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Spielen erzeugt eine eigene Wirklichkeit: die der Möglichkeiten.
Natias Neutert: 1971
Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten größer wird!
Heinz von Foerster – Ethischer Imperativ
Wenn es ein “Buzzword” gibt, das die letzten Jahre immer wieder in bestimmten Zusammenhängen auftauchte, dann war es sicherlich “Gamification”. Doch wie bei etlichen anderen Buzzwords auch gilt: Oftmals steckt im Kern auch etwas Substanzielles. So glaube ich, dass auch in “Gamification” jede Menge Potenzial steckt um das eine oder andere Thema voran zu bringen, so auch die Didaktik an Hochschulen und speziell an unserer Karlshochschule, die von der konstruktivistischen Ausrichtung her idealen Nährboden für Lern- und Lehrspiele zur Verfügung stellt.
Ich bin mir sicher, dass einige noch nicht wissen was sich hinter dem Begriff “Gamification” verbirgt, dem versuche ich das in wenigen Worte zu erklären: Mit “Gamification” beschreibt man in der Regel die Verwebung von spielerischen Komponenten in einen sonst eher drögen Prozess. Typische Komponenten werden zum Beispiel in dieser schicken Infografik dargestellt. Für Didaktik bedeutet das, man versucht Anreize und Beteiligungsstrukturen zu schaffen, die Schüler und Studenten “aktiviert”, sie also überhaupt für Wissen aufnahmefähig macht. Reine Vermittlung von Faktenwissen ohne spielerische Komponenten (die einfachste Spielvariante ist beispielsweise das Quiz) gestaltet sich als äußerst zäh und mühsam. Zum Teil sind das memetischen Überbleibsel aus der industriellen Schulzeit, bei denen Schüler möglichst still sitzen und zuhören mussten, während der Lehrer den Schülern – aus seiner Sicht – die Welt erklärte. Ungewollte Interaktion durch die Schüler wurde damals mit dem Rohrstock bestraft, gewollte Interaktion wurde durch die Tafelabfrage bestraft, indem man bei falschen Antworten wieder den Rohrstock zum Einsatz brachte. Leider hat diese traurige Schulepoche zum Teil bis heute dazu geführt, dass Schule gedanklich mit Anstrengung und Ärgernis verknüpft wird – ganz zum Leidwesen aller Akteure.
Ich fürchte, es gibt auch noch einige bewusste oder unbewusste Verfechter der alten Schule – also nicht der Rohrstockzeit – die immer noch der Ansicht sind, dass Wissenserwerb reine Leistung und Anstrengung voraussetzt, dass es ernst zugehen muss und die Schüler mit reiner Disziplin ans Ziel kommen. Diese Verspieltheit ist ja nur ein Ergebnis der infantilisierten Gesellschaft und all die Computerspiele und anderen unterhaltsamen Spielarten machen die jungen Menschen zusätzlich so dumm, undiszipliniert und weniger aufnahmefähig, so dass sie gar nicht mehr anders Wissen aufnehmen können. Das sollte man so wohl nicht noch zusätzlich befeuern.
Das ist aus meiner Sicht zwar eine nachvollziehbare Sichtweise, wenn man das eigene Wertesystem und die bisherige Weltsicht erhalten möchte, aber ich habe für mich ganz andere Ansichten entwickelt. Ich denke Computerspiele sind deshalb so populär, weil gerade die darin enthaltenen Spielmechanismen Menschen so unglaublich ansprechen. Es geht bei diesen Spielen in erster Linie immer um “Macht”, im Sinne von “Gestaltungsfreiheit” – abgesehen ob konstruktiv oder destruktiv eingesetzt (also bei Aufbauspielen oder bei Ego-Shootern). Was war also zuerst da? Der Spieltrieb oder diese Spiele, die angeblich den Spieltrieb verstärken? Aus der Historie der Pädagogik können wir gut erkennen, dass “Gamification” in der Bildung und vor allem in der Schule spätestens mit Maria Montessori Einzug genommen hat – also lange vor jedweden elektronischen Medien und lange vor der Popularität von Spielen in der heutigen Form. Sie hat den Kern der Gestaltungsfreiheit erkannt und mit der goldenen Regel „Hilf mir, es selbst zu tun“ übersetzt.
Blicken wir also auf den eigentlichen Kern von spielerischer Wissensvermittlung, so gelangen wir schnell an den Punkt, das Spiel als geschützten Raum zu begreifen, in dem man ausprobieren kann, eine Simulation also, bei der die Wissbegierigen (müssen ja nicht nur Schüler sein, auch Erwachsene spielen sehr gerne) ohne Angst vor Fehlern oder schwerwiegenden Konsequenzen sich ausprobieren können. Das “Learning by Doing” und vor allem das “Try & Error” Prinzip in der Realität wird zunächst durch “Learning by Playing” ersetzt und nimmt den Lernenden den Druck, ohne dabei das involvierende Gefühl zu verlieren. “Simulation”, also das Ahmen im Spiel, ist eine wunderbare menschliche Eigenschaft, die wir leider all zu oft vernachlässigen und viel zu wenig anwenden.
Ich bin daher sehr froh, dass unsere Karlshochschule den Lehrenden nicht nur interaktive didaktische Experimente erlaubt, sondern sie regelrecht dazu auffordert. Hier mal ein Beispiel eines solchen Experimentes, was zwar nicht bei uns entwickelt wurde, aber von uns getestet und durchgeführt wurde. Das “Management Game: Emerald Forest“:
Für das Wintersemester 2012 arbeite ich gerade an einem didaktischen Konzept, dass unseren Studierenden das Thema “E-Business” vermitteln soll. Ich würde mich über jeglichen Rat & Tat sehr freuen, denn ich bin ein großer Freund von Open Source und habe am Ende auch nichts dagegen, wenn dieses Konzept auch an anderen Universitäten und Hochschulen zum Einsatz käme. Sehr gerne würde ich vor allem auch echte Unternehmen und Unternehmer/innen in dieses Konzept mit einbeziehen.
Links zum Thema:
Intelligent Gamification Blogprojekt von Markus Breuer
Gamification.org – Größte, weltweite Plattform zu dem Thema
Forbes-Artikel zu Gamification in Education
This Game Sucks”: How to Improve the Gamification of Education
TED Talk “World Peace Game” von Jon Hunter
TED Talk mit Gamification Guru Jane McGonigal
TED Talk Salman Khaan – Let’s use Video to reinvent education
Verunreinige Treppenhäuser, Korridore, Kleiderschränke oder Wandbehänge nicht mit Urin oder anderem Schmutz. Erleichtere dich nicht vor Damen oder vor den Türen oder Fenstern der Kammern bei Hofe. (…) Wenn dir auf dem Bettlaken etwas Abstoßendes begegnet, wende dich nicht an deinen Bettgenossen, um es ihm zu zeigen, und halte das stinkende Ding nicht in die Höhe, damit der andere es riecht und sagt: “Ich wüsste gern, wie sehr das Stinkt.”
Erasmus von Rotterdam: “Über den Anstand der Sitten von Knaben”, 1530
Es gibt mehrere Haltungen wie man als Wissensträger durch die Welt gehen kann. Man kann das Wissen bei sich horten, damit prahlen, Macht ausüben und anderen permanent unter die Nase reiben, wie dumm sie doch eigentlich sind. Das dürfte ungefähr die Art und Weise sein, mit der unsere Gesellschaft 1.0, also die feudalistische, absolutistische, autokratische Gesellschaft mit Wissen umgegangen ist und zum Teil leider auch heute noch umgeht.
Man kann – und auch das hat die Geschichte gezeigt – aber auch ganz anders mit Wissen umgehen. Man kann das Wissen mit anderen teilen, es wie eine Fackel weiterreichen und sich dabei gegenseitig erhellen. Dabei löst sich auch die Trennung von “Wissern” und “Nichtwissern” auf. Der Wissenskonsument (Schüler) wird also zum Wissensprosumenten (Schüler und Lehrer in einem). Sobald sich Wissen (also Erkenntnisse, Anleitungen zum “gewusst wie”) einmal erfolgreich übertragen haben, lagert es nicht einfach nur stupide vor sich hin in einer Art Kornspeicher, genannt Gehirn, es beginnt doch auch tatsächlich in den jeweiligen Trägern zu arbeiten. Es entstehen nämlich ganz neue Netzwerkknoten, die nun mit anderem Wissen verknüpft werden können. Je dichter das Netz wird, desto dichter webt sich die eigene Persönlichkeit und das Verständnis über Sinnzusammenhänge. Je dichter das Netz, desto geringer wird das Gefühl Spielball der Naturgewalten und Gewalt von anderen Menschen zu sein. Wissen ist Macht und die Wissensverteilung ist damit auch eine Machtverteilung und den Prozess der Machtverteilung wiederum könnte man wohl “Bildung” nennen.
Neben der Bereitschaft, der entsprechenden Haltung, zur Bildung bedarf es natürlich auch einer technischen Infrastruktur. Wir würden wahrscheinlich immer noch im finsteren Mittelalter leben, wäre der Buchdruck nicht erfunden worden. Doch eine technologische Erfindung allein garantiert eben nicht automatisch den gesellschaftlichen Fortschritt, genannt Zivilisation. Denn auch über das Medium Buch wurde natürlich menschenfeindlicher Unsinn übertragen, der eher dafür sorgte, dass feudale Machtstrukturen erhalten blieben und unzivilisierte Praktiken verstärkt wurden. Der Buchdruck allein verhinderte nicht, dass Werke wie “Der Hexenhammer” oder “Mein Kampf” und die darin enthaltenen Aussagen durch die Köpfe der Menschen geisterte und die Gedanken in abscheuliche Taten verwandelten. Gerade Hitlers “Mein Kampf” scheint sogar heute noch so unglaublich geistig bedrohlich zu sein, dass viele Politiker und Interessensgruppen sich vehement dafür einsetzen, dass dieses Buch – unkommentiert – in Deutschland nicht verkäuflich sein sollte. Die darin enthaltenen Gedanken könnten junge Menschen dazu verführen wieder ganz dem Nationalsozialismus in Worten und Taten zu verfallen. Wir sehen: Ein Medium allein, also das Buch, das Fernsehen, das Internet, führt also längst nicht automatisch zu wünschenswerten Bildungsprozessen, zu einer Zivilisierung, zur mehr Menschlichkeit und Demokratie. Dazu bedarf es schon etwas mehr.
Sascha Lobo, umstrittener aber ebenso populärer Internetanalyst und -vordenker, forderte die abertausende von “Internetpeople” auf der re:publica dazu auf neue Narrative zu entwickeln. Übrigens eine Aussage, die er in diesem Interview mit mir noch einmal bekräftigte. Doch was genau meinte er damit? Nun, Narrative sind – wie Sascha es auch in seiner Keynote erklärte – kleine verbale Formeln, die sich in den Gehirnen der Menschen sehr leicht festsetzen und fortpflanzen. In der Memetik nennt man sie auch Memplexe, also zusammengesetzte Meme, die im Grunde wieder eine Art Supermem bilden – wenn man so will. Also all die kulturellen Ideen und Erzählungen, die sich irgendwie in den Köpfen der Menschen per Lied-, Schrift- oder Bildwerk eingenistet haben und stetige generationsübergreifende Verbreitung finden. “Geflügelte Worte”, die von Kopf zu Kopf schweben und dort ihrer “Arbeit” nachgehen und somit unsere Meinung zu gewissen Dingen entstehen lassen, festigen und damit letztlich auch unser Verhalten beinflussen.
Dabei ist es – aus der Metaperspektive betrachtet – eigentlich auch völlig egal, ob sich unter den Narrativen beweisbare Fakten oder erfundene Mythen befinden. Heinz von Foerster, ein großer Denker des radikalen Konstruktivismus, hat es im Interview einmal so formuliert: “Wer hat eine lustige, amüsante und interessante Geschichte erfunden, wo jeder sofort geglaubt hat: Das muss es gewesen sein!”. Objektive Wahrheit, sollte es sie überhaupt geben, ist demnach kein Kriterium für wirksame Narrative. Richtig starke Narrative können sich übrigens zu Dogmen verwandeln. Dogmen wiederum sind der gefährliche Nährboden für Fundamentalismus und Extremismus, also der Punkt, an dem ein Dialog oder eine Diskussion endet und die kriegerische, gewaltsame, unzivilisierte Auseinandersetzung beginnt. Also genau die Situation, die eine pluralistische, demokratische, befriedete Gesellschaft am meisten bedroht, denn ab diesem Moment ist die friedliche Koexistenz der unterschiedlichen Individuen in Gefahr. Jeder beharrt nicht nur auf seiner Position, der absoluten Wahrheit, sondern weitaus schlimmer, die Wahrheit des anderen kann und muss nur noch mit Gewalt bekämpft werden.
Sascha Lobo spricht in seinem Vortrag natürlich nur von den relativ harmlosen Narrativen unserer Gesellschaftsblase. Wir, die deutsche Netzkultur, beschäftigen uns in erster Linie mit Themen rund um das Urheberrecht, der Anonymität im Netz oder der Eindämmung von “Shitstorms”. Zum Glück, möchte ich an der Stelle ausdrücklich betonen, denn für mich sind das deutliche Kennzeichen einer friedlichen, zivilisierten Gesellschaft. Lieber streite ich mich darüber als über längst bei uns (auf)geklärte Themen wie Folter, die Todesstrafe oder freie Wahlen. Dennoch hört der Zivilisationsprozess nie ganz auf und gerade das Internet, als neuer, beschleunigter und dicht vernetzter Träger von Narrativen, eröffnet uns dafür eine völlig neue Spielebene. Neben den geforderten neuen Narrativen, die Lobo eindringlich von der sogenannten Netzgemeinde fordert, also beispielsweise der Positivformulierung zum Thema Anonymität im Internet à la “Anonymität im Internet schützt mehr Menschen als das es sie bedroht”, lade ich ergänzend dazu zu einer neuen Haltung ein. Narrative lassen sich nämlich nur dann wirksam verbreiten, wenn sie neben den Faktoren, die Heinz von Foerster benannt hat, auch gewährleisten dass die Erzähler, die Urheber, die Träger, der Geschichten glaub- und vertrauenswürdig sind. Ist der Wirt der Geschichte nicht mit uns unmittelbar per Vertrauen verbunden, so wird sich seine Geschichte auch nicht auf uns übertragen. So einfach ist das.
Ein Beispiel: Es gibt derzeit eine Partei, die im Internet damit auffällt sich gegenseitig mit Fäkalsprache und Trollgehabe zu bombardieren. Wahrscheinlich geschieht das gar nicht mal in so großem Maße, aber genau diese Art der Kommunikation fällt den anderen Netzteilnehmern ausschließlich auf, der berühmte Halo-Effekt entsteht. Leise Töne gehen unter, weil die lauten, unverschämten Bemerkungen alles andere überstrahlen. In diesem Klima, in diesem politischen Soziotop, wird es unheimlich schwer glaubwürdige Narrative zum Thema “Anonymität im Internet” zu entwickeln und sie über die eigenen Gruppengrenzen hinaus zu verbreiten.
Nehmen wir beispielsweise den Fall eines prominenteren Piraten: Stephan Urbach. Ein Hacktivist, der im arabischen Frühling gemeinsam mit dem Kollektiv Telecomix, dafür gesorgt hat, dass die Menschen vor Ort trotz Zensur miteinander kommunizieren können. Jemand, der aus meiner Sicht oben genannte Bildungsprozesse maßgeblich mit angestoßen hat. Ein moderner Aufklärer. “Toll”, könnte man meinen, “gebt dem Mann einen Orden”.
Tja schön wärs. Urbach wird nämlich seit einiger Zeit – je prominenter er in den Medien kommuniziert – öffentlich von zahlreichen Leuten, zum Teil aus den eigenen Reihen, angefeindet und aufs Übelste persönlich beschimpft. Ich kenne Stephan Urbach zwar nicht persönlich, daher kann ich ganz gut widergeben, was ich da am Rande als Außenstehender beobachte und wie es auf mich (nicht zuletzt als potenzieller Wähler seiner Partei) wirkt:
1. Ich sehe/lese/höre – wenn auch nur am Rande – wie Stephan Urbach darunter leidet wie ein Hund.
2. Ich frage mich warum er sich das immer wieder noch antut.
3. Ich frage mich warum ich mir so etwas indirekt antun sollte (z.B. wenn ich mich da einmische)
4. Ich frage mich ob man das gesamte Biotop, in dem das stattfindet, unterstützen sollte.
Was also tun um diesen Kreislauf zu durchbrechen und Menschen wie Urbach unter die Arme zu greifen?
Neben der Entwicklung von neuen Narrativen durch die Internetszene, halte ich es für besonders wichtig, dass parallel eine Art Zivilisierungsoffensive stattfindet. (vgl. Steven Pinker “Gewalt”) Im Mittelalter fanden es die Menschen nicht nur völlig normal andere Menschen zu verbrennen, zu vierteilen, auszupeitschen und sie aufs Übelste zu demütigen, sie genossen es auch johlend (jedenfalls taten sie so als ob). Körperliche Gewalt war damals kulturell (narrativ) eingebettet. Daher richtet sich mein Appell wohl an die Aufklärer von morgen. Die immer noch Unzufriedenen, die es nicht hinnehmen wie man heute miteinander im Netz umgeht. Wie sieht es in 100 Jahren aus? Ist das Trollen, Beschimpfen und anonyme Bedrohen dann immer noch so normal und lustig wie heute – also Teil der virtuellen Popkultur? Ich hoffe es nicht. Das mag jetzt für viele ultraspießig wirken, aber ich kann euch eines deutlich sagen: Spießig ist eben in gewisser Weise auch das, was wir und unsere Urahnen schon immer getan hat: Mit Scheisse auf andere werfen, egal ob real oder virtuell.
Das Trollen ist für mich so eine uralte, spießige Tradition. Die Haltung der Achtsamkeit hingegen ist relativ neu, sie ist anstrengend und führt am Ende zu innovativen, gesellschaftlichen Lösungsansätzen, zu dem von Lobo geschilderten Interessensausgleich. Die Aufklärer im 18. Jahrhundert haben der gewaltsamen Trollerei jedenfalls erfolgreich den Garaus gemacht, sie haben es getan, indem sie nicht drakonisch bestraften, sondern indem sie die Empathie und Achtsamkeit füreinander breit in die Gesellschaft getragen haben. Lasst uns damit bitte nicht einfach so aufhören. Bevor wir also neue Narrative zum Thema Urheberrecht oder Freiheit für das Internet entwickeln, sollten wir unsere eigene Haltung überprüfen. Wie gehen wir im Netz mit anderen Menschen um? Wie gehen wir mit den Ängsten von Menschen um? Machen wir uns darüber lustig? Oder nehmen wir sie ernst? Versetzen wir uns in die Lage des anderen oder ziehen wir gnadenlos unser Ding durch? Solange sich die Haltung im Netz nicht verändert, solange wir nicht achtsamer miteinander umgehen, solange werden andere Menschen das Netz auch weiterhin als Sündenpfuhl, als rechtsfreier Raum und Ort der Mißachtung betrachten. Wer also verhindern möchte, dass der große Leviathan das Internet reguliert, sollte sich ein wenig selbst regulieren und eine Haltung annehmen, die weder spießig noch konservativ ist – ganz im Gegenteil, das ist aus meiner Sicht die wahre Progression: Die Entwicklung von Eigen- und Fremdverantwortung.
Wer sich jetzt fragt: Hmm, ja stimmt, aber wie kann ich denn da jetzt konkret mitmachen? Hier vielleicht ein paar Narrative als Angebot:
1. Loben, danken, preisen. Belohnt alles was ihr gut findet mit Flattr, Dankeskommentaren, Positivbewertungen und Empfehlungen.
2. Verbreitet das Positive. Alles was ihr gut findet, leitet es einfach weiter.
3. Schreitet ein, sobald ihr beobachtet wenn einer getrollt wird. Kümmert euch in erster Linie um das Opfer.
4. Macht euch klar, dass alles öffentlich ist. Auch E-Mails und Chatprotokolle können schnell nach draußen dringen.
5. “Schmiedet das Eisen solange es kalt ist” (Haim Omer). Beruhigt euch bevor ihr etwas in die Öffentlichkeit posaunt.
6. Beschenkt Unwissende mit Wissen, lasst euch von Wissenden beschenken.
7. Folgt Menschen, die euch gut tun. Entfolgt Menschen, die euch nicht so gut tun.
8. Beflauscht euch!
PS: Großes Dankeschön an Jens Scholz für den Funken der Aufklärung und Achtsamkeit, den er mir im Gespräch auf der re:publica so federleicht übertragen hat. Du siehst, das war mir wirklich etwas wert.
Miriam Meckel, Professorin für Kommunikationswissenschaft der Universität St. Gallen, formulierte in der NZZ einen Beitrag, der die derzeitige öffentliche Debattenkultur beleuchten und analysieren soll. Ihre These lautet sehr vereinfacht formuliert: Wer am lautesten schreit, bekommt heute die größte mediale Aufmerksamkeit. Dieser kaskadierende Zustand führe aber langfristig zu einer Spirale der verstörenden Debattenkultur, die letztlich nicht ausreicht um vernünftige Konsenslösungen in einer demokratischen, pluralistischen Gesellschaft zu entwickeln. Die Form der marktschreierischen Aufmerksamkeitsgewinnung färbt also auch auf den Inhalt selbst ab, denn um zu schreien benötigt man mitunter auch zum schreien verführende Themen, meist in Form eines Bruches mit gesellschaftlich vereinbarten Tabus. Oder wie Frau Meckel es sicherlich wesentlich eloquenter formuliert:
Es ist nicht nur ein Formproblem, dem wir bei den öffentlichen Debatten um Aufregerthemen begegnen. Ein inhaltlicher Wandel versteckt sich dahinter, der für eine pluralistische Demokratie nicht gut sein kann. Wenn politische Gestaltung in der Konsensfindung zwischen entgegenstehenden Positionen liegt, dann braucht sie politische Meinungsbildung, die sich in der diskursiven Auseinandersetzung zwischen den Positionen und ihren Argumenten vollzieht. Das wird in der Empörungskultur zuweilen schwierig.
