder anschauen. Ob es noch tagestauglich ist.
Mir gefällt die Idee eines Netzwerks, weil meines Erachtens die Vorteile überwiegen, wenn das Ganze sinnvoll aufgezogen wird.
Insbesondere wenn klar gestellt wird, wer mit welchen Fähigkeiten für welchen Bereich zuständig ist.
Sicherlich wären nicht alle potenziellen Kunden interessiert, aber manche bestimmt.
jeder bauer mit kleinem stall wird sich ein wohlklingendes angebot einer genossenschaft überlegen, sobald er aber dafür bezahlen soll, wird er sich wehren, und das zu recht!
die idee einer xingschen premiumsvernetzung [so jedenfalls verstehe ich cems ausrichtung] kommt mir vor wie ein gesellschaftsspiel. alle sind global, jeder kennt jeden, alle sind miteinander vernetzwerkt. man sammelt kontakte, chattet um die halbe welt, befindet sich in aktion, psychologisiert, gibt sich smart, wertet sich auf und wird aufgewertet. schön das alles, nur, davon wird die kuh im stall nicht satt.
ich vermute, aufträge werden ausschließlich innerhalb eines bestimmten systems vergeben, es bedarf einer realen dazugehörigkeit. ich kann mir nicht vorstellen, dass mir irgendjemand auch nur einen euro in den hut wirft, weil mein profil auf der kontaktspalte von lars hinrichs runterlächelt.
was ich mir vorstellen könnte, wäre ein elitärer club, eine art freimauer loge für freelancer, eine superpremiumsmitgleidschaft ohne mitgliedsbeitrag, wo bewußtsein und kreativität zählt, wo aufgeblasene image-klons draußen bleiben müssen..
für mich ist ein Free Lancer Netzwerk eine ungeordnete Agentur
mit all den innerbetrieblichen Aufwendungen, die Agenturen auch haben,
Faktor Zeit:
wieviel Zeit pro Woche geht für die Pflege des Netzwerks drauf?
ich veranschlage ca 35-40% meiner Zeitkapazitäten für Akquise
(vom Fachartikel bis Angebote schreiben-Emails mit Kunden)
5% brauche ich um professionell Up to Date zu sein,
und mind. 55% für die Abarbeitung der Aufträge,
bin ich in einem Netzwerk muß ich mir die Zeit von der Akquise holen, denn von der Abarbeitung der Aufträge wird es schlecht gehen,
ein Netzwerk macht noch keine Akquise,
ich seh mich auch nie “hie Agentur da Freelancer dort Netzwerk,
ich habe bei mir einen Pool an Leuten, die mir bei den unterschiedlichsten Sachen aufgefallen sind, kommt eine Anfrage rein wo ich mir jemanden holen mag/muß, dann frage ich gezielt Leute aus dem Pool an,
als Netzwerk würde ich es nicht verstehen, weil dies eine sehr einseitige Sache ist,
wer bestimmt nämlich - so wie Ute klar formulierte “wenn das Ganze sinnvoll aufgezogen wird.”
ist man Mitglied eines Netzwerkes kommen nach und nach alle (An)FOrderungen wie bei einem Verein:
bloß bei der Frage wer akquiriert scheitert man dann bei der Jahreshauptversammlung ;);)
Lose, absolut lose Werbegemeinschaften - wollt ich ein Netzwerk, hätt ich bereits Angestellte und eine Agentur, aber genau das mag ich ja nicht
lg
Eine Variante zum “Freelancer-Netzwerk” wäre ein “Marktplatz für Freelancer”. Ein Marktplatz steuert sich automatisch und braucht sogut wie keinen Overhead. So ein Marktplatz könnte auch einen Toolset für Freelancer anbieten wie Zeiterfassung, Fakturierung, Buchhaltung. Solche Marktplätze gibt es schon. Projektwerk.de ist beispielsweise so einer. Hat jemand Erfahrung damit? Gibt es weitere?
Wir versuchen hier in einem kleineren Kreis auch schon seit einiger Zeit ein Freelancer Netzwerk aufzubauen.
Ein Problem dabei: Freelancer sind tatsächlich seht individuell. Jeder hat seine eigene Vorstellung davon wie er seine Arbeit gestalten möchte. Ein Zusammenschluss mit den notwendigen Kompromissen ist da immer schon ein gewisses Hindernis. Festangestellte haben zumindest schon mal gemeinsam, dass sie eine Festanstellung wollen.
Die maximale Größe für ein Freelance Netzwerk würde ich bei 8 - 12 Personen sehen. So besteht die Chance, dass das Netzwerk als Marke erkannt werden kann. Wird das Netzwerk zu gross, landet man eher bei einem Marktplatz, wie Projektwerk usw. in der Einzelne gesucht werden.
Das führt gleich zu der Überlegung, ob nicht ein Meta-Netzwerk Sinn machen würde. So wie ich Firmen suchen kann, die eine Bestimmte Dienstleistung bieten, könnte man dann nach Freelancer-Netzwerken suchen.
Wie gesagt, wir sind hier auch noch im Brainstorning Modus. Also bitte gerne Kritik und Anregungen zum oben gesagten.
Kann von reinen Internet-Freelancer-Plattformen nur abraten.
Wer wissen will warum, kann mich privat kontaktieren.