Soweit würde ich Frau Meckel auch zustimmen. Was mir jedoch in diesem Zusammenghang missfällt ist der darin skizzierte Sündenbock einer digitalen Gesellschaft.
Hinter dem Shitstorm verbirgt sich ein Mechanismus, der initiiert oder befeuert wird durch eine empörte Netz-Community oder auch eine Gruppierung, die in Deutschland mit dem Begriff des «Wutbürgers» inzwischen zur neuen politischen Kategorie geworden ist. Manchmal ist der Impuls, der so viel Wind macht, gut gemeint, manchmal auch auf die Wutwelle hin angelegt. Dieser Mechanismus läuft als Viersatz präzise wie ein Uhrwerk ab, programmierbar fast wie eine Computersoftware.
(…)
Aber es stimmt, dass die enorme Beschleunigung der Netzkommunikation manchmal dazu verleitet, erst zu schreiben und dann zu denken. Es stimmt auch, dass neben der «Weisheit der vielen» gelegentlich auch die «Dummheit der Massen» im Netz zur Sprache kommt und jedes Gerücht, jede Unterstellung im Rausch der ubiquitären Verbreitung durchs Internet schnell in eine Tatsache umgemünzt wird. Und es stimmt leider auch, dass die unangenehmen sozialen Auswüchse im menschlichen Miteinander nicht mehr auf den Streit zwischen Nachbarn der analogen Gartenparzellen beschränkt bleiben, sondern in den Blogwarten des Netzes, gelegentlich gar in Auswüchsen einer Digital-Polizei, neue Ausdrucksformen gefunden haben.
Dieser Absatz erzeugt bei mir den Eindruck, als sei das Phänomen des Shitstorms etwas gänzlich neues, als entspränge es direkt der Erfindung und Benutzung der Kommunikations-Infrastruktur Internet. Das Web und seine Prosumenten, bestimmten nun plötzlich die Tonalität von öffentlichen Debatten und zwar in unglaublich fäkalgeprägter Ausführung. Das klingt doch schon ein wenig nach: Früher war alles besser, gesitteter und irgendwie vernünftiger. Riskiert man jedoch beispielsweise mal einen Blick auf die Spiegeltitel der “vorinternetlichen” Vergangenheit, so sollte man eigentlich sehr schnell erkennen können, dass sowohl Tonalität wie auch Inhalt damals keineswegs wesentlich zaghafter, sachlicher oder zivilisierter gestaltet waren. Der Kern der Ökonomie der medialen Aufmerksamkeit hat sich in der Geschichte der Medien kaum verändert, sehr wohl jedoch dessen wahrnehmbare Intensität und Resonanz.
An der Stelle bin ich mir nicht sicher ob Frau Meckel in dieser Betrachtung nicht leichtfertig in eine Interpretationsfalle tappt. Es erweckt den Anschein als würde sie die aus meiner Sicht weiterhin tonangebenden Mainstreammedien, in Form von großen Verlagen und Zeitungstiteln, Fernsehesendern, Talskshow- und Magazinformaten plötzlich leichtfertig ausblenden. Der Beitrag hinterlässt bei mir als Leser das Gefühl, als sei das Internet der größte Lautsprecher überhaupt, der jetzt erst zur Verrohung der zuvor so sittlichen Debattenkultur geführt hat. Alle Beispiele, die Frau Meckel in ihrem Beitrag so vortrefflich benennt, sind jedoch alles Themen, die zuerst in den klassischen Medien, zum Teil auch sehr bewusst, platziert wurden.
Das sogenannte Agendasetting hat sich durch das Internet nicht plötzlich von heute auf morgen komplett auf die andere Seite verschoben. Die etablierten Medien sind auch weiterhin dafür maßgeblich verantwortlich, was die Bürger in Masse lesen, sehen, hören und anschließend darüber denken und sprechen. Ja, es ist durchaus möglich, das ein kleiner Flügelschlag im Netz nach oben in die klassischen Medien befördert wird, aber die meisten reißerischen Themen werden immer noch von den etablierten Medienmachern und Journalisten erstellt. Oder vielleicht einfach mal ganz provokant gefragt: Gäbe es einen echten Shitstorm überhaupt ohne die letzte große Station einer Kaskade den klassischen Massenmedien? Ist ein Thema wirklich ein brisantes Thema, wenn es nicht bei den etablierten Show- und Magazinformaten eine Erwähnung erhält?
Günter Grass hat sein Gedicht eben nicht anonym im Internet veröffentlicht. Hätte er es nämlich unter dem Pseudonym “Günni_85″ getan, so hätte er mit aller Wahrscheinlichkeit niemals diese mediale Empörungskaskade ausgelöst. Nein, gleich drei internationale hochrangige Zeitungstitel sollten Grass bei der Beförderung seiner tabubrechenden Thesen unterstützen. “Der Kulturinfarkt” wäre ohne initiierenden Spiegel Print Abdruck wahrscheinlich in den Regalen von Amazon oder Hugendubel verstaubt. Der Fall Christian Kracht? Dort war, wie Frau Meckel ja richtig schreibt, ebenfalls der Spiegel beteiligt. Und was war das noch mal mit diesem Sarrazin?
Nicht die Bürger im Netz sind nun die großen Lautsprecher, es sind in der Regel weiterhin die etablierten, reichweitenstarken Medien. Das Netz und die Gespräche im Netz sind als neue Komponente eher eine Art Verstärker. Sie drehen den Lautsprecher noch lauter, bis zum Anschlag, bis zur Verzerrung. Wenn aber heutige Talkshows, beispielsweise ihren “Showteil” ablegen würden, dann wäre das ein deutliches Signal in Richtung Debattenkultur, wie sie sich Frau Meckel wünscht.
Für jeden menschlichen Umgang miteinander bedarf es Vorbilder, das ist der Kern von Erziehung. Egal ob es die Eltern, Freunde oder die Stars in den Medien inklusive Internet ist. Wir beeinflussen uns gegenseitig, wir imitieren und spiegeln uns. Daher hat meiner Ansicht nach die größte Reflektionsfläche auch immer den größten “Impact”, also einen Einfluss. Völlig vereinfacht polemisiert bedeutet das: Je mehr Quote ein Fernsehformat hat, desto mehr Menschen kann es zur Imitation anregen. Meine Frage lautet daher: Wäre es nicht geschickter und effizienter zunächst die rein kommerziellen Medienangebote genau nach ihrem geforderten ethischen Imperativ einer Debattenkultur auszurichten, statt zu versuchen alle Nutzer des Internets einzeln dazu zu bewegen sich zu verändern? Wäre das in der Umsetzung am Ende nicht einfacher und zielführender?
Eine kleine Schlussbemerkung sei mir noch erlaubt. Der größte Shitstorm, den Deutschland im letzten Jahr erleben durfte, war der rund um unseren ehemaligen Bundespräsidenten Wulff. Meine Fragen dazu an Frau Meckel: Wer hat ihn ausgelöst? Wer hat ihn ausgetragen und wer hat ihn maßgeblich immer wieder verstärkt und über lange Zeit aufrecht erhalten? Die Internetnutzer, die sich zeitweise schon gelangweilt abgewendet hatten? Welche Signale haben die kommerziellen Medien damals in die breite Bevölkerung ausgesendet? War das die Aufforderung nach einem vernünftigem Diskurs, nach Konsenslösungen? Und was wesentlich interessanter ist: Wie haben sich diese Signale auf die Rezipienten, die Empfänger dieses Shitstorms ausgewirkt? Was war denn da die große Imitationsvorlage?
Die Piraten standen lange Zeit unter einem seltsamen Welpenschutz. Sogar ihre direkte Konkurrenz konnte man dabei beobachten wie sie mit den neuen Tierchen im Revier ausgiebig und öffentlich rumschmusten, vielleicht in der Hoffnung, dass diese Zärtlichkeit irgendwann auch auf Gegenliebe stößt. Das Liebkosen ging trotz paralleler Pinkelei auf dem heimischen Wohnzimmerteppich eine Weile munter weiter, doch irgendwann wuchsen diese knuffigen, kleinen Tiere schnell heran. Viel zu schnell. Ihre Tapsigkeit indes blieb ihnen erhalten, nur wirkte das nun nicht mehr so süß, sondern für einige eher ziemlich beunruhigend. Sie richteten mit ihrer Statur plötzlich viel mehr Schaden und Besorgnis an, wenn sie beispielsweise irgendetwas anknurrten, vollkackten oder zerbissen. Den anderen sogenannten Erwachsenen war das fremd. Sie erinnerten sich nicht mehr an ihre eigene Welpenzeit, in dem sie das gleiche pubertäre Schicksal durchliefen, wie ihre jungen Artgenossen.
Das Schicksalsrad dreht sich munter weiter, die Jugend ist also wie eh und je verkommen, die eigenen, erwachsenen Werte und Ansichten sind die besten und letztlich weiß man schließlich wofür und wogegen man steht, die eigenen Emotionen haben sich verkustet, sie sind rationalisiert, auch wenn man als Erwachsener meist gar nicht danach handelt. So läuft es seit Anbeginn der menschlichen Aufzeichnungen. So haben wir Erwachsenen als Jugendliche zwar auch heftig gefeiert, experimentiert und dummes Zeug gesagt, aber als Mamas und Papas verbitten wir es uns bei unseren Kindern und ihren Freunden, während wir in lauschigen Elternabenden bei Rotwein und Kerzenlicht stolz die Geschichten aus der wilden Jugend austauschen. “Mensch, was haben wir damals auf der Startbahn West die Bullen verdroschen…”
Ja, Martin Delius hat mit seinem mehr als tapsigen NDSAP-Vergleich sicherlich den goldenen “politischen Dummkopf des Jahres” gewonnen. Ja, Teile der Parteispitze sollte sich von Extremisten in der eigenen Partei dringend trennen und vollkommen distanzieren. Nein, deshalb ist die neue Partei der Piraten noch lange keine durch und durch braune Partei. Man kann sie aber sehr leicht zu einer aatilisieren, indem man die klugen und vernünftigen Köpfe durch die Stigmatisierung und Verallgemeinerung vertreibt und den braunen, kümmerlichen Bodensatz am Ende im gemachten Nest übrig lässt. Eine klassische “Self-fulfilling prophecy”, etwas was am Ende tatsächlich zu etwas fiesem braunen ausarten könnte, allerdings mit gut gemeinter demokratischer Unterstützung.
Witzigerweise scheint man in dem Kontext auch sehr leicht die Historie der anderen Parteien zu verdrängen. Die Grünen galten als Sammelbecken für RAF-Sympathisanten und anarchistischen Chaoten und auch sie hatten mit braunen Elementen so ihre Probleme, die einen Parasitenplatz in der neu gegründeten Partei ergattern wollten. Die CDU stellte in den späten 60ern Jahren einen Bundeskanzler, der für seine Nazi-Vergangenheit geohrfeigt wurde und dessen Absenderin jüngst zur Bundespräsidentin vorgeschlagen wurde, übrigens von einer Partei, der Linken, die anscheinend immer noch Teile des alten totalitären SED-Kaders in sich wirken lässt. Ach ja und da wäre ja noch die SPD, die ehemaligen Sozialisten, die zu ihrer Gründungszeit gleich mal verboten wurden und die heute noch darüber streiten müssen, ob man spaltende Menschen mit eindeutigem Rechtsdrall wie Sarrazin nun in der Partei lassen kann oder nicht. Und überhaupt, wer heute so tut als habe die eigene Partei nicht mal in die falsche Nazi-vergleiche-Kiste gegriffen den muss ich an der Stelle wohl noch einmal an so manche Peinlichkeit erinnern. Das macht die Fehlgriffe der Piraten nicht besser. Man muss jedoch anerkennen, dass keine Partei je vor diesen Bedrohungen und Fehltritten gegen die Demokratie gefeit war und dennoch ist es wunderbar zu beobachten, wie sich nun alle einig sind, dass die Piraten in diesem Zusammenhang anders sind als man selbst.
Offenbar hat man den lang ersehnten Hebel nun gefunden um mit der offensichtlichen Bedrohung durch die Piraten umzugehen. Wir sprechen hier immerhin von der bedrohten Existenz der FDP, einem eigentlich Rot-Grünen Regierungsbestreben, die schwimmenden Felle der Linken und die allgemeine Angst vor einer großen Koalition. Plötzlich werden also über 20.000 Mitglieder und gefühlte 12% der Wahlberechtigten über Nacht zu Nazis indirekt stilisiert?
Nein, ich bin auch weiterhin kein Piratenmitlgied und habe bisher keinen Piraten gewählt. Ich werde auch nicht dazu aufrufen, irgendeine bestimmte Partei zu wählen – hauptsache man wählt. Ich möchte nur anmerken, dass es immer mehrere Perspektiven auf ein Thema gibt und ich finde es beunruhigend, wenn man eine neue politische Kraft, die trotz Ausrutscher durch einzelne Personen eine durch und durch demokratische Struktur besitzt (vor allem wegen ihrer Transparenz und dem basisdemokratischen Ansatz, ob das so auch funktioniert ist eine andere Debatte wert) und neue Ideen in die Politik tragen will, in so eine Ecke drängen möchte. Lasst das doch die Gruppe erst einmal selbst regeln, bevor Mama und Papa sich wieder genötigt fühlen ins Lenkgrad zu greifen. Sie versuchen das doch gerade mit großer Energie in den Griff zu kriegen. Sie schreiben Brandbriefe, führen heftige öffentlich einsehbare Diskussionen, reichen deftige Anträge ein und zwar alles hochdemokratisch, zwar ohne gepflegte Ausdrucksform, aber immerhin ohne körperliche Gewalt. So soll es doch sein in einem demokratischen Staat, oder liebe Eltern? So habt ihr alten Parteien es damals doch auch geschafft. Damals, als ihr noch mit der Pubertät gekämpft habt und euch selbst finden musstet. Oder?
Das Geschrei der Feinde macht mich verstört; mir ist angst, weil mich die Frevler bedrängen. Sie überhäufen mich mit Unheil und befehden mich voller Grimm. Mir bebt das Herz in der Brust; mich überfielen die Schrecken des Todes. Furcht und Zittern erfassten mich; ich schauderte vor Entsetzen.
Psalm 55,4-6
Das Internet. Das Internet macht Angst. Das Internet ist bedrohlich, rechtsfrei, unkontrollierbar UND schlecht in Grammatik.
Menschenskinder, dieses vermaledeite Internet!
Wie eine Technologie doch für Ärger und Wohlgefallen sorgen kann und dabei permanent überstrahlt, wer denn der eigentliche Herr im Hause ist, nämlich wir Menschen. Wenn Helmut Schmidt also sagt, er finde das Internet zum Teil bedrohlich, dann findet er nicht die Erfindung und technologische Infrastruktur Internet bedrohlich, sondern einen Teil der Menschen, die es benutzt. Denn das Internet selbst macht Menschen noch lange nicht zu aggressiven Pöblern oder versaut ihnen ihre perfekt erlernte Grammatik. Es ist schon erstaunlich, wie solche Aussagen aus einem sonst so klaren Verstand entspringen. Da bekommt der Mensch ein neues Kulturwerkzeug in die Hand, verweigert sich ihm und projeziert dann doch all das beobachtete vermeintlich Schlechte einer Gesellschaft eben auf dieses eine Werkzeug. In einer politisch überkorrekten transparenten Welt darf man vielleicht auch gar nicht mehr laut aussprechen, dass vielleicht nicht die Maschinen die Menschen dumm und pöbelig machen, sondern dass die Menschen schon vorher nicht ganz richtig im Kopf waren.
Warum wirkt das Internet also für viele Menschen, sogar für welche mit zugeschriebenem Verstand, so bedrohlich? Ganz einfach, weil das Internet von Mikrofundamentalisten bedient wird. Was? Wie? Was heisst das? Nun, der Begriff “Mikrofundamentalismus” entstand während eines Podcasts mit meinem kongenialen Gesprächspartner Dr. Nils Köbel. Wir sprachen ganz allgemein über Extremismus und Fundamentalismus und arbeiteten sehr schnell heraus, dass diese beiden Effekte immer dann entstehen wenn …
A) … den Menschen etwas heilig ist
B) … es so heilig ist, dass sie nur ihren Standpunkt als alleinig existenzberechtigt sehen
C) … alle anderen Menschen sich eigentlich danach richten müssen
(sicherlich gibt es noch etliche andere Aspekte und Faktoren, wer mag, kann sich den Podcast ja darüber mal anhören)
Den Makrofundamentalismus kennen wir alle aus den Nachrichten. Er tritt dann auf die Bildfläche sobald Bomben im Namen einer Religion oder Ideologie explodieren und Menschen durch Gewalt davon überzeugen sollen, dass sie sich gefälligst dem Weltbild der Bombenleger anpassen sollen. Wenn man das so lapidar wie ich jetzt formuliert, merkt man erst wie absurd diese Forderung eigentlich ist.
Was ist aber nun der besagte “Mikrofundamentalismus”? Nun, den Begriff würde ich einsetzen für eine mildere, kleinere, alltäglichere, banalere Form des Fundamentalismus. Es handelt sich dabei um kleine Auslöser, also nicht gleich der große Kultur- oder Religionskampf, wobei das sicherlich auch irgendwie mit drin steckt. Ich spreche eher vom Streit am Gartenzaun, die Alltagspöbelei, ja auch im Internet, Diskussionen die in Wirklichkeit keine sind, weil mindestens eine Gesprächspartei sich im Grunde nur zum Schein auf eine Diskussion einlässt, bzw. sie Monolog mit Dialog verwechseln.
Ein Dialog bedeutet Offenheit, Zuhören und die Bereitschaft Thesen des Gegenübers in die eigene Meinung mit einfließen zu lassen. Dialog ist stets um Konsens bemüht, also darum einen Kompromiss zu finden. Mikrofundamentalismus kennt weder Kompromiss noch Alternativen. Und der von unserer Kanzlerin maßgeblich geprägte Begriff der “Alternativlosigkeit” führt letztlich zu einer kulturellen Akzeptanz und schleichenden Einbettung des Mikrofundamentalismus in unsere Kultur der Gegenwart. Schade eigentlich. Nur dann darf man sich eben nicht wundern, wenn man wütende, sich im Internet artikulierende Menschen als bedrohlich empfindet.
Bedrohung entsteht dann, wenn Ansichten aufeinanderprallen, wenn das eigene Wert- und Weltbild von anderen gefährdet, sprich wenn man von anderen Menschen bedrängt und damit beengt wird. Witzigerweise kann man “Angst” kulturhistorisch auf den Begriff “Beengung” zurückverfolgen. Das Internet fördert die explosionsartige Ausbreitung des Pluralismus, also der Koexistenz von verschiedenen Ideen, Weltanschauungen, Kulturen und Religionen. Alles mischt sich, alles tummelt sich, alles prallt irgendwie aufeinander. Das Internet lässt Zeit und Raum zusammenschrumpfen. Geografischer Abstand hat den Pluralismus und den Zusammenprall von Kulturen, Meinungen und Ideen noch relativ in Zaum gehalten. Relativ:
Das Internet, als technologische Infrastruktur ermöglicht dem Menschen genau das aufzulösen und der Mensch macht davon Gebrauch ohne dass er sich darüber wirklich bewusst ist. Wir sind einfach “drin” wie Boris Becker es in den Anfängen des WWW in einem banalen Werbespot formulierte. Doch das profane wird nun für viele zum heiligen. Das “drin sein” bedeutet eine neue Freiheit. Die Freiheit zur Ausbreitung der eigenen Gedankenwelt. Der eigenen Meme. Damit gerät man zum Teil auch in Versuchung die eigene Egoreligion zu verbreiten. Wir streuen Meme um andere von uns als Individuum und unseren Ansichten zu überzeugen. Wir sind glücklich, wenn wir Anhänger unserer Ideen finden (in Form von Likes und Retweets) und wir sind stinksauer, wenn es Menschen gibt, die uns öffentlich widersprechen und uns für dumm und unfähig deklarieren.
Der ganze “Diskurs” rund um das Thema Urheberrecht ist ein wundervolles Beispiel für den Mikrofundamentalismus abseits von Religion und Ideologie. So werden weniger vernünftige Argumente zur Findung eines zeitgemäßen Kompromisses ausgetauscht, in der jetzigen Phase haut sich jeder um die Ohren wie arm dran man ist, welche Verbrechen die andere Seite begeht oder wie wenig Ahnung doch der gegenübertretende Gesprächspartner hat. Doch gerade durch diese Tonalität gerät der gesamte Diskurs in eine Wut- und Problemtrance. Wer am lautesten schreit wird als Rädelsführer der fundamentalistischen Basis gewählt und dient fortan als dessen Ikone. Sven Regener auf der einen Seite, der ein oder andere Promi-Pirat auf der anderen, wobei die klassischen Medien (die sich zum Teil hinter Regener scharen) am längeren Hebel sitzen und nun versuchen die komplette Partei der Piraten als Urheberrechtsabschaffer zu stilisieren, was sie aber gar nicht sind. Es muss uns jedoch klar sein, dass dies nicht zu einer befriedigenden Lösung führen wird, für keine der beiden Seiten, die in Wirklichkeit aus ganz vielen verschiedenen Facetten besteht. Problemtrance eben. Das Verharren in Jammerei und Wut ohne jedwede Konstruktivität und Kreativität, zuletzt am eindrucksvollsten bewiesen durch ein im Print-Spiegel inszeniertes Streitgespräch zwischen Pirat Christopher Lauer und Rapper Jan Delay. Niemand hat sich da nun wahrlich mit intellektuellem Ruhm bekleckert, schon gar nicht der Spiegel, der so ein unglaublich nährstoffarmes Stück Text abdruckt.
Doch es gibt auch Ausnahmen wie Johnny Häusler und sein Beitrag zur Debatte, ein potenzielles Vorbild für eine Mediation in dieser Angelegenheit. Johnny ist eigentlich ein perfekter Vermittler, Künstler und digitaler Ureinwohner zugleich. Ein echter Hybrid. Schade nur, dass ihn die großen Medien nicht zu Wort kommen lassen, die scheinen derzeit noch viel zu sehr in ihrem eigenen Mikrofundamentalismus versunken zu sein, denn Konsenssucher wie Häusler oder Tim Renner sind mindestens genauso bedrohlich wie der dickköpfige Gegner, denn auch diese bedrohen das eigene Heiligste. Auch sie beunruhigen und beengen die Weltanschauung, die eigene Rechthabe.
Ich als Autor nehme mich da auch gar nicht aus. Auch ich entdecke an mir immer wieder mikrofundamentalistische Züge. Auch mich beunruhigt es beispielsweise wenn ich in engen Bahnhofshallen auf gröhlende Fußballfans mit zweierlei Fahnen und schlechter Grammatik begegne. Es beengt. Es lärmt. Es ist nicht meine Welt. Und ich will nicht Teil dieser Welt sein. Geht weg. Lasst mich in Ruhe. NENENENENENE wenn ich die Ohren zuhalte höre ich euch nicht und deshalb seid ihr auch nicht da. Mist. Denn gleichzeitig verleitet der Schutz der Anonymität dieses Grüppchens zu einer ungezügelten Verstärkung des Brüllaktes, denn durch die sportliche Uniformierung und das Fehlen von Namensschildern sehen die für mich alle gleich aus. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich Bahnhofshallen als rechtsfreien Raum bezeichne, dem Bier oder dem Fußball an sich die alleinige Schuld für meine Angst gebe, wobei ich sehr wohl nachvollziehen kann, dass man sich in beengten Zuständen der Angst sehr oft sehr gerne vorstellt, man solle doch einfach diesen ganzen Mist verbieten. Nein, es ist weder Pille noch Bier Schuld an irgendetwas, es ist stets der Sender und Empfänger Mensch. Toleranz auf der einen, Respekt auf der anderen Seite. Das sind die beiden entscheidenden Pole, die eine zivilisierte Gesellschaft ausmacht. Doch wie sinn- und wertvoll ist eine erzwungener Respekt und Toleranz? Ist das überhaupt machbar?
Und so muss ich an der Stelle sodann eine alte Blogpredigt noch zu Werbebloggers Zeiten auspacken, die es immerhin in Miniaturausgabe auch in den Holzdruck der Herren Lobo und Friebe in “Wir nennen es Arbeit” geschafft hat. Ein potenzielles Mantra des Internets, das man den gegenwärtigen Internetpessimisten zur Beruhigung ans Herz legen könnte, sobald dieses wieder vor Empörung über den Pöbel zu rasen beginnt:
Eines dürfen wir nicht vergessen, Blogs sind (Anm. d. Autors: Ersetze “Blogs mit “das Internet ist”) …
… ein Spiegel der Gesellschaft. Blogs spiegeln Gesprächskultur, Meinung, Einstellung, Emotionen und Lebensentwürfe wieder. Natürlich ist das von Land zu Land, von Kultur zu Kultur völlig unterschiedlich.
… ein mächtiges Instrument, um totalitären Systemen zu trotzen und einen freien Informationsfluss herzustellen.
Das Internet ist und bleibt ein Werkzeug. Es entschuldigt nicht unser Verhalten. Die Verantwortung trägt jeder einzelne von uns selbst. Das Werkzeug zwingt uns förmlich zur Mündigkeit, es zwingt uns jahrtausendaltes Verhalten zu überdenken. Es katapultiert uns in eine neue soziokulturelle Ära. Es gibt viel zu tun – diskutieren wir es aus!
Der heute begonnene Prozess rund um die Greueltaten von Anders Behring Breivik offenbart ein altes, bekanntes mediales Dilemma in mehrfacher Hinsicht. Medienschaffende stehen erneut zwischen den Stühlen, gefangen in verschiedenen Rollenmodellen und -aufträgen. Einerseits verfolgen Medien kommerzielle Interessen, das heißt sie sind auf der Jagd nach der spannendsten Geschichte, welche die höchste Aufmerksamkeit beim Leser erzeugen. Das Böse und dessen Personifizierung ist ein optimaler Aufhänger um größtmögliche Aufmerksamkeit in der breiten Bevölkerung zu generieren. Je abscheulicher, umfangreicher und kulturell unvereinbarer ein Ereignis, desto mehr Aufmerksamkeit, Interesse und Klicks wird es erhalten. Ein Muster der modernen Aufmerksamkeitsökonomie, das auch Anders Behring Breivik bereits vor seiner Tat durchschaute. Für ihn sind seine vielfachen Morde eben auch ein Mittel zum Zweck. Sie waren nur ein Teil seines großen umfassenden Vorhabens, das sich nun durch den Prozess und der damit verknüpften medialen Aufmerksamkeit als “Phase der Propaganda” fortsetzt. Für den Mörder Breivik läuft ab jetzt alles nach Plan. Er wurde nicht, wie zuvor von ihm befürchtet, als “geistig verwirrt” gebrandmarkt und kann nun auf der großen medialen Bühne seine begonnene Tat zu Ende führen. Aus seiner Perspektive heraus durchkreuzt er die eigentliche Funktion eines Gerichtsverfahrens. Er wird durch das Verfahren selbst sogar noch belohnt.
Es gibt ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit die erstaunliche Parallelen aufweist. Der Prozess rund um die Morde von Charles Manson zeigt ähnliche Muster der Aufmerksamkeitsökonomie auf. Der Fall Manson zeigt deutlich auf, wie ein Täter im Nachhinein und gerade durch eine imposante Inszenierung mit dazugehöriger medialer Aufmerksamkeit zu einer popkulturellen Ikone des Bösen werden konnte. Erst die große Bühne, die zahlreichen Zuschauer für Mansons bizarres Schauspiel sorgte für eine Art langfristige Mythenbildung und einen festen popkulturellen Platz in der Gesellschaft. Zahlreiche Musiker (Marilyn Manson, Guns N’Roses etc.) und andere Kreative profitieren noch heute von seiner bizarren Geschichte, seiner Bekanntheit und indirekt eben auch durch die begangenen Morde und das Leid an den Opfern. Ein “Manson-Mem” entstand, zum Großteil durch die enorme mediale Aufmerksamkeit ermöglicht.
Auch bei Breivik schwingt nun die Gefahr der Ikonisierung immer mit. Auf der einen Seite stehen die Medien aus verschiedenen Gründen quasi in der Pflicht über den Prozess zu berichten, ob nun aus kommerziellen Eigeninteressen, dem gesellschaftlichen Auftrag als vierte Gewalt oder objektiven Berichterstatters und gleichzeitig ermöglicht es dem Täter sich und seine Gedankenwelt im epischen Ausmaß darzustellen, während die Opfer, die sich nach Vergessen sehnen immer wieder mit der Fratze des Bösen quälend auseinandersetzen müssen. Natürlich kann so ein Prozess auch ein wichtiger Teil einer Verarbeitung sein, in erster Linie für die Gesellschaft. Doch muss man sich schon auch ernsthaft fragen ob ein Täter ohne Bereitschaft zur Reue, ja im Gegenteil, der es gar bereut nicht noch mehr Menschen umgebracht zu haben, wirklich die Bühne für die weitere Demütigung der Opfer verdient. Wie gesagt, ein mediales Dilemma. Darf man darüber berichten? Muss man darüber berichten? Wenn ja wieviel?
Doch gerade im aktuellen Fall Breivik kann man schemenhaft eine mögliche Lösung des Dilemmas erkennen. Für viele mag das banal klingen, aber die Tatsache, dass das norwegische Boulevard-Magazin “Dagbladet” seinen Besuchern auf ihrer Website eine Schaltfläche anbietet, mit der man die gesamte Berichterstattung rund um den Fall Breivik komplett ausblenden kann, würde ich in diesem Zusammenhang als bahnbrechend bezeichnen. Zum ersten Mal überlasst ein Medienprodukt (auch dazu noch ein Boulevardmedium) dem Empfänger die Wahl, ob er sich die Informationen rund um den Fall Breivik zumuten möchte oder nicht. Man bietet den Opfern, die sich jetzt nur noch nach Ruhe und Normalität sehnen einen klickbaren Ausweg an. Man verwehrt auf der anderen Seite aber gleichzeitig nicht der restlichen Gesellschaft den Zugang zur Berichterstattung. Zum ersten Mal zwingt ein Boulevardmedium seine Leser nicht zum Zuhören. Ein für mich höchst interessanter Präzedenzfall in der Welt der Medien, der uns aufzeigt, wie wir in Zukunft behutsamer mit Informationen umgehen können, ohne dabei gleichzeitig auf Informationen rigoros zu verzichten. Der Wahrnehmungsfilter im Netz ist also nicht nur ein Instrument der drohenden Verdummung und Abkapslung, es liegt in ihm auch die Funktion des Schutzes.
Spannend daran ist auch der damit zusammenhängende Prozess der Mündigkeit des Rezipienten. Mit dieser Funktion wird mediale Macht neu verteilt. Medienmacher stellen den Strom aus Nachrichten zur Verfügung und der Rezipient entscheidet, welchen Teil des Stromes er ausblendet. Nun könnte man behaupten, das wäre vorher nicht anders. Nicht ganz, denn im Gegensatz zu vorher kann ich nicht nur einzelne Berichte, Bilder und Schlagzeilen ausblenden (wenn ich das als Mensch überhaupt im Angesicht des Boulevards vorher konnte), sondern ganze Themenfelder. Auf der anderen Seite erhalte ich als Rezipient nicht nur Freiheit, sondern auch Verantwortung mit der Freiheit entsprechend umzugehen. Nicht mehr “die Medien” sind Schuld, wenn wir mit Breivik eine neue Ikone des Bösen inklusive potenzieller Nachahmungstäter erschaffen, sondern allein wir selbst, denn zum ersten mal haben wir uns memetisch emanzipiert, d.h. wir können uns dem Einfluss eines Themas komplett entziehen. Daneben obliegt uns aber eben auch die Verpflichtung gewisse Themen nicht einfach so auszublenden. Wir müssen uns selbst aktiv um die Themen bemühen. Wir konstruieren unser Wissen und unsere Informationsbeschaffung selbst und überlassen es nicht der Agenda von einigen wenigen Interessensgruppen. Ja mehr noch, mit Beiträgen wie diesen können wir die bestehende mediale Berichterstattung anreichern und aus anderen Perspektiven heraus den thematischen Diskurs vergrößern. All das sind Signale für eine gelebte Demokratie. Die Nörgler der Gesellschaft können durch solche Mechanismen sich nicht länger hinter Nörgelei verstecken, sie werden gezwungen entweder abzuschalten oder einfach bessere und konstruktivere Beiträge zum jeweiligen Diskurs abzuliefern. Das ist spannend und neu.
Halt die Deadline ein, so ist’s fein!
Hol’ die Ellenbogen raus, burn dich aus!
24/7, 8 bis 8, was geht ab, machste schlapp, what the fuck?!
Bück dich, bück dich, bück dich hoch,
bück dich, bück dich, bück dich hoch,
bück dich, bück dich, bück dich hoch,
bück dich hoch, ja!
Das muss heute noch zum Chef, besser jetzt!
Bück dich hoch.
Ach du Schreck, Bonus-Scheck, ist schon weg!
Bück dich hoch.
Fleißig Überstunden, ganz normal!
Bück dich hoch.
Unbezahlt, scheiß egal, keine Wahl!
Bück dich hoch.
Deichkind: “Bück dich hoch”, 2012
Die Industrialisierung hatte ihren Charles Dickens, unsere Gegenwart hat ihr Deichkind. Derzeit bringt wohl niemand in der deutschen Kulturszene den Zeitgeist der “2012er Gesellschaft” präziser auf den Punkt als die Elektro-Hip-Hop Crew aus Hamburg. Ich habe den Begriff “2012er Gesellschaft” wohl auch deshalb gewählt, weil dieses Jahr unter anderem auch als Weltuntergangsjahr memetisch durch die Köpfe geistert und man sich mitunter tatsächlich dem Eindruck nicht entziehen kann, als würden die Schrauben der Gesellschaft derzeit wirklich knarzend bis kurz vorm Durchdrehen angezogen werden. Ein gigantischer noch leistungsfähiger Rettungsschirm hier, Last-Minute-Krisenintervention da. Das derzeitige Raum-Zeit-Kontinuum scheint sich auf höchstmögliche Dichte und damit aber auch größtmöglicher Schwere und Belastung zusammengezogen zu haben. Alle stöhnen und ächzen unter dem zum Teil selbst auferlegten Echtzeitdiktat, in einer demokratischen Gesellschaft mit Rechtsstaat, eigentlich entlastender Computerisierung und pluralistischen Freiheiten. Die Probleme scheint man nun fast künstlich zu erschaffen. Die Trennung von Arbeits- und Mußezeit scheint sich komplett aufgelöst zu haben. Dauernd erreichbar, dauernd im Optimierungsdrang, sei es Beruf, Gesundheit oder Privatleben. Unser Leben ist extrem anstrengend geworden, dabei müsste es uns doch bei all dem Komfort leichter fallen.
Alles wird schneller, dichter, intensiver und effizienter – und soll es vor allem auch werden. Denn sowohl der Bologna-Prozess also auch die G8 Schulreform sind von diesen Gedanken angetrieben. Junge Menschen benötigen einfach keinen Raum mehr sich frei und in Ruhe zu entfalten, also zu reifen. Nein, sie werden förmlich durch eine eng definierte Ausbildungskanüle gepresst um sie möglichst schnell in den Hauptmaschinenraum der Leistungsgesellschaft zu pferchen. Nicht denken, sondern klotzen. Daher bin ich schon sehr erstaunt darüber, dass sich der Autor im Spiegel Online Artikel darüber wundert, warum heutige “träge” Studenten nicht mehr besonders kreativ denken und arbeiten – also keine EXZELLENZ auf diesen Gebieten beweisen, nur weil sie im Zuge eines freiwilligen Ideenwettbewerbes auf Lösungen kommen, die sich komplett rund um Entspannung, also dem aktiven Stressabbau drehen. Was andere also als “Faulheit der heutigen Studierenden” belächeln, halte ich für einen sehr bedrohlichen Indikator unserer Gesellschaft, aber eben in besonders konstruktiver Umsetzung. Denn man kann die Ideen auch komplett anders interpretieren. Man könnte sie auch als zeitgemäß und vorbildlich bezeichnen. Zeitgemäß deshalb, weil sie die Probleme der Gegenwart sehr gut erfasst haben und vorbildlich, weil sie eben nicht wieder auf die Erwartungen des Establishments hereinfallen und offensichtliche Ideen für noch mehr Effizenz entwickeln, sondern sie das Problem eher als Rulebreaker angehen. Leistung erfolgt nicht durch noch mehr Leistungsdruck. Leistung, vor allem kreativer Art, speist sich aus Freiraum. Und wenn der Freiraum nicht mehr vorhanden ist, so muss man sich ihn anscheinend wieder erkämpfen. Die Welt von morgen ist zum Bersten voll mit vielschichtigen Problemen, die entsprechende kreative Lösungen benötigen. Um jedoch die Energie dafür zu entwickeln, müssen wir zunächst an den Grundlagen und Rahmenbedingungen arbeiten, also am Setting, am Nährboden für kreative Kraft. Genau das haben die Studierenden in meinen Augen erfolgreich erarbeitet.
Stress (ich spreche vom negativen, zermürbenden Stress) und Druck sind Faktoren, die heute leider völlig überschätzt werden. Überschätzt deshalb, weil man meint mit ständigem Nörgeln, Drängeln und Pressen noch mehr Leistung aus dem trockenen Schwamm quetschen zu können, statt mal auf die Idee zu kommen zur Abwechslung das Ding mal wieder in Ruhe zu wässern. Druck und Stress der destruktiven Art sorgt nicht nur für Denk- und Handlungsblockaden, welche sich derzeit sehr oft im neumodisch formulierten “Burn-Out” manifestieren, Stress wirkt sich auch auf unser Sexualleben, unserem Essverhalten und sonstige körperliche Gesundheitssymptomen aus, der eine kriegt Pickel, der andere Rückenschmerzen. Stress wirkt systemisch, besonders schön kann man das anhand von Adipositas veranschaulichen. Wer beispielsweise viel Stress hat, neigt zu Übergewicht, was wiederum für weiteren Stress sorgt, weil ja die Gesellschaft – und deren Massenmedien – ein Schönheitsideal auf Teufel komm raus propagiert und damit explizit einfordert. Statt also Druck rauszunehmen ist man dabei permanent Druck aufzubauen. Der Arzt sagt einem dann zum Beispiel auch noch, dass man unbedingt abnehmen MUSS, ohne aber genau zu sagen wie, oder mit welchen konstruktiven Ratschlägen. Dabei gelten Tipps wie “mehr Sport” oder “weniger Essen” nicht wirklich, denn beides sind Faktoren, die wiederum bei der jeweiligen Person den Stresslevel erhöhen können, sonst würde derjenige das längst tun, wenn es ihm so gut täte wie alle behaupten. Diäten sind bekanntlich auch mit ein Grund für den berühmten Jo-Jo-Effekt. Der Körper reagiert lediglich auf Stress, nämlich die zeitweilig angeordnete Hungersnot. Der Verzicht wird zum Druck, wird zum Stressfaktor. Der Körper wird also alles dafür tun, das ursprüngliche Gewicht zurückzuerobern. (Übrigens wunderbar nachzulesen bei Dr. Gunter Francks “Lizenz zum Essen”)
Was ich kurz gesagt zum Ausdruck bringen möchte ist die Vermutung, dass man Stress nicht einfach mit noch mehr Stress bekämpfen kann und sollte. Und man wird sicherlich auch nicht mehr Leistung durch noch mehr Leistungsdruck erzwingen. Der Artikel “Fällt euch sonst nichts ein” ist ein Paradebeispiel für das was gerade in unserer Gesellschaft schief läuft. Man attestiert dem Nachwuchs, sie seien unfähig und faul, ohne sich die Zeit zu nehmen, die sichtbaren Ursachen genau zu hinterfragen und auch mal aus einer anderen Perspektive heraus zu betrachten. Lieber schnell schnell einen polemischen Artikel verfasst, der zu höheren Klickzahlen führt (und zugegebenrmaßen auch zu diesem Diskursbeitrag). Treffender wäre wohl die Überschrift “Der überforderte Student” gewesen, so wie es derzeit wohl auch “die überforderte Politik” und “die überforderte Wirtschaft” zu geben scheint. “ÜberFordert”, ganz wörtlich genommen schreit es uns ja förmlich ins Gesicht – die Anforderungen sind einfach viel zu groß, sie stehen nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis zu dem was der Einzelne überhaupt leisten kann. Je höher dieses Missverhältnis, desto größer Frustration und Depression. Man wirkt also träge, aber nicht weil man träge ist, sondern dazu gemacht wurde.
Von daher bitte ich auch die hochkarätigen Journalisten in diesem Lande darum, sich auch einmal selbst zu hinterfragen, bevor sie solche Meme in die Welt setzen. Massenmedien, so wie der Spiegel Online im weitesten Sinne, erfüllen für mich, frei nach Luhmann, die wichtige Rolle unsere Realität zu formen. Doch mit jeder Rolle, die man einnimmt oder auferlegt bekommt, schwingt auch eine zusammenhängende Verantwortung mit. Journalisten haben ein gehöriges Stück Macht eine Gesellschaft in die eine oder andere Richtung zu lenken. Diese Verantwortung stufe ich als Bürger als sehr hoch ein. Jedenfalls zu hoch für das Stilmittel der Polemik.
Die heutige Jugend ist von Grund aus verdorben. Sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher und es wird ihr niemals gelingen unsere Werte zu erhalten.
“Kony 2012″ ist der bisher wohl erfolgreichste “virale” Film im Internet – jedenfalls bezogen auf die Geschwindigkeit seiner medialen Verbreitung. In nur 5 Tagen wurde der Film von über 70 Millionen Menschen angeklickt. Nicht darin eingerechnet sind all die indirekten Kontakte, die unzähligen Medienberichte, Blogeinträge, Erwähnungen auf Twitter und Videokommentare, die den Film und seine Kernbotschaft thematisieren und damit zusätzlich zur Verbreitung beitragen. Die dafür verantwortliche Organisation “Invisible Children” hat sich und ihren Mitstreitern übrigens vorab das Ziel von “500.000 Online Views” vorgegeben, so kann man es im Handbuch aus dem digitalen “Action Kit” nachlesen. Man kann also durchaus behaupten, dass der Film und die gesamte Kampagne seine ursprüngliche Mission, die Aufmerksamkeit eines Großteils der Bevölkerung in den westlichen Ländern und vor allem der USA auf sich zu ziehen, mit mehr oder minder starker Intensität erfüllt hat. Grund genug sich im Rahmen von Medientheorie und Netzkultur näher mit der Thematik zu befassen.
Im folgenden möchte ich versuchen zu analysieren, warum sich der Film und die daran gekoppelte Kampagne so epidemisch verbreitet hat- ergänzend auch zu diesem Interview. Welche Mechanik liegt der Kampagne zugrunde? Mit welchen narrativen Methoden hat der Film letztlich so viele Menschen dazu bewegt ihn in den eigenen Netzwerken weiterzuempfehlen und parallel dazu auch noch jede Menge Produkte einzukaufen? Mir geht es also weniger um die Frage, ob die verantwortliche Organisation sauber und glaubwürdig arbeitet oder ob sich hinter der Kampagne gar eine große versteckte politische Agenda verbirgt. Ich möchte mich allein auf mein Interessensgebiet konzentrieren, die Medien- und Netzkultur und dessen auffällige Phänomene. Wie schaffen es Inhalte (Meme) sich immer wieder epidemisch über soziale Dienste und Netzwerke bestmöglich zu verbreiten und dabei am Ende sogar noch bei vielen Empfängern eine konkrete Verhaltensweise (Spende) auszulösen? Mit welchen kommunikativen Mitteln erzeugt man eine ganz bestimmte Wirkung beim Publikum? Verhält sich der Internetnutzer anders als beispielsweise der frühe Radiohörer oder Fernsehzuschauer? Welchen Einfluss haben Phänomene wie “Kony 2012″ auf unser gesellschaftliches Gefüge? Werden derartige Phänomene in Zukunft eher zu- oder abnehmen?