@ Cem Basman
Wir haben ein den letzten Monaten einen “Marktplatz für Freelancer” aufgebaut: http://www.netjobbing.de
Bei uns geht es nicht um IT-Dienstleistungen, sondern unser Ansatz ist es, Führungskräfte und Mitarbeiter der Unternehmen durch die einfache Hereinnahme externe Projektarbeit zu entlasten.
Im Gegensatz zu den bekannten Handwerksplattformen findet bei uns statt kein „Preisdumping“ statt, denn Unternehmen kommt es auf das Preis-Leistungsverhältnis an. Daher sind die Angebote nur für den Auftraggeber transparent. Er entscheidet dann Anhang der Informationen aus dem Expertenprofil (Werdegang, Referenzen, etc.), dem vorgeschlagenen Vorgehen und natürlich auch dem Preis.
Da wir Gründer selbst lange Freiberufler waren, erheben wir von unseren Experten keine „Grundgebühren“, sondern eine Vermittlungsprovision - allerdings nur im Erfolgsfall. Dafür durchlaufen alle Experten einen Auswahlprozess, um Mitglied unseres Netzwerkes zu werden.
Nach wenigen Monaten am Markt können wir resümieren, dass das Modell insbesondere im mittleren Preissegment (bis 1.000 Euro Projektvolumen) funktioniert. Wir freuen uns über ein wachsendes Expertennetzwerk und steigende Ausschreibungszahlen.
Um meinen Twit etwas auszuführen.
a) es gibt viele Versuche mit Netzwerken, die mit Lust beginnen und selbst ohne Last nicht funktionieren
b) es gibt viele Netzwerke, die funktionieren, es nur nicht an die Glocke hängen
c) man kann die Kuh erst schlachten, wenn sie tot ist
Oder in Prosa: Meine Agentur ist so etwas, in etwa. Ich liebe die Flexibilität kleiner Einheiten. 8-12 ist so eine magische Größe. Wenn es größer wird dann auch gerne bis 8 x 8, damit kann man schon einiges stemmen. Vorteil: ich nehme immer die Experten ins Team, die wirklich wissen, was sie tun. Ich habe keine Pflicht- Auslastung, wie in Agenturen. Alle Partner haben auch eigene Kunden, deswegen sind sie ja hervorragende Spezialisten. Alle Partner haben auch eigene Partner, deswegen kann man die Teams schnell vernetzen und alle haben schon gemeinsam gearbeitet. Das ist die Organisationsform eines Netzwerkes. GMBH etc. braucht es gar nicht. Geld - einfach über Provisionen und/oder Budget für Aquise und Projekt, dann auch Strategie, Beratung, Konzept etc.. Der Markenaufbau ist das Wichtigste und läuft meines Erachtens über die umgesetzten Projekte. Daran arbeiten wir noch
Und was die Kuh angeht: Vorausgeschickt: Netzwerke funktionieren nur, wenn man sich gut kennt. Erst dann kann man virtuell zusammenarbeiten. Wenn man sich aber gut kennt, hängt es nur vom Kunden und Budget ab, das Projektteam auf die Beine zu stellen. Schwupps, schon hat man das Netzwerk. Ob Kunden immer die Qualität der Arbeit einschätzen können, wage ich zu bezweifeln. Ist ja nicht Ihr Job. Ich selber sehe es aber als absoluten Vorteil an.
Freelancer permanent fest zu binden halte ich für einen überwiegend aussichtslosen Versuch, deswegen sind sie ja FREElancer. Buchen kann man sie genauso, wie bei jeder anderen Agentur, nur eben nicht in eine Gesellschaftsform packen.
Oder um das ganze Thema auf einen Satz zu bringen: Wenn ich ein Projekt habe, schicke ich ein paar eMails rum, ein paar Telefonate und schaue, wer Zeit hat. Wer passt, habe ich vorher schon selektiert. Die Stamm- Mitarbeiter haben den Lead bei den jeweiligen Projektteilen. Fertig ist das Freelancer- Netzwerk.
Freiheit - bleibt erhalten

Kunden - jeder will haben, keiner gibt ab
Größe - skaliert über Vernetzungen (8×8)
Image - Kommunikation über Dachmarke (KMTO) und Projekte
Rechtsform - Verband im Sinne von Bündniss (kein Verein)
Räumlichkeit - Mischformen (Büro, Hotel, Kunde, Virtuell)
Auftreten - unter der Dachmarke mit Hinweis auf Eigenständigkeit
Aufstellung - nach persönlichen Erfahrungen und Xing
Führung - zu Projektbeginn klären (Expertise; kann mit Kunden)
Disziplin - Teil der Eignungsprüfung zu Beginn
Kosten - nur unwesentlich geringer, vor allem: Flexibilität
Vernetzte Spezialisten - das kickt es!
Geld - siehe Führung und Eigenständigkeit
Sex - vergrößert das Netzwerk ;-)))
Ich halte nichts von künstlich drübergestülpten “Firmennamen” oder zu viel Theorie, Absprachen, Verträgen im Vorfeld. Einfach machen: Netzwerken, Aufträge gegenseitig vergeben, mit manchen mehr, mit manchen weniger/seltener zusammenarbeiten. Wenn’s passt, neue Leute reinnehmen und andere rausfallen lassen und alles flexibel handhaben. Die meisten Freelancer sind zu individuell und wollen gar keinen großen Überbau haben.
@einfach machen, wa ~ irgendwie ~ quatschposting. besoffski. bekiffski. irgendwie halt — dwhofizeuoö. naja, ähh.. freak yourself!