In den letzten Tagen habe ich mir die Zeit genommen die Kampagne etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Meine Beobachtungen und Interpretationen dienen als Beitrag zu einem größeren Diskurs und ich bin froh über jede konstruktive Ergänzung und jeden schlüssig formulierten Widerspruch.
Am Anfang war das Gefühl
In der Werbe- und Kreativwirtschaft ist das “Moodboard” ein gängiges Werkzeug um beispielsweise dem Kunden die Idee einer Werbekampagne oder Markenarchitektur vorzustellen. Ein solches Moodboard ist dabei nichts anderes als eine Art Collage, erstellt aus einer Vielzahl von verschiedenen gestalterischen Elementen (Bilder, Filmsequenzen oder Audioausschnitten) mit der einzigen Absicht dem jeweiligen Betrachter eine Emotion zu vermitteln. Das Moodboard ist betriebswirtschaftlich betrachtet ein Verkaufsinstrument für Werbeagenturen. Es dient dazu die erste kreative Idee der Kreativen an den Betrachter zu verkaufen und ihn damit dazu zu bringen am Ende noch mehr davon einzukaufen. Das Moodboard soll den Kunden also regelrecht “anfixen”, mit einer ersten Idee infizieren. Meist ist das Moodboard sogar die radikalere und ehrlichere Arbeit einer Agentur, weil oftmals kreativ unverfälschter und noch nicht von Kundenhand oder durch Unternehmenspolitik berührt – kreatives Rohmaterial sozusagen. Das Moordboard ist im filmischen Bereich oft auch weitaus ausführlicher als der fertig produzierte Werbespot, der meist nur auf 30, 60 oder 90 Sekunden begrenzt ist. Im Idealfall ist das Moodboard also pure, mitreissende Emotion in Form einer gut inszenierten Geschichte.
Als ich den Film “Kony 2012″ zum ersten Mal gesehen habe, assoziierte ich ihn umgehend mit einem formvollendeten Moodboard. Viel zu lang für einen Werbespot, viel zu kurz und plakativ für einen Dokumentarfilm und viel zu professionell für eine kleine, eher unbekannte Hilfsorganisation. Mein erster Gedankenimpuls war: Welche große Agentur steckt denn da dahinter? Die Wirkung auf mich als Zuschauer war zugegebenermaßen äußerst fesselnd. Die Komposition der Bilder, die Untermalung mit Musik und die perfekte, simplifizierte Dramaturgie zielten am Ende perfekt ins Schwarze, nämlich mitten in das Zentrum meiner Gefühlswelt. Wenn es nach Neuromarketing-Experten wie Hans-Georg Häusel ginge, würde sich gute Werbung immer in erster Linie auf unser limbisches System, “das emotionale Machtzentrum im Gehirn” (“Brain View“, S.80), konzentrieren. Dort werden die eigentlichen Entscheidungen gefällt, dort muss man, laut Häusel und Kollegen, den Hebel ansetzen um Marken zu positionieren, Produkte zu verkaufen oder allgemein gesprochen kommunikative Überzeugungsarbeit leisten. Mit jedem Mem, jedem informellen Angebot kann der Empfänger wählen zwischen: Akzeptanz (Kauf / Aktive Empfehlung) und/oder Reaktanz (Ablehnung / Passive Empfehlung) oder Ignoranz (Ablehnung / Stille Blockade). Kommunikation kann so gestaltet sein, dass man ihm die Entscheidung vereinfacht, ihn in eine bestimmte Richtung verführt. Kommunikation wird allerdings niemals eine Entscheidung erzwingen können. Sie nutzt lediglich die Gefühlswelt um schneller und tendierter eine Entscheidung zu beeinflussen. Und genau das beherrscht “Kony 2012″ in mehrfacher Hinsicht.
Die Befähigung zum aktiven Zuschauer
Der Film “Kony 2012″ beginnt mit einem äußerst cleveren Trick. In Werber- oder Beratersprech würde man wohl sagen: “Der Film holt den Zuschauer erst einmal ab.” Er beginnt nämlich an und mit dem Ort, an dem er wahrscheinlich auch gerade betrachtet wird: Dem Internet. Der Zuschauer erfährt in emotionalen Sequenzen etwas über die Magie und die neue Macht des Internets, stellvertretend dafür wird der Mythos der “Facebook-Revolution” herangezogen, also der Einfluss des Internets auf den arabischen Frühling, ein wahrgenommener demokratischer Systemumbruch, der aus der Ferne betrachtet, maßgeblich erst durch Facebook und andere soziale Netze ermöglicht wurde.
Dieser Teil der Erzählung bereitet den Zuschauer auf die Mission von “Kony 2o12″ vor. Die Kombination aus “Einfachheit” und “Wirkungsgrad” soll den passiven Zuschauer befähigen, sich zum aktiven Freiheitskämpfer zu verwandeln. Jemand, der aus dem geschützten Raum heraus (Wohnzimmer etc.) per Mausklick die Welt revolutionieren kann. Der Zuschauer erhält sozusagen die Macht den Lauf der Welt mit zu bestimmen – oder wie es im Film viel direkter und ehrlicher formuliert wird: “we are shaping human history”.
Das hat schon fast die Anmutung von einem “Serious Game”, bei denen die Mitspieler nicht nur zum Zweck der Unterhaltung spielen, sondern dabei Bildung erfahren oder aber eben reale Probleme und Herausforderungen lösen. Gerade dieser Trend zur Verspieltheit, in der Kreativbranche gerne mit “Gamification” betitelt, in Kombination mit dem Versprechen die Welt umkrempeln zu können, macht diesen Mechanismus sicherlich sehr anziehend für die jüngere bzw. digital-affine “Generation Facebook”.
Simplify with storytelling
Ein weiteres Erfolgskriterium von “Kony 2012″ ist die Übersimplifizierung. Durch den stetigen Einsatz von überzeichneten Dualismen, also die klare Trennung zwischen “Schwarz” und “Weiß” (nicht auf Hautfarbe bezogen), “Gut” und “Böse”, “Geburt” und “Tod” oder “Krieg” und “Frieden”:
Das Ergebnis daraus ist jeweils ein maximaler Kontrast, in dem ein banaler aber memetisch durchaus massentauglicher Spannungsbogen enthält, der in sehr kurzer Zeit von nahezu jedem Menschen kognitiv erfasst und verinnerlicht werden kann. Der überzeichnete Dualismus blendet alle Schattierungen rigoros aus, er verzichtet auf jeglichen komplizierenden Kontext, er reduziert das große Signalrauschen. Entscheidungsvariationen werden dadurch wesentlich reduziert, wobei diese Einschränkung von Entscheidungen mitunter als äußerst beruhigend und entscheidungsaktivierender empfunden und beobachtet werden (vgl. Barry Schwartz: The paradox of choice: Why less is more)
In einer Welt, die tagtäglich neue komplexe Herausforderungen durch die medial variierende Berichterstattung aufwartet, in der Informationen in Echtzeit an uns vorbei rauschen müssen, sehnt sich der Mensch förmlich nach einem “Bewältiger”, einem Filter dieser neuen Welt. Komplexität kann also in gewisser Intensität auch lähmen, denn sie lässt einfache Lösung des Problems nicht zu. Jede Lösung eines Problems erzeugt oft ein ganz neues Problem. Simplizität hingegen, also das Verbergen von Komplexität, wie sie der Film augenscheinlich benutzt, scheint in Anbetracht unserer Informationsgesellschaft wie eine beruhigende Substanz zu wirken. Man kann sich förmlich darin fallen lassen. Besonders deutlich wird die Mechanik des Kontrastes, in einer Szene mit dem 5-jährigen Sohn des Filmemachers und Erzählers Jason Russell. Russell erklärt seinem Sohn den Unterschied von “Gut” und “Böse” anhand von genau zwei Fotos, die er ihm zeigt. Auf dem einem ist “Joseph Kony” abgebildet, auf dem anderen eines seiner Opfer, Jacob, mit dem der Sohn und bis dahin auch der Zuschauer bereits bekannt ist. Das Böse wird über das Bild des Freundes, des Opfers, nicht nur identifiziert, es wird dem Jungen und damit auch jedem Zuschauer vordefiniert.
Um die hochemotionalen Elemente auszugleichen, werden rationale und seriöse Sequenzen entgegengesetzt. So fungiert beispielsweise der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, ein Stück weit als Botschafter für Ratio, Seriosität und Glaubwürdigkeit. Eine vertrauenswürdige Institution mit einem glaubwürdigen Vertreter. Es zählt dabei weniger was er sagt, als vielmehr das was er repräsentiert. Das Vertrauen in die Institution scheint sich somit auch auf den erzählenden Film zu übertragen.
Archetypisches Rollenspiel
Auch die Protagonisten des Filmes sind entsprechend deutlich und vereinfach stilisiert. Alle Hauptfiguren repräsentieren gleichsam eine archetypische Rolle. Der 5-jährige Sohn von Russell übernimmt die Rolle des Kindes, des Engels, dem Symbol der Unschuld. Er ist mit die erste Figur, die in den Film eingeführt wird und zwar in Form der höchstmöglichen Intimität und Emotionalisierung, dem Vorgang seiner Geburt. Eine Geburt ist – neben dem Tod – wohl das emotional markanteste und vor allem intimste Ereignis im Laufe eines menschlichen Lebens. Genau diesen intimen Moment teilt der Filmemacher mit allen Zuschauern. Er überwindet damit die Distanz zum Zuschauer und erschafft ein Klima des Vertrauens. Das geborene Baby selbst symbolisiert die Unschuld der Welt und der dazugehörige Vater wird von nun an die Rolle des Beschützers einnehmen. Die Visualisierung der Geburt ist immer ein klarer Akt der Bindung innerhalb einer Familie. Da es dem Zuschauer erlaubt wird diesen Vorgang zu beobachten wird er durch den Vorgang selbst ein Stück weit Teil des familiären Systems. Auch er wird durch den Akt der Beobachtung an Russell und seinen Sohn gebunden.
Nun folgt der Kontrast. Der Filmemacher führt eine neue Figur ein, “Jacob”, ein Junge aus Uganda, der seine Unschuld verloren hat, in dem er beobachten musste, wie sein Bruder von einer Machete geköpft wurde. Jacob, das Symbol der zerstörten Unschuld, das Opfer, das Leid, sieht seit der Erfahrung mit seinem ermordeten Bruder keinen Sinn mehr in seinem Leben. Auch hier wird der Zuschauer in eine intime Situation hineingezogen. Die Beobachtung und Beschreibung von Tod als maximaler Gefühlskontrast zur vorherigen Geburt. Während der Zuschauer bei der Geburtsszene, dank Spiegelneuronen, noch Glück und Freude empfindet, wandeln sich diese Gefühle in der nächsten, dunklen Szene, schlagartig in Wut und Trauer um. Ein extrem schnelles Wechselbad der Gefühle.
In jenem dunklen Moment verwandelt sich der Erzähler Russell in einen Helden, Ritter, Rächer und modernen Aktivistenanführer. Er verspricht dem Opfer öffentlich vor allen Zeugen (über 90 Millionen Menschen), solange zu kämpfen bis der das Böse aufgehalten hat. In diesem Moment löst sich auch die sogenannte “die vierte Wand” auf und der Zuschauer wird direkt in diesen Pakt involviert: “Es geht nicht nur um mich oder Jacob, es geht auch um Dich! Und wenn wir Erfolg haben, so haben wir auch den Verlauf der Geschichte verändert.” Der Titel und damit auch der Schuldige und das Böse wird enthüllt. Die Mission “Kony 2012″ kann nun beginnen.
Nach dem Opfer und dem Helden folgt die Einführung des Bösen. Die bereits erwähnte Szene mit dem 5-Jährigen Sohn des Helden und diverse Einspieler mit dem Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes definiert “Joseph Kony” eindeutig als das Böse schlechthin. Ausführlich und eindringlich mit nachgespielten Szenen und überzeichneter Visualisierung wird “Kony” als das Böse schlechthin ikonisiert. Höhepunkt dieser Stilistik dürfte das Plakat sein, auf dem er Hitler und Bin Laden als “the worst” eindeutig überstrahlt. Übrigens ein Vorgehen, dass ein Großteil der Opfer von Kony in Ugunda bei Betrachtung des Filmes mehr als beunruhigt hat.
(An der Stelle sei mir auch eine bissige Randbemerkung erlaubt: Wer hätte gedacht, dass das Konterfei von Adolf Hitler zu seinem 113. Geburtstag am 20. April 2012 in den USA breitflächig von zahlreichen Aktivisten plakatiert werden soll – wenn auch nur im Schatten von Joseph Kony und Osama Bin Laden ?)
Um das Böse am Ende jedoch dingfest zu machen, um die Mission zu erfüllen, benötigt der Held tatkräftige Unterstützung. Die “vierte Wand” fällt nun komplett. Der Zuschauer wird nun explizit aufgefordert in die Rolle des Mitkämpfers zu schlüpfen und in die “Army of Peace” (Kontrast lässt grüßen) einzutreten. Passend zum militärischen “Feel” kann man sich auch gleich den entsprechend “Look” zulegen. Die sogenannten “Bracelets”, also Armbändchen, wirken wie militärische Erkennungsmarken. Und überhaupt erzeugt die Uniformierung von jungen Menschen mit rot-schwarzen T-Shirts und dem Signet eines Massenmörders eher beunruhigende Assoziationen – jedenfalls für mich als deutscher, geschichtsbewusster Mittdreißiger.
Ästhetik und Design
Die Gestaltung des Filmes und die Kampagne selbst ist auffällig detailverliebt und sehr konsequent in der Umsetzung. Corporate Identity Experten dürften an der gesamten Kampagne eine helle Freude haben, denn die Kampagne zeigt für meine Begriffe sehr gut auf, dass konsequente und klare Gestaltung einen maßgeblichen Erfolg zur Wiedererkennbarkeit beiträgt. Die Farben der Kampagne beschränken sich auf Rot, Schwarz, Blau und Weiss und werden entsprechend massiv und offensichtlich auch sehr konsequent in allen möglichen Einstellungen eingesetzt.
Besonders eindringlich und auffällig ist auch die Inszenierung und Verfremdung vieler Fotografien und Grafiken. Das Friedenszeichen verwandelt sich in eine Kalischnikow. Bilder von Kindersoldaten und Joseph Kony werden besonders eindringlichen in einer involvierenden Hochglanzoptik präsentiert. Der Hintergrund der Personen ist zum Teil losgelöst und bewegt sich leicht, so dass es den Motiven eine Art 3D-Effekt verleiht und damit zusätzliche, eindringliche Nähe zum Betrachter erzeugt.
Das entscheidende Erfolgskriterium dieses Filmes ist die bereits angeesprochene Ikonisierung des Bösen und damit meine ich nicht nur die plakative Darstellung, sondern vielmehr die Wahl des Feindes selbst. Es gibt eigentlich kaum einen Menschen mit gesundem Verstand, der bezweifeln würde, dass Joseph Kony ein großer Verbrecher gegen die Menschenrechte ist. Genau daraus schöpft die Kampagne ihre Kraft, aus einem großen gemeinsamen Ziel, das theoretisch alle unterschreiben müssten, die nicht selbst in den Verdacht des Bösen geraten wollen, getreu dem Motto eines George W. Bush Jr.: “Either you are with us or you are against us”. Ohne das ikonisierte Böse, hätte diese Kampagne sicherlich niemals eine solche Verbreitung gefunden.
Die Netzwerk-Mechanik
Neben der kontrastreichen Emotionalität der Erzählung, der Simplifizierung des Komplexen, der professionelle Ästhetik einer Hollywoodproduktion fehlt noch ein wichtiges Erfolgskriterium: Der organisierte Netzwerkeffekt. Das Blog Social Flow hat nicht neben der Visualisierung einer Netzwerkanalyse auch interessante Thesen zum Erfolg der Verbreitung über die sozialen Netzwerke. Aus deren, technologischer Sicht, Thomas Pleil greift die Beobachtung ebenfalls auf, gibt es zwei technologische Faktoren, die für die schnelle Verbreitung des Filmes in sozialen Netzwerkstrukturen gesorgt haben:
1. Die bereits lang bestehende Netzwerkstrukturen der Organisation “Invisible Children” konnte gezielt zur Streuung des Filmes genutzt und bespielt werden. Damit verlieh man der Kampagne den nötigen Erstanschub. Ein schneller Transport in Richtung “Tipping Point”.
2. Durch den direkt kommunizierten Auftrag an die Zuschauer “20 Cultural Influencer” und “12 Political Influencer” direkt per Twitter aufzufordern sich der Bewegung anzuschließen und die Botschaft zu verbreiten, hat die Kampagne einen wirksamen Hebel gefunden, zusätzlichen Druck auf die Dynamik der Verbreitung auszuüben. Als Oprah Winfrey als eine der ersten Prominente mit gigantischem Netzwerk die Aktion unterstützte, sprangen viele weitere einflussreiche und vertrauenserweckende Prominente auf den Zug, so auch Teeniestar Justin Bieber und Pop-Ikone Rihanna. Der Film selbst hat übrigens sehr geschickt George Clooney als indirektes Testimonial für die Bewegung eingebaut, dabei waren die Interviewsequenzen nicht auf die Aktion “Kony 2012″ bezogen, sondern auf seine davon getrennten Aktivitäten rund um den Sudan.
Ohne die bereits bestehende Graswurzelbewegung und ihre vernetzte Infrastruktur, ohne den massiven Druck auf viele gut vernetzte Prominente auf Twitter, wäre diese Kampagne wahrscheinlich längst nicht so erfolgreich durchgestartet.
Fazit und offene Fragen
“Kony 2012″ ist weitaus mehr als nur ein einmaliges popkulturelles Social Media Ereignis. Es ist einer von vielen Vorboten einer neuen Aufmerksamkeitsökonomie. Das Thema bietet in Zukunft jede Menge Lehr- und Diskussionsstoff, sowohl für Medienwissenschaftler, als auch für Soziologen und Politologen. Der Erfolg des Filmes wirft viele wichtige gesellschaftliche Fragen auf. Inwieweit ist die Machart und der Mechanismus dieser Kampagne moralisch zu bewerten? Was sagt es über uns als angeblich aufgeklärte Gesellschaft aus? Inwieweit hat die Ästhetik des Kapitalismus unsere Kognition so weit geprägt, als das wir nur noch auf vereinfachende Werbefilmoptik und kontrastreiche Involvierung reagieren? Was werden Organisationen in Zukunft daraus ziehen? Wird man sich als Organisation von “Kony 2012″ inspirieren lassen oder wird man sich anbetracht des aufkommenden Gegentrends und des drohenden Vertrauensverlust wieder zurückbesinnen auf eine andere, nachhalige Form der kommunikativen Auseinandersetzung? Welchen Stellenwert erlangt die Aufmerksamkeit an sich für die Lösung kommender Probleme und inwieweit behindert sie diese? Wie verändert sich die Rolle des Internetbenutzers, erhält er wirklich so viel mehr Macht oder wird eher eher wieder zum Spielball diverser Interessensgruppen? Aber vor allem anderen: Wie wird die Politik in Zukunft auf diese gravierenden gesellschaftlichen Veränderungen reagieren? Sieht sie sich dadurch bedroht oder sieht sie gar eine Chance darin genau diese Mechanik wieder selbst einzusetzen?
Das sind spannende Fragen, die wir in den nächsten Jahren auch weiterhin intensiv diskutieren werden. Der nächste “Kony 2012″ kommt bestimmt.
Aus der Selbstbestimmung in der realen Welt wird die Fremdbestimmung durch die digitale Welt. Und dabei sind wir vollkommen verliebt in die Nutzbarkeit von Apps auf Glasscheiben. Wir können gar nicht mehr Herr unserer Kommunikation sein, weil alles, was wir in die digitale Welt via Twitter, Blogs, etc hinaussenden, in seiner Fülle nicht mehr beherrschbar ist.
Ibrahim Evsan im Handelsblatt 13.03.2012
Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, kurz ICD, definiert ein Abhängigkeitsyndrom, kurz Sucht, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllt werden:
1. Starkes, oft unüberwindbares Verlangen, die Substanz einzunehmen
2. Schwierigkeiten, die Einnahme zu kontrollieren (was den Beginn, die Beendigung und die Menge des Konsums betrifft)
3. Körperliche Entzugssymptome
4. Benötigen immer größerer Mengen, damit die gewünschte Wirkung eintritt
5. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Verpflichtungen, Aktivitäten, Vergnügen oder Interessen (das Verlangen nach der Droge wird zum Lebensmittelpunkt)
6. Fortdauernder Gebrauch der Substanz(en) wider besseres Wissen und trotz eintretender schädlicher Folgen.
Im Netz wird “die Internetsucht”, ein wahrlich unglücklich gewählter Begriff, zum Teil insgeheim und auch öffentlich belächelt, während ein leidenschaftlicher Webpionier wie Ibrahim Evsan nun einen für ihn unerwarteten Text im Handelsblatt publiziert hat, der sich genau mit dieser Thematik kritisch auseinandersetzt – wenn man ihn denn tatsächlich so interpretiert, wie ich es tue. “Das Ende der Langeweile” ließe sich nämlich auch problemlos auf alle anderen konventionellen psychotropen Substanzen anwenden. Die Welt wird bunter, lustiger, schneller, ruhiger, schöner aber eben auch mit den entsprechenden Nebenwirkungen, die sich einstellen, sobald die Substanz nicht mehr intensiv oder ganz einfach zu viel konsumiert wurde. Nebenwirkungen der körperlichen wie seelischen Art, vom Verlust oder der Verzerrung von Realität, über seelische Erkrankungen wie Depression oder neumodisch Burnout, bis hin zur regelrechten köperlichen Erkrankung. Ibrahim Evsan beschreibt einige dieser Nebenwirkungen, wenn auch nie direkt in Verbindung mit dem Begriff “Sucht” oder “Abhängigkeit”:
Wir werden Teil einer Maschinerie, die auf Vervollständigung, Transparenz, Effizienzstreben und Erfolg ausgelegt ist. Von uns wird der bisher nur für die Verfügbarkeit von Maschinen definierte 24 / 7 Kodex erwartet, der für Menschen naturbedingt gar nicht gelten kann, weil der Mensch Ruhe- und Regenerationsphasen zum körperlichen wie psychischen Überleben braucht. Aber diese Ruhe gönnen wir uns nicht. Auch der denkende Mensch ist nicht mehr frei. Jede freie Minute und jeder Gedankengang führt zum Handy. Es wird überprüft, mitgeteilt und mitgewirkt. Wir werden den Maschinen immer ähnlicher, Maschinen kennen keine Langeweile.
Eine Beschreibung, die auch auf Resultate von anderen Abhängigkeiten zutreffen könnte. Ein immerwährendes Kreisen um die Substanz und ein klares “nicht mehr loslassen können”, ein regelrechtes empfundenes Diktat, welches die eigene Freiheit abzuschalten scheint. Und wie immer stehen wir dem alten Paracelsus gegenüber, der uns seit jeher mahnt: “Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.”
Es ist also einerseits sehr wichtig, offen über mögliche negative Auswirkungen zu sprechen, während wir auf der anderen Seite nicht in Versuchung geraten sollten, so wie bei vielen anderen Süchten, die Substanz an sich gleich zu verteufeln. Wie immer steht der Mensch und seines eigenes Handeln im Mittelpunkt und wie immer muss der Mensch sich darüber im Klaren sein, was er tut und in welcher Intensität und mit welchen Konsequenzen er es tut. Alles hat eben seinen Preis, nur sollten wir genau diesen auch kennen um uns bewusst zu entscheiden. Doch genau dazu benötigen wir einen umfassenden Überblick. Chemische und biologische Substanzen wie Heroin, Kokain oder Alkohol können wir mittlerweile klar klassifizieren und einordnen. Wir sind uns dessen Wirkungsweisen bewusst und besitzen darüber klar empirische Grundlagen. Natürlich wird auch in diesem Zusammenhang die politische Realität verzerrt, in dem wir beispielsweise einerseits eine Substanz kulturell einbetten oder gar überhöhen und damit verharmlosen (Alkohol, Kaffee etc.) und andererseits, nicht-letale Substanzen, kulturell ächten und kriminalisieren. Aber über die Wirkungsweise der Bits und Bytes ist uns noch zu wenig bekannt, als das wir darüber solch klare Aussagen machen könnten. Manche werden sicherlich auch vehement bestreiten, dass es sich dabei überhaupt um psychotrope Substanzen handelt. Darüber könnte man allein schon sehr lange streiten, also über die Fragestellung ob einfallende elektrisch generierte Lichtpunkte im Sehnerv mit Substanzen in der Blutbahn überhaupt vergleichbar sind oder nicht. Fakt ist jedoch: Beides erzeugt einen gewissen psychischen Effekt. Es ist eben nur zu klären, inwieweit dieser Effekt auf ein selbstbestimmtes, genussreiches und gesundes Leben Einfluss hat. Oder ich will es mal so formulieren: Man kann MIT Alkohol leben – man kann aber auch IM Alkohol leben. Das gilt für alles andere dann eben wohl auch so. Ergo: Wollen wir MIT oder IM Internet leben?
Der alte Grabenkampf “Internet” gegen “Gutenberg-Galaxis” ist seit gestern mal wieder spürbar entzündet. Anlass ist eine kurze aber prägnante Notiz aus dem Protokoll des Koalitionsausschusses am 4. März 2012 unserer Regierungskoalition, die da lautet:
2. Urheberschutz – Leistungsschutzrecht für Presseverlage
Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass Verlage im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein sollen als andere Werkvermittler. Deshalb sollen Hersteller von Presseerzeugnissen ein eigenes Leistungsschutzrecht für die redaktionell-technische Festlegung journalistischer Beiträge oder kleiner Teile hiervon erhalten. Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren, sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen. Damit werden die Presseverlage an den Gewinnen gewerblicher Internet-Dienste beteiligt, die diese – mit der bisher unentgeltlichen – Nutzung der Verlagserzeugnisse erzielen. Auch die Urheber sollen eine angemessene finanzielle Beteiligung an der Verwertung des Leistungsschutzrechts erhalten. Einzug und Verteilung der Entgelte soll über eine Verwertungsgesellschaft erfolgen. Die Schutzdauer soll ein Jahr betragen.Die private Nutzung von Presseerzeugnissen im Internet wird nicht vergütungspflichtig,
normale User werden also nicht betroffen sein. In der gewerblichen Wirtschaft bleiben
das Lesen am Bildschirm, das Speichern und der Ausdruck von Presseerzeugnissen kostenfrei.
Der Streit um das Leistungsschutzrecht ist in erster Linie ein Resultat aus dem Konflikt zweier großer wirtschaftlicher Akteure, die sich seit Jahren um den großen Kuchen zanken. Da wäre zum einen Google, als Vertreter der neuen Wertschöpfung im digitalen Informationszeitalter. Google setzt Milliarden mit der Organisation, Filterung und Sortierung von Informationen um, indem sie sich für Werbeeinblendungen bezahlen lassen. Alles auf Grundlage bereits bestehender Informationen, d.h. Google erstellt bisher noch keine eigene Publikation von unternehmensfernen Inhalten, “Think Quarterly” mal ausgenommen. Die Betonung liegt allerdings auf “bisher”, aber dazu später mehr.
Auf der anderen Seite stehen die großen (Zeitungs-)Verlage, die in der “Gutenberg-Galaxis” Millionen mit der Erstellung, Organisation, Filterung und Sortierung von Informationen verdient haben, indem sie sich für Werbeeinblendungen bezahlen ließen. Die Verlage sind allerdings im Gegensatz zu Google immer noch im Publikationsgeschäft, d.h. sie bezahlen Autoren und Infrastruktur, mal mehr mal weniger gut, um die Erstellung von Inhalten zu realisieren. Dieser Punkt dürfte auch ihr Hauptargument für die Einforderung des Leistungsschutzrechts sein. Sie unterstellen Google und anderen Aggregatoren, sie würden mit ihren in Auftrag gegebenen Publikationsergebnissen Geld verdienen – und zwar nicht zu knapp – , ohne sich dabei aber an den Kosten für die Erstellung von redaktionellen Beiträgen zu beteiligen. Aus der Perspektive der Verlage mag diese Sorge ja zum Teil berechtigt sein, jedenfalls dann, wenn man alle anderen Faktoren rund um den veränderten digitalen Markt rigoros ausblendent. Denn natürlich beteiligt sich Google & Co indirekt auch an den Kosten der Publikation und zwar durch geldwerte Leistungen in Form von Verbreitung und Werbung für die redaktionellen Inhalte der Verlage. Google und andere Aggregatoren organisieren und führen Datenströme, d.h. Traffic auf Informationsquellen aller Art. Dazu gehören eben auch die redaktionellen Beiträge der Verleger. Nur haben die Verleger darauf keinen unmittelbaren kontrollierenden Einfluss. Sie erhalten von Aggregatoren eine Leistung, die sie nicht beauftragt haben, anscheinend Grund genug sich über kostenlose Werbung zu beschweren.
Jetzt wäre es doch mal spannend einige Szenarien durchzuspielen (nur anhand der beiden großen Player, die Blogthematik lasse ich mal bewusst aus), die in Folge der Umsetzung eines Leistungsschutzrechtes ablaufen könnten:
Szenario 1: Das Leistungsschutzrecht tritt in Kraft, Google umgeht die Zahlung durch De-Indexierung der deutschen Verlagsinhalte
Spätestens ab diesem Punkt stellt sich die Frage, ob die Mitgliedschaft bei der Verwertungsgesellschaft verpflichtend oder freiwillig ist. Sollte sie freiwillig sein, so dürfte das Leistungsschutzrecht von vornherein eine Totgeburt sein, denn vor allem die kleinen Verlage werden den Teufel tun und sich aus dem Google Index ausklinken wollen. Diejenigen, die das tun werden, müssen sich dann eben auch bewusst sein, dass sie erhebliche Datenströme verlieren werden. Vielleicht besteht dort ja noch die Hoffnung auf die Renaissance der Papierpresse, ansonsten droht nämlich genau das Resultat vor dem man sich jetzt so fürchtet: Eine enorme Ertragssenkung.
Sollte also die Mitgliedschaft bei der zukünftig geplanten Verwertungsgesellschaft Pflicht sein, so werden wir wohl einen enormen Umbruch des Medienmarktes außerhalb der deutschen Grenzen erleben. Die deutschsprachigen Verlage in der Schweiz oder in Österreich könnten sich dann jetzt schon die Hände reiben, denn sie könnten mit bereits vorhandenen Verlagsstrukturen in sehr kurzer Zeit ein völlig neues Publikum erschließen. Und überhaupt dürfte es wenig Probleme geben sich seinen Online-Verlag in Zukunft außerhalb von Deutschland aufzubauen. Ein Umstand, der mir als Staat große Sorgen bereiten würde. Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch die Frage, was Google eigentlich davon abhalten könnte in Zukunft eigene Verlagsangebote zu erschaffen? Das nötige Kapital für die Finanzierung von eigenen Redaktionen dürfte mehr als vorhanden sein. Das wiederum wäre ein Szenario, das bezüglich unserer Pressefreiheit eine ganz eigene Dynamik annehmen könnte.
Szenario 2: Das Leistungsschutzrecht tritt in Kraft, Google zahlt die geforderten Abschläge an die Verleger
In diesem Moment läutet die große Stunde der Controller. Wieviel Geld wird für welche Leistung bezahlt? Zahlt Google & Co eine Pauschale oder nur das wofür sie werben? Ersteres führt wiederum zur Überlegung ob sich eine Pauschale wirklich rechnet oder ob man nicht lieber andere Inhalte aggregiert und zweiteres wird zu Überlegungen führen, inwieweit man den Algorithmus auch aus Kostengründen entsprechend anpasst. Die Darstellung von weniger Verlagsinhalten würde dann zu einer Reduzierung der Kosten führen. Ein wichtiger Grundgedanke des Internets, also die freie Vernetzung von Inhalten dürfte damit einer großen Gefahr ausgesetzt sein. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich ja nicht nur Google am Ende an das Leistungsschutzrecht halten müsste. Da wäre es schon angebracht sich detailliert zu überlegen, inwieweit das unsere bisherige Pressefreiheit beeinflussen könnte.
Andererseits besteht auch die Möglichkeit einer “Wikipediasierung” der Nachrichtenaggregation, d.h. es könnten neue, große gemeinnützige Verein entstehen, die in Zukunft einfach selbst die Verteilung von Nachrichten übernehmen könnten. Die Basis der Unterstützung durch viele Internetnutzer scheint sicherlich gegeben zu sein, vor allem wenn man sich den Erfolg und den Ruf von Wikipedia als Erfolgsmodell anschaut. Das wiederum würde aber bedeuten, dass die beiden großen Streithähne langfristig verlieren würden. Die Organisation und Sortierung von Informationen und Nachrichten (Wissen übernimmt derzeit ja schon Wikipedia) könnten damit verstärkt in die öffentliche Hand gelangen, gemäß dem Motto: Wenn zwei sich streiten …
Szenario 3: Das Leistungsschutzrecht wird zähneknirschend wieder in die Schublade gelegt
Alles geht weiter wie bisher, die Verleger müssen sich überlegen wie sie abseits von staatlicher Regulierung ihr angeschlagenes Geschäftsmodell z.B. durch innovative Ideen wieder auf Vordermann bringen könnten.
Noch abschließend ein paar Zeilen zur Bedrohung für Blogger und den Prosumenten. Ich bin sehr gespannt auf die konkrete Ausarbeitung des Leistungsschutzgesetzes und zu welchen Kriterien ein Blog “gewerblich” eingestuft wird und wann privat. Neben der großen Macht von Google darf man die Macht der Gesamtheit aller kleinen Publikationen nicht unterschätzen. Die Vernetzung von Blogbeiträgen mit der Verlinkung von zahlreichen Verlagsinhalten, führt ja erst indirekt über den großen Gatekeeper Google dazu, dass die redaktionellen Beiträge heute zum Teil so viel Aufmerksamkeit bekommen. Auch Google wäre ohne die zahlreichen kleinen Blogs und weitere Contentvernetzer längst nicht so erfolgreich. Google und damit auch die Verlage benötigen in der vernetzten Informationsgesellschaft die Prosumenten eben auch für die Gewährleistung ihres eigenen wirtschaftlichen Erfolges. Wäre also wirtschaftlich ziemlich fahrlässig diese Interessensgemeinschaft der Prosumenten komplett auszublenden oder einfach nur zu unterschätzen, indem man beispielsweise das Thema einzig und allein auf Google projiziert. Interessant dürfte in diesem Zusammenhang auch noch einmal die Rolle der Öffentlich-Rechtlichen sein. Werden diese dann weiterhin zum Vorteil der Verleger handeln oder werden sie gar wohlwollende Elemente wie die Depublikationsregelung im Rundfunkstaatsvertrag zurücknehmen? Wenn das nämlich geschieht, hätten wir ein öffentlich-rechtliches Informationsmonopol, mit annehmbarer Qualität.
Sicher ist jedoch eines: Prosumenten werden sich nicht auf Abschlagszahlungen oder mit der damit zusammenhängenden Bürokratie und dem drohenden Abmahnwahn lange herumschlagen. Der Prosument wird sich dann in Zukunft Publikationen suchen, die vom Leistungsschutzrecht befreit sind. Stell dir vor es ist Verlag und keiner folgt ihm.
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Patrick Bischler und Sebastian Wacker sind derzeit unter dem Namen “Bischler” auf Wohnzimmer-Tour durch Deutschland und gaben auch spontan der Studierenden der Karlshochschule die Ehre. (nicht zuletzt auch Dank unserer Studenteninitiative cirKA 30.000) Vor dem großartigen Konzert habe ich mit den beiden Musikern unter anderem über ihre Kunst, Kreativität, das Musikbusiness, das Internet und das Thema Urheberrecht geplaudert. Der Podcast bietet also einen schönen Blick hinter die Kulissen des alternativen Musikerdaseins. Wer sich eine Sonderedition der aktuellen CD “Pause” des Singersongwriter bestellen möchte, der sollte ganz bis zum Schluss zuhören, denn dann gibt es ein geheimes Codewort.
Links zur Sendung:
Website von Bischler
Das aktuelle Album “Pause” zum reinhören und bestellen (Lied 1 im Podcast: “Bäume” – Lied 2: “Perfektionisten”)
Facebook-Page von Bischler
Patrick Bischler und Sebastian Wacker sind derzeit unter dem Namen "Bischler" auf Wohnzimmer-Tour durch Deutschland und gaben auch spontan der Studierenden der Karlshochschule die Ehre. (nicht zuletzt auch Dank unserer Studenteninitiative cirKA 30.000) Vor dem großartigen Konzert habe ich mit den beiden Musikern unter anderem über ihre Kunst, Kreativität, das Musikbusiness, das Internet und das Thema Urheberrecht geplaudert. Der Podcast bietet also einen schönen Blick hinter die Kulissen des alternativen Musikerdaseins. Wer sich eine Sonderedition der aktuellen CD "Pause" des Singersongwriter bestellen möchte, der sollte ganz bis zum Schluss zuhören, denn dann gibt es ein geheimes Codewort. Links zur Sendung: Website von Bischler Das aktuelle Album "Pause" zum reinhören und bestellen (Lied 1 im Podcast: "Bäume" - Lied 2: "Perfektionisten") Facebook-Page von Bischler
Auf der re:publica hat sich Sascha Lobo etwas Zeit genommen, um einige Fragen zu den Themen Internet, Werbung, Bildung, Wissenschaft und Netzkultur zu beantworten. Wer Saschas Vortrag und seine 3,5 Thesen zum Stand des Internets auf der diesjährigen re:publica verpasst hat, kann ihn sich hier noch einmal in Ruhe anschauen.
Links zur Sendung
Foto (CC) re:publica + iStockphoto
Sascha Lobos Vortrag auf der re:publica 2012
Clay Shirky: Here comes everybody
Im Herbst 2012 erscheint “Das Internet – Segen oder Fluch?” gemeinsam mit Katrin Passig im Rowohlt Verlag
Auf der re:publica hat sich Sascha Lobo etwas Zeit genommen, um einige Fragen zu den Themen Internet, Werbung, Bildung, Wissenschaft und Netzkultur zu beantworten. Wer Saschas Vortrag und seine 3,5 Thesen zum Stand des Internets auf der diesjährigen re:publica verpasst hat, kann ihn sich hier noch einmal in Ruhe anschauen. Links zur Sendung Foto (CC) re:publica + iStockphoto Sascha Lobos Vortrag auf der re:publica 2012 Das Forschungs-Blog Clay Shirky: Here comes everybody Im Herbst 2012 erscheint "Das Internet - Segen oder Fluch?" gemeinsam mit Katrin Passig im Rowohlt Verlag
Diesmal habe ich Unterstützung von meiner Kollegin Solveig Schwarz erhalten, was nicht nur die Frauenquote dieser Podcastreihe dramatisch nach oben schnellen lässt, sondern zudem noch einen wunderbaren Kontrast zu meiner schnaufend-nuscheligen Stimme in Form einer echten Radiovoice bildet. Solveig und ich haben nach einem gemeinsamen Kreativ-Workshop mit einigen Tourismusmanagement-Studenten der Hochschule und Sebastian Müller (vm-people), einem modernen Geschichtenerzähler und echtem ARG-Puppetmaster über seine Profession, das “Transmedia Storytelling“, geplaudert. Was das eigentlich genau ist und wofür man das ganze einsetzen könnte, besprechen wir in gemütlicher Runde allerdings ohne entsprechendes Lagerfeuer in der Mitte.
Links zur Sendung
Sebastian Müller auf Xing
Alternate Reality Games
“Ich bin der Herr deiner Angst” – ein ARG zur Vermarktung des gleichnamigen Buches
Weitere Beispiele für Transmedia Storyteller in Deutschland: Marcus J.H. Brown bei Booming, AMOS bei Soma-Lab, Thomas Zorbach bei vm-people, Frank Tentler, Dorothea Martin bei “Das wilde Dutzend”, Patrick Möller bei PATMO
Das Matrix Universum und das StarWars Universum, “die Partei” und generell Religionen als populäre, kommerzielle Beispiele für Transmedia Storytelling?
Deutsche Drehbuchautoren als Einzelkämpfer in der Kreativitätskrise
Diesmal habe ich Unterstützung von meiner Kollegin Solveig Schwarz erhalten, was nicht nur die Frauenquote dieser Podcastreihe dramatisch nach oben schnellen lässt, sondern zudem noch einen wunderbaren Kontrast zu meiner schnaufend-nuscheligen Stimme in Form einer echten Radiovoice bildet. Solveig und ich haben nach einem gemeinsamen Kreativ-Workshop mit einigen Tourismusmanagement-Studenten der Hochschule und Sebastian Müller (vm-people), einem modernen Geschichtenerzähler und echtem ARG-Puppetmaster über seine Profession, das "Transmedia Storytelling", geplaudert. Was das eigentlich genau ist und wofür man das ganze einsetzen könnte, besprechen wir in gemütlicher Runde allerdings ohne entsprechendes Lagerfeuer in der Mitte. Links zur Sendung Sebastian Müller auf Xing Alternate Reality Games "Ich bin der Herr deiner Angst" - ein ARG zur Vermarktung des gleichnamigen Buches Weitere Beispiele für Transmedia Storyteller in Deutschland: Marcus J.H. Brown bei Booming, AMOS bei Soma-Lab, Thomas Zorbach bei vm-people, Frank Tentler, Dorothea Martin bei "Das wilde Dutzend", Patrick Möller bei PATMO Das Matrix Universum und das StarWars Universum, "die Partei" und generell Religionen als populäre, kommerzielle Beispiele für Transmedia Storytelling? Deutsche Drehbuchautoren als Einzelkämpfer in der Kreativitätskrise
In dieser Ausgabe habe ich (Patrick Breitenbach) die Hochschule mal komplett verlassen und habe Alexander von Halem in seinem fränkischen Barockschloss besucht. Alexander ist Geschäftsführer des kleinen Familienunternehmens und er plauderte mit mir über den Tourismusalltag jenseits der Hochglanzkataloge und uniformierten Hotelketten. Wir redeten darüber, wie man als Tourismusmanager oder Gastronom im Social Web den richtigen Ton trifft, wir sprachen über Service und welche Philosophie dahinter stecken könnte und begaben uns in die fränkische Weinkultur, die ähnlich wie “Sideways”, mit Storytelling die Menschen im Hier und Jetzt begeistern könnte. Alexander ist seit kurzem auch Teil einer Winzergesellschaft in seinem Ort und wird den daraus manufaktierten Wein später auch in seinem Hotel anbieten. Wir haben den Begriff zwar nie in den Mund genommen, aber ich glaube im Nachhinein haben wir darüber gesprochen, wie man heute alternativ arbeiten und wirtschaften kann. Ich saß einem Mann gegenüber, der nun scheinbar seine Heimat (nach vielen Jahren USA) und seine Berufung gefunden hat und der mit dem Internet (auch wenn die DSL Leitungen auf den Dörfern immer noch katastrophal sind) trotzdem global kommunizieren kann und will. Ich finde das jedenfalls ein tolles Beispiel für so etwas wie “Dorf 2.0″.
Links zur Sendung:
Alexander von Halem bloggt im eigenen Schlossblog und twittert unter @barockschloss.
Podcast Schweinfurt und So – lokaler Podcast rund um die Region
Oberstaufen als Beispiel für gute Stories im Web
In dieser Ausgabe habe ich (Patrick Breitenbach) die Hochschule mal komplett verlassen und habe Alexander von Halem in seinem fränkischen Barockschloss besucht. Alexander ist Geschäftsführer des kleinen Familienunternehmens und er plauderte mit mir über den Tourismusalltag jenseits der Hochglanzkataloge und uniformierten Hotelketten. Wir redeten darüber, wie man als Tourismusmanager oder Gastronom im Social Web den richtigen Ton trifft, wir sprachen über Service und welche Philosophie dahinter stecken könnte und begaben uns in die fränkische Weinkultur, die ähnlich wie "Sideways", mit Storytelling die Menschen im Hier und Jetzt begeistern könnte. Alexander ist seit kurzem auch Teil einer Winzergesellschaft in seinem Ort und wird den daraus manufaktierten Wein später auch in seinem Hotel anbieten. Wir haben den Begriff zwar nie in den Mund genommen, aber ich glaube im Nachhinein haben wir darüber gesprochen, wie man heute alternativ arbeiten und wirtschaften kann. Ich saß einem Mann gegenüber, der nun scheinbar seine Heimat (nach vielen Jahren USA) und seine Berufung gefunden hat und der mit dem Internet (auch wenn die DSL Leitungen auf den Dörfern immer noch katastrophal sind) trotzdem global kommunizieren kann und will. Ich finde das jedenfalls ein tolles Beispiel für so etwas wie "Dorf 2.0". Links zur Sendung: Alexander von Halem bloggt im eigenen Schlossblog und twittert unter @barockschloss. Podcast Schweinfurt und So - lokaler Podcast rund um die Region Oberstaufen als Beispiel für gute Stories im Web Destination Management mit Schneewittchen in Lohr
Was versteht man heute unter “Führung” bzw. “Leadership” eigentlich genau? Sind heutige Kollektive wie “Anonymous” oder “Occupy” wirklich führungslos? Gibt es hierarchiefreie Führung und funktioniert das überall? Wie erkennt man eigentlich gute und schlechte Führung? Was hat Aristoteles mit heutigen Hierarchiestrukturen zu tun? Wie viel Zeit benötigt gute Führung? Wie wichtig ist der Einsatz von Zielen? Steht der Systemzusammenbruch eigentlich kurz bevor und was können wir tun um die komplexen Probleme der Zukunft zu lösen?
Viele spannende Fragen, die unser heutiger Gast Prof. Dr. Lutz Becker, Leiter des Masterstudiengangs “Leadership” in dieser Ausgabe der Karlsdialoge versucht zu beantworten. Lutz Becker ist Professor an der Karlshochschule und lehrt in den Themengebieten Führung, Strategie, Change und Innovation. Neben seiner Lehrtätigkeit berät er Unternehmen und ist Autor und Herausgeber der Buchreihe “Die neue Führungskunst – The New Art of Leadership”.
Links zur Sendung
Anonymous, Occupy Wall Street u. ä. sind niemals führungsfrei, sondern hierarchiefrei.
Aristoteles Oikos – Erstentwurf der Hierarchie
Ernst von Glasersfelds Viabilitätsbegriff – Eine mögliche Messeinheit für gute Führung
Erich Gutenberg: Die Arbeitskraft als Material/Produktionsfaktor
Paul Virilio: Denker der Geschwindigkeit
Stephan Hessel: Empört euch! und die Fortsetzung “Engagiert euch!”
Unternehmensressource Gesundheit: Weshalb die Folgen schlechter Führung kein Arzt heilen kann
Was versteht man heute unter "Führung" bzw. "Leadership" eigentlich genau? Sind heutige Kollektive wie "Anonymous" oder "Occupy" wirklich führungslos? Gibt es hierarchiefreie Führung und funktioniert das überall? Wie erkennt man eigentlich gute und schlechte Führung? Was hat Aristoteles mit heutigen Hierarchiestrukturen zu tun? Wie viel Zeit benötigt gute Führung? Wie wichtig ist der Einsatz von Zielen? Steht der Systemzusammenbruch eigentlich kurz bevor und was können wir tun um die komplexen Probleme der Zukunft zu lösen? Viele spannende Fragen, die unser heutiger Gast Prof. Dr. Lutz Becker, Leiter des Masterstudiengangs "Leadership" in dieser Ausgabe der Karlsdialoge versucht zu beantworten. Lutz Becker ist Professor an der Karlshochschule und lehrt in den Themengebieten Führung, Strategie, Change und Innovation. Neben seiner Lehrtätigkeit berät er Unternehmen und ist Autor und Herausgeber der Buchreihe "Die neue Führungskunst - The New Art of Leadership". Links zur Sendung Anonymous, Occupy Wall Street u. ä. sind niemals führungsfrei, sondern hierarchiefrei. Was ist Hierarchie? Aristoteles Oikos - Erstentwurf der Hierarchie Ernst von Glasersfelds Viabilitätsbegriff - Eine mögliche Messeinheit für gute Führung Erich Gutenberg: Die Arbeitskraft als Material/Produktionsfaktor Paul Virilio: Denker der Geschwindigkeit Komplexitätsmanagement Stephan Hessel: Empört euch! und die Fortsetzung "Engagiert euch!" Unternehmensressource Gesundheit: Weshalb die Folgen schlechter Führung kein Arzt heilen kann
Wie wird man eigentlich Arbeitgeber des Jahres? Was bedeutet das eigentlich und wie kann man das “messen”? Wann fühlen sich die Mitarbeiter in einem Unternehmen rundum wohl und identifizieren sich sogar mit den Zielen des Unternehmens? Wie vermeidet man Burnouts oder Boreouts, was macht eigentlich eine gute Führungskraft heutzutage aus und wie motiviert man das eigene Team? Ist die Bemessung von Arbeitszeit überhaupt noch ein zeitgemäßes Modell für die Zukunft und was stimmt derzeit nicht am öffentlichen Bild des Managers?
Viele spannende Fragen, die unser heutiger Gast Frank Widmayer in dieser Ausgabe der Karlsdialoge versucht zu beantworten. Frank Widmayer ist Dozent an der Karlshochschule, für die Themengebiete Strategie, Organisation und Personalführung. Er war insgesamt 20 Jahre bei der CAS Software AG in Karlsruhe beschäftigt, bei der er von 2001 bis 2011 als Vorstand für Personal, Organisation und Finanzen agierte. 2009 erhielt das Unternehmen die Auszeichnung “TopJob Arbeitgeber des Jahres”. Heute berät Frank Widmayer selbstständig Unternehmen u.a. in den Themenfeldern Organisations- und Personalentwicklung, Führung, Strategie und Finanzen.
Links zur Sendung
TopJob Arbeitgeber des Jahres
Prof. Dr. Heike Bruch – Professorin und Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement in St. Gallen
Wikipedia: Transformationale Führung
Wikipedia: Mission Statement – Unternehmensleitbild
Organisationales Energiemodell
Gallup-Studien, Stichwort “Jeder Fünfte hat innerlich gekündigt”
Spiegel Online: Studie: Reichtum fördert Unmoral
Andreas Zeuch: Intuitive Entscheidungsfindung
Spiegel.de: IBM schafft den Miet-Jobber
Douglas McGregor und seine X-Y-Theorie
Googles 20 Percent Time
Dan Pink: Drive – RSA Animate – Drive: The surprising truth about what motivates us
Wikipedia: Situatives Führen
Fredmund Malik: „Es droht eine teuflische Abwärtsspirale“
Institut für Positives Management
Wie wird man eigentlich Arbeitgeber des Jahres? Was bedeutet das eigentlich und wie kann man das "messen"? Wann fühlen sich die Mitarbeiter in einem Unternehmen rundum wohl und identifizieren sich sogar mit den Zielen des Unternehmens? Wie vermeidet man Burnouts oder Boreouts, was macht eigentlich eine gute Führungskraft heutzutage aus und wie motiviert man das eigene Team? Ist die Bemessung von Arbeitszeit überhaupt noch ein zeitgemäßes Modell für die Zukunft und was stimmt derzeit nicht am öffentlichen Bild des Managers? Viele spannende Fragen, die unser heutiger Gast Frank Widmayer in dieser Ausgabe der Karlsdialoge versucht zu beantworten. Frank Widmayer ist Dozent an der Karlshochschule, für die Themengebiete Strategie, Organisation und Personalführung. Er war insgesamt 20 Jahre bei der CAS Software AG in Karlsruhe beschäftigt, bei der er von 2001 bis 2011 als Vorstand für Personal, Organisation und Finanzen agierte. 2009 erhielt das Unternehmen die Auszeichnung "TopJob Arbeitgeber des Jahres". Heute berät Frank Widmayer selbstständig Unternehmen u.a. in den Themenfeldern Organisations- und Personalentwicklung, Führung, Strategie und Finanzen. Links zur Sendung TopJob Arbeitgeber des Jahres Prof. Dr. Heike Bruch - Professorin und Direktorin am Institut für Führung und Personalmanagement in St. Gallen Wikipedia: Transformationale Führung Wikipedia: Mission Statement - Unternehmensleitbild Organisationales Energiemodell Gallup-Studien, Stichwort "Jeder Fünfte hat innerlich gekündigt" Spiegel Online: Studie: Reichtum fördert Unmoral Andreas Zeuch: Intuitive Entscheidungsfindung Spiegel.de: IBM schafft den Miet-Jobber Douglas McGregor und seine X-Y-Theorie Googles 20 Percent Time Dan Pink: Drive - RSA Animate - Drive: The surprising truth about what motivates us Wikipedia: Situatives Führen Fredmund Malik: „Es droht eine teuflische Abwärtsspirale“ Institut für Positives Management
Wir erleben gerade hautnah einen Systemwandel, wenn nicht sogar einen Systembruch. Eine Krise jagt die nächste, weltweite finden Proteste in Form von der “Occupy Bewegung” statt oder es werden gar ganze politische Systeme umgewälzt. Das Vertrauen in Politik und Wirtschaft ist erschüttert und die vernetzte mediale Welt bringt ein Problem nach dem anderen zum Vorschein. Inspiriert von den Konferenzen “Ökonomie neu denken” und “XMESS – Konferenz zur nächsten Gesellschaft” sprechen Prof. Dr. Bernd Ankenbrand (Professor für Constructivist Finance an der Karlshochschule International University) und Patrick Breitenbach über den derzeit stattfindenden Systemwandel und was zu tun ist bzw. was bereits schon getan wird. Wir reden über das Internet als Pluralismusbeschleuniger, künstliche Intelligenz als potenzielle Problemlöser, den Konstruktivismus als neues Denkmodell für die Wirtschaftswissenschaft bzw. konstruktivistische Geschäftsmodelle und über ein mögliches Modul “Finanzrevolution”. Ökonomie eben neuer denken!
Links zur Sendung
Gunter Dueck: Professionelle Intelligenz (Buch)
Gunter Duecks Vortrag: Professionelle Intelligenz
“Urban Farmers” – Von Fischzucht und Gemüseanbau mitten in der Großstadt
Der Homo oeconomicus
Konstruktivismus
My Muesli als konstruktivistisches Geschäftsmodell
“Automatisch vorsortiert” – Algorithmisierung der Welt
Distributed Reality
Die Invasion der Robo Trader – Aktienhandel per Algorithmus
Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen.
LOHAS
Crowdfunding
Crowdsourcing Blog
Finanzblasenforschung
Deutsche-Bank Chefvolkswirt Mayer Prognose 2012
Self-Fullfilling Prophecy
Ansgar Heveling und die heiße Herdplatte.
Mario Monti, Wissenschaftler und italienischer Staatsführer.
Taleb: Der Schwarze Schwan
Pfefferspray-Mem
Wir erleben gerade hautnah einen Systemwandel, wenn nicht sogar einen Systembruch. Eine Krise jagt die nächste, weltweite finden Proteste in Form von der "Occupy Bewegung" statt oder es werden gar ganze politische Systeme umgewälzt. Das Vertrauen in Politik und Wirtschaft ist erschüttert und die vernetzte mediale Welt bringt ein Problem nach dem anderen zum Vorschein. Inspiriert von den Konferenzen "Ökonomie neu denken" und "XMESS - Konferenz zur nächsten Gesellschaft" sprechen Prof. Dr. Bernd Ankenbrand (Professor für Constructivist Finance an der Karlshochschule International University) und Patrick Breitenbach über den derzeit stattfindenden Systemwandel und was zu tun ist bzw. was bereits schon getan wird. Wir reden über das Internet als Pluralismusbeschleuniger, künstliche Intelligenz als potenzielle Problemlöser, den Konstruktivismus als neues Denkmodell für die Wirtschaftswissenschaft bzw. konstruktivistische Geschäftsmodelle und über ein mögliches Modul "Finanzrevolution". Ökonomie eben neuer denken! Links zur Sendung Gunter Dueck: Professionelle Intelligenz (Buch) Gunter Duecks Vortrag: Professionelle Intelligenz "Urban Farmers" - Von Fischzucht und Gemüseanbau mitten in der Großstadt Der Homo oeconomicus Konstruktivismus My Muesli als konstruktivistisches Geschäftsmodell "Automatisch vorsortiert" - Algorithmisierung der Welt Distributed Reality Die Invasion der Robo Trader - Aktienhandel per Algorithmus Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen. LOHAS Crowdfunding Crowdsourcing Blog Finanzblasenforschung Deutsche-Bank Chefvolkswirt Mayer Prognose 2012 Self-Fullfilling Prophecy Ansgar Heveling und die heiße Herdplatte. Mario Monti, Wissenschaftler und italienischer Staatsführer. Taleb: Der Schwarze Schwan Pfefferspray-Mem
Die Karlsdialoge beginnen mit Prof. Dr. Antti Vihinen, Studiengangsleiter Internationales Tourismusmanagement und eines seiner Lieblingsthemen, nämlich “Destination Management mit Hilfe von Musik”.
Ist Salzburg oder Wien nun die echte Mozart-Stadt? Um den Mythos “Amadeus” streiten sich also mindestens zwei Städte, denn dahinter verbirgt sich eine Marke, die dem Tourismus der jeweiligen Stadt mehrere Milliarden Euro an Einnahmen verschafft. Auch Liverpool kann davon ein Lied singen, die von den Deutschen im zweiten Weltkrieg vollständige zerstörte Arbeiter- und Hafenstadt hatte vor den 60er Jahren nur wenig an kulturellen Highlights zu bieten. Heute ist sie die Beatles-Stadt und selbst das zweite Highlight, der FC Liverpool, ist ebenfalls eng mit den Fab Four verbunden. Gründe genug um mal ausführlich mit Antti Vihinen über “Destination Management mit Hilfe von Musik” zu sprechen. Vihinen, promovierter Musikwissenschaftler, hat selbst lange Jahre praktische Erfahrung in diesem Bereich, denn er leitete in Finnland die “Sibelius Halle”, eine moderne Konzert- und Kongresshalle in Lahti, benannt nach dem finnischen Komponisten Jean Sibelius. Ähnlich wie Mozart, ist auch Sibelius in Finnland und für Lahti eine enorm wichtige Marke. In unserem Dialog sprechen wir also über Mozart und die Beatles und viele andere Beispiele aus der Rock- und Popmusik, aber auch aus der Literatur und dem Film. Wer sich für das Thema Stadtmarketing interessiert sollte sich das unbedingt einmal anhören, denn wir beschäftigen uns auch mit der Frage ob man den Mozart- oder Beatles Effekt auch bewusst steuern kann.
Links zum Podcast:
WP: Destination Management
WP: Liverpool
WP: Cavern Club
John Lennon Airport
Hard Days Night Hotel
Tourimusangebote rund um die Beatles in Liverpool
John Lennon und New York
Penny Lane
Die Marke Mozart I
Die Marke Mozart II
Konkurrenzkampf der Städte um Mozart: Wien gegen Salzburg gegen München gegen Prag
Salzburger Festspiele
Seattle – Grunge Tourismus
Beethovenstadt Bonn
Woodstock Museum und Konzerte
Hotel Atlantic – Residenz von Udo Lindenberg
Grönemeyer und Bochum
Düsseldorf Stadtführung mit den Toten Hosen
Buddenbrookhaus Lübeck
Hemingways Fiesta
Hemingway macht den Stierlauf von Pamplona weltberühmt
Wallander Tourismus
Herr der Ringe Tourismus
Woody Allen als gefragter Destination Marketer
Stieg Larrsons Millennium-Triologie und Stockholm
Die Karlsdialoge beginnen mit Prof. Dr. Antti Vihinen, Studiengangsleiter Internationales Tourismusmanagement und eines seiner Lieblingsthemen, nämlich "Destination Management mit Hilfe von Musik". Ist Salzburg oder Wien nun die echte Mozart-Stadt? Um den Mythos "Amadeus" streiten sich also mindestens zwei Städte, denn dahinter verbirgt sich eine Marke, die dem Tourismus der jeweiligen Stadt mehrere Milliarden Euro an Einnahmen verschafft. Auch Liverpool kann davon ein Lied singen, die von den Deutschen im zweiten Weltkrieg vollständige zerstörte Arbeiter- und Hafenstadt hatte vor den 60er Jahren nur wenig an kulturellen Highlights zu bieten. Heute ist sie die Beatles-Stadt und selbst das zweite Highlight, der FC Liverpool, ist ebenfalls eng mit den Fab Four verbunden. Gründe genug um mal ausführlich mit Antti Vihinen über "Destination Management mit Hilfe von Musik" zu sprechen. Vihinen, promovierter Musikwissenschaftler, hat selbst lange Jahre praktische Erfahrung in diesem Bereich, denn er leitete in Finnland die "Sibelius Halle", eine moderne Konzert- und Kongresshalle in Lahti, benannt nach dem finnischen Komponisten Jean Sibelius. Ähnlich wie Mozart, ist auch Sibelius in Finnland und für Lahti eine enorm wichtige Marke. In unserem Dialog sprechen wir also über Mozart und die Beatles und viele andere Beispiele aus der Rock- und Popmusik, aber auch aus der Literatur und dem Film. Wer sich für das Thema Stadtmarketing interessiert sollte sich das unbedingt einmal anhören, denn wir beschäftigen uns auch mit der Frage ob man den Mozart- oder Beatles Effekt auch bewusst steuern kann. Links zum Podcast: WP: Destination Management WP: Liverpool WP: Cavern Club John Lennon Airport Hard Days Night Hotel Tourimusangebote rund um die Beatles in Liverpool John Lennon und New York Penny Lane Die Marke Mozart I Die Marke Mozart II Konkurrenzkampf der Städte um Mozart: Wien gegen Salzburg gegen München gegen Prag Salzburger Festspiele Seattle - Grunge Tourismus Beethovenstadt Bonn Woodstock Museum und Konzerte Hotel Atlantic - Residenz von Udo Lindenberg Grönemeyer und Bochum Düsseldorf Stadtführung mit den Toten Hosen Buddenbrookhaus Lübeck Hemingways Fiesta Hemingway macht den Stierlauf von Pamplona weltberühmt Wallander Tourismus Herr der Ringe Tourismus Woody Allen als gefragter Destination Marketer Stieg Larrsons Millennium-Triologie und Stockholm
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In der neuen Ausgabe des anstrengendsten Podcasts Deutschlands sprechen Herr Breitenbach und Doktor Köbel über “Die Jugend und die Pubertät”. Was sind die Phasen der Kindheitsentwicklung? Was macht Pubertät aus, wozu ist sie da? Wie können Eltern und Lehrer damit umgehen?
Links zur Sendung (werden noch ergänzt)
Intro: Die Toten Hosen / Gerhard Polt: Pubertät (Willi)
Erik H. Erikson und sein Stufenmodell
Bayern2 Tagesgespräch mit Allan Guggenbühl zu Pubertät
Allan Guggenbühl: Pubertät – Ächt ätzend: Gelassen durch die schwierigen Jahre
Micha Brumlik (Herausgeber) u.a.: Das Elternbuch
In der neuen Ausgabe des anstrengendsten Podcasts Deutschlands sprechen Herr Breitenbach und Doktor Köbel über “Die Jugend und die Pubertät”. Was sind die Phasen der Kindheitsentwicklung? Was macht Pubertät aus, wozu ist sie da? Wie können Eltern und Lehrer damit umgehen? Links zur Sendung (werden noch ergänzt) Intro: Die Toten Hosen / Gerhard Polt: Pubertät (Willi) Erik H. Erikson und sein Stufenmodell Bayern2 Tagesgespräch mit Allan Guggenbühl zu Pubertät Allan Guggenbühl: Pubertät - Ächt ätzend: Gelassen durch die schwierigen Jahre Micha Brumlik (Herausgeber) u.a.: Das Elternbuch Outro: Die Toten Hosen / Gerhard Polt: Fungizide (Willi)
In der neuen Ausgabe des anstrengendsten Podcasts Deutschlands sprechen Herr Breitenbach und Doktor Köbel über “Das Böse” und wie es in unterschiedlichen Kulturen definiert wird. Was sagen die großen Geister Kant, Hobbes und Rousseau dazu? Und was meint eigentlich der Zoologe Konrad Lorenz dazu und gibt es am Ende ein Happy End?
Links zur Sendung (wird noch ergänzt)
Intro: Klein Einstein: Gott ist nicht böse!
Thomas Hobbes und der Leviathan
SR2 Fragen an den Autor – Konrad Lorenz: Das sogenannte Böse
Tomas Sedlacek: Die Öknonomie von Gut und Böse
Das Böse im Judentum und im Christentum
Der Daoismus, die Vereinbarung von Gut und Böse
In der neuen Ausgabe des anstrengendsten Podcasts Deutschlands sprechen Herr Breitenbach und Doktor Köbel über “Das Böse” und wie es in unterschiedlichen Kulturen definiert wird. Was sagen die großen Geister Kant, Hobbes und Rousseau dazu? Und was meint eigentlich der Zoologe Konrad Lorenz dazu und gibt es am Ende ein Happy End? Links zur Sendung (wird noch ergänzt) Intro: Klein Einstein: Gott ist nicht böse! Thomas Hobbes und der Leviathan Jean-Jaques Rousseau SR2 Fragen an den Autor - Konrad Lorenz: Das sogenannte Böse Immanuel Kant Tomas Sedlacek: Die Öknonomie von Gut und Böse Das Gilgamesch-Epos Das Böse im Judentum und im Christentum Der Daoismus, die Vereinbarung von Gut und Böse Outro: "Gutes tun" von Funny van Dannen
In der neuen Ausgabe des anstrengendsten Podcasts Deutschlands sprechen Herr Breitenbach und Doktor Köbel über “Arbeit” und wie sie im Kapitalismus verstanden wird. Was sagen die großen Geister Max Weber und Karl Marx dazu? Wird alles besser oder schlechter? Wie kann man heute die Mißständes des Kapitalismus lösen? Was ist mit dem utopischen Ausblick auf das bedingungslose Grundeinkommen und einer möglichen Robotergesellschaft, getreu dem Motto: “Die Cyborgs machen in Zukunft die Drecksarbeit und wir die Podcasts”
Links zur Sendung:
Die Kritik bei “Ohrenbluten” hat gefruchtet: Wir haben neues Jingle zusammen gefrickelt, indem wir auch einfach die Stimmen der Kritiker selbst mit eingebaut haben. Das habt ihr jetzt davon!
Hans Söllner: Endlich eine Arbeit!
Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
Über “Max Weber” im philosophischen Radio
Podcast: SR2 Kulturradio – Fragen an den Autor: Wo Marx Recht hat.
Émile Durkheim: Über soziale Arbeitsteilung
George Orwell: Animal Farm (hier der Zeichentrickfilm)
Götz Werner: Das bedingungslose Grundeinkommen
Den eigenen Roboter ausdrucken
Richard Sennet: “Die Kultur des neuen Kapitalismus” und “Der flexible Mensch”
In der neuen Ausgabe des anstrengendsten Podcasts Deutschlands sprechen Herr Breitenbach und Doktor Köbel über "Arbeit" und wie sie im Kapitalismus verstanden wird. Was sagen die großen Geister Max Weber und Karl Marx dazu? Wird alles besser oder schlechter? Wie kann man heute die Mißständes des Kapitalismus lösen? Was ist mit dem utopischen Ausblick auf das bedingungslose Grundeinkommen und einer möglichen Robotergesellschaft, getreu dem Motto: "Die Cyborgs machen in Zukunft die Drecksarbeit und wir die Podcasts" Links zur Sendung: Die Kritik bei "Ohrenbluten" hat gefruchtet: Wir haben neues Jingle zusammen gefrickelt, indem wir auch einfach die Stimmen der Kritiker selbst mit eingebaut haben. Das habt ihr jetzt davon! Hans Söllner: Endlich eine Arbeit! Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus Über "Max Weber" im philosophischen Radio Der Calvinismus Karl Marx: Das Kapital Podcast: SR2 Kulturradio - Fragen an den Autor: Wo Marx Recht hat. Émile Durkheim: Über soziale Arbeitsteilung George Orwell: Animal Farm (hier der Zeichentrickfilm) Götz Werner: Das bedingungslose Grundeinkommen Japan und die Pflegeroboter Den eigenen Roboter ausdrucken Richard Sennet: "Die Kultur des neuen Kapitalismus" und "Der flexible Mensch" Pekka Himanen: Die Hacker-Ethik
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über Fundamentalismus und Extremismus. Was zeichnet Extremismus aus? Welche Funktion hat der Fundamentalismus? Gibt es Mikro-Fundamantalismus? Kann sich Extremismus verstecken? Wieviel Religion steckt in einer Ideologie? Und was würde eigentlich der gute alte Karl Popper dazu sagen?
Links zur Sendung:
- folgt -
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über Fundamentalismus und Extremismus. Was zeichnet Extremismus aus? Welche Funktion hat der Fundamentalismus? Gibt es Mikro-Fundamantalismus? Kann sich Extremismus verstecken? Wieviel Religion steckt in einer Ideologie? Und was würde eigentlich der gute alte Karl Popper dazu sagen? Links zur Sendung: - folgt -
Wir sprechen über den Bundespräsidentschaftskandidaten Joachim Gauck, die Debatte rund um seine Person und die eigenen Beobachtungen von Patrick während der medialen Kaskade rund um die Gauck-Debatte kurz nach seiner zweiten Kandidatur. Wir haben uns große Mühe gegeben möglichst viele Perspektiven zu betrachten, haben sicherlich einiges vergessen zu besprechen, z.B. Kirchenvertreter im Amt, Wikileaks etc. pp. und hoffen trotzdem eine einigermaßen ausgewogene Darstellung des Themas hinbekommen zu haben. Ansonsten gilt wie immer Kant: “Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen”.
“Das Wichtigste ist, allen jenen großen Propheten zu misstrauen, die eine Patentlösung in der Tasche haben und euch sagen: Wenn ihr mir nur volle Gewalt gebt, dann werde ich euch in den Himmel führen. Die Antwort darauf ist: Wir geben niemandem volle Gewalt über uns. Wir wollen, dass die Gewalt auf ein Minimum reduziert wird. Gewalt ist selbst von Übel, und wir können nicht ein Übel mit einem anderen Übel austreiben.”
Sir Karl Raimund Popper
Links zur Sendung:
Intro: Bundespräsident Heinrich Lübke über Fisch
Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren (erste Rechercheschritte zu Gaucks Aussagen in den Medien)
Sascha Lobo auf SPON: Gauck und die stille Post im Netz
Pressekonferenz zur Ernennung Gaucks
Spiegelfechter: Kandidat der Herzen? Ein Theologe der Herzlosigkeit
SPON-Artikel: Gauck nennt Proteste “unsäglich albern”
Gauck im Interview zu seiner Occupy-Aussage
Tagesspiegel zu Gauck und Sarrazin
Gauck attestiert Sarrazin “Mut” – vollständiges Interview in SZ
Telepolis: Gauck gegen Wikileaks und für Vorratsdatenspeicherung
Podiumsdiskussion “Europa im Diskurs” mit Rolf Tophoven, Joachim Gauck, Hans-Christian Ströbele und Otto Schily unter anderem zur Vorratsdatenspeicherung: Teil 1, Teil 2, Teil 3
Wikipedia zu Vorratsdatenspeicherung
Anatol Stefanowitsch mit unpolemischer Kritik an der Kritik: Sprachblog: Der “böse Gauck” und das Netz
Konstruktivismus und mediale Prozesse: Die Debatte Gauck – Anlass zur Medienreflektion
Wikipedia zu: Depublikation und Rundfunkstaatsvertrag
Propublica.org – Beispiel aus den USA für alternativen Stiftungsbasierten Journalismus (Wikipedia)
Debatten-Online-Magazin The European, als weiteres mögliches Beispiel für eine mediale Wandlung in Deutschland
Soziopod #007: Wulff – Macht Medien Moral
Leidet die Partei “Die Linke” unter dem “Label Approach”, dem Etikettierungsansatz? und ist Ihr Protest, dass sie nicht gefragt wurden berechtigt?
Interview mit Joachim Gaucks Biografen
Wikipedia: Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen
Kritik von Peter-Michael Diestel (CDU), ehemaliger DDR-Innenminister auf freitag.de und seine Vorwürfe zur Stasivergangenheit von Gauck
Außergerichtliche Einigung zwischen Gauck und Diestel
Der Westen: Gerüchte zu Stasi-Vergangenheit von Joachim Gauck sind haltlos
Lafontaine wirft Gauck DDR-Privilegien vor
TAZ Kommentar: Endlose Vergangenheit der Linkspartei
Frankfurter Rundschau: Im Griff der Vergangenheit
ZEIT: Das Kandidaten Casting der Linken ist albern
Die Linke setzt auf Nazi-Jägerin Klarsfeld
Adorno und Horkheimer als Vertreter des linken Spektrums mit gleichzeitiger Abgrenzung zum Totalitarismus
Karl Popper: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde
Nachruf Spiegel zu Karl Popper
Gauck im Interview zu seiner Occupy-Aussage
SozioPod #003: Protestkultur 2.0 – Aufklärung, Kritik oder Selbstjustiz?
Porträt: Joachim Gauck – Freiheit als Lebensthema
Gauck: Freiheit – Ein Plädoyer
Friedrich Schorlemmer: “Gauck muss von Gerechtigkeit sprechen”
SPON: Wir brauchen keinen Großprediger! – Debattenbeitrag zum Amt des Bundespräsidenten
Wir sprechen über den Bundespräsidentschaftskandidaten Joachim Gauck, die Debatte rund um seine Person und die eigenen Beobachtungen von Patrick während der medialen Kaskade rund um die Gauck-Debatte kurz nach seiner zweiten Kandidatur. Wir haben uns große Mühe gegeben möglichst viele Perspektiven zu betrachten, haben sicherlich einiges vergessen zu besprechen, z.B. Kirchenvertreter im Amt, Wikileaks etc. pp. und hoffen trotzdem eine einigermaßen ausgewogene Darstellung des Themas hinbekommen zu haben. Ansonsten gilt wie immer Kant: "Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen". "Das Wichtigste ist, allen jenen großen Propheten zu misstrauen, die eine Patentlösung in der Tasche haben und euch sagen: Wenn ihr mir nur volle Gewalt gebt, dann werde ich euch in den Himmel führen. Die Antwort darauf ist: Wir geben niemandem volle Gewalt über uns. Wir wollen, dass die Gewalt auf ein Minimum reduziert wird. Gewalt ist selbst von Übel, und wir können nicht ein Übel mit einem anderen Übel austreiben." Sir Karl Raimund Popper Links zur Sendung: Intro: Bundespräsident Heinrich Lübke über Fisch Joachim Gauck auf Wikipedia Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren (erste Rechercheschritte zu Gaucks Aussagen in den Medien) Sascha Lobo auf SPON: Gauck und die stille Post im Netz Pressekonferenz zur Ernennung Gaucks Spiegelfechter: Kandidat der Herzen? Ein Theologe der Herzlosigkeit #notmypresident auf Twitter SPON-Artikel: Gauck nennt Proteste "unsäglich albern" Gauck im Interview zu seiner Occupy-Aussage Pressemitteilung ZEIT Matinee Tagesspiegel zu Gauck und Sarrazin Gauck attestiert Sarrazin "Mut" - vollständiges Interview in SZ Telepolis: Gauck gegen Wikileaks und für Vorratsdatenspeicherung Podiumsdiskussion "Europa im Diskurs" mit Rolf Tophoven, Joachim Gauck, Hans-Christian Ströbele und Otto Schily unter anderem zur Vorratsdatenspeicherung: Teil 1, Teil 2, Teil 3 Wikipedia zu Vorratsdatenspeicherung Anatol Stefanowitsch mit unpolemischer Kritik an der Kritik: Sprachblog: Der "böse Gauck" und das Netz Konstruktivismus und mediale Prozesse: Die Debatte Gauck - Anlass zur Medienreflektion Wikipedia zu: Depublikation und Rundfunkstaatsvertrag Propublica.org - Beispiel aus den USA für alternativen Stiftungsbasierten Journalismus (Wikipedia) Debatten-Online-Magazin The European, als weiteres mögliches Beispiel für eine mediale Wandlung in Deutschland Soziopod #007: Wulff – Macht Medien Moral Leidet die Partei "Die Linke" unter dem "Label Approach", dem Etikettierungsansatz? und ist Ihr Protest, dass sie nicht gefragt wurden berechtigt? Interview mit Joachim Gaucks Biografen Wikipedia: Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen Kritik von Peter-Michael Diestel (CDU), ehemaliger DDR-Innenminister auf freitag.de und seine Vorwürfe zur Stasivergangenheit von Gauck Außergerichtliche Einigung zwischen Gauck und Diestel Der Westen: Gerüchte zu Stasi-Vergangenheit von Joachim Gauck sind haltlos Lafontaine wirft Gauck DDR-Privilegien vor TAZ Kommentar: Endlose Vergangenheit der Linkspartei Frankfurter Rundschau: Im Griff der Vergangenheit ZEIT: Das Kandidaten Casting der Linken ist albern Die Linke setzt auf Nazi-Jägerin Klarsfeld Edith Franke bei Anne Will Wikipedia: Edith Franke Interview mit Gauck bzgl. Sozialstaat und Eigenverantwortung mit Zitat "Wir stellen uns nicht gern die Frage, ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen. Darüber muss gestritten werden." Anatol Stefanowitsch zu Gaucks Hartz4 Bild: "Abgesehen von dem Stereotyp des arbeitsfaulen Sozialschmarotzers, das Gauck hier voraussetzt, ist es äußerst befremdlich, dass ihn das fehlende Wohlstandsgefälle zwischen seinem Fahrer und einem Hartz-IV-Empfänger nicht zum Nachdenken darüber bringt, ob sein Fahrer eigentlich angemessen bezahlt wird." Die Frankfurter Schule
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über die große Frage nach der eigenen Identität und Persönlichkeit. Was kann man tun um sein Ich zu managen? Warum sind Identitäten im Netz, in Spielen, im Theater und in der Werbung so attraktiv? Gibt es eine feste Identität und was ist eigentlich real und was fiktiv? Und wo beginnt die Abnormalität?
Links zur Sendung:
Matrix Dialog zwischen Agent Smith und Cypher
Heiner Keup: Das Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne
Wikipedia: Identität
WOW-Werbung Shatner
“Tod durch Onlinespiel?” SPON
“Junkies im Monsterrausch” SPON
Aggressive Neuronen
eXistenZ der Film
Avatar – Der Film
Surrogates, der Film
Wikipedia: Memetik
Axl Rose
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über die große Frage nach der eigenen Identität und Persönlichkeit. Was kann man tun um sein Ich zu managen? Warum sind Identitäten im Netz, in Spielen, im Theater und in der Werbung so attraktiv? Gibt es eine feste Identität und was ist eigentlich real und was fiktiv? Und wo beginnt die Abnormalität? Links zur Sendung: Matrix Dialog zwischen Agent Smith und Cypher Heiner Keup: Das Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne Wikipedia: Identität WOW-Werbung Shatner "Tod durch Onlinespiel?" SPON "Junkies im Monsterrausch" SPON Aggressive Neuronen eXistenZ der Film Avatar - Der Film Surrogates, der Film Wikipedia: Memetik Axl Rose
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über die nicht enden wollende Causa Wulff und der Frage welche Rolle Macht, Medien und Moral in der Angelegenheit spielen. Wir reden ausführlich über die Rolle der Medien, die Rolle des Amtes und welche moralischen Anforderungen damit zusammenhängen.
Intro WDR5 Politikum – Der AB von Diekmann
Wikipedia: Stufentheorie des moralischen Verhaltens
Neil Postman: Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über die nicht enden wollende Causa Wulff und der Frage welche Rolle Macht, Medien und Moral in der Angelegenheit spielen. Wir reden ausführlich über die Rolle der Medien, die Rolle des Amtes und welche moralischen Anforderungen damit zusammenhängen. Intro WDR5 Politikum - Der AB von Diekmann Interview mit Klaus Meine Wikipedia: Lawrence Kohlberg Wikipedia: Stufentheorie des moralischen Verhaltens Wikipedia: Norbert Bolz Wikipedia: Marshall McLuhan The Medium is the message Wikipedia: Neil Postman Neil Postman: Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie Der mediale Golem - 6 Thesen zur Macht der Bildzeitung
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über Kant, dem kategorischen Imperativ und die Ereignisse im vergangenen Jahr auf die man die Theorie ganz praktisch anwenden kann. Was würde Kant zu Guttenberg sagen? War der Atomausstieg nach Fukushima “vernünftig”?
Diese Ausgabe lief zum ersten Mal live auf http://moepmoep.org, daher gab es immer wieder Fragen und Anregungen aus dem Hörerchat. Leider gab es in der Pause eine technische Störung, so dass wir zu spät wieder auf unseren Aufnahmeknopf gedrückt haben und somit fehlt eine große Passage im Jahresrückblick (Arabischer Frühling, die Attentate von Norwegen, Gaddafi etc.) Wir bitten um Entschuldigung. Falls jemand die Live-Sendung zufällig mit aufgezeichnet hat, so wäre es super, dass wir das ggf. noch nachträglich reinschneiden können. Teile der Preshow haben wir ebenfalls weggeschnitten.
Intro “Gerhard Polt: Im Buchladen”
Die nächste Ausgabe ist ebenfalls schon geplant und sie findet voraussichtlich im Zuge einer Feldforschung statt. Wir werden uns mit dem Thema “Hackerethik” beschäftigen.
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über Kant, dem kategorischen Imperativ und die Ereignisse im vergangenen Jahr auf die man die Theorie ganz praktisch anwenden kann. Was würde Kant zu Guttenberg sagen? War der Atomausstieg nach Fukushima "vernünftig"? Diese Ausgabe lief zum ersten Mal live auf http://moepmoep.org, daher gab es immer wieder Fragen und Anregungen aus dem Hörerchat. Leider gab es in der Pause eine technische Störung, so dass wir zu spät wieder auf unseren Aufnahmeknopf gedrückt haben und somit fehlt eine große Passage im Jahresrückblick (Arabischer Frühling, die Attentate von Norwegen, Gaddafi etc.) Wir bitten um Entschuldigung. Falls jemand die Live-Sendung zufällig mit aufgezeichnet hat, so wäre es super, dass wir das ggf. noch nachträglich reinschneiden können. Teile der Preshow haben wir ebenfalls weggeschnitten. Intro "Gerhard Polt: Im Buchladen" Der kategorische Imperativ Kant für Anfänger Die nächste Ausgabe ist ebenfalls schon geplant und sie findet voraussichtlich im Zuge einer Feldforschung statt. Wir werden uns mit dem Thema "Hackerethik" beschäftigen.
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über “Religion – Sehnsucht nach dem Letzten oder einfach nur Budenzauber?”
Wie definiert man Religion? Wie grenzt es sich zu Spiritualität ab? Wie wahrhaftig ist Religion, welchen Zweck verfolgt sie? Wie anfällig ist Religion für Macht? Warum ist Religion für den Menschen so attraktiv und was für einen Einfluss hat das Internet auf die Religion?
Intro: Faust (Gründgens Inszenierung), gesprochen von Will Quadflieg
Hans Joas: Braucht der Mensch Religion?
Religion im Netz: Google als modernes Sprachrohr Gottes
Doktorarbeit von Nils Köbel zum Thema “Jugend – Identität – Kirche: Eine erzähltheoretische Rekonstruktion kirchlicher Orientierung im Jugendalter”
Religionen im Internet auf FR Online
Religion im Internet, Folien der Seminararbeit von Stefan Weber und Klaus Lohmann
Die beliebteste Mutter Gottes auf Facebook
Generell sehr gutes Blog zu Religionswissenschaft der Uni Bremen und Uni Heidelberg
Zitierte Denker: Peter L. Berger, Paul Ricœur, Dietrich Bonnhoefer
Heinz von Foerster bzgl. Realität und die Konkurrenz von verschiedenen Geschichten.
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über “Religion - Sehnsucht nach dem Letzten oder einfach nur Budenzauber?" Wie definiert man Religion? Wie grenzt es sich zu Spiritualität ab? Wie wahrhaftig ist Religion, welchen Zweck verfolgt sie? Wie anfällig ist Religion für Macht? Warum ist Religion für den Menschen so attraktiv und was für einen Einfluss hat das Internet auf die Religion? Intro: Faust (Gründgens Inszenierung), gesprochen von Will Quadflieg Hans Joas: Braucht der Mensch Religion? Religion im Netz: Google als modernes Sprachrohr Gottes Doktorarbeit von Nils Köbel zum Thema "Jugend – Identität – Kirche: Eine erzähltheoretische Rekonstruktion kirchlicher Orientierung im Jugendalter" Religionen im Internet auf FR Online Religion im Internet, Folien der Seminararbeit von Stefan Weber und Klaus Lohmann Die beliebteste Mutter Gottes auf Facebook Generell sehr gutes Blog zu Religionswissenschaft der Uni Bremen und Uni Heidelberg Zitierte Denker: Peter L. Berger, Paul Ricœur, Dietrich Bonnhoefer Heinz von Foerster bzgl. Realität und die Konkurrenz von verschiedenen Geschichten.
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über “Gewalt – Was steckt eigentlich wirklich hinter “Killerspielen” und “Cybermobbing”"
Wie definiert man Gewalt? Wie entsteht Gewalt? Führen “Killerspiele” zu mehr Gewalt oder kanalisieren sie Gewalt? Wie entsteht Mobbing und welche Dynamik erhält Cybermobbing? Gibt es Wege aus der Gewalt?
Aussschnitt aus Klaus Kinski “Jesus Erlöser”
Podcast WDR5 Philosophisches Radio mit Jan-Philipp Reemtsma zum Thema Vertrauen und Gewalt
Theorie der Gewalt: Hässliche Wirklichkeit (Artikel von Reemtsma in der Süddeutschen)
Jan-Philipp Reemtsma: Vertrauen und Gewalt
Ausschreitungen während Occupy-Protesten
Ferdinand Sutterlüty: Gewaltkarrieren (Interviews mit gewalttätigen Jugendlichen)
Kleine Machiavellisten (Spiegel Online Artikel zu Mobbing)
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über “Gewalt - Was steckt eigentlich wirklich hinter “Killerspielen" und "Cybermobbing"" Wie definiert man Gewalt? Wie entsteht Gewalt? Führen "Killerspiele" zu mehr Gewalt oder kanalisieren sie Gewalt? Wie entsteht Mobbing und welche Dynamik erhält Cybermobbing? Gibt es Wege aus der Gewalt? Aussschnitt aus Klaus Kinski "Jesus Erlöser" Podcast WDR5 Philosophisches Radio mit Jan-Philipp Reemtsma zum Thema Vertrauen und Gewalt Theorie der Gewalt: Hässliche Wirklichkeit (Artikel von Reemtsma in der Süddeutschen) Jan-Philipp Reemtsma: Vertrauen und Gewalt Ausschreitungen während Occupy-Protesten Sündenbock-Theorie von Girard Ferdinand Sutterlüty: Gewaltkarrieren (Interviews mit gewalttätigen Jugendlichen) Kleine Machiavellisten (Spiegel Online Artikel zu Mobbing) DRadio: Teamfähigkeit durch Ballerspiele
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über “Protestkultur 2.0 – Aufklärung, Kritik oder Selbstjustiz?”
Wie definiert man Protest, gibt es einen Zusammenhang zur Philosophie und inwieweit hat das Internet Einfluss auf die heutige Protestkultur?
Die kritische Theorie (Frankfurter Schule)
Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug
Sixt – Ein Unternehmen missbraucht die Demonstrationsfreiheit
Walter Benjamins Rundfunkarbeit
Internetpräsenz Occupy Frankfurt
Occupy the Internet, Occupy Breitband, Occupy Everywhere – Breitband-Sendung von DRadio Kultur
DRadio-Sendung: Occupy the world – Aufstand der Empörten
Das Anonymous-Kollektiv (Hacktivisten)
Anonymous sprengt Kinderporno-Ring
Anonymous Hacker im Krieg gegen mexikanisches Drogenkartell
Das Internet als Organisationswerkzeug von Protesten
Überwachung der Überwacher: Beispiel “Freiheit statt Angst Demo”
Herr Breitenbach und Doktor Köbel sprechen über "Protestkultur 2.0 – Aufklärung, Kritik oder Selbstjustiz?" Wie definiert man Protest, gibt es einen Zusammenhang zur Philosophie und inwieweit hat das Internet Einfluss auf die heutige Protestkultur? Die kritische Theorie (Frankfurter Schule) Kulturindustrie - Aufklärung als Massenbetrug Sixt - Ein Unternehmen missbraucht die Demonstrationsfreiheit Walter Benjamins Rundfunkarbeit Internetpräsenz Occupy Frankfurt Die Piratenpartei Occupy the Internet, Occupy Breitband, Occupy Everywhere - Breitband-Sendung von DRadio Kultur DRadio-Sendung: Occupy the world - Aufstand der Empörten Das Anonymous-Kollektiv (Hacktivisten) Anonymous: Operation Payback Anonymous sprengt Kinderporno-Ring Anonymous Hacker im Krieg gegen mexikanisches Drogenkartell Wikipedia zu Selbstjustiz Welt-Artikel über Shitstorms Das Internet als Organisationswerkzeug von Protesten Überwachung der Überwacher: Beispiel "Freiheit statt Angst Demo"
Herr Breitenbach und Doktor Köbel diskutieren über das Thema “Bildung – Was muss passieren damit Wissen zu Bildung wird?”
Was ist Bildung? Was ist der Unterschied zwischen Faktenwissen und Bildungsprozessen? Welche Rolle spielt die Wikipedia? Und was können wir generell tun, damit das Internet zu einem sinnvollen Bildungswerkzeug wird?
Links zur Sendung:
Peter Birie: Wie wäre es gebildet zu sein Peter Biries Bildungsbegriff.
“Amerika berauscht sich an brachialen Erziehungstipps” Amy Chua und ihr Schlachtgesang als Tigermama. Der Anfang vom Ende der Bildung.
Volker Kauder im Interview: Das Internet als dunkler Ort.
Vortrag von Salman Khan: Let’s use video to reinvent education (Das ist der Hedgefondsmanager von dem ich dir erzählt habe. Sehr spannend. Auf alle Fälle ganz gucken, nicht nur spulen)
Neuer Geschichtsunterricht bei Khan Academy (Das ist ein neues Projekt von diesem oben genannten Khan)
Bildungsbegriff unseres Hörers “Muskowski”
Herr Breitenbach und Doktor Köbel diskutieren über das Thema “Bildung – Was muss passieren damit Wissen zu Bildung wird?” Was ist Bildung? Was ist der Unterschied zwischen Faktenwissen und Bildungsprozessen? Welche Rolle spielt die Wikipedia? Und was können wir generell tun, damit das Internet zu einem sinnvollen Bildungswerkzeug wird? Links zur Sendung: Peter Birie: Wie wäre es gebildet zu sein Peter Biries Bildungsbegriff. Wikipedia zu "Bildung" "Amerika berauscht sich an brachialen Erziehungstipps" Amy Chua und ihr Schlachtgesang als Tigermama. Der Anfang vom Ende der Bildung. Volker Kauder im Interview: Das Internet als dunkler Ort. Vortrag von Salman Khan: Let's use video to reinvent education (Das ist der Hedgefondsmanager von dem ich dir erzählt habe. Sehr spannend. Auf alle Fälle ganz gucken, nicht nur spulen) Neuer Geschichtsunterricht bei Khan Academy (Das ist ein neues Projekt von diesem oben genannten Khan) Bildungsbegriff unseres Hörers "Muskowski"
Herr Breitenbach und Doktor Köbel diskutieren über das Thema “The day after privacy – Was passiert eigentlich wenn alle alles über alle wissen?”
Was ist Post Privacy? Können wir dem Schicksal einer gläsernen Gesellschaft überhaupt noch entgehen? Wie können wir den Umgang mit der Thematik gestalten und welche Rolle sollte die Politik und die Bildung in Zukunft übernehmen?
Links zur Sendung:
Nackt im Netz – Ein Audio-Dossier des bayrischen Rundfunks
Eine schöne Linksammlung um sich den Überblick über die gesamte “Post Privacy” Debatte zu verschaffen.
Defintion Post Privacy von mspro auf ctrl+verlust
Interview mit dem Philosophen Byung-Chul Han in der Brand Eins über die Notwendigkeit von Geheimnissen
Olaf Kolbrück: “Für ein vergessliches Web”
Der Cicero über die Illusion der totalen Transparenz
Jeff Jarvis neues Buch: Private Parts
The beauty world without privacy
Sascha Lobo: Facebook ist nur ein Symptom
Post Privacy my Ass – Von der Utopie des perfekten Filters
Karl Poppers “Offene Gesellschaft”
Arendt und die Privatsphäre von Julia Schramm
the network, a headless tail bei wirres.net
Politology Podcast – Über Datenschutz, Post-Privacy und die Spackeria
Der Juckeldiduckel-Datenschutz des Staates: Ablenkungsmanöver statt Gesetzestreue #Staatstrojaner
Das Internet sollte nicht lernen zu vergessen, wir sollten lernen zu verzeihen.
Der amerikanische Journalist Jeff Jarvis veröffentlicht seine Krebskrankheit.
Herr Breitenbach und Doktor Köbel diskutieren über das Thema "The day after privacy - Was passiert eigentlich wenn alle alles über alle wissen?" Was ist Post Privacy? Können wir dem Schicksal einer gläsernen Gesellschaft überhaupt noch entgehen? Wie können wir den Umgang mit der Thematik gestalten und welche Rolle sollte die Politik und die Bildung in Zukunft übernehmen? Links zur Sendung: Nackt im Netz - Ein Audio-Dossier des bayrischen Rundfunks Eine schöne Linksammlung um sich den Überblick über die gesamte "Post Privacy" Debatte zu verschaffen. Defintion Post Privacy von mspro auf ctrl+verlust Interview mit dem Philosophen Byung-Chul Han in der Brand Eins über die Notwendigkeit von Geheimnissen Olaf Kolbrück: "Für ein vergessliches Web" Der Cicero über die Illusion der totalen Transparenz Jeff Jarvis neues Buch: Private Parts The beauty world without privacy Chaos Radio Express: Privacy Constanze Kurz im Interview Sascha Lobo: Facebook ist nur ein Symptom Post Privacy my Ass - Von der Utopie des perfekten Filters Karl Poppers "Offene Gesellschaft" Arendt und die Privatsphäre von Julia Schramm the network, a headless tail bei wirres.net Politology Podcast - Über Datenschutz, Post-Privacy und die Spackeria Der Juckeldiduckel-Datenschutz des Staates: Ablenkungsmanöver statt Gesetzestreue #Staatstrojaner Das Internet sollte nicht lernen zu vergessen, wir sollten lernen zu verzeihen. Der amerikanische Journalist Jeff Jarvis veröffentlicht seine Krebskrankheit.
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Julia Tripke von Cuddly Creatures hat uns mal wieder einen Klein-Kinski gezaubert. Großartig. Vielen lieben Dank Julia!
Ich bin sehr stolz darauf, dass wir unseren ersten DJ für Nischenkultur gewinnen konnten für uns einen exklusiven Mix anzufertigen. Umso stolzer bin ich, dass wir Mark N. Klamotte vom Karlsruher Klick Klack Klub DJ Duo als ersten begeistern konnte, das für uns zu tun.
Also, sehr verehrte Freunde der gepflegten elektronischen Tanzunterhaltung, freut euch auf einen nahezu 60 Minuten großen Soundteppich, liebevoll und fingerfertig zusammengewebt aus Fasern des Electronic, UK Funky und House:
Ein neues Podcastprojekt der Nischenkultur ist soeben online gegangen:
Dabei geht es um folgendes:
Als 19-Jähriger Jungspund verlässt Holger Breitenbach im Jahre 1964 unter schwerem Fernweh sein kleines Dorf Partenstein um das große Abenteuer auf hoher See zu erleben. Er bereist exotische Länder, überquert mehrmals den Äquator und lebt für 2 Jahre das Leben eines echten Seemanns. Fast 50 Jahre später teilt er nun seine Erlebnisse und Erfahrungen mit dem Internet.
In der ersten Folge geht es um die spektakuläre Äquatortaufe, ein aufwendiger Mummenschanz und Initiationsritus auf See, bei dem die Täuflinge auf übelste traktiert werden um dann im engsten Kreise von Poseidon aufgenommen zu werden.
Wie bei jedem wachsenden Amateurprojekt ist das ein kreativer Prozess, in dem dann aber doch sehr viel Liebe drin steckt. Ich denke dieser Podcast wird in Zukunft ganz sicher seine kleine Nische finden und besetzen. Danke an Holger für seine Geschichten, die er so auch für seine Enkel, Urenkel usw. aufgezeichnet hat.
Das ist nur so eine kleine Idee, die ich mit meinem Schwiegervater, der sich gerade für sein Dorfmuseum “Ahle Kram” engagiert, gerade aushecke. Unsere Idee ist es, das Museum digital zum Leben zu erwecken, so dass es Spaß macht sich mit den Dingen darin zu beschäftigen. Unser Plan lautet also: Wir inszenieren einzelne Gegenstände im Museum, die Geschichten über sich und ihre Besitzer erzählen. Gelöst in der ersten Stufe mit einfachen Webwerkzeugen (iPhone, Instagram, Soundcloud)
Das ist nur ein erster Prototyp um Holger (mein erwähnter Schwiegervater) mal zu zeigen, wie das am Ende aussehen könnte und was mir da so vorschwebt. Also wen es hier nicht interessiert, einfach ignorieren. Wer Bock hat irgendwie mitzumachen (suchen gute Sprecher und Geschichtenerzähler), einfach melden.
Wir sind sehr stolz darauf hier “mehr Kinski” liefern zu können. Julia Tripke von Cuddly Creatures war so genial und hat für uns ganz exklusiv den kleinen Kinski zum Leben erweckt.
Ich hoffe euch gefällt es und daraus entsteht am Ende eine großartige Serie. Ich finds einfach nur geil! Danke Julia!
Den Tod schieben wir in unserer Gesellschaft ganz gerne mal zur Seite, dabei ist das ein Thema, was nun wirklich jedes Lebewesen betrifft, mittel- oder unmittelbar. Dass der Mensch zu Tieren eine innige Beziehung eingeht, egal ob als Partner-/Kinderersatz oder als liebgewonnener Spielgefährte, dürfte wohl auch nichts wirklich neues sein. Was aber tun, wenn das geliebte Haustier einmal stirbt? Wie kann man gebührend Abschied nehmen und das Thema Tod mit Hilfe eines Rituals emotional in das Weiterleben integrieren?
Die Designerin Julia Tripke bietet da ein Angebot im Netz, was auf den ersten Blick sicherlich sehr “nischig” wirkt, aber dennoch ein großes Bedürfnis zu befriedigen scheint. Julia fertigt nämlich kleine “Trösterchen” an:
Das sind liebevoll gestaltete Tiersärge und -urnen, die dem Herrchen oder Frauchen eine entsprechende Zeremonie ermöglichen, also ein kulturelles Ritual um Abschied zu nehmen und dem Leben der Toten zu gedenken. Warum also nicht auch bei den Familienmitgliedern “Haustiere”?
Wer das jetzt für geschmacklos hält, der versteht nicht was hinter diesem Ritual und der Beziehung zu Tieren steckt. Eine Urne ist ein ewiges Erinnerungsstück, ein Sarg vermittelt einem das Gefühl dem Toten gebührend in die letzte Ruhe zu führen. Diese Rituale können extrem wichtig sein um mit dem Thema Trauer und Tod umzugehen und ich denke gerade der Tod des geliebten Haustiers ist auch ein Ereignis, bei dem Kinder das erste Mal in Berührung mit dem Tod kommen. Daher sind die “Trösterchen” für mich persönliche eine wundervolle Idee, um mit dem Tod von geliebten Wesen ritualisiert umzugehen. Das mag für einige verrückt klingen, aber ist dennoch ein vorhandenes Bedürfnis. Es geht hier um Emotion und nicht um Ratio!
Übrigens gaben die Deutschen Bürger im Jahr 2010 für Haustiere ca. 3,7 Mrd. Euro aus, nur um mal zu verstehen, worum es da geht. Ich weiß, völlig bigott und absurd angesichts der Tatsache, dass wir das Nutzvieh zum Teil “wie Sau” behandeln. Aber auch der Mensch ist eben ein seltsames Tier.
Sensationell!
Szerk hat uns seine 230. Daily Visitenkarte gewidmet und uns somit endlich mal ein gebührendes gestalterisches Antlitz verliehen. Ich freu mich wie ein Schneekönig und bin gleich so frei das darauf gestaltete Logo gleich mal hier dauerhaft zu übernehmen. Übrigens passt die Kreativkrake mit ihren vielen helfenden Tentakeln extrem gut zu uns. Sehr schön! Super Arbeit.
Herzlichen Dank an Szerk und liebe Grüße an den Rest der Artillery!
Nischenkultur startet die erste Kreativkollektiv-Instagram-Aktion und bespielt für euch die restlichen Tage bis Jahresende den Account “Weihnachtswahn” (also bitte entsprechend auch auf Instagram folgen), also eine Fotoreihe rund um unseren weihnachtlichen Wahnsinn, die wir hier und auch in der Seitenleiste entsprechend einblenden:
Für diese Aktion sind derzeit fotografisch im Einsatz (in unalphabetischer Reihenfolge):
Anna-Lena König (Leidenschaftliche Fotografin und Instagrammerin der ersten Stunde, unter “blog_bleistift“)
Solveig Schwarz Mitgründerin von Nischenkultur und dessen kreatives, suchendes Auge.
Marcus John Henry Brown, Enfant Terrible des Internets und Macher der großartigen Instagram-Fotoserie “A year with Otto”. Hier sein Instagram-Profil.
Breitenbach, ebenfalls leidenschaftlicher Instagrammer und Hobbyknipse.
Ragnar Heil (hat sich spontan zugeschaltet aus G+) und ist ebenfalls leidenschaftlicher Instagrammer.
Gerne können sich noch weitere begabte Instagram-Wahnsinnsfotografen bei uns melden. Ihr bekommt dann die entsprechenden Zugangsdaten und werdet in das Projekt mit eingespeis oder schickt uns einfach einzelne Fotos, die wir natürlich auch dort entsprechend reinschmeissen können.
Viel Spass!
Eine kleine, schnelle und dreckige Nischenkulturproduktion extra zu Nikolaus. Wahrscheinlich “Not safe for work!” Breitenbach liest einen satirischen Text von Mikel Bower aus seinem elektronischen Buch “Dezemberliebe”. Herzlichen Dank, dass wir das so umsetzen durften.
Mehr elektronische Bücher und Lyrik von “Mikel Bower” alias Michael Bauer findet ihr hier. Übrigens entstand das neuste Werk “Delta” gemeinsam über Twitter mit der Autorin Yvonne Mich.
“Mikel Bower” twittert unter @kurzdielyrik, Yvonne Mich unter @beingmenow
Ich bin in einem Ausläufer des Ruhgebiets aufgewachsen, in einer kleinen Arbeiterstadt namens Werdohl im Sauerland, stark geprägt von der örtlichen stahlverarbeitenden Industrie, maßgeblich entstanden durch die lokale Förderung von Eisenerz und den Bau der Eisenbahn-Ruhr-Sieg-Strecke, mit der man besonders einfach und günstig Kohle aus dem Ruhrgebiet anliefern konnte. Etliche Konzerne wie Krupp und Thyssen hatten stahlverarbeitende Tochterunternehmen in der Stadt und somit war auch das Bild von Werdohl – ähnlich wie die des Ruhrgebiets – stark geprägt von Gastarbeiterkolonien und einem eher – nun ja – arbeiterkulturellem Ambiente. Sprachlich rutschten natürlich auch Teile des Ruhrpotts bei uns rein, und damit meine ich nicht nur den Dialekt. Und somit sind mir die zitierten Ruhrpottanekdoten in “Dat schönste am Wein is dat Pilsken danach
” von Konrad Lischka und Frank Patalong natürlich nicht wirklich fremd, ganz im Gegenteil. Es fühlt sich auch für mich schaurig heimelig an. Schaurig deshalb, weil die Kultur des Ruhrgebiets (und auch meiner Geburtsstadt) so immens geprägt ist von der kurzfristig angelegten Stahl- und Kohleindustrie, den darin lebenden Menschen und deren geltenden Regeln und Ritualen. Traurige, stinkende Industrielandschaften und doch ganz viele einfache Menschen mit einem weichen Herzen am rechten – äh Verzeihung – linken Fleck.
Doch “die wunderbare Welt des Ruhrpotts” – so der Untertitel des Buches der beiden Spiegel Online Redakteure – gespickt voller amüsanter aber auch tieftrauriger Geschichten, ist nicht nur für solche Menschen interessant, die dort oder in der Nähe aufwuchsen und noch heute leben. Dieses Buch ist eine angenehm kurzweilige und unterhaltsame Art die Kultur des Ruhrgebiets, die sich maßgeblich von der Kultur der Bayern, Berliner oder sonstigen regionalen Gebiete in Deutschland unterscheidet, kennen und verstehen zu lernen. Warum ist der “Ruhrer” so wie er ist? Nun, das Buch ist sicherlich kein historisch anspruchsvolles Meisterwerk und auch die Strukturierung (sofern wirklich vorhanden) weist einige unergründliche Mängel aus, aber das machen Leidenschaft, Ehrlichkeit und das Herzblut der beiden Autoren, welches sich deutlich in den lokalkolorierten Geschichten mit angenehmer Distanz wiederspiegelt, “dicke wieda wett”.
Müsste man die Intention des Buches in einem Wort beschreiben, so würde man wohl den Begriff “Heimweh” wählen. Einer der Autoren, Frank Patalong, beschreibt das trefflich in einer Passage wie folgt:
Wir Ruhr-Menschen, die wir unsere besten Kumpels “Sausack” schimpfen, deren “Fresse” wir wirklich vermisst haben, sind sensibler, als man denkt. (…) Dem Ruhri entspricht am ehesten die englische Übersetzung von Heimweh, homesickness, die Heimatkrankheit also. Schönes Wort, weil es so ambivalent ist. Denn Heimweh, weiß der Ruhrgebietler, funktioniert in beide Richtungen. Er kennt sozusagen eine Art Heimweh rückwärts. (…) Im Pott würde man das darin vermittelte Gefühl wohl mit “Überall is scheißer als zuhause” übersetzen.
Dieses Heimweh veranlasst die beiden Autoren – sie erzählen übrigens jeweils fast 20 Jahre “getrennt”, der eine in den 70er/80er aufgewachsen, der andere in den 90ern – gedanklich zurückzureisen und ihre Erinnerungen und Erlebnisse in lebendige und bildhafte Worte zu gießen. Nebenbei erfährt der Leser auch noch wissenswerte Geschichts- und Kulturfakten, die das “warum is dat so?”
Wie gesagt, man darf keine kulturanthropologische Abhandlung erwarten, das Buch ist solide Unterhaltung mit dem angenehmen Abfallprodukt “kultureller Bildung”. Also einmal “Mäuschen spielen” für all die, die das Ruhrgebiet nie erfahren haben und einmal “Mensch, genau so waa dat!” für all diejenigen, die das Ruhrgebiet hautnah erfahren mussten/durften.
Ich bin sehr froh, dass ich das Buch von Konrad Lischka gewonnen habe, denn sonst hätte ich es mir wahrscheinlich nicht einfach so gekauft. Aber nun empfehle ich es allen, die irgendwie am Ruhrgebiet interessiert sind, und es ist allemal als Weihnachtsgeschenk für Mutta und Vatta, sowie Omma und Oppa in Essen und “Düsbuach” geeignet, denn es erklärt ihnen wie ihre Enkel und Kinder darin gefühlt aufgewachsen sind und vielleicht regt es ja dann in geselliger Weihnachtsrunde auch dazu an, sich etwas mehr über die eigene Herkunft und Kultur auszutauschen, was ich persönlich eigentlich immer sehr spannend finde und allemal interessanter als über Klatsch, Tratsch und Politik bei Tische zu sprechen.
Das Buch könnt ihr gerne hier bestellen (Ein Amazon-Partner-Link, lässt Nischenkultur bei Kauf ein paar Cent zukommen): Dat schönste am Wein is dat Pilsken danach
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